Bestimmung des BW Feldkoppel

      Bestimmung des BW Feldkoppel

      Ich bin im Besitz einiger BW Feldkoppel.
      Gemeint ist dieser:



      Der Koppel wurde bei der Bundeswehr über einen ziemlich langen Zeitraum von Anfang der 60´er Jahrer bis zu den frühen 90´er Jahren genutzt.
      Entgegen der sonst üblichen Praxis wurde dieser Koppel meines Wissens nach allerdings nie mit einem Herstellungsjahr versehen!
      Es gibt zwar einige Prägungsvarianten auf den Klemmschließen der Schlösser, aber diese kann ich keinem Jahrgang zuordnen.





      Oben ein neues Modell und darunter ein frühes Modell mit weniger Prägungen.
      Es gab natürlich auch verschiednen Hersteller:



      Bei dem hier ist weder eine VersNr noch sonst eine Ziffer geprägt worden.
      Nur das Herstellerzeichen ist vorhanden.

      Bei der anderen Organisationen, die auch diesen Koppel genutzt haben sieht das anders aus.
      Zum Beispiel bei der Post:



      Hier ist das Herstellungsjahr 1991 für jeden erkennbar geprägt worden.
      Es handelt sich dabei um ein normales Messingschloss, welches silbern lackiert wurde:



      Im Laufe der Abnutzung beim Tragen blättert diese Farbe dann allerdings ab, wie man es vom BW-Koppel kennt.
      Das Silber sieht dann ziemlich schäbig aus:



      Hier an einem THW-Koppel gezeigt.
      Bei dem ist allerdings auch kein Herstellungsjahr geprägt:



      Hier ist Huewa als Hersteller vermerkt.
      Mich wundert es, dass man die Schlösser hier nicht aus einem hochfesten Aluminium gefertigt hat.
      Dann wäre die Grundfarbe doch erhalten geblieben.

      Doch jetzt schweife ich ab. :wacko:

      Die Grundfrage war, ob es möglich ist die BW-Schlösser einem Jahrgang zuzuordnen :?: :?: :?:

      Wer kann hier Hilfestellung geben :?:

      Gruß Kai

      BW Feldkoppel ohne Versorgungsnummer

      Die BW Feldkoppel ohne Versorgungsnummer kenne ich nur als "privat" beschafft; als ich mir in den 80ern ein Zweitkoppel im US/BW Shop zugelegt habe war da keine Versorgungsnummer drauf.

      Mit der Jahreszahl bin ich mir nicht so sicher - ich besitze ein JHO gemarktes Koppel mit folgender Stempelung in der ersten Zeile: 12 127 4331 und in der zweiten Zeile: 110 123 85 und die besagte Herstellerkennung JHO. Könnte hier die 85 eventuell das Herstelljahr sein?

      Detlev
      2. BeobBtl 23 - Stadtallendorf

      Bestimmung BW Feldkoppel

      @ Fahnenjunker

      Das wäre eine Möglichkeit.
      Passt aber nur bei dem Hersteller "JMO" (ich habe mit der Lupe nachgesehen):



      Was meiner Ansicht nach dagegen spricht ist die kurze neunstellige VersNr.
      Die wurde so doch nur in den Anfangsjahren verwendet.
      Später (1985) wurde die VersNr doch immer dreizehnstellig verwendet (?).

      So wie bei diesem Modell des Herstellers "HUEWA":



      Ist dieses Schloss dann in der 16 Woche des Jahres 1968 hergestellt worden?
      Hier dann schon mit der ausgeschriebenen VersNr.

      Oder dieses Modell der Fa. "oLc":



      1989 hergestellt? Oder gar 1959???
      Passt irgendwie nicht!

      Oder schau Dir das zweite Bild in Beitrag 1 an.
      0049 für 1949??? oder die 58 für 1958???

      Auch hier in keinster Weise stimmig!

