Jeeps (und andere) bei der US Navy

      Jeeps (und andere) bei der US Navy

      Ich habe da mal eine sowohl exotische, als auch irgendwie allgemeine Frage.

      Im Netz finden sich immer wieder Fotos von Jeeps (und anderen Kleinfahrzeugen), die grau lackiert sind und Markierungen der US Navy tragen.
      Einige davon tragen zudem Berschriftungen, die auf Schiffe und Stützpunkte hinweisen.

      Was ist da dran? Gibt es Dokumente zu diesem Thema?
      Was mir komisch vorkommt ist, dass es sehr wenige Bilder gibt, die historisch zu sein scheinen. Meistens sind es aktuelle Bilder von restaurierten Fahrzeugen.

      Einen Sinn in einer grauen Lackierung kann ich bei Fahrzeugen einer "Naval Air Sation" nicht erkennen. Allenfalls der Wunsch nach "Corporate Identity"
      Dann wäre da noch die Zuordnung zu Schiffen:
      Ein Jeep trägt die Beschriftung "USS Hollister". Das ist nur ein Zerstörer. Der Jeep könnte allenfalls im Heimatstützpunkt gestanden haben, denn zur Mitnahme fehlt da sicher die Möglichkeit. Gibt es für den Betrieb im Heimathafen nicht vielleicht sinnvollere Fahrzeuge für Besorgungen und andere Fahrten?
      Eine sinnvolle Nutzung solcher Jeeps kann ich mir höchstens bei Landungsschiffen und Flugzeugträgern denken, die weltweit rumkommen.

      Weiß hier jemand was zu diesem Thema?
      Und kennt jemand ein System für die Codes auf der Motorhaube?
      Grüße von der Küste! Til

      Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
      Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

      Hallo Til,
      die Fahrzeuge der Navy waren in "Navy blue" lackiert, allerdings mit den üblichen Zulassungen auf der Haube, beim Jeep also US NAVY 02........ Mit S am Ende, wenn voll funkentstört. Auf den Schwarz-Weis Fotos aus der Zeit ist das eigentlich nicht zuerkennen, weil Navy Blue und das damalige Olive Drab in Schwarz-Weis gleich aussehen, auch je nach Fotoqualität. Aber sicher ist, das alles, auf dem US_Navy steht, in Navy Blue war. Es gab dann noch die Variante mit Light Navy Blue, was wie Hellgrau aussieht. Die fallen auf den Fotos schon auf, weil heller. Und soweit mir bekannt, waren alle Beachmaster Jeeps (die, die etwas länger waren, weil die waren von der Truppe gestretscht) in Navy Blue. Beim M38 gab es so was ab Werk. Ich hätte 1980 fast einen originalen M38 Beachmaster bekommen. Nur hat da einer mehr Geld gehabt als ich als Student. So wurde es dann der M715.
      Namen der Schiffe, von denen die Fahrzeuge kommen, sind nach den mir vorliegenden Unterlagen eigentlich illegal. Aber im Krieg wurde ziemlich viel akzeptiert und somit nicht ausschließbar, wie auch in den 60ger, 70ger und 80ger Jahre bei der US Army in Deutschland. Alles war möglich, fast alles wurde akzeptiert, solange das Basisfahrzeug einigermaßen im versorgbaren Rahmen blieb und zweckdienlich war.
      Gruß
      Wolf
      Erstmal danke für die Antwort.

      KaiserJeep schrieb:

      die Fahrzeuge der Navy waren in "Navy blue" lackiert
      Navy blue dürfte, wie Du ja beschrieben hast, ein recht dunkler Farbton sein. Wenn ich das Stichwort Jeep und Navy bei Google eingebe, bekomme ich historische und aktuelle Fotos, die mehrheitlich sehr helle Fahrzeuge zeigen. Es sind auch historische Farbfotos dabei.
      Dunkelblaue Fahrzeuge sind dabei deutlich jünger, als die grauen. (Meist M38A1 und jünger).
      Es kann natürlich sein, dass im 2. Weltkrieg grau angesagt war und später dunkelblau.
      Ist das so?

      KaiserJeep schrieb:

      US NAVY 02........ Mit S am Ende, wenn voll funkentstört.
      Hast Du dafür eine Quelle, die die Entschlüsselung ermöglicht?

