Wenn der innere Spieß Amok läuft: Der emotionale Spagat auf dem Fahrzeugtreffen

  • Hallo zusammen,

    inspiriert durch unsere Umfrage zur militärischen Vergangenheit und meine jüngsten Eindrücke beim 6. Point Alpha Militärfahrzeugtreffen, muss ich eine Beobachtung teilen. Es geht um eine ganz subjektive These und ein Phänomen, das mein Gehirn auf eine harte Probe stellt.

    Stellt euch folgende Szene vor: Du reist an, freust dich auf den Duft von Diesel, altem Leder und ehrlicher, kompromissloser Technik. Du willst einfach nur schweres Eisen bestaunen. Du passierst das Tor bzw. die Einfahrt aufs Feld, atmest tief ein – und plötzlich schlägt die Atmosphäre um. Du stehst mitten in einem Meer aus Flecktarn, Oliv und historischer Ausrüstung. Eigentlich ein Paradies für Enthusiasten. Doch genau in diesem Moment passiert etwas im Kopf eines ehemaligen Soldaten.

    Das tief sitzende Erbe der Dienstzeit kickt mit der Wucht einer Panzerfaust rein. Im Nacken spürst du schlagartig wieder den heißen Atem des damaligen Dienstvorgesetzten. Dir schießen die alten, unbarmherzigen Ansagen durch den Schädel, dass das unbefugte Tragen von Uniformteilen in der zivilen Welt ein absolutes Sakrileg ist. Ein Verstoß, der damals die Hölle heiß gemacht hat und im schlimmsten Fall unter Strafe stand.

    Ein zutiefst mulmiges Gefühl kriecht die Wirbelsäule hoch. Ein Teil des eigenen Gewissens sträubt sich mit Händen und Füßen gegen das, was das Auge sieht: Ein völlig abnormaler Zustand aus hunderten Menschen - teilweise in voller Montur -, aber komplett ohne militärische Organisation, ohne Befehlsstruktur und ohne den Segen der Vorschriften. Mein Gehirn verfällt in Schockstarre und wartet insgeheim darauf, dass jeden Augenblick ein stiernackiger Spieß mit hochrotem Kopf im Laufschritt um die Ecke biegt. Einer, der die Szenerie einfriert, dich für das bloße Zusehen erst vierteilt und danach so klein wie eine Briefmarke faltet, um dich per Feldpost wegzuschicken.

    Und genau auf dem Höhepunkt dieses inneren Alarmsignals setzt die Vollbremsung ein. Der rationale Fan-Modus übernimmt das Steuer. Du atmest aus und denkst dir: „Komm mal runter, Kollege.“ Ein Fußballfan zieht sich schließlich auch voller Stolz das Trikot der Mannschaft an, die er bewundert. Warum also nicht auch der Outdoor- und Fahrzeug-Enthusiast, der die historische Technik und das Lebensgefühl zelebriert? Man hat ja volles Verständnis für die Leidenschaft der Leute. Es ist eine Hommage an die Technik, kein Antreten zum Gefecht.

    Es bleibt ein zutiefst schizophrenes Gefühl. Ein emotionaler Spagat zwischen jahrelang antrainiertem - und verstandenem - Gehorsam und der puren, unbeschwerten Freude am gemeinsamen Hobby.

    Wie ging oder geht euch das als Ehemalige, wenn ihr das erste Mal über so ein Treffen lauft? Kennt ihr dieses unterschwellige, mulmige Gefühl, oder habt ihr den inneren Spieß schon beim Passieren des Einfahrtstores erfolgreich weggesprengt?

    Und bitte die wichtige Bitte vorab: Lasst uns hier keine politische Diskussion starten oder in rechtliche Grundsatzfragen abdriften. Mir geht es rein um eure ganz subjektiven Gefühle, Lachmomente und Erfahrungswerte!


    ...noch ein kurzes Wort in eigener Sache: Ich habe das Forum vor diesem Beitrag bewusst nicht per Suchfunktion, Deep-Dive-Keyword-Finding oder psychologischen Tiefenanalysen nach ähnlichen Diskussionen durchforstet. Falls das Thema also in grauer Vorzeit schon mal irgendwo am Rande hochgeploppt sein sollte, bitte ich um Nachsicht – mir ging es hier um den ganz spontanen Impuls direkt nach dem Treffen.


    Wie sieht’s bei euch aus – schlägt der innere Kompass eher auf „Achtung“ oder auf „Entspannung“?


    MkG und Feuer frei für eure Storys!

