Vorhandene Autos erhalten

    Hallo,

    das ergibt sich aus den VDE-Vorschriften.

    Ein Tesla hat - mal eben - 600 Volt an Bord.

    Somit ist es eine Niederspannungsanlage.

    Die Feuerwehren haben aber keine Persönliche Schutzausrüstung (PSA) für solche Arbeiten.
    Die Handschuhe der Feuerwehrmänner haben keine Zulassung für Arbeiten unter Spannung.

    Verunfallt ein E-Auto im seichten Wasser, steht als erstes die Batterieanlage unter Wasser.
    Da bräuchte man als Retter schon viel Mut, um ohne isolierende PSA dort an 600 Volt zu agieren.

    Die Fz-Hersteller behaupten, daß im Falle eines Crashs "der Antriebsstrang von der Batterie getrennt wird".
    Die Kabel und die Batterieanschlüsse gibt es aber trotzdem.
    Die Beschwichtigungsbehauptung ist nur für die Insassen gedacht, die sich selbst aus dem
    verunfallten Auto befreien können.

    Die Gefährdungsbeurteilung für die Arbeit der Feuerwehrleute ist eine andere.

    ...
    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G
    Hallo,

    das ist theoretisch einfach.

    In der Praxis führt es zu unendlich vielen Problemen.

    Der Gruppenführer braucht neuerdings eine Ausbildung zur Elektrofachkraft.
    Hat er die nicht, ich die Rettung schon beendet.
    Dann bleiben die Opfer im verunfallten E-Fahrzeug.
    Voraussetzung für die Arbeit an dem verunfallten E-Fahrzeug ist eine zugelassene PSA.
    Hat der Retter nur die üblichen Lederhandschuhe der FFW,
    ist die Rettung beendet.
    Die Opfer bleiben an Ort und Stelle.
    Sind VEFK und PSA vorhanden, kann der Gruppenführer die Rettung der Insassen anordnen.
    Dann die Gefährdungsbeurteilung anhand der Herstellerkarte:
    Ist das Auto nur gering verformt ?
    Wo sitzen die Batteriekabel ?
    Sind die Batterieanschlüsse betroffen ?
    Da braucht man schon 'Röntgenaugen', um auszuschließen, daß beim Crash die Kabel alle heile geblieben sind.
    Die Rettung selbst dauert dann mindestens die 10-fache Zeit.
    Die VEFK braucht ein Spannungsmeßgerät.
    JEDER Handgriff der Retter muß vorher gemessen werden.
    Ein Handgriff - eine Messung - eine Freigabe.
    Wie soll ein Arzt eine Infusion einer eingeklemmten Person legen ?
    Soll der Arzt einen Gummianzug tragen ?

    Da gibt es noch sehr viel Klärungs- und Ausrüstungsbedarf.

    ...
    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G
    Hallo,

    und noch als Ergänzung:

    EFK reicht nicht.
    Der Gruppenführer muss ja Personen (Feuerwehrleute) führen.

    Er muss also eine VEFK sein.

    Das bedeutet, er muß von der Gemeinde (Stadt) schriftlich dazu ernannt werden.
    Macht die Gemeinde es nicht, ist es ein 'Organisationsverschulden'.
    ​Dann haftet der Leiter der Feuerwehr (in Gemeinden i.d.R, der Ordnungsamtsleiter) persönlich.
    Er geht auch in den Knast, wenn ein Feuerwehrmann diesbezüglich zu Schaden kommt.
    Diese Tragweite haben bisher die allerwenigsten OALtr. erkannt.

    Ich behaupte mal, daß es in Deutschland nicht eine einzige Feuerwehr gibt,
    wo das komplett erkannt und durchgezogen ist.

    ...
    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G
    Spannende Sache, dies, ohne Frage !

    [url]http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-02/unfall-elektroautos-stromschlaege-hochvoltnetze/seite-2[/url]

    werd das mal auf der Fortbildung der HFUK im Februar ansprechen.
    Vielen Dank für die Anregung.

    Und damit soll es genug sein mit dem Ausflug in die Sicherheitsfragen an E-Autos.
    Vielleicht doch etwas weit vom ursprünglichen Thema weg. :dev:
    Gruß
    der
    Benzschrauber


    Quod licet Jovi, non licet bovi
    Der Artikel in der Zeit wirkt etwas beruhigend und klingt plausibel.

