• schon seit langem scheint sich bei meinem W201 der Bremsdruck aufzubauen, bei der letzten Hauptuntersuchung waren dann auch folgerichtig die vorderen Bremsklötze verschlissen, obwohl erst 40.000km drin (normal komme ich deutlich weiter)

    Das Problem tauchte erst nur sporadisch auf, jetzt ist es nach einiger Fahrstrecke immer.

    es äußert sich dadurch dass man zuerst und kurz nach dem Start das Bremspedal normal durchtreten kann (ca. 1/3 des Weges), gegen Ende hat man gefühlt sofort Druck und kann das Pedal kaum noch leer durchtreten.

    beim Wechsel der Klötze fiel dann auch auf das ich zum Zurückdrücken der Bremskolben die Entlüftungsventile öffnen musste.

    Schläuche hatte ich beim ersten Wechsel der Klötze im Februar 2023 bereits neu gemacht, da das Problem immer öfter auftrat habe ich im Februar 2025 dann den Hauptbremszylinder gewechselt, aber es hat sich nichts geändert.

    Ab Mai hat der Wagen dann gestanden und jetzt hab ich ihn erst wieder in Betrieb genommen (TÜV war im Mai abgelaufen)


    Heute morgen hab ich auf dem Weg zur Arbeit nicht gebremst! definitiv nicht ein einziges Mal, die Feststellbremse musste ran.

    Nach 40km dann das erste Mal bremsen und:

    bretthart!

    also selbst wenn man nicht bremst scheint sich Druck im System aufzubauen.

    Kann das am Bremskraftverstärker liegen?hmmm

    Aber wieso sollte der ohne Betätigung Druck aufbauen?


    hat da jemand ne Idee?

    Gruß
    der
    Benzschrauber


    Quod licet Jovi, non licet bovi

  • Du musst da systematisch vorgehen und die Bremsleitungen vom Hauptbremszylinder trennen. Dann versuchen die Bremskolben, mit oder ohne Bremsklötze, zurückzudrücken. Wenn aus der gelösten Leitung Bremsflüssigkeit austritt geht es mit dem HBZ weiter. Ob neu oder nicht, auch hier kann eine Verschmutzung, das den Rückfluss der Flüssigkeit verhindert, vorliegen.

    Wichtig am Bremssattel ist auch die Freigängigkeit der Kolben. Sitzen die fest können die Dichtgummis den Kolben nicht mehr zurückziehen. Die Verkanten beim Bremsen nämlich leicht (rechteckiger Querschnitt mit etwas Spiel in der Nut) und ziehen so den Kolben nach dem Bremsvorgang zurück.

    Gruß Jens

    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Moin Andreas,

    denkbar wäre auch, dass am HBZ zwischen Pedal und Druckstange kein Spiel vorliegt und der Kolben in Ruhestellung nicht vollständig zurücklaufen kann.

    Auch ein undichtes Aussenventil am Bremskraftverstärker könnte zu einer ungewollten Teilbremsung führen. Selbst im Stand hält sich der Unterdruck in beiden Kammern des BKV für eine gewisse Zeit. Das wäre dann auch eine mögliche Erklärung für die Probleme beim Entlüften.

    Ich würde das Pedal im Stand mehrmals betätigen, bis sich der Unterdruck abgebaut hat und dann versuchen, die Bremskolben zurückzudrücken.

    Wenn es dann geht, kommt das Problem vom BKV

    Gruß

    Hermann

  • Das Bremspedal ist leichtgängig, Spiel (bzw. Leerweg) meine ich auch geprüft zu haben, schaue da aber noch mal nach.

    ABS hat Mercedes Benz dem W201 nicht gegönnt, das fällt aus.

    Bin nun am überlegen die Unterdruckleitung vom BKV für die Rückfahrt abzuklemmen. hmmm

    Wenn ich mich recht erinnere hatte ich im Frühjahr einen BKV erstanden aber nicht mehr verbaut :schulterzuck:

    Mist! wo ist der denn nun abgeblieben.:frust:

    Wahrscheinlich in die Halle reindiffundiert. :lach:


    Melde mich mit weiteren Erkenntnissen

    Gruß
    der
    Benzschrauber


    Quod licet Jovi, non licet bovi

  • Pedal in Ausgangsstellung heißt aber nicht unbedingt korrekter Leerweg.
    Ich hatte das schon mal nach dem Tausch eines BKV. Deshalb bin ich noch mal konkret auf den Leerweg eingegangen.

    Da hast du Recht.

    Da sich da von alleine nichts verstellt wird die Grundeinstellung aber vermutlich passen.


