Der MUNGA als Träger der Panzerabwehr-Lenkrakete COBRA

  • Einige Bilder des MUNGA F 91/4 mit der ersten bei der Bundeswehr eingeführten Panzerabwehrlenkrakete (PAL) MBB 8109 COBRA. Die Bilder stammen aus dem Bundesarchiv – Militärarchiv.

         

    Die COBRA hatte eine Kampfentfernung von 400 m bis 1600 m und einen Panzerdurchschlag von 475 mm. Unterhalb 400 m konnte die Waffe nicht eingesetzt werden, weil die Rakete nach dem Start erst einmal in hohen Bogen in den Himmel stieg und vom Schützen erst wieder „eingefangen“ werden musste. Bei dieser PAL musste noch die Rakete tatsächlich mit einem Joystick gesteuert werden, es genügte nicht, wie bei der MILAN mit der Zieloptik den fahrenden Feindpanzer im Ziel zu behalten. D.H. der PAL-Schütze musste sowohl den Leuchtsatz der abgefeuerten Rakete wie auch den fahrenden Panzer im Blick haben, was sie Ausbildung recht schwierig machte.
    Dieser große tote Raum nach dem Abfeuern war ein Grund dafür, dass die COBRA in den späten 1960er Jahren bei den Panzergrenadieren der 6.PzGrenDiv in Schleswig-Holstein abgezogen wurde, weil man wegen der dortigen Geländeverhältnisse (Knicks, Steinwälle usw.) keinen sinnvollen Einsatz für diese Waffe mehr sah.

    Bei jedem PAL-Trupp war deswegen auf dem Fahrzeug auch eine leichte Panzerfaust vorhanden, um im Notfall diesen weiten toten Raum zumindest einigermaßen abdecken zu können. Auf den Fotos sieht man, wie diese Waffe hinter dem Fahrersitz mitgeführt wurde.

    Einsatz der COBRA bis 1970 (Heeresstruktur 2):
    - Bei jedem PzGrenBtl (MTW), PzGrenBtl (mot), Gebirgsjägerbataillon und Fallschirmjägerbataillon in den 5. (schweren) Kompanien je ein Zug mit 6 bis 7 COBRA. Bild eines solchen Zuges anbei.


    Im PzGrenBtl (SPz), in den HS 30 Bataillonen gab es dagegen keine COBRA.
    - in den Fallschirm-Panzerabwehrkompanien der Fallschirmbrigaden: je drei Züge mit 6 COBRA, dazu drei weitere Züge mit Leichtgeschütz auf dem MUNGA.

    Ab 1971 (Heeresstruktur 3):
    - Bei den Jäger- und Gebirgsjägerbataillonen des Feldheeres je ein Zug mit 6 COBRA
    - bei den Luftlande-Panzerabwehrkompanien: weiterhin drei Züge mit 6 COBRA.
    - Im Territorialheer bei den Jägerbataillonen in den Jägerregimentern der Heimatschutzkommandos: je 6 COBRA in den Stabs- und Versorgungskompanien. Hier blieben die COBRA bis 1980 im Einsatz. Im Feldheer dagegen wurde die COBRA nach Einführung der MILAN um 1976 abgezogen.

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