Nähzeug der Bundeswehr

  • Ich mache hier mal ein neues Thema zu dem viel außer Acht gelassenen Nähzeug der Bundeswehr auf, wie es "früher" immer ausgegeben wurde und das eigentlich jeder kennt, der bei der alten BUNDESWEHR war.

    Mein älestes Modell dazu sieht so aus:

    Es ist von 1958 und wurde mir von meinem Schwiegervater übergeben, der es 1963 bei der Einkleidung erhalten hatte ...

    Das Meiste fehlte schon, aber zum Klamottenflicken reichte es noch.

    Die frühen Modelle waren noch "dreiteilig" aufgebaut. Im Rahmen der "Vereinfachung" ging man dann zu einem "zweiteiligen" Modell über, dass so aussah:

    Hier fehlt quasi nur das Mittelstück und es ist von 1991. Neuere Modelle sind mir nicht bekannt.

    Daher auch gleich eine Frage in die Runde. Gibt es jetzt eigentlich noch ein Nähzeug bei der Bundeswehr?

    Knöpfe müssen ja nicht mehr angenäht werden, aber Löcher kann man sich immer noch in die Klamotten reißen. Oder geht der Bundi damit zum Tausche in die Kleiderkammer?

    Im Netz tauchen seit kurzem diese Modelle auf:

    Ist das vielleicht das aktuelle Nähzeug der Kameraden?

    Ich bin auf eure Antworten und Erfahrungen gespannt :)

    Ich für meinen Teil nutze das alte Nähzeug heute noch zur Reparatur von Ausrüstung und es ist auch immer wieder eine Fundgrube für alte Knöpfe, die sonst nur schwer zu beschaffen sind.

    Gruß - Kai

    :BGS-F: BUNDESGRENZSCHUTZ - GSK (GrenzSchutzKommando) Küste - BGS See - KüEH (KüstenEinsatzHundertschaft) :BGS-S:

    :BGS-B:

  • Ist das vielleicht das aktuelle Nähzeug der Kameraden?

    Du bist nicht ganz richtig, aber auch nicht falsch. Es handelt sich bei dem neuen nicht um das Nähzeug für die Uniform, sondern um das Nähzeug für die Kampfbekleidung. Besser gesagt für die Weste.


    Gruß

    Bernhard B:)

  • Kampfbekleidung ist doch auch Uniform.

    Der Kampfbluse, oder wie das jetzt heißt, ist es doch egal, womit es geflickt wird.

    Das "alte" Nähzeug war da universell für alle Bekleidungsarten einsetzbar und entsprechend bestückt.

    Gibt es denn kein allgemeines Nähzeug mehr, falls mal ein Knopf am Dienstanzug verloren geht?

    Bin gespannt auf weitere Beiträge und gerne auch Erfahrungen zum alten Nähzeug.

    Gruß - Kai

    :BGS-F: BUNDESGRENZSCHUTZ - GSK (GrenzSchutzKommando) Küste - BGS See - KüEH (KüstenEinsatzHundertschaft) :BGS-S:

    :BGS-B:

  • Ich finde das Thema Klasse.

    Hab immernoch zwei Nähzeuge im Einsatz. Eines zu Hause und eins im Auto. Wird regelmäßig genutzt. Hab aber einige Nadeln und reißfesteren Faden hinzugefügt.

    Wie das aktuell in der Bundeswehr ausschaut interessiert mich auch sehr. Meine 4 Jahre Dienstzeit waren im Dezember 1999 zu Ende

    Gruß Stefan

  • Ja, das interessiert mich auch. Solch ein "Flickzeug für die Weste" ist bei mir im Zulauf und wird dann auch bildlich vorgestellt.

    Bin gespannt, welche Informatinen hier noch ihren Weg finden.

    Gruß - Kai

    :BGS-F: BUNDESGRENZSCHUTZ - GSK (GrenzSchutzKommando) Küste - BGS See - KüEH (KüstenEinsatzHundertschaft) :BGS-S:

    :BGS-B:

  • Mein Nähzeug, das ich 1986 bekam, habe ich 2007 abgegeben.

    Vorher habe ich die ganzen Marine-Knöpfe, die da regulär nicht enthalten waren, "gerettet".

    Bei der Einkleidung für die Reserve 2016 bekam ich ein absolut identisches Stück wieder ausgehändigt.

    Da hat sich zumindest bis dahin nichts geändert.

    Natürlich kann es auch mal notwendig werden, an Hemd, Jacke und Hose sowohl des Dienstanzuges, als auch derm Feldanzug mal etwas zu flicken oder einen Knopf wieder anzunähen.

    Grüße von der Küste! Til :krad::renault:

    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

    :BGS-F:

  • Moin Til :)

    Ist bei deinem Marinenähzeug auch ein "M" für die Marineausführung gestempelt?

    H (HEER) + L (LUFTWAFFE) habe ich ich im Bestand ...

    Gruß - Kai

    :BGS-F: BUNDESGRENZSCHUTZ - GSK (GrenzSchutzKommando) Küste - BGS See - KüEH (KüstenEinsatzHundertschaft) :BGS-S:

    :BGS-B:

  • Danach habe ich noch nie geguckt. :rolleyes:

    Da hellgraues, heerestypisches Garn enthalten war und nichts blaues, bin ich von einem Standardteil ausgegangen, das für das Heer konzipiert wurde. War mir nicht bewusst, dass es verschiedene gab. Das war übrigens schon 1986 so.

    Grüße von der Küste! Til :krad::renault:

    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

    :BGS-F:

  • Super Thema =)...

    Mein altes Nähzeug war schon oft der Retter in letzter Sekunde. Seit Jahrzehnten ständig erweitert und aufgefüllt ist es seit 1996 ein treuer Begleiter :engel:


    Wo bekommt man denn dieses neue Nähzeug für die Weste?