      Welche Bedeutung haben diese Ziffern :?: :?: :?:

      Andere Meinungen bitte :!: :!: :!:

      Gruß Kai
      Du könntest dir die verschiedenen Ausgaben der Technischen Lieferbedingungen von dem Koppelschloss und die verschiedenen Technischen Lieferbedingungen für die Kennzeichnung von Versorgungsartikeln besorgen und dann nachvollziehen, wann welche Kennzeichnung vorgeschrieben war und so die Zeiträume eingrenzen.
      Von dem Koppelschloss hab ich keine online gefunden.
      Von der allgemeinen Kennzeichnung nur die aktuelle von 2008: daten.bwb.org/AG-Bund/TL/Daten/a0032t001.pdf
      Hey Kai,

      Bei den grauen Zivilschutz-Koppel ist es relativ einfach: Da hast du die Zahlenfolge 88 / 87 / 1 stehen. Das heißt: Auftrag oder Auftragsbestandteil (Sprich das Los), dann die letzten Zahlen des Jahres, in dem das Los produziert wurde. So kannst du erkennen, dass das Koppel aus dem Jahr 1987 stammt.

      Beim Post Koppel erkennt es hoffentlich jeder... :lol: Da hast du übrigens ein relativ seltenes Stück. Es entstammt nicht direkt dem Zivil- oder

      Katastrophenschutz, sondern wurde für den Behördeneigenen Katastrophenschutz der Bundespost hergestellt. :thumbsup:

      Gruß Simon


      Ach, noch was: Gab es bei der Bundeswehr eigentlich auch Webkoppel mit einem solchen Verschluss:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Truppfahrer“ ()

      Früher Feldkoppel ohne "Durchbruch"

      Bei einem Uniformkonvolut aus den 60zigern habe ich dieses Koppel dabei gehabt:



      Hersteller ist "S(Tannenbaum)C".
      Die Prägung findet sich auf dem Schloss und dem Schließer.
      Weiterhin ist die kurze VersNr (vor 1963) geprägt und das Schloss ist auf der Rückseite glatt.
      So weit so gut.
      Bei diesem Koppel ist nun ein kurzes Endstück ohne Vernietung vorhanden, welches nur mit Hakenspitzen verpresst wurde:



      Dieses Endstück kannte ich bisher nur von den Koppel mit dem Durchbruch, habe es aber mittlerweile auch schon öfters in dieser Version bei eBay beobachtet.
      Die Fa. SC hat das Endstück dann offensichtlich auch noch bei den Koppeln ohne Durchbruch weiter verwendet.
      Es dürfte also der frühen Bundeswehr zuzuordnen sein.
      Es gibt dieses Koppel aber auch mit dem vernieteten breiten Endstück, wobei es sich um eine Nachrüstung handeln könnte.

      Das vorliegende Koppel hat noch viel oliv am Schloss und scheint daher kein Geländedienst mitgemacht zu haben. So erklärt es sich auch, dass das schmale Endstück an seinem Platz geblieben ist.

      Gruß
      Kai
      Moin zusammen,

      an den Beschriftungen des Feldkoppels habe ich auch schon allerhand herumgerätselt, dabei einiges,
      aber nicht alles herausbekommen und auch Widersprüche gefunden.

      Ich fange mal an:
      Dass das Koppel, das Kai in Beitrag #7 vorgestellt hat, das schmale Endstück des vorherigen, durchbrochenen Koppels hat,
      wundert mich nicht und erscheint plausibel. Das Koppel ist offenbar ein frühes Stück aus der Zeit von 1959-1963 (siehe unten),
      eines der ersten dieser Art, unmittelbar nach Einführung des nicht-durchbrochenen Koppelschlosses.
      Von den Endstücken waren vermutlich noch mehr oder weniger große Restmengen vorhanden, die aufgebraucht wurden.
      Andere, ähnliche Möglichkeit: Das Koppel mit nicht-durchbrochenem Schloss wurde zunächst ganz offiziell mit diesem
      Endstück produziert. Dann hat die Truppe gemerkt, dass dieses Endstück nicht gut hält und eine Änderung gefordert.
      Demzufolge wäre dieses Koppel ein Zwischenmodell.

      Zur Interpretation der sonstigen Beschriftung:
      Vers.-Nr.
      Wie bereits zuvor geschrieben, wurde bis 1963 üblicherweise die 9-stellige Vers.-Nr. (ohne Materialklasse) verwendet, ab 1964 die 13-stellige.
      Aber auch zuvor war die Vers.-Nr. bereits 13-stellig! Weshalb sie verkürzt (aber immernoch eindeutig) angegeben wurde, entzieht
      sich meiner Kenntnis. Dies betrifft jedoch nicht nur Koppel, sondern eine Vielzahl von Ausrüstungsgegenständen.
      Diese Regelung ist aber nicht allzu konsequent, denn es wurden z.B. 1957 und 1958 Feldfernsprecher 13-stellig, ab 11/1958 9-stellig und
      ab 1964 wieder 13-stellig gekennzeichnet.
      Nach 1963 (evtl. vereinzelt 1964) kamen jedoch keine 9-stellige Vers.-Nrn. mehr zum Einsatz, so dass eine 9-stellige Vers.-Nr.
      zu 90 % für 1963 oder vorher spricht, eine 13-stellig zu 80 % für nach 1963 (meine Einschätzung).