    Blöd ist das nur mit den Datenblättern.
    In Städten mit goßen Feuerwehren mag das ja toll klappen.
    Wie ist das aber im ländlichen Raum, wenn man keinen Rechner an Bord des TSF hat, keine Datenverbindung, und/oder ein total zerstörtes Auto, das kaum zu identifizeiren ist und das Kennzeichen nicht auffindbar.
    Ich sehe dann da gewisse Schwerigkeiten, die Datenblätter runterzuladen hmmm
    Grüße von der Küste! Til [url='http://www.smilies.4-user.de'][img]http://www.smilies.4-user.de/include/Fahrzeuge/smilie_car_141.gif[/img][/url]

    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

    Sollte über die FIN gehen, die ja neuerdings durch die Windschutzscheibe lesbar sein soll.

    Aber im ländlichen Bereich geb ich dir Recht ist das mit dem Datenverkehr ja leider oft gestört, bzw. langsam.

    Und das ein Nummernschlid beim Unfall wegkommt ist ja auch ziemlich normal.
    soll ja bei dem Unfall in Rohlstorf auch der Fall gewesen sein:
    [url]http://www.ln-online.de/Lokales/Segeberg/Gasauto-explodiert-Fahrer-tot-zehn-Feuerwehrleute-verletzt[/url]


    Ansonsten halten wir das wie Emes:
    Zur Menschenrettung kann von der Feuerwehrdienstvorschrift abgewichen werden.
    Gruß
    der
    Benzschrauber


    Quod licet Jovi, non licet bovi
    Nur die Batterien ist gut.Wir forschen auch daran.Aber die Forscher beklagen
    das es hier keinen Hersteller für sowas gibt,das würde Investoren benötigen.
    Einerseits werden von den Herstellern Kleinserien gebaut, die immer staatlich
    gefördert werden und dann in der Versenkung verschwinden.Oder man kauft
    sich beteiligungen an Asiatische Batteriehersteller die dann nen paar tausend
    E-Auto im Jahr bauen.Das ist alles schönfärberei und Mutti Merkel denkt die schaffen das.
    Erst müssen die nen Signal bekommen das zukünftig die Stromerzeugung
    gesichert ist.Das ist ein Riesending.Dann möchte man nicht seine gesamte
    Produktion von ausländischen Batterieexporten abbhängig machen.
    Es müssten also Hightechbatterien erfunden und günstig bei uns in
    Fabriken in gösser Stückzahl gebaut werden.Dann muss man noch
    konkurenzfähig zu der Konkurenz sein und der Gewinn passen.
    Dann würden die auch solche Autos wie am Fliessband bauen.
    Ich fasse nochmal zusammen.
    1 Energieausbau
    2 Stromtrassenausbau
    3 Batterieforschung
    4 Batteriefabriken
    5 Ladesäulen
    6 Gewinn
    Das ist für die ne Rechnung mit 6 Unbekannten.
    Damals wollten auch alle Hersteller keinen Volkswagen bauen.
    Greenpeace und Regierungen können Pläne machen,die Hersteller
    halten sich an diese Regeln.2030 könnte da mal nen Anfang kommen
    und vor 2050 seh ich da nix halbwegs stabiles.
    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen
    Hallo,

    emes schrieb:



    ... interessante Anregung - ich persönlich werde im Zuge der Menschenrettung auch weiterhin die Möglichkeit wählen von Vorschriften abzuweichen.



    Das ist dann wie im Krieg.

    Freiwillige vor.

    ​Und es überleben ja auch immer einige von denen.

    Das Ignorieren von 600 Volt hat nix mit Mut zu tun.
    Es ist Dummheit.

    ​Aber vielleicht gibt es posthum einen Orden.
    ​Den kann die Witwe dann im Wohnzimmer aufhängen.

