Wie am besten Rahmen eines Geländewagen konservieren?

  • Hallo Gemeinde,

    wie habt Ihr den Rahmen eines Fahrzeugs konserviert? Früher hatte ich mal so ein Wachs das konnte man kalt verarbeiten und nach dem aushärten war es recht fest, durchsichtig und hatte so ein bisschen was von Bernstein... Leider kann ich mich nicht mehr erinnern was das für ein Zeugs war.... Daher was solle man nehmen? Ich will bedingt vermeiden das das so eine Pampe ist wo nachher alles dran kleben bleibt, ein Freund hat so was drunter das klebt nach Monaten immer noch wie diese Fliegenfänger!


    Gruß Michael

  • Ich kann Dir nur schreiben wie ich meinen Rahmen im Zuge von Restaurierung und Neuaufbau konservieren werde.

    Innen mit Mike Sanders einwachsen, mehrere Male und außen auch, aber erst wenn alles fertig ist, damit ich noch daran arbeiten kann.

    Alles was hart wird bekommt irgendwann Risse und wird von Feuchtigkeit unterwandert.

    Gruß

    Wolfgang

  • Auf jeden Fall was nicht aushärtendes wie Wolfgang schon sagt. Ich mache sowas auch mit Mike Sanders, ist verarbeitungstechnisch zwar 'ne ziemliche Ferkelei, aber ich hab damit nur gute Erfahrungen gemacht. Teilweise hab ich schon Ende der 90er damit meine Fahrzeuge versiegelt (Hohlräume und Unterboden), und da ist immer noch alles tiptop.

    Grüße von Lorenz, irgendwo da draußen...


    Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
    Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."

  • wie habt Ihr den Rahmen eines Fahrzeugs konserviert?

    Hierbei spielt die Wahl des Fahrzeugs eine große Rolle.

    Meine beiden Borgis sind jetzt seit 37 und 27 Jahre bei mir. Beide werden Sommer und Winter gefahren. Beide Rahmen haben nichts drauf außer den Lack der Hersteller - Firma. Kein Rost. Okay, im Frühling kriegen sie eine Unterbodendusche mit heißem Wasser.

    Den Iltis habe jetzt auch 37 Jahre. Als er zu mir kam wurde er zerlegt, und alles lackiert. Seitdem ganzjähliche Nutzung. Kein Rost.

    In den 11 Jahren Munga - Zeit gingen auch ca. 11 Mungas durch meine Hände. Manche wurden lange genutzt, manche wieder aufgebaut, und einige auch geschlachtet. Und niemals war ein Rahmen von Rost zerfressen. Und alle waren ohne Konservierung.

    Ganz anders die Land-Rover Rahmen. Ich hatte 3. Durchgefaulte Hecktraversen, durchgefaulte Blattfederaufhängungen und mehr.

    Auch die Landys meiner Kumpels sahen nicht anders aus. Manche hatten allerdings noch dicke schwarze Pampe drauf. Nannte sich Unterbodenschutz.

    Der Rost kommt von innen. Wenn dann noch das Metall minderwertig ist, kannst du außen raufpinseln was du willst, es wird nichts bringen.

    Was ich also gelernt habe, ist, wichtig ist die Wahl des richtigen Fahrzeugtyps !

    Und die Öle und die Chemie heb` dir lieber auf für die modernen dünnen Bleche (aus recycelten Dosen) und deren Hohlräume.


    Gruß Jozi.

  • Mike Sanders habe ich früher auch benutzt, derzeit operieren wir mit Tannox ( Rostumwandler ) , Hohlraum Fluid ( gebrauchsfertig in der Sprühdose ) und Owatrol in verschiedenen Anwendungen. Und Hammerit Rostschutz auch manchmal für die schwarzen Flächen.

    Zum Thema gibt es so viele Meinungen wie Autos....

    :mech:

    Ich suche immer Modellbaureste in 1:24 - 1:72 , insbesondere Droptanks und Aussenlasten in 1:32 !

  • Hallo,

    die Sachen von Hodt sind super. Ich habe mein Monster auch damit von unten eingesprüht. Das hält jetzt seit 5 Jahren. Es wird jedes Jahr kontrolliert und nur bei Bedarf nachsprüht.

    Russe 469

  • Hallo,

    ich konserviere bei meinen Fahrzeugen seit Jahrzehnten die äußeren Teile des Rahmens mit Seilfett und innen mit Fluid-Film. Seilfett ist günstig und bildet eine stark haftende, klebrige und relativ stabile Schicht, die gelegentlich ausgebessert wird, während Fluid Film sehr kriechfähig bleibt, aber außen (im Spritzwasserbereich) relativ rasch abgewaschen würde. Diese Kombination hat sich gut bewährt., meine Fahrzeuge blieben dadurch weitgehend rostfrei. Die Arbeiten sind zwar mit Schmutz und Mühe verbunden, aber bei Liebhaberfahrzeugen im Langezeitbesitz gelten andere Maßstäbe als bei Leasingfahrzeugen, die nach 5 Jahren zurückgegeben werden...........