      Ich habe mal versucht, eine Liste mit allen Vers.-Nrn des Feldkoppels zu erstellen - gar nicht so einfach. Hier das Ergebnis:
      8465-12-124-8754 80 cm
      8465-12-124-8755 100 cm
      8465-12-124-8756 120 cm
      8465-12-124-8757 140 cm
      8465-12-127-4330 90 cm
      8465-12-127-4331 110 cm
      8465-12-127-4332 130 cm

      Wie man sieht, wurden offenbar erst vier Längen (80 cm, 100 cm, 120 cm, 140 cm) festgelegt und etwas später drei weitere Zwischengrößen (90 cm, 110 cm, 130 cm) eingeführt.
      Aaaaber: Da gibt es Widersprüche: Das letzte Bild in Beitrag #1 trägt die Vers.-Nr. 8465-12-127-4330 und ist 90 cm lang - das in Beitrag #7 trägt die gleiche Vers.-Nr. und ist 120 cm lang. Derartige Widersprüche sind mir auch schon bei meinen (wenigen) Koppeln aufgefallen - hier scheint es herstellerabhängig Fehler zu geben.

      Zu den Einführungsdaten: In der vorläufigen Versorgungsartikelliste der NATO-Materialgruppe 84 von Juni 1959 (auf der CD zum "Schuster-Buch") tauchen die Koppel noch nicht auf, stattdessen ältere Koppel. Die Vers.-Nrn in der Liste gehen bis GGKK-12-124-9XXX, die letzteren sind recht lückenhaft. Dies lässt darauf schließen, dass Artikel mit "124" in der dritten Zifferngruppe 1959 eingeführt wurden. Die ersten vier Längen passen genau ans Ende diesen Zahlenbereichs - Eine Einführung der ersten vier Längen Ende 1959 scheint wahrscheinlich.
      Die anderen drei Längen mit der Zifferngruppe "127" dürften etwa 1960 (oder evtl 1961) gefolgt sein (denn: Ende 1962 wurden bereits 133er-Nummern vergeben). Koppel mit 9-stelliger Vers.-Nr. lassen sich damit schon recht eng eingrenzen.

      Zu den übrigen Zahlen:
      Die erste Zahl in der zweiten Reihe scheint immer die Länge zu sein. Die übrigen Zahlen und Buchstaben variieren von Hersteller zu Hersteller - dies war offenbar in der TL (zumindestens zeitweise) nicht genauer festgelegt oder die Hersteller haben sich nicht dran gehalten.

      Auffällig ist, dass häufig Gruppen aus vier Ziffern und einem Buchstaben auftauchen. Diese wiederholen sich beim gleichen Hersteller, sind
      also offenbar nicht datumsabhängig. Hierbei handelt es sich vermutlich im den NATO-Herstellercode (NCAGE). Dies ist ein 5-stelliger, weltweit eindeutiger Code zur Identifikation des Herstellers (ähnlich den dreistelligen Fertigungskennzeichen der Wehrmacht - nur dass diese nicht geheim sind, 5-stelllig sind und weltweit gelten).
      Diese bestehen immer aus 5 Stellen. In den USA meist 5 Ziffern, in anderen Ländern meist ein Buchstabe und 4 Ziffern, seltener erst Ziffern, dann Buchstaben. Deutsche Codes beginnen fast alle mit C oder D, französische mit F usw. Eine vollständige Liste kenne ich nicht. In den Anlageblättern und TDven Teil 5 gibt es jeweils Verzeichnisse der jeweils relevanten Hersteller (außer bei sehr alten TDven oder AnlBlAAN).
      Online kann man die Codes hier abfragen: NCAGE
      Eventuell muss man den Buchstaben an den Anfang setzen, das machen manche Hersteller falsch.
      Leider kommt für die Codes der hier abgebildeten Koppel nichts plausibles dabei heraus.
      Dies kann aber auch folgenden Grund haben: Wenn eine Firma aufgekauft wird, wird die Datenbank angepasst. Es steht dann also die neue
      Firma drin, die oft - nach vielen Jahren und Weiterverkäufen von Aktienanteilen und Namensrechten - nichts mehr mit dem ursprünglichen Hersteller zu tun hat.