    ...
    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G
    ... ich sehe da jetzt keinen potenziell größeren Gefahrenschwerpunkt den Hochstromkreis als Leiter zu unterstützen (die Karosserie bildet in ihm kein Bauteil)... als alternativ in einer Kraftstoffpfütze mit sich langsam bildendem idealem Mengenverhältniß zu stehen. Zu den dann im Verhältnis anzuwendenen Rettungsmitteln und Maßnahmen kann man sicher geteilter Meinung sein - das sollte aber mehr Inhalt einer Führungskräfteschulung sein. Hier sind wir aber etwas vom Thema abgekommen - ich persönlich erhalte auch lieber meine Fahrzeuge als sie ständig auszuwechseln.
    ...wer für alles offen ist - kann nicht ganz dicht sein.
    Hallo,
    mal eine Verständnisfrage.
    Die letzten Posts handelten ja von E-Autos deren
    Batterien und eventueller Rettungsmassnahmen von
    Unfallopfern unter sehr nassen, d. h. überschwemmten Bedingungen.
    Haut es denn nicht auch sofort die Sicherungen
    raus bzw. kommt es zu einem Kurzschluß, und danach liegt doch gar
    keine Spannung mehr an ?
    Gruß

    Pi-jay



    "Man who dies with most toys wins!"









    Hallo,

    das ist wie mit dem 'Netzfreischalter' von PV-Anlagen.
    Auch so ein Alibi-Ding.

    Die Batterie ist weiterhin vorhanden.
    Der 'Not-Aus-Schalter' (Antriebsstrangfreischalter) sitzt irgendwo in der Karosserie.
    Die Batteriepole und die Kabel bleiben aber weiter existent.
    Wer will denn garantieren, daß bei einer verformten Karosserie eine Sicherung nicht
    durch Wrackteile gebrückt ist ?

    Es gibt nur eine sinnvolle Lösung:
    Im Fall eines Crashs werden alle - auch die internen - Batteriezellenverbinder gesprengt.
    Das ist dann wie ein Airbag für Batteriezellen.
    Dann ist die Karre spannungslos.

    ...
    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G
    Hallo,

    Pi-jay schrieb:



    Die letzten Posts handelten ja von E-Autos deren
    Batterien und eventueller Rettungsmassnahmen von
    Unfallopfern unter sehr nassen, d. h. überschwemmten Bedingungen.
    Haut es denn nicht auch sofort die Sicherungen
    raus bzw. kommt es zu einem Kurzschluß, und danach liegt doch gar
    keine Spannung mehr an ?



    ​Verunfallt so ein Batterie-Auto im Dorfteich, mutiert das Auto zum Tauchsieder.
    Die Ströme, die durch das Wasser fließen müssen nicht zwingend
    ​eine Überlast(Strom)-Sicherung zum Auslösen bringen.


    ...
    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G
    Wenns die Sicherungen raushaut, kommt kein Strom mehr zum Motor.
    Klar wenn du nen Föhn mit nen FI-Schutzschalter in ne Badewanne
    schmeisst passiert nix.Wenn du aber Batterien mit 600 Volt reinschmeisst?
    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen
    Hallo,

    Peter Guthörl schrieb:

    TDV schrieb:

    Verunfallt so ein Batterie-Auto im Dorfteich, mutiert das Auto zum Tauchsieder.


    ...und wird die Wassertemperatur um wenige Zehntel-Grade anheben 8| hmmm



    Natürlich werden die Fische nicht gegart sein.

    Es kann aber gut sein, daß sie die 600 Volt nicht überstehen, und kieloben umhertreiben.

    Das nennt man dann Elektrofischen.


    ...
    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G
    Elektrofischen ist nicht erlaubt! :D X/
    Und sowieso nicht im Dorfteich, das wäre Wilddieberei.
    Womit dann ein neues Problem auftaucht .... :S

    Mal im Ernst:
    Wie mir ein Gruppenleiter der örtlichen Feuerwehr vorhin erklärt hat,
    gibt es bei Unfällen mit E-Autos noch keine einheitlichen Vorgaben zur Vorgehensweise.
    Mehr wollte (durfte?) er nicht dazu sagen .... ?( :S
    Deutsch ist wirklich eine schwere Sprache. :wacko:
    -Tagsüber: ...................... - Abends:
    Der Weizen. ------------------ Das Weizen.
    Das Korn. --------------------- Der Korn.
    :saint: :lol:

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Stoeffen“ ()

    Hallo,

    der Fisch braucht nur in einem stumpfen Winkel zu den Äquipotentiallinien schwimmen.

    Da reichen dann schon 20 Volt Potentialdifferenz.

    ​Wo die Spannungslinien sind, sagt uns der Spannungstrichter.
    ​Und der kann schon mal mehrere Meter Durchmesser haben.

    ...
    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G