Unrealistische Vorstellungen bzgl. M151 in Bezug auf Langstreckentauglichkeit etc. Bitte um Hilfe

  • Guten Tag Community,

    ich bin der Tom (35) aus Hamburg und war bisher im Sammeltbereich von US Ausrüstung von 1975 bis 2008 unterwegs. Nun hätte ich für die Darstellung der US Army in den 80er Jahren gerne das passende Gefährt und da wäre ein m151 hervorragend geeignet.

    Allerdings habe ich da ein paar Dinge, die mir die Entscheidung schwer machen und ich bräuchte da die Einschätzung von euch Erfahrenen. Konkret habe ich gerade ein Fahrzeug aus dem Süden Deutschlands im Blick wo ich den Preis für sehr angemessen empfinde. Habe mir dieses gestern angeschaut, kein Rost, Motor läuft ordentlich, allgemeiner Zustand okay 11 000 als Preis. Saubere Dokumentation (drei dicke Ordner, sehr gut geführt). Ich will das Fahrzeug benutzen und es soll keinen Schönheitspreis bekommen, noch zu 100 Prozent original sein. Es soll funktionieren und mir nicht die Haare vom Kopf fressen bzgl Reparaturen und Ersatzteilen.

    1. Frage: wie hoch ist die Langstreckentauglichkeit des m151? Es ist ein altes Fahrzeug natürlich, aber meint ihr es wäre realistisch es an 3 bis 4 Tagen stationsweise bis nach Hamburg auf eigener Achse zu bringen. Würde da eine kleine Deutschlandtour machen, ausgerüstet mit Ersatzteilen und viel Zeit. Oder Anhänger, Auto drauf fertig, weil ansonsten unrealistisch? Ich würde von Hamburg aus auch gerne zu Veranstaltungen fahren die Zt 300 bis 400km entfernt sind und möchte da eigentlich nicht immer einen Anhänger für Mieten um den Mutt zum Zielort zu bringen.

    2. Unterbringung: ich habe in Hamburg nur draußen an der Straße eine Abstellmöglichkeit. Plan wäre das Auto im Sommer, wenn es nicht gefahren wird, draußen stehen zu lassen und gut abzuplanen. Ab spätem Herbst würde es in einer trockenen Halle gelagert werden.

    Rostet mir das Auto dann trotzdem weg und eine ganzjährige trockene Unterbringung ist quasi Pflicht für das Fahrzeug?

    3. Der Mutt wurde verbreitert. Wurde sowas jemals offiziell von den US Streitkräften oder einer anderen Nationen gemacht? Meines Wissens nach nicht, also wäre dies quasi Bastelei, wenn auch gut gemachte.

    Was sind eure Meinung dazu? Aufhören überhaupt drüber nachzudenken weil die Rahmenumstände schlecht sind/ ist ne Überlegung wert mit bestimmten Anpassungen/ klingt doof aber wäre so umsetzbar?

  • 2. Unterbringung: ich habe in Hamburg nur draußen an der Straße eine Abstellmöglichkeit. Plan wäre das Auto im Sommer, wenn es nicht gefahren wird, draußen stehen zu lassen und gut abzuplanen.

    Aufgrund so gewisser Erfahrungen halte ich das nicht für eine längerfristige Lösung. Ich weiß jetzt nicht, wie es in Hamburg ist, aber ich hatte hier in Kiel schon öfter Anfeindungen und Vandalismusschäden an Unimog, Anhänger und Kübel (jeweils Plane/Verdeck zerschnitten, beim Unimog auch eine eingeschlagene Scheibe im Koffer). Hier scheinen Militärfahrzeuge offensichtlich nicht so erwünscht zu sein (und man steht auch schnell im Fokus der Behörden). In weniger schlimmen Fällen wurde das Fahrerhaus des Unimogs auch gern mal als Mülleimer verwendet, wenn die Steckscheiben nicht drin waren. Einen sicheren Stellplatz auf Privatgelände halte ich für unverzichtbar.

    Ansonsten würde ich mich meinem Vorredner anschließen, was die Verbreiterung angeht. Bei einem zivilen Spaßauto könnte ich das akzeptieren, aber nicht bei einem ernstzunehmenden Militaria-Sammler.

    Viele Grüße

    Andreas :el:

  • Moin Tom.

    Wichtig ist, was der Vorbesitzer mit dem Auto gemacht hat. Stand der Wagen meistens rum und wurde er nur dreimal im Jahr zu Treffen bewegt ?

    Oder wurde der Wagen so oft wie möglich im Alltag bewegt.

    Dann sollte er auch die Überführung auf eigener Achse schaffen.

    Wenn er dann dir gehört, bist du allein für seine Zuverlässigkeit verantwortlich. Verschleißteile solltest du also immer im Blick haben !