      Die übrigen Zahlen (auf den Bildern oben: "58" "122" "102 85" "125" "59" "35") haben keine erkennbare Systematik - ich vermute, dass es sich herstellerabhängig um Losnummern handelt. Vereinzelt kann es vielleicht tatsächlich eine Jahresangabe sein - dies ließe sich jedoch
      nur durch größere Stichproben, nach Herstellern sortiert, ermitteln.

      Jetzt noch eine Frage von mir:
      Passen bei Euch die Längen zur Aufschrift? Wie wird denn genau gemessen (Länge über alles, maximale Nutzlänge etc)?
      Ich habe teilweise mal nachgemessen und habe folgende Ergebnisse:
      - Aufschrift 90, Gesamtlänge gemessen 98 cm
      - Aufschrift 100, Gesamtlänge gemessen 109 cm, "100 35 0089 A aLc"
      - Aufschrift 110, Gesamtlänge gemessen 109 cm

      Mein zeitweiser Verdacht, es gäbe immer 8-9 cm Zugabe bei der Länge über alles wurde durch das letzte Beispiel getrübt.
      Vielleicht ist dies aber auch wieder herstellerabhängig.
      Leider lassen sich die Schnallen aber auch an andere Koppel montieren, so dass die Länge nicht unbedigt original sein muss.
      Habt Ihr Vergleiche zwischen Aufschrift und Gesamtlänge?

      Gruß,
      Malte
      Hallo Malt :!:

      Klasse Beitrag :thumbup:
      Das bringt uns doch schon ein ordentliches Stück weiter :yes:

      Habe mal bei meinen sofort greifbaren Koppeln nachgemessen:
      1) 12-127-4331
      110...32...44...oLc = 109 cm
      2) 12-127-4330
      120...110...43...S(Tanne)C = 119 cm

      Die sind kürzer als die Angaben hmmm
      (gemessen in der vollen Gesamtlänge)

      Werde noch mal meine anderen Koppel rauskramen und überprüfen.

      Gruß
      Kai
      Hallöle,

      hier Möglichkeiten der Altersbestimmung.

      Sehr löblich die Post :D
      Bei den ganz frühen "OLC-Koppelschlössern gekörnt"(Bild unten rechts), die ich habe ist die volle Nummerierung (im Bild mitte) auf den Koppelgurt gestempelt. Diese "OLC" haben Krallenendstücke. Die ganz frühen Koppelschlösser (oben recht, "SC" durchbrochen) hatten auf der Klemmkralle wohl noch keine Nummerierung, sondern nur die Prägung des Herstellers.
      Das nächst-gefertigte "OLC" Koppelschloß (mitte unten) ist voll nummeriert, aber die Prägung auf der Kralle ist von der Gurtseite her zu lesen. Das jüngste der drei "OLC" Koppelschlösser (links unten) sollte das sein bei dem die Nummernprägung vom Koppelhaken her zu lesen ist. Denn das scheint herstellerübergreifend, wohl vom Auftraggeber vorgegeben die einheitliche Prägerichtung zu sein.


      Das "OLC"-Koppel mit der handschriftlichen 90 ist über alles 98cm lang. NR. 8465-12-124-8755 100 35 0089 A
      Noch ein "OLC"-Koppel mit der Nummer 8465-12-124-8755 100 67 0030 A Länge über alles 100cm.
      Das Koppel "OLC" mit der Nummer auf dem Gurt ist über alles 117cm lang.

      Da sind auch noch "HUWEA"- Koppel mit identischen Nummern und Längenangaben die noch recht "frisch" und ungebraucht aussehen. Die Längen der Koppel stimmen mit den Prägenummern nicht annähernd überein und differieren um ca. 20cm.

      Ergo, die Längenangabe der Prägung sollten wohl "Längen über alles" sein. Sind aber wie so vieles relativ :wacko:


      Servus der murkser

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „murkser“ ()

      Sehr interessant :thumbup:

      Das mit den Längenabgaben kann ich nur bestätigen.
      Die scheinen tatsächlich nur ein Anhalt für die Ausgabe zu sein.