    Falki alias Elektroman1975

    MfG
    Falki ( m1009_smiley_gross.gif M1009 Driver)

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  • Hallo,

    na dann will ich mal antworten. Eigentlich betrachte ich das alles relativ entspannt. Zum einen ist es mir relativ wurscht was da einer anhat, solange die Technik einigermaßen gut aussieht. Zum anderen habe ich von den Vorschriften in Bezug auf BW absolut keine Ahnung. Für meine Uniform gibt es keine Vorschriften, da die Armee aufgelöst wurde und somit nichts aktuelles darstellt. Ich war bei der NVA und in diesem Bereich gibt es auch so viele möchtegern Uniformträger, das ich auf manchem Treffen aus dem Lachen nicht raus komme. Was da alles kombiniert wird, ist immer wieder erstaunlich.

    Also mein Fazit ist: ich freue mich bei Militär-Fahrzeug-Treffen auf die Technik und das, hoffentlich vorhandene, Fachwissen über die Technik. Alles übrige lege ich unter tlw. kuriosen Randerscheinungen ab. Was auch noch wichtig ist, ist eine gute Organisation des Treffen's.


    Russe 469

  • Servus,

    Aktiver Feldwebel LUT hier. Ich kann deine Gefühle definitiv nachvollziehen. Ich akzeptiere und toleriere Sowas habe trotzdem einen leichten Hass. Ich habe kein Problem damit, wenn auf solchen Treffen die Leute meinen mit alten und auch zeitgenössischen Uniform rumlaufen zu müssen. Das Problem habe ich mit Leuten die meinen Uniformteile um zu schneidern oder am besten Uniformen undemokratischer Armeen anhaben und auch diese Symbole tragen und leben. Ich akzeptiere und finde gut wer die Uniform vernünftig trägt und auch gedient hat. Ganz schlimm finde ich immer diese Faszination für Militärtechnik auf solche Treffen gehen am besten dann in irgendwelchen Uniformen aber nie gedient haben.

    MkG

    Munber

    :munga:

  • Also ich als langjährig Gedienter sehe das sehr entspannt . Mein Gefühl sagt mir diese Leute stehen hinter der Sache , egal ob gedient oder nicht .

    Ich finde das auch gut wenn jemand im Alltag zu seinen Zivilklamotten ein BW Shirt trägt , egal ob das nun soll oder nicht.

    Irgendwie scheint das auch ein Erkennungsmerkmal zu sein , fast jeder den ich darauf angesprochen habe war Soldat und man kommt ins Gespräch .

    Habe dadurch schon einige ehemalige Fallis kennen gelernt .


    Gruß

    Dietmar :barett-bor:

  • Moin,

    Erstmal vielen Dank für die rege Beteiligung und den ehrlichen Austausch hier!:daumenhoch:

    Es ist wirklich verdammt interessant zu sehen, wie unterschiedlich das hier empfunden wird. Den einen stört es überhaupt nicht, der andere fühlt sich unwohl, kann es aber akzeptieren, und die zurzeit schreibende Mehrheit sieht insbesondere bei Uniformen eines undemokratischen Systems ein Problem – und Herrje, da fallen nun mal einige darunter. Eine wirklich spannende Dynamik.

    Um ein Missverständnis direkt auszuräumen: „Hass“ gegen die Träger empfinde ich absolut nicht. Das Wort würde meiner Meinung nach implizieren, dass ich negative Gefühle gegen den Menschen aufbringe, der sich so etwas anzieht. Das ist definitiv nicht der Fall.

    Es ist vielmehr dieses „Jahrelange“, das einem indirekt eingebläut wurde. Das Wort „Univiel“ war beispielsweise in unserem Haushalt – mein Vater war bei der Polizei – ein echtes geflügeltes Wort. Ich konnte es damals auch absolut nachvollziehen, wenn der Dienstherr aufgrund von alten Vorfällen oder auch nur Gerüchten da verdammt streng drauf geschaut hat. Aber genau aus diesem Grund beschäftigt mich die Frage, gerade bei den länger Gedienten oder denjenigen, die in Teilen noch aktiv dienen: Habt ihr diese unterschwelligen Gefühle eigentlich gar nicht?

    Und zum Thema Wehrmachtsuniformen: Puh, das ist natürlich ein verdammt schwieriges Pflaster, insbesondere wenn wir die Diskussion und das Forum hier – wie eingangs gewünscht – strikt politisch neutral halten wollen. Mein persönlicher Eindruck dazu: Wenn einer in einem vollkommen restaurierten Kübelwagen sitzt, gewisse Sonnenräder ordnungsgemäß abgenommen oder unkenntlich gemacht hat und man im Gespräch merkt, dass die Uniform rein historisch zum Fahrzeug getragen wird, das Gedankengut aber felsenfest demokratisch ist – dann hätte ich damit nicht einmal ein Problem.