    Da der Wagen kein ABS hat bleibt ja eigentlich nur der BKV.

    Viele Grüße Marcus

  • Bei den Autodocs war letztlich ein vergleichbarer Fall. Dort war das Rückschlagventil der Unterdruckleitung im/am Bremskraftverstärker defekt.

    das wäre ja leicht zu tauschen.


    in der Tat habe ich das auch noch nicht geprüft.

    Kann mir aber jetzt eine Fehlfunktion nicht als Ursache vorstellen, was sollte da den Druckanstieg im System verursachen? hmmm


    Prüfen werde ich es aber und berichten.

    Gruß
    der
    Benzschrauber


    Quod licet Jovi, non licet bovi

  • Kann auch sein ich werfe da etwas durcheinander. Die hatten zuletzt reichlich Bremse als Thema. War ein Beitrag auf Vox nicht bei deren YT.
    Deine Vermutung ist ja, daß der Haltedruck zu hoch ist und deshalb der Verschleiß zu hoch. Dann müßten die Bremsen doch auch beim fahren heiß werden, oder lieg ich da falsch? Kolben im Sattel fest, oder Sattel fest?

    Bei meinem Puch waren vorne 3 Kolben fest, ich weiß aber nicht mehr wie das Pedalverhalten war.

    cu, Dirk


  • Deine Vermutung ist ja, daß der Haltedruck zu hoch ist und deshalb der Verschleiß zu hoch. Dann müßten die Bremsen doch auch beim fahren heiß werden, oder lieg ich da falsch? Kolben im Sattel fest, oder Sattel fest?

    da das Problem am Anfang und bei kurzen Strecken nicht ist, aber im Betrieb kontinuierlich mehr wird fahre ich zur Zeit keine längeren Strecken.

    Tatsächlich sind mir aber bereits die Bremsen heiß geworden.

    Das Problem scheint aber auch beim Vorgänger bereits gewesen zu sein (ganz am Anfang habe ich verschmorte Verschleißanzeiger gefunden)

    Die Kolben sind leichtgängig

    Gruß
    der
    Benzschrauber


    Quod licet Jovi, non licet bovi

  • Ich würd den Unterdruck Verstärker mal abschließen und Ohne Fahren.

    Dann sieht man ja, ob der Aktiv dazu beiträgt, oder doch noch was Mechanisches vorliegt.

    mfg Patrick

    Feil Dir keinen ab, lerne Drehen und Fräsen!
    Über 7 Millionen Österreicher können nicht richtig Drehen und Fräsen.

    "dats ned bandan nemts ahn droht" :schweißen:
    Freilauf Dioden aus Freilandhaltung :D

  • Ich würd den Unterdruck Verstärker mal abschließen und Ohne Fahren.

    genau das hab ich gestern gemacht.


    Was ich ja noch nie verstanden habe ist dass man den BKV ja prüfen kann indem man auf das Pedal tritt während man den Motor startet, dann soll das Pedal ja etwas nach unten gehen (erschließt sich mir von der Funktion einfach nicht, kann mir das evtl. jemand erklären?)

    auf jeden Fall fehlte natürlich Bremsleistung gestern auf dem Nachhauseweg, aber auch Pedalweg.

    Gefühlt konnte ich die ganze Zeit nur so weit durchtreten wie sonst nach einer gewissen Fahrstrecke.

    Da ich den Auddowagen gestern Nachmittag noch fix in die Halle gefahren hatte, weil es regnete als ich den BKV abschließen wollte, hab ich bei der Gelegenheit gleich das Rückschlagventil geprüft. Es zischte vernehmlich als ich die Unterdruckleitung am Bremskraftverstärker abschraubte.

    Heute morgen hab ich die Leitung wieder angeschlossen und auf dem gesamten Weg zur Arbeit war das System völlig unauffällig. Auch beim Bremsen auf dem Firmenparkplatz war der Pedalweg ungefähr so wie beim Start heute morgen. :schulterzuck:

    Ich mach mich heute oder morgen mal auf die Suche nach meinem beschafften Ersatz-Bremskraftverstärker, der wird das ja in dem halben Jahr den der bei mir liegt nicht ganz so weit in die Ersatzteilregale geschafft haben. hmmm

    Gruß
    der
    Benzschrauber


    Quod licet Jovi, non licet bovi

  • Was ich ja noch nie verstanden habe ist dass man den BKV ja prüfen kann indem man auf das Pedal tritt während man den Motor startet, dann soll das Pedal ja etwas nach unten gehen (erschließt sich mir von der Funktion einfach nicht, kann mir das evtl. jemand erklären?)

