Ertüchtigung von Bundeswehr, Zivilschutz und Katastrophenschutz

  • Eine Anregung bzw. Frage an die Moderation:

    Gegenwärtig gibt es viele Diskussionen um die Ertüchtigung von Bundeswehr, Zivilschutz und Katastrophenschutz. Wäre es denkbar, sich hier im Forum über sinnvolle und unsinnige Maßnahmen dabei auszutauschen? Immerhin sind hier doch viele Fachleute versammelt, die im Gegensatz zu „normalen“ Foren wirklich etwas qualifiziertes beitragen könnten.

    Als erste Lese-Anregung ein interessantes Papier, wie das Thema in Nordeuropa gesehen wird.

    https://www.baks.bund.de/sites/baks010/files/arbeitspapier_sicherheitspolitik_2026_4_3.pdf

  • Hallo,

    was ich in diesem Fall als jahrelangen Mangel ansehe, ist bzw. war die Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht und der immer schludriger gewordene Ersatzdienst in manchen Organisationen. Zur Erklärung: Ich bin gedienter NVA-Angehöriger, danach freiwillig im Kat-Schutz und im Verweigerer-Komitee. Was mir da untergekommen ist, ließ mich schon vor Jahren an dem eingeschlagenen Kurs der Politik zweifeln. Trotzdem bin ich jetzt gespannt, mit welchen Kniffen und Tricks man aus dieser offensichtlichen Misere heraus kommen will. Das wird sicher sehr interessant werden und sicher nicht ohne wilde Diskussionen abgehen.

    Russe 469

  • Man hat ja auch über viele Jahre Schutzbauten (Bunker) verkommen lassen und dann verramscht.

    Auch ein Fehler.
    Auch wenn so ein Bunker keinen Volltreffer mit eintsprechenden Mitteln übersteht, so hat so ein Bauwerk doch viele Vorteile.
    Stabile Bauweise, eigene Wasserversorgung, eingene Stromversorgung, Luftfiltereinrichtung, ....
    Es muss ja nicht immer ein Großangriff von irgendwem sein.
    Als Notunterkunft bei Schadensereignissen, als Anlauf- und Versorgungsstelle bei großflächigen Energieausfällen, Rechenzentrum, Lagerraum für die Notfallversorgung, .....

    Nun versucht man ja Bunker zurück zu bekommen, deren Abriss noch zu verhindern, während Stadtplaner noch so schnell sie können Abrissmaßnahmen durchzuziehen versuchen.
    Ich kenne durch meine Arbeit den einen oder anderen erhaltenen Bunker in Lübeck von innen und die lassen sich alle noch wieder ertüchtigen.

    Vorsicht ! Beiträge können Ironie und Sarkasmus enthalten. Sie sind für seichte Gemüter und zu nah am Wasser gebaute Menschen nur schwer zu ertragen. :heuldoch:

  • Woran ich zweifle ist dass man das unserer Bevölkerung nahebringen kann so wie in dem Artikel die nordischen Staaten.

    Der Staat lügt und verarscht seine Bürger in vielfältiger Weise. Ich glaube nicht dass sich noch viele Menschen für das Ganze verantwortlich fühlen.

    Ich habe meinen Kindern noch beigebracht dass sie für jedes Recht dass sie mehr beanspruchen auch eine Pflicht übernehmen müssen. Das war vor rund 40 Jahren und ich war schon damals damit ein Außenseiter, ein "reaktionärer Sack" wie jemand sagte. Ich denke hier liegt das Hauptproblem, jeder hat ein Recht auf irgend was, will dafür aber seinen Kopf nicht hinhalten. Und die, die etwas tun, etwas bewegen, sind am Schluß die Gelackmeierten, weil ein Haufen Zecken an ihnen saugen.

    Sorry für meine Worte, das könnte man bestimmt eleganter formulieren, aber das Thema kocht schon zu lange in mir.