      KaiserJeep schrieb:

      Variante mit Light Navy Blue, was wie Hellgrau aussieht.
      Das dürften dann vorwiegend die Jeeps der Anfangszeit sein, die ja auch an Bord eingesetzt wurden (Flugzeugschlepper und Startfahrzeuge)

      KaiserJeep schrieb:

      alle Beachmaster Jeeps (die, die etwas länger waren, weil die waren von der Truppe gestretscht) in Navy Blue.
      Wenn Beachmaster-Fahrzeuge gezeigt werden, sind es meist welcher der britischen Marine. Von der US-Navy habe ich noch keine Fotos gefunden. Hast Du da was?
      Grüße von der Küste! Til

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      Navigator schrieb:

      Gibt es für den Betrieb im Heimathafen nicht vielleicht sinnvollere Fahrzeuge für Besorgungen und andere Fahrten?

      Hallo,
      ich denke einmal, dass die US Navy an ihren diversen Flottenstützpunkten im In-
      und Ausland Jeeps eingesetzt hat um z.B. ihren 3-Sterne-Mann vom Schiff zur
      gemeinsamen Lagebesprechung mit der Army oder auch nur zum
      Offizierskasino etc. zu fahren. Man konnte den Mann doch nicht laufen lassen,
      in großen Seehäfen sind ja durchaus Distanzen zu überwinden.
      Auch wird bei Militärparaden die Navy ihre mitfahrenden Teilnehmer in
      entsprechend lackierten und u.U. auch beschrifteten Fahrzeugen haben
      teilnehmen lassen. Zig andere Gelegenheiten lassen sich sicher finden.
      Gruß

      Pi-jay



      "Man who dies with most toys wins!"









      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Pi-jay“ ()

      Hier mal ein paar Informationen zu Navy Jeeps aus einem U.S. Forum:

      The US Navy (of which the Marine Corps is assigned) had their own contracts with Ford and Willys. Most of their vehicles were acquired under those contracts but often they acquired Jeeps from the Army. The paint and markings of US Navy and USMC Jeeps during this time often reflect how the vehicle was acquired.

      Paint:
      - During the war, Navy Jeeps were generally painted battleship gray and the Marine's Jeeps were their own shade of OD green.
      - The vast majority of Jeeps produced during WWII were produced to Army specifications so while Jeeps produced under the Navy contract rolled off the assembly line gray, the underside and wheel wells were still OD.
      - Many times, due to the urgent need of the vehicle, the Navy put Jeeps acquired from the Army putting them into service with the original OD color intact.
      - The Marines had their own shade of OD green specified but often they used the Army shades as well.

      Markings:
      - The Department of the Navy, did not require stars on their vehicles during the war.
      - The registration numbers assigned by the US Army Quartermasters were often used if the vehicle was acquired from the Army
      - When the Jeep was delivered under the Navy contract, it would have a 5 digit registration number on the hood
      - Instead of bumper numbers like the Army, the Navy would list the ship or naval station it was assigned to.


      In den 50ern wurden die Fahrzeuge wohl wie folgt markiert:

      The M38A1 should have a registration number that begins "94-" followed by a 5-digit number. The hood would be marked on each side "US NAVY" (not USN) with the number on the line below it in the same size lettering. Occasionally seen is a third line in half-size lettering "for official use only".
      Sehr ausführlich!

      Nur kommen da im Text irgendwie keine Navy blauen Fahrzeuge vor, die es ja auch bewiesenermaßen gab.

      Aber darauf hat der Til ja schon eine Antwort.
      Und daraus wird auch klar, warum die blauen Jeeps, Dodges und etc., allesamt überwiegend normales Straßenprofil hatten, im gegensatz zu ihren "Battleship Grey" farbenden Kumpels, die mit Bar Grip Bereifung unterwegs waren.
      Und so sind über 98% aller auf" Navy in Light Blue" restaurierten Jeeps, Dodges und co, mit den falschen Reifen unterwegs.

      Ganz logisch, oder Til
      Ich kann Dir die Tage nochmal ein paar Bilder von zwei sehr gut restaurierten Fahrzeugen schicken, wo man diesen kleinen Unterschied sehr gut erkennen kann.
      Ich muss die nur noch Einscannen, weil die "echten" Papier Fotos so schlecht durchs Kabel passen.
      Ich könnte die auch hier Posten, aber dann gibt es ja bloß wieder "na Du weißt schon".