      Habe noch zwei Koppel ausgegraben:
      1) 12-124-8755
      100...114...44...oLc = 115,5 cm (gebraucht mit weichem Gurt) viel zu lang
      2) 8465-12-127-4331
      110...58...0049.E...oLc = 110.5 cm (neu mit hartem Gurt), das Maß passt :!:

      Eventuell weitet sich der Gurt beim Gebauch hmmm

      Ich habe mich schon über das Koppel gewundert, dass gar keine Markierung am Schloss trägt.
      Dank murkser weiß ich nun, dass dort wohl der Gurt gestempelt war.
      Bei meinem ist aber gar nichts mehr zu erkennen. Dafür ist das Koppel zu stark gebraucht worden.

      Gruß
      Kai

      Koppellänge und Prägung auf der Klemmschnalle

      Wir haben in der Truppe durchaus Koppel gekürzt, oder uns für das schöne abgeschabte Kastenschloss einen neuen Gewebegurt besorgt und dann ausgewechselt.

      Der Austausch des Gewebegurts ist ohne Spezialwerkzeug möglich, daher betrachte ich die Angaben auf den Klemmschnallen mit Vorsicht.

      Detlev
      2. BeobBtl 23 - Stadtallendorf
      Grüß´euch,

      das ist schon klar, daß an einem persönlichen Ausrüstungsgegenstand wie dem Feldkoppel herummanipuliert worden ist.

      Mit den Gurtlängen die nicht zu den Prägungen passen meine ich, augenscheinlich (die Koppelschlösser haben noch makelose Lackierungen) neue ungetragenen Stücke wie oben beschrieben die "HUEWA". Da geht es um kürzere und längere Gurte als angegeben.

      Beim nachmessen von 100er und 110er Koppel war festzustellen, daß die Längen nahezu immer um etwa 10 -15 mm kürzer sind als die Angaben. Ein Längen von stark gebrauchten Gurten, im Vergleich zu neuwertigen kann ich so nicht bestätigen.


      Servus der murkser
      Klasse Info. Ich habe hier schon unheimlich viel über die verschiedenen Leibriemen und Koppelschlösser der Bundeswehr gelernt. Aber je mehr ich mich damit beschäftige, desto verwirrter werde ich! Zu den gezeigten Herstellern kann ich folgendes beitragen (falls nicht ohnehin bekannt):
      S Tannenbaum C: Schmöle u. Cie., Menden/Westfalen
      OLC: Overhoff u. Cie., Lüdenscheid
      JMO in Dreieck: Julius Maurer, (Idar-)Oberstein.
      Weitere Hersteller auf BW-Koppelschlössern:
      A mit verlängertem Querbalken: F.W. Aßmann und Söhne, Lüdenscheid
      PCT in Kreis: P. C. Turck, Lüdenscheid
      Diese Unternehmen waren schon große Lieferanten für die Wehrmacht und die NS-Gliederungen. Sie existieren, bis auf P.C. Turck (Automobilzulieferer), unter der genannten Firma nicht mehr.

      Einige Frage zum Verständnis:
      Wieso sollte auf dem Koppelschloss die Leibweite des Koppelriemens eingestempelt worden sein? Woher sollte der Hersteller des Koppelschlosses bei der Herstellung wissen, an was für einem Leibriemen das jeweilige Stück später einmal befestigt wird?
      Auf dem in Post # 7 gezeigten Feldkoppel befindet sich auf der Schloss-Rückseite links neben dem Schmöle-Logo die Ziffer 43. Genauso (aber ohne Versorgungsnummer) sind auch zwei von meinen Neusilber-Kastenschlössern mit Adler und Umschrift gemarkt. Danach müsste es sich bei "43" um eine herstellerkennzeichnung für Schmöle handeln?

      Vielen Dank im Voraus für jede Antwort!
      Kurt

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Kurt Dönch“ ()

      Hallöle,

      na ich denke, daß es schon Sinn macht die verschiedenen Längen auf dem Koppelschloß zu markieren.
      Wie man sieht wurden die frühen Gurte gestempelt. Dies hatte sich wohl nicht bewährt, weil die Stempelfarbe mit dem Gebrauch abgerieben wurde.
      An den Koppelriemen aus Leder sind die Markierungen abriebfest eingeprägt worden.
      Dies ist beim Gurtmaterial nicht möglich. Also bleibt nur die Metallteile zu markieren. Am lose zu machenden Widerhalt des Schlosses wäre das nicht sinnvoll.

