Beiträge von Prospero

    Letztendlich muss nach meinem Verständnis spätestens der Kapitän der Fregatte den Einsatz soweit durchplanen das er und seine Mannschaft handlungsfähig sind .

    Wenn das bereits nach ein paar Tagen in Frage gestellt wird hat er versagt .

    Der Kapitän dieser Fregatte ist doch in der militärischen Hierarchie so ein kleines Licht, dass er die hier möglicherweise schief gelaufenen oder bewusst vernachlässigten Versorgungsvorgänge gar nicht beeinflussen kann. Er kann melden, dass nach seiner Ansicht seine Fregatte nicht genug Munition hat. Das war es, mehr Möglichkeiten hat er erst mal nicht.
    Er kann sich dann im Rahmen der Vorgaben der Wehrbeschwerdeordnung über die nach seiner Meinung unzureichende Ausstattung des Schiffes beschweren. Er kann sich an die Frau Wehrbeauftragte wenden. Unmittelbar bewirken wird auch das gar nichts.
    Wenn er den Befehl zum Auslaufen verweigert, sind wir beim Ungehorsam (§ 19 WStG) oder bei der Gehorsamsverweigerung (§ 20 WStG). Es würde mich sehr wundern, wenn ein Stabsoffizier es darauf ankommen lassen würde.

    Man kann sich alles schönreden und man kann versuchen, für jedes Versagen eine Entschuldigung zu finden. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre / Jahrzehnte gehe ich gerade bei unserem Verteidigungsministerium grundsätzlich immer vom ungünstigsten Fall aus. Ich habe jedes Vertrauen in unsere Staatsführung verloren, unabhängig von der Partei.

    Um es mal auf den für mich einzig interessanten Punkt zu bringen:
    Unabhängig von der Frage, wie es momentan mit einer Ersatzbeschaffung für die 2001 beschafften Raketen aussieht, ist es unverantwortlich, die Fregatte mit einen nicht ausreichenden Munitionsvorrat in den Einsatz zu schicken. Wenn, wie oben einmal angesprochen, wirklich eine Anschlussversorgung durch Versorgungsschiffe gesichert wäre (seien es eigene oder solche von anderen Verbündeten), hätte das der Sprecher des Verteidigungsministeriums garantiert schon hinaus posaunt, weil man sich damit aus der Schußlinie der öffentlichen Kritik hätte bringen können.

    Die Werbezettel von Supermärkten werden immer schwachsinniger. Steckt heute im Briefkasten:
    "Toilettenpapier
    Limited Edition
    mit winterlichem Duft"


    Was immer auch der "winterliche Duft" sein mag? Riecht das Papier jetzt nach der Weihnachtsgans oder nach Lebkuchen oder nach Glühwein? Oder nach dem verbranntem Christbaum?

    Das mit Hinweisschildern auf kreuzende Fahrradfahrer, Fußgänger oder im Allgäu auch auf Kühe und Schlittenfahrer hingewiesen wird, ist ja bekannt. Aber kreuzende Schwäne und Enten?
    (Gesehen in Schwarzenbach an der Saale in Oberfranken)

    Ich habe mir mit dem neuen Verfahren „Digitalisierung on Demand“ des Bundesarchivs u.a. einige ältere StAN von Feldjägereinheiten erstellen lassen. Darunter auch die StAN der Feldjägerkompanie von 1960 (Signatur BA-MA BWD 4/1133) – Auszug anbei.


      

    Dort findet sich im StAN-Teil VI F (Friedenszusatzausstattung) einmal ein

    „Beiwagen f. Krad Schul“


    Mir war bisher neu, das jemals in der Bundeswehr Beiwagenkräder vorgesehen waren bzw. das diese Beiwägen für Fahrschulzwecke verwendet wurden.


    Ist jemanden schon einmal ein Beiwagenkrad bei der Bundeswehr untergekommen?


    Wie gesagt, diese StAN ist von 1960, ich weiß nicht, ob diese Beiwägen jemals tatsächlich eingeführt wurden.


    Grüße

    Jörg

    Wo habe ich gesagt, dass nur meine Meinung zählt? Ich finde das nirgends.
    Ich habe eine sachliche Kritik vorgebracht. Ich bin gewohnt, meine Beiträge mit entsprechenden Belegen / Quellen zu untermauern, deswegen der Hinweis auf die Rechtsgrundlagen. Wenn das "oberlehrerhaft" ist, dann bin ich hier wirklich falsch.

    Beim nächsten Diorama werden die Straßen dann sicher etwas breiter. Und der Feldjäger-Bulli steht nicht mehr quer sondern fährt der Kolonne voraus. Und der Munga steht in einer Parklücke in die er ohne geschoben zu werden rein kommt.