    So ein Auto in Hamburg draußen auf der Straße parken sehe ich zwiespältig. In Hamburg wird es sein, wie in Berlin : Es gibt Bezirke, da geht es. Und es gibt Bezirke, da geht es nicht gut. Du musst wissen, in was für einem Bezirk du wohnst.

    Plan wäre das Auto im Sommer, wenn es nicht gefahren wird, draußen stehen zu lassen und gut abzuplanen.

    Hast du dich vertippt, oder warum willst du ihn im Sommer nicht fahren ?

    Die Verbreiterung wird nur den Tüv - Vorschriften geschuldet sein, damit er die breiten Reifen eingetragen kriegt.

    Wenn es gut gemacht ist und du damit leben kannst, in Ordnung. Unter Originalitätsfetischisten wirst du dafür aber belächelt werden.

    Ich benutze meine alten Borgis seit 40 Jahren als Alltagsautos und für Reisen. Es geht also.

    Gruß Jozi.

  • Danke schonmal für die ersten Erkenntnissen. Also was ich meinte war, dass der Wagen im Sommer bei gutem Wetter gefahren wird. Er würde dann in einer sehr ruhigen Straße bei nichtgebrauch unter einer Plane stehen, wo man auch nicht direkt sieht das ist sich um einen Militärfahrzeug handelt. Natürlich kein guter Schutz.

    Sobald die Jahreszeit wieder feuchter wird, würde er in eine Scheune gefahren werden die weit weg ist von Hamburg und meinen Eltern gehört. Da überwintert er dann.

    So wie ich den Käufer verstanden habe, wurde der Wagen tatsächlich recht oft bewegt und schon fast als Alltagsfahrzeug genutzt. Deswegen auch die zivilen Reifen. Wie gesagt beim persönlichen begutachten, war ich doch recht überrascht von dem guten Zustand des Fahrzeugs und der guten Dokumentationsführung. Ich hoffe der Richard der oben schon angesprochen wurde, schreibt mir noch was speziell mit diesem Fahrzeug sein soll bzw was dagegen spricht. Meint ihr denn ansonsten das 11.000 überteuert sind für eine nicht originalen m151?

  • Hallo Tom,

    1) Zu dem Auto kann ich natürlich nichts sagen... Aber die Erfahrung sagt: Pack ein unbekanntes FZ bei einer so langen Strecke lieber auf den Anhänger! Spart Zeit, Geld und Nerven :schleck: Später, wenn Du ihn durchgesehen und selbst gewartet hast, wird das Auto eher als Dein Rücken die langen Anfahrten durchhalten C:

    2) Militärfz sind normaler Weise als Verbrauchs/Wegwerfartikel konzipiert. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Hamburger Schietwetter und amerikanische Fertigung langfristig zusammenpassen. Dazu kommt noch, wie oben beschrieben, Vandalismus. Zugeben ich bin ein Landei und kenne keine Unterstellprobleme... Aber ich würde das nie so machen wollen. :engel:

    3) Auch wenn die Originalitätsfanatiker jetzt wieder durch die Decke gehen... Das Auto muss Dir gefallen und Spaß machen. Aber es wird immer Leute geben die meckern und Du musst Dir darüber klar sein, das Du mit den Scheinwerfern, Rädern und Verbreiterungen normaler Weise nie ein H-Kennzeichen bekommst.

    Ganz allgemein würde ich mir die Sache nochmal sehr gut überlegen!

    Viel Erfolg wünscht der

    Ludwig

    :munga:

  • Moin,

    ich bin bereits seit mehreren Monaten auf der Suche nach einem M151A2. Die Preise für halbwegs originale und nicht total verbastelte Mutts sind

    echt abgehoben. Unter 20k ist aktuell nichts vernünftiges zu bekommen, und das bin ich nicht bereit zu zahlen. Angesichts dieser Preise finde ich die 11K für den von dir gezeigten Mutt deutlich zu viel. Allerdings ist auch wenig bis gar keine Bewegung am Markt für M151, daher kann man preislich evt. noch den ein oder anderen Euro rausholen.

    Das Fahrzeug per Achse zu holen halte ich auch für nicht empfehlenswert. Bevor man nicht selber einen großen Service gemacht hat und weiß ob alles einigermaßen funktioniert würde ich keine weiteren Strecken mit dem Auto machen. Du wärst nicht der Erste der während der Überführungsfahrt liegen bleibt.

    Ich bin übrigens auf einen M35A2 umgeschwenkt, der diese Woche per Tieflader bei mir ankommt.

    @ All: Wenn er da ist werde ich mich hier auch vernünftig vorstellen und ein paar Bilder vom Reo zeigen :D

    Gruß Christopher

  • Dann melde ich mich mal nach einem analogen Wochenende.