    Sonnige Grüße

    Sascha

  • Wo bekommt man denn dieses neue Nähzeug für die Weste?

    ... habe ich jetzt einmal in der Bucht gesehen und zugeschlagen, wurde aber auch schon bei KlAz angeboten.

    Dadurch bin ich auch auf die Idee gekommen hier mal ein Thema zu eröffnen.

    Gruß - Kai

    :BGS-F: BUNDESGRENZSCHUTZ - GSK (GrenzSchutzKommando) Küste - BGS See - KüEH (KüstenEinsatzHundertschaft) :BGS-S:

    :BGS-B:

  • Ein sehr interesantes Thema, ich hab auch einige im bestand bei mir.

    Das was ich am längsten habe fährt seit dem Ersten auto mit mir rum ... hab ich irgend wo mit den ganzen teilen hingepackt, da müste ich auf datum und stempel mal schauen.

    meines aus meiner dienstzeit ist auch noch vorhanden ... da muss ich doch mal wieder raus suchen , und noch 1-2 solten bei mir sein.

    Nie gewust wozu die buchstaben wahren.


    Of genutz schon und immer noch in nutzung

  • In der aktuellen TL der Bundeswehr für die Nähzeugtasche:

    TL 8315-0005 Nähzeugtasche.pdf

    Wenn ich mir den in dieser TL genannten Inhalt der Nähzeugtasche ansehe, hat sich gegenüber dem Nähzeug, das ich im Juli 1976 empfangen habe, doch einiges geändert. Damals gab es außerdem in dieser Tasche:
    - mindestens 5 Nähnadeln und 1 dickere Nadel für Stopfgarn
    - graues dickeres Wolle-Stopfgarn
    - je 1 Stern mit schwarzen oder grauen Leinenzwirn
    - 1 Fingerhut
    Was damals allerdings fehlte, war die "Einfädelhilfe".

    Zu dem Stopfgarn und der entsprechenden Nadel ist zu sagen, dass die nie jemand verwendet hat. Löcher in den Socken stopfen konnte sowieso keiner der Soldaten. Viele kamen schon beim Annähen eines Knopfes an ihre Grenze, vor allem dann, wenn der Knopf nicht direkt auf den Stoff genäht werden konnte, sondern wegen des dicken Stoffes mit einem sog. Stiel angenäht werden sollte, um das Zuknöpfen zu erleichtern (z.B. beim Parka).

    Wenn ich mich recht entsinne, gab es in der damals gültigen Ausgabe der ZDv 10/5 "Der Innendienst" ein eigenes umfangreiches Kapitel, das sich mit der Pflege und Instandhaltung der Ausrüstung beschäftigte. Hier waren eben diese Nähtechniken beschrieben, genauso wie das Innen-Reinigen der Feldflasche. Auch wurde verlangt, dass das Falten der Zeltbahn regelmäßig zu wechseln war, damit die Zeltbahn an den Faltstellen nicht vorzeitig brüchig wurde.

  • Wenn ich mich recht entsinne, gab es in der damals gültigen Ausgabe der ZDv 10/5 "Der Innendienst" ein eigenes umfangreiches Kapitel, das sich mit der Pflege und Instandhaltung der Ausrüstung beschäftigte.

    Das würde hier doch gut reinpassen. Wenn einer die ZDv hier mit den Passagen einfügen könnte, wäre das der Hammer :daumenhoch:

    Gruß - Kai

    :BGS-F: BUNDESGRENZSCHUTZ - GSK (GrenzSchutzKommando) Küste - BGS See - KüEH (KüstenEinsatzHundertschaft) :BGS-S:

    :BGS-B:

  • Wenn ich mich recht entsinne, gab es in der damals gültigen Ausgabe der ZDv 10/5 "Der Innendienst" ein eigenes umfangreiches Kapitel, das sich mit der Pflege und Instandhaltung der Ausrüstung beschäftigte.

    Das würde hier doch gut reinpassen. Wenn einer die ZDv hier mit den Passagen einfügen könnte, wäre das der Hammer :daumenhoch:

    Gruß - Kai

    Da könnten wir mal eine Anfrage an die Vorschriftenstelle des MFF stellen: Da Obapfälza

    Detlev

    2. BeobBtl 23 - Stadtallendorf

  • topfgarn und der entsprechenden Nadel ist zu sagen, dass die nie jemand verwendet hat. Löcher in den Socken stopfen konnte sowieso keiner der Soldaten. Viele kamen schon beim Annähen eines Knopfes an ihre Grenze, vor allem dann, wenn der Knopf nicht direkt auf den Stoff genäht werden konnte, sondern wegen des dicken Stoffes mit einem sog. Stiel angenäht werden sollte, um das Zuknöpfen zu erleichtern (z.B. beim Parka).

    wir Schwaben nannten es damals " mit Füßchen annähen" :engel: da wart dann auch noch ne quadratische durchsichtige Gegenplatte mit 4 Löchern auf der anderen Seite.

    Bernd

    "Nur wenige sind es wert, daß man ihnen widerspricht!"

    und

    "Was man hat, braucht man nicht suchen/kaufen" ^^

  • und das sah so aus:

    Von hinten war dann noch das Gegenstück, ein "kleiner Knopf" mit angenäht, der ein Ausreißen des äußeren Knopfes verhinderte.

    Durchsichtig und eckig wurden die Gegenknöpfe erst später.

    Gruß - Kai

    :BGS-F: BUNDESGRENZSCHUTZ - GSK (GrenzSchutzKommando) Küste - BGS See - KüEH (KüstenEinsatzHundertschaft) :BGS-S:

    :BGS-B:

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!