    Nur noch ein Beispiel:
    ich habe meine Stadt angeschrieben, alle meine Berufe und Fähigkeiten genannt und gesagt dass ich mich im Katastrophen- oder Kriegsfall gerne nützlich machen würde. Nachdem mich die dritte Behörde, die ich dann in genannter Reihenfolge anschrieb, zugeschwurbelt hat, mit netten, aber inhaltslosen Briefen, habe ich aufgegeben.

    Gruß

    Wolfgang

  • Ergänzung:
    Ja, der Wehrdienst als Pflichtdienst muss wieder her.

    Mein Vorschlag:
    Ein verpflichtender der Deutschlanddienst für alle Geschlechter. Zwischen 18 und 40 Jahren.
    Entweder 12 Monate Bundeswehr, oder 12 Monate in der Pflege.
    Bis 35 kann der Eintrittszeitpunkt frei gewählt werden, danach wird eingezogen.
    Wer studieren möchte, muss vorher Wehr- oder Ersatzdienst abgeleistet haben.
    Wer in den öffentlichen Dienst möchte, muss vorher Wehrdienst abgeleistet haben.
    Totalverweigerer 3 Jahre Freiheitsstrafe ohne vorzeitige Entlassung zuzüglich Geldstrafe an den Vermögensverhältnissen bemessen.

    Nach Ableistung des Wehrdienstes 3 Wochen pro Jahr Reservistendienst, für welchen der Arbeitgeber die Leute freizustellen hat.

    Vorsicht ! Beiträge können Ironie und Sarkasmus enthalten. Sie sind für seichte Gemüter und zu nah am Wasser gebaute Menschen nur schwer zu ertragen. :heuldoch:

  • Quakfrosch , drei Fragen:

    Wo willst Du all die Wehrpflichtigen unterbringen, einkleiden, ausbilden, usw ?

    Warum nur Wehrdienst wenn jemand in den öffentlichen Dienst will ? Ist für Dich Zivildienst kein Dienst am Land ?

    Und dürfen die, die gesundheitlich wirklich untauglich gemustert wurden dann gar nichts mehr machen? Sie haben ja keinen Dienst geleistet.

    Gruß

    Wolfgang

  • Mit einem Jahr Wehrdienst kann man keine Soldaten an komplexen Systemen ausbilden. Das war schon Anfang der 1990er bekannt. Da müssen also schon ein paar kluge Konzepte her, damit die Verteidigungsfähigkeit steigt.

    Schon die Unterbringung ist, wie schon geschrieben, ein Thema.


    Gruß Bernd

  • Nur noch ein Beispiel:
    ich habe meine Stadt angeschrieben…..

    Ich glaube, du hast die Behörden mit deinem Angebot total überfordert.

    Die wissen selbst noch nicht genau, was in diesen Fällen auf sie zukommt.

    „Damals in der guten alten Zeit“ gab es Katastrophenschutzpläne in denen das meiste geregelt war. Und die Pläne sind schnellstens im Zuge der ost-West Entspannung geschreddert worden. Heute haben wir einen Operationsplan Deutschland, der noch mit leben erfüllt werden muss - aber niemand weiß genau wie.

    Na ja, für die Katholiken unter uns …. Am Wochenende beginnt ja das Pfingstfest…. vielleicht hilft‘s ja dem einen oder anderen.

    Gruß Bernhard

  • Ich fand diese Aussagen im Thread sehr interessant:


    "Ja, der Wehrdienst als Pflichtdienst muss wieder her."

    und demgegenüber:

    "Der Staat lügt und verarscht seine Bürger in vielfältiger Weise."

    Ich denke, das ist genau das Dilemma, in dem sich viele Bürger befinden. Demgegenüber z.B. Schweden: der dortige Staat hatte bereits 1815 ein Transparenzgesetz. Das Vertrauen ist dort wesentlich höher und es gab auch nicht so viele historische Brüche, bei denen der jeweilige Staat eine unrühmliche Rolle spielte. Die Frage ist, wie kommt man da raus?

  • "Man hat ja auch über viele Jahre Schutzbauten (Bunker) verkommen lassen und dann verramscht."