    Von dem obigen Fahrzeug solltest Du die Finger lassen, wenn es um Originalität geht. Ich habe hier eine Bildergalerie gesehen ...

    Willst Du etwas Originales, musst Du suchen, suchen, suchen. Und die Preise hierzulande sind seit der DMAX Männerserie der stahlharten Jungs (und Mädels) durch die Decke gegangen.

    Auf Achse überführen kann man machen, wenn das Fahrzeug tip-top ist. Ich selber nehme an Oldtimer-Ausfahrten teil, da sind 200 - 300 km am Tag nichts. Aber, wie oben schon geschrieben, sollte man ein paar Ersatzteile dabei oder zu Hause haben. Am Sonntag war bei mir nach 10 km erst einmal Schluß, Rückholfeder vom Gaszug verloren, notdürftig mit Kabelbindern einen Begrenzer gebaut und wieder zu Hause eine Rückholfeder vom M35A2 eingebaut. Mir tut der Gasfuß nach 250 km immer noch weh - sind halt unterschiedliche Dimensionen. Heute die korrekte Feder im Arsenal gefunden und eingebaut. :yes:

    Ansonsten ADAC Plus Mitgliedschaft. Damit kommen Deine Fahrzeuge zur Fachwerkstatt oder vor die Haustür, wenn es keine gibt. Mit Trailer fahre ich zu Veranstaltungen, die weiter weg sind und wo man abends schon gerne wieder ohne Zusatzstreß zu Hause ankommen möchte.

    Draußen? Er rostet schneller. Das ist ein Militärfahrzeug für bestimmte kurzlebige Einsatzzwecke konzipiert. Auch unter einer Plastik-Garage würde ich den nicht stehen oder überwintern lassen. Ansonsten: Ich verkaufe Reparaturbleche für den M151 :lol: Und korrekte Lacke nach US amerikanischem Federal Standard.

    Rosten tun die sehr gerne im Fußraum (da steht das Wasser) und im Heckbereich (Sandwichbauweise). Ein Sandwich hat ja noch was dazwischen, der M151 nur Blech auf Blech. Auch das Batteriafach solltest Du Dir ansehen, die gammeln ebenfalls sehr gerne durch. Schlecht gewartete Fahrzeuge sammeln Dreck und Modder im hinteren Kotflügelbereich = Rostherd, wenn man dort nicht sauber macht.

    Beste Grüße und viel Erfolg bei der Suche

    Richard

  • Vielen Dank für eure Ratschläge und Hinweise. Ich habe mich nun entschlossen, leider den Plan wieder auf Eis zu legen. Hamburg ist leider ungeeignet. Es gibt in der Nähe der Stadt etc keine Möglichkeit günstig das Fahrzeug irgendwo trocken unterzustellen. Und 60 € und mehr im Monat für einen Garagenstellplatz, will man nun auch nicht berappen und dann ist ja noch nicht mal in der Nähe. Leider ziemlich ernüchternd, dass man so eingeschränkt ist in der Hinsicht.

  • Mhhh leider kann ich meinen eigenen Beitrag nicht ändern: gibt es hier vielleicht Fahrzeugbesitzer aus dem Raum Hamburg bzw aus einer Großstadt? Wäre schön wenn man sich mit diesen vernetzen kann, um von deren Erfahrungen zu profitieren, wie sie die ganze Sache regeln sofern sie keine eigene Garage haben.

  • Hallo Tom,

    ich wohne auf dem Land, aber noch im Dunstkreis von FFM. Wenn du in Hamburg für 60 EUR eine Garage bekommen kannst würde ich die an deiner Stelle nehmen.

    Hier zahlt man schon für Parkplätze im Freien ähnlich viel.

    Auf Dauer ist es das wert und so ein Spielzeug darf dich eh nicht den letzten Euro kosten. Sonst hast du zügig einen üblen Instandhaltungsstau.

    Grüße

    Erik

  • Und 60 € und mehr im Monat für einen Garagenstellplatz, will man nun auch nicht berappen und dann ist ja noch nicht mal in der Nähe.

    Ich hab ja keine Ahnung, was du für Preisvorstellungen bzw. Erfahrungen hast...

    ...aber 60€/Monat für ne "5,95m Normgarage" sind selbst auf dem platten Land mittlerweile schon als günstig anzusehen, weil die wie Pilze aus dem Boden schießenden Garagenpark's mit ihren Preisen von über 90€/Monat zzgl. Steuer, auch die Preise von den Privatanbietern in die Höhe getrieben haben!

    Die Autoschlange ist die einzige Schlange, die das A****loch vorne hat!

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