Wie damals angekündigt (Vorstellung und Ersatzteil-Fragen zum Puch GE 230) war ich im Winter 2023/24 mit meinem Puch GE230 4 Monate in Marokko/Mauretanien unterwegs. An dieser Stelle nochmals ein grosser Dank ans Forum für die Unterstützung bei der Vorbereitung und die vielen technischen Ratschläge. Das hier wird kein ausführlicher Bericht, dafür wäre die Reise auch zu lange und der Hauptfokus lag auch mehr beim Klettern als beim Geländefahren, dennoch möchte ich ein paar Infos weitergeben, die dem einen oder anderen eventuell mal nützlich sein könnten.
Generell gleich vorweg, der GE230 hat sich über 13.000 km sehr gut geschlagen, und ausser einem Routineölwechsel in Zagora und 2 ausgebrannten Glühbirnen musste am Auto nichts gemacht werden. Auch der selbstgebaute Wohnausbau hat sich gut bewährt, man kann also tatsächlich zu zweit für 4 Monate im Puch leben (südliches Klima vorausgesetzt).
Reiseroute:
Wir sind nicht wirklich einer bestimmten Route gefolgt, sondern viel nach Lust und Laune, bzw. auch Wetteraussicht herumgefahren. Demnach sind wir durch manche Gegenden auch mehr wie einmal durchgefahren. Klettern waren wir im Riff Gebirge, in der Todra Schlucht, in Taghia und in Tafraoute. Dazu noch Surfen in Sidi Ifni und Dakhla. Wüstenfahrten haben wir in Mauretanien entlang der Erz-Eisenbahnlinie entnommen und natürlich um Zagora. Wobei man sagen muss, dass vom Grad des Abenteuers und auch der Schwierigkeit Welten dazwischen liegen, viele bekannte marokkanische Strecken kann man bis auf kurze Sandabschnitte wahrscheinlich auch ohne G-Klasse problemlos durchfahren und die Wegfindung ist bei dem regen Verkehr auch kein Thema.
Einreise/Fahrzeugformalitäten:
Fährfahrt von Genua nach Tanger (50 Stunden mit GNV, besser die Fähre ohne Zwischenstopp nehmen), Verladen in Genua etwas chaotisch, man benötigt noch div. Papiere aus dem Büro an der Verladerampe (Onlineticket alleine reicht nicht). Übernachten vor den Toren des Hafens von Genua eher nicht so schön. Rückreise von Marokko problemlos, alles top organisiert in Tanger, mit gültigem Fährticket schönes Übernachten am eingezäunten Hafengelände mit kostenlosen und sauberen Sanitäranlagen
Italien-Marokko: kein Visa für EU-Bürger notwendig, Auto bekommt Einreisezettel mit QR-Code und Stempel, Einreiseformalitäten können bereits auf der Fähre erledigt werden, daher Fahrzeugpapiere mit aufs Passagierdeck nehmen!). Haftpflichtversicherung aus Ö wurde anstandslos akzeptiert (ehemals grüne Karte). Kosten: 0€
Marokko-Mauretanien: Chaotisch auf marokkanischer Seite, unproblematisch auf mauretanischer Seite, genug Zeit einplanen, man darf nicht am Zollgelände übernachten, Fahrzeug wird geröntgt. Für Mauretanien gibt es jetzt neu eine E-Visa Pflicht, wir konnten das Prozedere noch direkt an der Grenze abwickeln. Haftpflichtversicherung gibt es mit 30 Tage Gültigkeit an der Grenze, Auto wird in Reisepass eingetragen. Kosten damals ca. 100 € für Visa+Autoeinreise+30 Tage Haftpflichtversicherung, Geld kann direkt bei der Grenze bei einer der herumstehenden Personen gewechselt werden (man sollte aber vorher den korrekten Kurs wissen). Achtung: nicht alle Grenzbeamten haben offizielle Uniformen und manche Passanten geben sich als Offizielle aus, man sollte daher immer kritisch prüfen wem man seinen Pass/Fahrzeugpapiere usw. in die Hand drückt. «Hilfe» von einem der herumstehenden Personen zur Abwicklung der Grenz-Formalitäten haben wir keine in Anspruch genommen, man kann sich auch bei den Offiziellen durchfragen, dauert eventuell etwas länger aber kostet nichts und so kompliziert ist es schlussendlich auch nicht.
Besonders nützliche Ausrüstung:
Benzinkocher Coleman (betrieben mit Aspen 4)
24V Kompressor für Sandetappen
45L Wassertank Stossstange (für Abwasch, Körperpflege usw., Trinkwasser in Flaschen ist immer überall verfügbar)
Schaufel
Sandbleche (wir hatten keine dabei, aber hätte uns sicher die eine oder andere Stunde Schaufeln und Steine/Äste sammeln erspart, würde ich für Mauretanien definitiv einpacken)
Werkzeug & 2 Wagenheber (wenig selber gebraucht, aber man kann Einheimische bei Pannen und Problemen unterstützen, diese haben meist nicht mal geeignetes Werkzeug für einen Radwechsel dabei)
Ersatzteile und Filter (siehe Vorbereitungsthread), gebraucht habe ich nur Glühbirnen
Fettpresse mit Fett zum Abschmieren, Motoröl (div. Motoröle tw. auch europ. Herkunft gibt es an Tankstellen zu tw. gleichen bis höheren Preisen wie hier)
Schutzbrille dicht schliessend (Sandstürme!)
Ersatzreifen und Flickzeug sicher sehr sinnvoll (Baustahleisen die aus dem Randstein ragen usw.), wir selbst hatten allerdings in 4 Monaten keinen Platten (mit relativ neuen AT Reifen)
Tablette mit OSM Offlinekarten (maps.me), GPS Tracks von Pistenkuh Führer