    Gleiches gilt ja auch für viele ehemalige Kasernen, die nicht mehr genutzt werden / wurden. Mal abgesehen von denen die sinnvollerweise für Gewerbezwecke weitergenutzt werden. Viele sind abgerissen worden, oder mittlerweile verfallen. Auch dadurch ist wertvolle Struktur, die z.B. im Katastrophenfall sinnvoll gewesen wäre, verschwunden.

    Vermutlich hatte das auch politische Gründe, Stichwort: Abrüstungsvereinbarungen. Das war damals wohl der "Preis" für mehr Sicherheit und Frieden. Und aktuell halten gewisse skrupellose, korrupte Drecksäcke es für notwendig, massiv auf das Gegenteil hinzuarbeiten. Sie unterliegen wohl dem Irrglauben daran, dass sie im Falle einer Eskalation mit der heutigen Waffentechnik, zu den Überlebenden gehören.

    Man muß aufstehen, bevor man sich wiedersetzen kann.

  • Mit einem Jahr Wehrdienst kann man keine Soldaten an komplexen Systemen ausbilden.

    Da widerspreche ich entschieden.

    Die Behauptung wurde zwar damals schon geäußert, aber grundsätzlich konnten die Wehrpflichtigen am Ende der Dienstzeit selbständig mit komplexe Gerät umgehen. Selbst gesehen habe ich das beim Pipelinegerät und diversen Pioniermaschinen bis hin zu Biber und Dachs.

    Auch bei der CAT waren deutsche Mannschaften mit Wehrpflichtigen in der Besatzung immer wieder ganz vorne dabei.

  • Ich für meinen Fall halte ja den ganzen Zauber mit "der Feind im Osten überrennt uns
    bald" für reine Panikmache bzw. eine willkommene Ablenkung von wirklichen Problemen.
    Der psychologische Trick namens "Angst steuert Massen" wird seit Jahrhunderten
    äußerst wirkungsvoll angewandt, weltweit.
    Bei Lichte betrachtet gibt es keinen Grund, warum das "Feind-im-Osten"-Szenario
    Realität werden sollte, gehören wir doch weder zum alten Zarenreich, noch verfügen wir
    über Bodenschätze oder ähnliche Werte. Und auch das Thema mit "wirtschaftlicher
    Vormachtstellung" hat sich seit einigen Jahren gründlich erledigt.
    Die wirkliche und größte Gefahr nicht nur für unser Land, sondern für unseren ganzen
    Kontinent kann jeder sehen, der offenen Auges durch eine beliebige europäische Stadt läuft.
    Schon vor vielen Jahren hat Henryk M. Broder (falls den Mann jemand nicht kennen sollte -
    Broder ist ein äußerst scharfzüngiger und weitsichtiger, deutsch-jüdischer Intellektueller) u.a.
    mit seinem Buch "Hurra, wir kapitulieren" vor der jetzt deutlich sichtbaren Entwicklung gewarnt.

  • Tja,dieses Thema wird auch denke ich nicht so schnell angegangen! Zu locker sitzt die Nazikeule:rolleyes:...

    Obwohl sie sehr oft falsch platziert wird!!!

    Mann sieht hier in der Region deutlich!!!! den Nachteil einer zügellosen und unüberwachten Migration! Kleinstädte vermüllen und verrohen zusehends :schulterzuck: normale Menschen trauen sich dann bald dort nicht mehr hin! Lokale Spitzenpolitiker darauf angesprochen verweigern die Realität und warnen lieber vor rechts oder halt vor der Bedrohung aus dem Osten :T....

    Es ist wie du sagst, der Feind kommt auch meines Erachtens nicht aus dem Osten...er ist schon längst da!!! Dafür oder eher dagegen wird auch eine ertüchtete Bundeswehr oder die Zivilschutz Organisationen nichts mehr ausrichten!

    Sonnige Grüße

    Sascha

  • Allerdings finde ich es grundsätzlich sehr gut wenn die Junge Bevölkerung eines Landes einen verpflichtenden Dienst zu leisten hat!=)...alleine die "Angst"davor formt schon den Charakter :yes:....

    Dafür fände ich es aber gerecht das ALLE ran müssen!!! Jeder der hier lebt! Egal welcher Abstammung, Farbe, Clan Mitgliedschaft,usw ...