    Viele Grüße, Franz

  • Ich hatte üsprünglich vor, die Karrosse vom Trabant Feuerverzinken zu lassen. Die Suche nach einem Betrieb der das macht war nicht einfach. Durch Glück und Zufall hatte ich dann mal den Altmeister einer Chemnitzer Verzinkerei am Hörer. Er sagte sowas haben sie früher z. B. mit Wartburgrahmen gemacht - die waren manchmal 300 Kilo schwerer als vorher, wenn Löcher vergessen wurden. Er sagte auch, das das Zink wegen der hohen Temperaturen ein Stück weit ins Grundmaterial eindringt und eine neue Legierung bildet. Er hat mir deutlich davon abgeraten! Die Fahrzeuge wo so etwas von Werk gemacht wurde, hatten spezielle Stähle oder dickere Materialstärken.

    Weil ichs immernoch gut gemeint habe, lies ich Anbauteile (Hilfsrahmen, Achsteile, Kleinteile) Feuerverzinken. Teile aus dünnem Blech gingen danach aber schnell Kaputt. Das Material hatte sich wirklich deutlich verändert.

    Der Aufwand vor dem Lackieren und Gewinde nachschneiden ist ebenso imens. Zur Zeit bin ich Fan von Zinkspray aus der Dose. Das macht chemich genau das gleiche.

  • Ich hatte üsprünglich vor, die Karrosse vom Trabant Feuerverzinken zu lassen. Die Suche nach einem Betrieb der das macht war nicht einfach. Durch Glück und Zufall hatte ich dann mal den Altmeister einer Chemnitzer Verzinkerei am Hörer. Er sagte sowas haben sie früher z. B. mit Wartburgrahmen gemacht - die waren manchmal 300 Kilo schwerer als vorher, wenn Löcher vergessen wurden. Er sagte auch, das das Zink wegen der hohen Temperaturen ein Stück weit ins Grundmaterial eindringt und eine neue Legierung bildet. Er hat mir deutlich davon abgeraten! Die Fahrzeuge wo so etwas von Werk gemacht wurde, hatten spezielle Stähle oder dickere Materialstärken.

    Weil ichs immernoch gut gemeint habe, lies ich Anbauteile (Hilfsrahmen, Achsteile, Kleinteile) Feuerverzinken. Teile aus dünnem Blech gingen danach aber schnell Kaputt. Das Material hatte sich wirklich deutlich verändert.

    Der Aufwand vor dem Lackieren und Gewinde nachschneiden ist ebenso imens. Zur Zeit bin ich Fan von Zinkspray aus der Dose. Das macht chemich genau das gleiche.

    Hier mal ein bisschen "Senf" aus der Beruflichen Praxis zum Thema Verzinken:

    Hohlräume in Metallkonstruktionen müssen immer groß genug angebohrt werden, mind. 10 - 12 mm, wenn sie vezinkt werden sollen. Ansonsten verformen sich die Teile oder platzen explosionsartig auf. Der Verzinker kontolliert das bei der Annahme und bohrt, wenn erforderlich noch Kostenpflichtig Löcher nach. Sonst gibt´s keine Verzinkung. In den Verzinkereien liegen normalerweise auch Merkblätter aus, wo informiert wird, wo und wie Bohrungen ausgeführt werden sollen.

    Es hat in der Vergangenheit schon schwere Unfälle in Verzinkereien gegeben. Es ist nicht schön, wenn ein Teil im 800 grad heißen Zinkbad explodiert und die heiße Zinkplörre durch die Halle spritzt und von der Decke tropft. :aaarrr: :deck:

    Durch Bohrungen an den richtigen Stellen wird das vermieden und der Zink kann auch von innen rein. Erst dadurch gibt es 100% Korrosionsschutz. :thumbsup-blue:

    Eventuelle Veränderungen im Materialgefüge werden meiner Meinung nach, überbewertet. Das passiert ja auch z.B. beim Löten und Schweißen. Beim Feuerverzinken ist das Eindringen durch die Temperatur ( ähnlich wie beim Löten ) ins Material ja gerade das, was dieses Verfahren gut macht. Es gibt ja auch PKW´s die verzinkt sind. Zumindest der Unterboden. Was Hersteller natürlich nicht gerne machen, weil das Fahrzeug dann viel zu lange hält. Und das ist nicht gut für den Umsatz. Darum bohren die Lümmels lieber Löcher an bestimmten Stellen, oder doppeln die Bleche, damit Wasser, Dreck und im Winter Salzwasser schön überall reinkriechen kann und im Verborgenen sein zerstörerisches Unwesen treiben kann. :dev:   ;}

    Die Zinkfarbe aus der Dose ist zwar besser als nichts, kommt aber keineswegs an die Feuerverzinkung ran. Auf jeden Fall muss darauf eine gute Lackierung aufgebaut werden, sonst rostet es auch schnell wieder.

    So fertig, genug geklugscheissert.

    Man muß aufstehen, bevor man sich wiedersetzen kann.

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