    Solche Verbesserungsmöglilchkeiten erkennt man aber nur, wenn man darauf aufmerksam gemacht wird. Und darum ging es!

    Außerdem muss die Besatzung erstmal Selfies machen bevor es irgendwie weiter geht .

    Selfies zu den Zeiten des 10 to Faun und des Munga? Mit was bitte? Mit dem PRC 6 als Handy-Vorläufer am lang ausgestreckten Arm oder mit der Rolleiflex 6x6 aus dem Unfallaufnahmesatz als Vorgänger der Digitalkameras?

    Tut mir leid, wenn ich jetzt etwas kritisieren muss. Ich gehe davon aus, dass das Diorama einen Kfz-Marsch im Frieden darstellen soll.
    Das Querstellen der Feldjägerfahrzeuge ist im Frieden völlig unrealistisch und widerspricht allem, was an der Feldjägerschule in Laufbahngängen gelehrt wurde. So etwas war rechtlich nicht haltbar.
    Ein Feldjäger hat im Frieden KEINE Verkehrsregelungsbefugnis, er darf den zivilen Verkehrs nur WARNEN. Aufgaben der Verkehrsregelung darf die Bundeswehr und damit die Feldjägertruppe erst nach Verkündung des Spannungs- oder Verteidigungsfalles wahrnehmen, und auch dann nur, soweit wie dies zur Erfüllung des Verteidigungsauftrages erforderlich ist (Art. 87 a Grundgesetz).
    Geltende Rechtsmeinung war daher, dass das Querstellen von Fahrzeugen zum Sperren einer Straße für Zwecke der Verkehrsregelung im Frieden nicht zulässig war und grundsätzlich den Anfangsverdacht einer Straftat nach § 315 b StGB (Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, "Wer .... Hindernisse bereitet") begründete.
    Die einzige Rechtfertigung für ein solches Sperren von Straßen durch quergestellte Fahrzeug ließ sich aus § 34 StGB - Rechtfertigender Notstand ableiten, wenn es also darum ging, eine nicht anderes abwendbare Gefahr von anderen Personen abzuwenden. Das wäre z.B. bei brennenden Munitionsfahrzeugen denkbar gewesen oder bei einer Amokfahrt eines Soldaten mit einem Panzer, aber niemals bei einem ganz normalen KFz-Marsch,
    Ein Verkehrsposten am Straßenrand, der dem Zivilverkehr ein "HALT"-Zeichen mit der Kelle gibt, wurde dagegen als zulässige Warnung betrachtet.

    Wie sagte mein Rechtslehrer an der Feldjägerschule immer so treffend: "Ein Blick in das Gesetz erleichtert die Rechtsfindung".
    Gilt hier analog für die Bekleidungsordnung hinsichtlich des "Namensbandes" (so heißt der Textilstreifen offiziell), entsprechender Vorschriftenpassus der ZDv 37/10 anbei.



    Apropos: Namenschilder waren die Kunststoffschilder mit Sicherheitsnadel zum Anstecken bzw. die Lederhüllen zum Anknöpfem (ZDv 37/10 Nr. 435 und 436).

    Noch zur Ergänzung:

    Die 2. Kompanie – Sanitätskompanie - des Brigadeversorgungsbataillons gliederte sich in:

    a) Kompanieführungsgruppe mit Kompanietrupp, Verwaltungstrupp, Kompaniefeldwebeltrupp, 2 Funktrupps, 1 Feldkabeltrupp


    b) Sanitätszug mit Zugtrupp, Zahnarzttrupp, 3 bewegliche Arzttrupps, 1 Verbandplatzgruppe, 1 Sanitätsgruppe ABC


    c) Hauptverbandplatzzug mit Zugtrupp, Aufnahmetrupp, Schockbekämpfungstrupp, 2 Operationsgruppen, 1 Pflegegruppe


    d) Krankenkraftwagenzug mit Zugtrupp und mehreren Krankenkraftwagengruppen (3 t bzw 1,5 t), drei gepanzerte KrKw-Gruppen (NICHT beim Versorgungsbataillon FAllschirm!)


    e) Versorgungsstaffel mit Sanitätsmaterialgruppe, Verpflegungstrupp, Feldküchentrupp, Wartungstrupp, Betriebsstofftrupp, Bekleidungstrupp


    Literatur:

    Glüher / Mayne: Die Truppenversorgung, Regensburg 1962

    HDv 141/1.- Das Versorgungsbataillon

    HDv 302/4.- Die Brigadesanitätskompanie (2. Kompanie des Versorgungsbataillons der Brigade)

    Das ist die 2. Kompanie des Versorgungsbataillons (Fallschirm) 266, das war tatsächlich eine Sanitätskompanie. Kompaniechef war zumindest zeitweise ein Arzt, so wie in Deinem Fall der OTA.