      Grüße
      Frank
      Bzgl. des Farbtons gab es sogar eine Vorschrift:

      "The basic color for all United States Navy transportation vehicles shall be medium gray No. 123 as set forth in color card supplement (21 April 1943) of the United States Army Specification No. 3-1. The specific paint referred to is a gloss color synthetic enamel and its detailed specifications are covered in United States Navy Specification No. 52-E-7, Type III."


      und eine Ausführungsbestimmung:

      U.S. Navy Automotive Transportation, Bureau of Yards and Docks:

      ​All United States Navy transportation vehicles shall conform to the following standard: Trucks, truck tractors, trailers, ambulances, busses, jeeps, motorcycles, and motor scooters: Painted used shall be medium gray No. 123. All exterior metal and wood surfaces with the exception of chrome plating shall be the standard color. Interior surfaces of ambulances may be painted white or other light color. Passenger cars and station wagons: Paint used shall be medium gray No. 123. All exterior metal surfaces with the exception of chrome plating shall be the standard color. When exterior and interior wood surfaces of station wagons have reached the point of requiring bleaching and / or other expensive operations before reconditioning, it is directed that the wood surfaces be sanded smooth, treated with a good grade of wood filler or surfacer where necessary, and painted with a minimum of two coats of standard gray No. 123, synthetic enamel, United States Navy Specification No. 52-E-7, Type III. Fire trucks and crash trucks: Paint used shall be of grade I synthetic enamel, red. All exterior metal surfaces with the exception of chrome plating shall be solid color.

      Navigator schrieb:

      Navy blue dürfte, wie Du ja beschrieben hast, ein recht dunkler Farbton sein.


      Dunkelblaue gab es auch. Das Bild entstand 1945 in Pearl Harbor. Der Fotograf schrieb dazu:

      The man in the picture is now over 80 !!! The picture was taken on Pearlharbor in 1945.At the time I think was 22 years old a PH2. As you can see - plain as day -- the Jeep was a darn NAVY Blue....NOTGray...So....blows away a lot of the Authorities....Ha...!!




      Interessanterweise auch mit Straßenbereifung. Inwieweit die Farbgebung offiziell war, müsste noch recherchiert werden.
      Hallo Leute,
      mal der Reihe nach, das Navy Blue, das mir bekannt ist, kann man auch als mittelgrau mit Blaustich betrachten. Ich kenne auch Fahrzeuge, die in einem relativ hellen grau lackiert waren. Dazwischen gab es auch Fahrzeuge, die mehr blau als grau aussahen, jedenfalls für den Normalsterblichen (Es gab bei Audi mal eine Farbe, die hieß Eisgrün und jeder wurde das das Baby blau bezeichnen). Da abgebildete Blau des gezeigten Fahrzeugs hat mit den mir bekannten Fahrzeugen absolut nichts zu tun.
      Til, das S steht für Suppression, habe irgendwo eine Unterlage dazu. Und hier in der Gegend der Amipräsenz ist das recht gut bekannt. Und die Leute, die das S am Ende der Registrierungsnummer aufs Fahrzeug malen, legen Wert drauf, das alle Massekabel wirklich vorhanden sind. Die voll funkentstörten Mungas waren ähnlich ausgestattet.
      Nein, ich habe leider keine Fotos auf die schnelle zur Hand von Beach Master Fahrzeugen. Bei der M38A1 Serie kannst du aber Bezug nehmen auf die Ausführung M170, Truck, Ambulance: Front Line. Es war das gleiche Fahrzeug ohne die Sanausrüstung (ORD 9 SLN G-758), Sept 1956. Beach Master gab es hier nämlich auch, wegen der Flusspioniere, z.B. in Karlsruhe und der vielen Medium Girder Bridges am Rhein.
      Gruß
      Wolf

      KaiserJeep schrieb:

      Bei der M38A1 Serie kannst du aber Bezug nehmen auf die Ausführung M170, Truck, Ambulance: Front Line. Es war das gleiche Fahrzeug ohne die Sanausrüstung (ORD 9 SLN G-758), Sept 1956




      Da brauch ich keinen Bezug drauf nehmen, weil da der M38 wieder garnichts mit einem M38A1 zu tun hat und ich einen M170 selber habe.
      Und das die nicht nur als Amublancen, sondern auch als "Personal Carryer" auf Flugplätzen, Radio/ Typwriter mit und ohne Hardtop benutzt wurden auch.
      Die USN Flight Line M170 Jeeps hatten in den 50er-60er Jahren einen Tarnanstrich.

      Der einzige offizielle "lange" M38, war ein Einzelstück.
      Zitat:
      It was a factory experimental developement from the M38 program which is a 1950-1952 jeep. It was shelved most likely because the M38A1 chassis and higher horse power engine worked out better. So the M170 won the production slot.

      Das es auch vom M38 "Truppenumbauten" gab, will ich nicht bestreiten, nur waren das dann wirklich Einzelfälle und nicht wie beim MB/GPW schon Keinserien.

      Grüße
      Frank