Anbei vier Bilder eine PKW 0,4 t, der noch 1989 bei der 1./Panzerartilleriebataillon 25 (Braunschweig) fuhr. Das Fahrzeug wurde fallweise sowohl vom Batteriechef der 1. Batterie, vom Technischen Stabsoffizier (TO) des Bataillons wie auch vom Transportzugführer als Führer der Vorgeschobenen Versorgungsdienste (VVD) genutzt. ![]()
![]()
![]()
![]()
Die auf den ersten Blick unspektakulären Bilder weisen beim näheren Betrachten doch einige Besonderheiten auf.
1. 0,4 t mit Flecktarnbemalung waren nach meinem Eindruck eher selten, da bei Einführung der Flecktarnung nach 1985 man sich bei vielen dieser damals doch schon recht alten und zur Aussonderung anstehenden Fahrzeuge nicht mehr die Mühe der Umlackierung machte.
2. Der Flecktarnanstrich auf den hier gezeigten Bildern wirkt von der Gestaltung der Farbflecken, teilweise auch vom Farbton, irgendwie unprofessionell, zumindest ungewöhnlich, so wie wenn man ohne Fleckentarnplan gearbeitet hätte. Auch die teilweise recht scharf gezogenen Kanten zwischen den Flecken sind unüblich, hier findet der eigentlich vorgesehene Übergang zwischen den Farben nicht statt. . Wahrscheinlich haben hier kreative Soldaten des Inst-Zuges ihre Kreativität ausgelebt.
3. Anscheinend hat das Fahrzeug mit der linken Seite ein Hindernis gestreift. Dafür sprechen Kratzer und Beulen am linken Vorderkotflügel und der Radkappe vorne links. Auch der Außenspiegel links musste bei dieser Kollision anscheinend dran glauben und wurde wegen Fehlens eines Original-Ersatzteils durch ein „ziviles“ Exemplar in verchromter Optik ersetzt. Ist auf den Bilder 1 und 4 gut erkennbar.
Das Fahrzeug ist mit einem Funkgerät ausgestattet, wahrscheinlich SEM 25. Der Batteriechef war Nebenkreisteilnehmer auf dem Bataillonsführungskreis, während Technischer Stabsoffizier oder Transportzugführer / Führer VVD funktechnisch zum Stabskreis gehörten. Siehe beigefügte Skizze für Funkverbindungen am Beispiel eines Jägerbataillons.![]()
0,4 t in Flecktarn
-
-
Schöne Fotos! Danke!
Mit der Umsetzung des Tarnanstriches wurde genau in der Zeit angefangen. Ein Schulfreund war als Wehrpflichtiger ab 1987 damit beauftragt, das für eine Fernmeldegruppe der Marine umzusetzten.
Das ursprüngliche Konzept sah grundsätzlich das Bemalen der Fahrzeuge bei der Truppe vor.
Tarnanstriche im Rahmen der Inst oder bei der Industrie kamen erst sehr viel später.
Die Umsetzung lief sehr unterschiedlich. Manche Vorgesetzte waren scharf darauf ales gründlich zu tarnen, die Fahrräder eingeschlossen.
Anderen war es eher nicht so wichtig und entsprechend wenig wurde getan. Im Prinzip nur das Nötigste.
In der Truppe hat man sich manchmal das Bronzegrün gespart und direkt auf oliv gemalt. Es wurden auch Farbreste gemischt. Die Ränder wurden in dunklen Hallen auf die Fahrzeuge projiziert und dann mit Kreide die Konturen nachgezeichnet. Dann wurden gerne mit Pinseln die Ränder nachgezogen und die Flächen mit Rolle oder Quast ausgemalt. Manchmal fehlte die Vorbereitung des Untergrundes, so dass die Farbe dann auch schnell wieder abblätterte.
Es gibt eigentlich nichts, was es nicht gab.
Kübel in Flecktarn waren nach meiner Beobachtung übrigens gar nicht so selten.
-
Manchmal fehlte die Vorbereitung des Untergrundes, so dass die Farbe dann auch schnell wieder abblätterte.
... war bei dem Kübel anscheinend auch so. Da kommt das Gelboliv auch schon wieder zum Vorschein

Gruß Kai
-
Und auch hier wieder gut zu sehen, das die normale Wagenfarbe für das Verdeck, anstatt von extra Planenfarbe, verwendet wurde. Diese blättert schon nach ganz kurzer Zeit wieder ab und schadet diesem zusätzlich.
-
Die Bundeswehr hat keine spezielle Planenfarbe zur Verfügung gestellt, wenn ich richtig orientiert bin.
Und es wird in der Truppe eben das verwendet, was da ist...
-
Ich habe seinerzeit meinen Iltis auf Flecktarn umlackiert, und wurde in einer Lkw Werkstatt im Raum Lübeck vorstellig, welche für die Bundeswehr Reparaturen ausführte.
Ergebnis: Kein Verkauf von Farbe an Zivilisten, aber den Hinweis, beim Lackieren von Planen der Farbe Elastifizierer beizufügen.
Hat auch lange gehalten.
-
....Ergebnis: Kein Verkauf von Farbe an Zivilisten, aber den Hinweis, beim Lackieren von Planen der Farbe Elastifizierer beizufügen.....
Interessant, von einem Elastifizierer für normale Wagenfarbe habe ich bisher noch nie etwas gehört. Da wäre ich für weitere Informationen dankbar.
Ich denke mal die extra Planenfarbe war ja wirklich erst ab Einführung der Flecktarnung wichtig. Und dann ja auch nur zur Nachbesserung von Altbeständen. Neufahrzeuge mit Flecktarnverdeck wurden ja ab Werk bedruckt (z.B. Iltis).
Jetzt mitmachen!
Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!