    Dieser Test wird so gemacht: bei stehendem Motor solange am Bremspedal pumpen bis der U-Druck weg ist und Du wie gegen eine Wand drückst. Nun drauf bleiben, Motor starten und sobald wieder U Druck entsteht geht das Pedal unter Deinem Fußdruck weiter rein.
    Dieser Test soll einfach zeigen ob Dein BKK arbeitet oder nicht, bzw. ob beim Diesel die U-Druckpumpe arbeitet oder der Schlauch zum BKK ggf undicht ist.

    Bei Deinem Problem wurde bereits alles geschrieben bis auf die Bremsschläuche, das hatte ich auch mal, die waren alt und innen aufgequollen, ließen den Druck nicht mehr ganz, bzw. sehr langsam sinken.

    Das genau gleiche Problem hatte ich bei meiner alten M Klasse ( W 163 vor MOPF ), dank eines Schlachfahrzeugs wechselte ich wirklich alle Bauteile ( HBZ und Bremsschläuche neu ), das Problem trat trotzdem immer wieder auf und hat sich jetzt selbst erledigt, alles ist wieder gut und keiner weiß warum. Das Auto fährt noch im Bekanntenkreis.

    Gruß

    Wolfgang

  • Der BKV besteht im Prinzip aus 2 Kammern, die durch eine Membrane getrennt sind. Beide Kammern hängen am Unterdruckschlauch des Motors, so dass bei laufendem Motor die Luft aus beiden Kammern stetig abgesaugt wird. Beidseitig gleich hoher Unterdruck bedeutet:

    Keine Druckdifferenz, nix passiert.

    Wenn Du das Pedal trittst, öffnet sich das Aussenluftventil auf der dem HBZ abgewanden Seite und Aussenluft strömt in die hintere Kammer, so dass die Membrane(mit Kolben) durch den höheren Druck nach vorne geschoben wird und eine entsprechende Kraft auf den HBZ ausübt. Diese Kraft unterstützt dabei die Pedalkraft und erzeugt die Verstärkung

    Beim Starten nach "längerem" Stillstand hat sich in der Regel der Unterdruck in beiden Kammern abgebaut. Trittst Du das Pedal während des Startvorgangs ist die hintere Kammer direkt mit der Aussenluft verbunden, während sich gleichzeitig in der vorderen Kammer Unterdruck aufbaut.

    Die jetzt entstehende Druckdifferenz drückt den Kolben nach vorne, was man am Fuß direkt spüren kann.

    Deshalb tippe ich bei Deinem Problem auf ein defektes Aussenluftventil, welches im Neutralzustand nicht ganz dicht bleibt und der BKV unbeabsichtigt anfängt zu arbeiten.......

    Gruß

    Hermann

  • Die Bremsschläuche hatte ich ganz am Anfang neu gemacht, die ausgebauten waren aber noch völlig in Ordnung und scheinbar noch nicht lange drin.

    Denke das Problem mit der Bremse hatte der Vorbesitzer auch schon.

    und wie man den Bremskraftverstärker prüft ist mir durchaus bewußt, ich verstehe nur nicht das sich der Pedalweg ändert, bzw. das Pedal nach unten geht wenn der aktiviert wird.

    hermann

    danke, ja, diese Funktion ist mir durchaus bewußt, auch das mit den unterschiedlichen Drücken, allerdings wenn ich mir die Schnittzeichnungen so anschaue ist für mich eigentlich die Verbindung zwischen dem Pedal und dem Hauptbremszylinder zwar geteilt in verschiedene "Stangen" aber eben alles mechanisch direkt verbunden.



    wodurch kommt der zusätzliche Weg zustande? Die Bremsflüssigkeit sollte ja nicht kompressibel sein.

    Gruß
    der
    Benzschrauber


    Quod licet Jovi, non licet bovi

  • hermann

    Du übersiehst bei Deiner Theorie mit dem BKV dass bei gelöstem Bremspedal das Ventil an der Menbran welche die Kammern im BKV trennt geöffnet ist. Erst wenn Du auf das Pedal drückst wird über die Stange das Ventil an der Menbran geschlossen und das "Frischluftventil" geöffnet, so dass vor der Menbarn U-Druck und hinter der Menbran Atmosphärendruck herrscht. Wenn nun das Frischluftventil defekt ist löst das noch keine Bremsung aus solange das Ventil an der Membran geöffnet ist. Beim Benziner würdest Du diesen Schaden ggf durch zu mageren Leerlauf bemerken, da Falschluft durch den BKV strömt, direkt ins Saugrohr.

    Gruß

    Wolfgang

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