      Für die Lagerhaltung und Ausgabe bei der STOV ist eine Markierung der Koppel-Längen so wichtig wie die Kleidergrößen in der Bekleidung.

      Eine Herstellermarkierung in Form eines stilisierten "M" habe ich auch noch gefunden.


      Servus der murkser

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „murkser“ ()

      Moin,

      ich habe noch ein paar Koppel gesichtet und versuche mal zusammenzufassen, was über die Markierung bisher herausgefunden wurde.
      Hier die Übersicht:

      OLC: Overhoff und Cie., Lüdenscheid
      110 32 44
      100 114 44
      110 122 44

      100 35 0089 A
      110 58 0049 E
      110 59 0089 A
      100 67 0030 A

      Huewa
      110 125 1668 G

      JMO: Julius Maurer, Idar-Oberstein
      100 52 85
      120 102 85
      110 123 85

      S Tanne C: Schmöle und Cie., Menden/Westfalen
      120 110 43

      Manche Kombinationen davon traten mehrmals auf.

      Die Vers.-Nr. habe ich jeweils weggelassen, diese habe ich in einem vorherigen Beitrag näher erläutert.
      Die erste Zahl scheint eindeutig immer die Länge zu sein.
      Die zweite Zahl erschließt sich mir noch nicht,
      ich tippe auf eine Los-/Chargennummer. Eventuell lässt sich hier bei näherer Erkenntnis das Produktionsdatum
      ableiten (ggf. herstellerspezifisch).
      Bei der dritten Zahl gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder eine zweistellige Zahl oder eine Kombination aus vier Ziffern udn einem Buchstaben.
      Auffällig ist, dass zusammen mit der 9-stelligen Vers.-Nr. (bis 1963) immer die zweistellige Zahl auftritt, während bei
      13-stelligen Ver.-Nrn. (ab 1964) immer die Ziffern/Buchstaben-Kombination geprägt ist. Hierzu hatte ich ebenfalls in einem vorherigen
      Beitrag etwas geschrieben (Stichwort: NATO-Herstellercode/NCAGE) - ob dies tatsächlich korrekt ist, bezweifle ich anhand der
      verschiedenen Codes bei OLC allerdings im Moment.
      Die zweistellige Zahl scheint aber klar den Hersteller zu klassifizieren:
      43 = Schmöle, 44 = OLC, 85 = JMO, Rest unbekannt.

      Hier noch zwei Koppelschlösser:
      Bei diesem Koppelschloss ist auffällig, dass die Zifferngruppen sehr unterschiedlich stark geprägt sind. Möglicherweise, weil die mittlere (= Chargennummer? siehe oben) gelegentlich gewechselt wurde, während die anderen gleich blieben und dies ein Produktionsfehler ist?
      Wenn man genau hinsieht, scheint die Vers.-Nr. auch "121-127-4331" statt "12-127-4331" zu lauten, offenbar auch ein Fehler (das ist wirklich sehr schwach geprägt, mit dem Fotoapparat kaum einzufangen).

      Dies dürfte dann wohl der bisher genannte, aber noch nicht gezeigte Hersteller
      F.W. Aßmann und Söhne, Lüdenscheid (A mit verlängertem Querbalken) sein.

      Gruß,
      der Fernmelder
      Habe beim Händler meines Vertrauens dieses Koppel ausgegraben:



      Interessanter Weise wieder so ein Koppel mit dem schmalen Abschluss, der nur mit Haken geklemmt wird.
      Eine gestempelte VersNr lässt sich auch noch auf dem Gurt erahnen.
      Leserlich ist nur noch die "12" - leider.

      Das Schloss ist innen glatt und nur mit dem Tannenbaum von "SC" gemarkt:



      Der Schließer ist mit "A" im Kreis gemarkt:



      Also ein wenig zusammengestoppelt, aber ein interessanter Beleg für die Entwicklung bei den Feldkoppeln.

      Gruß
      Kai
      :thumbsup: Wirklich interessant, was sich der Soldat (oder desssen Nachnutzer) alles einfallen ließ :thumbsup:
      Schau doch mal nach, welches Datum die Groschen tragen. Darüber könnte man eine zeitliche Eingrenzung des Provisoriums vornehmen.

      Die Ursache für das Durchrutschen dürfte ab der das lösen der vorderen Gurtbefestigung gewesen sein.
      Einfacher wäre es gewesen diese nach dem Tausch des Gurtes hochzubiegen und dann wieder festzuschlagen.

      Gruß
      Kai