    Nicht wie jetzt, Männer müssen, Frauen können...

    Und was ist mit dem Rest?hmmm...

    Jahrelang wird der woketismus auf allen Ebenen ausgelebt und auf einmal gibt es doch nur noch zwei Geschlechter :schulterzuck:...was denn nun???

    Die Politik macht es sich auch da wieder sehr einfach und vermeidet es sich damit zu befassen.

    Es werden sich die Themen so gelegt,wie sie Grade passen. An Unfairniss den anderen Geschlechtern gegenüber nicht mehr zu übertreffen!

    Aber, so ist das im besten Deutschland aller Zeiten,und so lange das Volk es mitmacht wird sich daran auch nix ändern! :no:


    Sonnige Grüße

    Sascha

  • Wer hier leben will soll auch dafür arbeiten und auch für die daraus resultierenden Leistungen .Hier bei uns sind noch sehr viele Junge Leute beim DRk , der freiwilligen Feuerwehr oder dem THW aktiv.

    Das finde ich gut . Schutzräume für die Bevökerung gibts eigentlich kaum noch. Man sollte nicht unterschätzen das daran viele Leute interessiert sind.

    Immerhin lebt man hier noch gut.

    Was Frauen angeht, die sind viel selbstständiger und genau an dem Interessiert was früher Männerdomäne war. Technische Berufe.

    Die Bezahlung sollte für Männer und Frauen in Gleicher Position gleich sein.

    Allgemein denke ich das ein aufgeblasener Verwaltungsapparat nicht besonders förderlich ist.Es wird zuviel gelabert und zu wenig in die Wege geleitet.

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:

    :barett-sch:

  • Mal zur Organisation/Zuständigkeit:

    Bundeswehr: Verteidigungsministerium also Bund
    Zivilschutz: Innenminister-Bund
    Katastrophenschutz: Länder, Landkreise. Jedes Land hat eigene Gesetze dazu und beschafft Material für sich.

    Aus meiner Sicht liegt bereits darin eine "organisatorische Katastrophe" im Krisenfall. Es müßte eine klare Befehls- und Kommandogewalt geben. Wir ließe sich sowas in einem relativ großen Land regeln? (Darin liegt vielleicht auch die Schwierigkeit, sich bei kleineren Ländern wie Schweiz oder Finnland etwas abzugucken).

  • Gandalf

    Ich gebe Dir recht mit der Panikmache.

    Hierzu kurz etwas erheiterndes, ich hoffe die Nordlichter verstehen das :D

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    Gruß

    Wolfgang

  • Ich war Soldat (SaZ 4) und zusätzlich ehrenamtlich im KatSchutz (DRK, KatS Land Hessen) - zur Zeit des kalten Kriegs war da zumindest noch Personal und Ausrüstung da.

    Das Land Hessen unterhielt mehr als 40 Schnelleinsatzzüge, bestehend aus zwei Behelfskrankenwagen (4 Tragen Fahrzeuge) einem Gerätewagen (GW 1 von Ziegler) und ca. die Hälfte der Züge hatte noch ein Fahrzeug mit einer Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA 4 von Berkefeld). Die Mehrheit des Personals der Züge wurde durch das DRK gestellt, hinzu kamen einige Züge die von anderen Hilfsorganisationen "betrieben" wurden.

    Die Züge waren auf Erste Hilfe, Betreuung und technische Hilfeleistung ausgerichtet.

    Stand 2026 - alles weg!

    Damals gab es zusätzlich vom DRK noch Hilfszugabteilungen (HZA), ausgerichtet auf Erste Hilfe, Sanitätsdienst, Betreuung, Verpflegung und technische Hilfeleistung.

    Heute gibt es in Hessen noch eine "Landesverstärkung des DRK" mit ähnlicher Ausrichtung und natürlich DRK Bereitschaften mit unterschiedlicher Ausrichtung in Bezug auf die Fachdienste: https://www.drk-hessen.de/leistungen/ein…ung-hessen.html

    Detlev

    2. BeobBtl 23 - Stadtallendorf

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