    Die Brigaden des Feldheeres hatten in der Heeresstruktur 2 (1959 – 1971) jeweils ein Versorgungsbataillon mit der Endnummer 6, bestehend aus

    1. Stabs- und Versorgungs-Kp mit integriertem Brigade-Nachschubzug

    2. Sanitäts-Kp,

    3. leichte Instandsetzungs-Kp,

    4. Transport-Kp


    Gliederungsbild anbei.


    FSCH steht hier für „Fallschirmjäger“. Die Brigaden 25 und 26 wurden bis 1971 als Fallschirmjägerbrigaden geführt, erst ab 1971 als Luftlandebrigaden.


    Das Versorgungsbataillon (Fallschirm) 266 wurde im Juli 1959 aufgestellt. Das Bataillon wurde im Sept. 1971 aufgelöst und bildete dann Luftlande-Versorgungskompanie 260, Luftlande-Transportkompanie 260 und Luftlande-Sanitätskompanie 260.

    Die Standorte waren: 1959 Sigmaringen, 1960 – 1962 Böblingen, 1962 – 1969 Lebach, ab 1969 Merzig

    2. Kp, also die hier gesuchte Sanitätskompanie, zeitweise in Wattweiler bei Zweibrücken, die 3. Kp (InstKp) lag in Bergzabern,

    Das Btl unterstand der Fallschirmjägerbrigade 26


    Das taktische Zeichen der Kompanie dürfte etwa wie auf beigefügter Grafik ausgesehen haben.

    Dürfte sich um diese Expedition anno 1931 gehandelt haben:

    80 Jahre „Crosière Jaune“ – die Gelbe Kreuzfahrt - Magazin
    Auch große Automobil-Fans und speziell Liebhaber französischer Fahrzeuge wissen oft nicht, was sich hinter dem Begriff „Crosière Jaune“ verbirgt. Die Erklärung…
    www.auto.de

    https://www.garage2cv.de/crois…en-autoraupen-nach-china/

    Also tatsächlich mit Citroen-Halbkettenfahrzeugen und von Andre Citroen selbst veranlasst.

    Meldung zum Sachstand:
    Das Verfahren funktioniert problemlos und recht schnell.
    Die von mir am 2. Januar 2024 angeforderten Akten wurden gestern digitalisiert in INVENIO eingestellt. Verzögerungen gibt es nur bei "Misch-Akten", die neben den normalen Papierformaten auch sog. "Großformate" enthalten, also z.B. mehrfach gefaltete Lagekarten in Übergrößen.

    Da, wo die Führung zu wünschen übrig ließ und Kameradschaft nicht in Ordnung war, waren auch die unabkömmlich-Meldungen am größten.

    Das kann ich nur bestätigen.
    Hinzu kommt noch, dass Wehrübungen / Mobilmachungsübungen gründlichst und mit viel Engagement des aktiven Personals vorbereitet und durchgeführt werden mussten. Daran mangelte es oft bei Übungen, die von den Ausbildungszentren durchgeführt wurden, weil das für das Stammpersonal dort eben "business as usal" war und nur mit dem kleinstmöglichen Aufwand abgewickelt wurden, von den materiellen Problemen ganz zu schweigen. Bei den Feldjägern war das exemplarisch zu beobachten.
    Wir hatten zwei Ausbildungszentren (Ludwigsburg und Düsseldorf), von diesen Dienststellen organisierte Übungen waren sehr oft nur semi-professionell und kamen bei vielen Reservisten nicht so gut an.
    Bei Übungen, die wir als aktives Bataillon für unsere Reservisten durchführten, gab es dagegen kaum Schwierigkeiten. Wenn immer möglich, versuchten wir die Reservisten bei den Kompanien üben zu lassen, bei denen sie auch aktiv gedient hatten, auch wenn das teilweise schon Jahre oder gar Jarhzehnte her war. Eine Feldjägerkompanie bestand ja damals zu etwa einem Drittel aus Reservisten.
    Man musste den Reservisten auch immer einen Vertrauensvorschuß geben und eben den Oberfeldwebel der Reserve alleine mit einigen Männern zu einem Einsatz im Verkehrsleitnetz schicken. Das ging auch fast immer gut.
    In Veitshöchheim hatten wir um 1985 einige HFw der Reserve, die ca. 1970 in der Kompanie gedient hatten und jetzt selbständig Firmen betrieben. Diese Reservisten machten fast jedes Jahr zu Weihnachtszeit / Jahreswechsel freiwillig Einzelwehrübungen im Feldjägerdienstkommando. Sie wurden ganz normal im Schichtdienst als Feldjäger vom Dienst eingesetzt, somit konnten wir einen großen Teil des aktiven Personal in Weihnachts-/Neujahrsdienstbefreiung schicken.