    MfG
    Falki

    MfG
    Falki ( m1009_smiley_gross.gif M1009 Driver)

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  • „Hass“ gegen die Träger empfinde ich absolut nicht.

    Hier möchte ich gerne eine Sache klarstellen. Bei dem Wort Hass bezog ich mich auf die im Soldatischen Sprachgebrauch übliche Bedeutung des Wortes.

    Und zum Thema Wehrmachtsuniformen: Puh, das ist natürlich ein verdammt schwieriges Pflaster, insbesondere wenn wir die Diskussion und das Forum hier – wie eingangs gewünscht – strikt politisch neutral halten wollen. Mein persönlicher Eindruck dazu: Wenn einer in einem vollkommen restaurierten Kübelwagen sitzt, gewisse Sonnenräder ordnungsgemäß abgenommen oder unkenntlich gemacht hat und man im Gespräch merkt, dass die Uniform rein historisch zum Fahrzeug getragen wird, das Gedankengut aber felsenfest demokratisch ist – dann hätte ich damit nicht einmal ein Problem.

    Solche mag es auch geben. Meine persönliche Erfahrung ist leider eine Andere. Gerade bei meinem Aufenthalt zum D-Day letztes Jahr in der Normandy waren es zu meist Leute dennen eine PolBil definitiv mal gut tun würde. Mein Highlite war ein Franzose der mit dem Fahrrad ankam und sein Zelt aufgebaut hat mit dem Schild davor "Propaganda Kompanie". Bild im Anhang

    Aber zurück zum eigentlichen Thema: Jeder Veteran hat sich das Recht erdient seine Uniform auch nach seiner Zeit ordnungsgemäß zu Tragen.

    Eine Uniform verkörpert die Aufopferung und das Leid derjenigen die für ihr Land persönliche Einbußen bis hin zum Tod hingenommen haben. Sie ist mit dieser Ehre und Würde auch zu tragen.

    Problematisch ist auch das Tagen von Dienstgraden welche nie erdient worden sind.

    Im Anhang auch noch ein paar Bilder wo das Tragen und Verkörpern sehr gut geklappt hat.


    MkG

    Munber:gr-sch-bl:

  • Ich überlege mittlerweile sehr genau, welche Treffen ich besuche. Ich habe mich hier im Forum mal kritisch zu gehissten sowjetischen Flaggen und getragener, stilisierte NS-Symbolik geäußert und dafür (auch hier im Forum) einen Shitstorm geerntet.

    Ich besuche nur noch Treffen von RK's und solchen Veranstaltern, die eine klaren Verhaltenskodex gegenüber NS-Symbolik haben, kommunizieren und auch kontrollieren.

    Für Leute, die zu viel Rambo geschaut haben, sowie Einzelkämpfer, die die tiefste Gangart nur von der Theke nach Hause kennen, mache ich einen Bogen. Kein Bock...

    Wenn RK's eine VVag mit UTE organisieren, ziehe ich auch Feldanzug an. Aber dann auch nach Anzugsordnung.

    Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn man zivile und militärische Kleidung ansehnlich kombiniert. Doch es gibt auf jedem Treffen die berühmten Ausnahmen, die vielleicht lieber komplett in zivil gekommen wären...

    :ilseo:     :barett-ko:

  • Juup,

    danke für das Feedback – allein an der Semantik des Satzbaus und der bildlichen Sprache merke ich gerade wieder: Das ist einfach eine Wellenlänge. Man kennt das ja. Man kommt auf einen Lehrgang oder zu einer Aktivität, sieht erst mal 30 fremde Gesichter, aber nach zwei, drei Tagen hast du deine zwei bis sechs Menschen herausgefiltert, die genau dieselbe Wellenlänge haben wie du. :)

    Aber ich schweife ab... :deck:

    Nee, einen Shitstorm möchte ich hier beim besten Willen weder in die eine noch in die andere Richtung lostreten. Das ist ja genau das, was meiner Meinung nach während der Corona-Pandemie in unserer Gesellschaft extrem gelitten hat: Die Diskussionslyrik, eine echte Debattenkultur und der faire Meinungsaustausch. Man mag es ja kaum glauben, dass es früher – oder sogar heute noch, falls das keine Zeitungsente ist – richtige Debattierclubs gab, in die die Leute nur wegen des puren Spaßes am Austausch und am Argumentieren gegangen sind.

    Da ich absolut nicht ins Fadenkreuz der Admins geraten möchte, will ich es auch weiterhin strikt politisch neutral halten:

    Ich glaube einfach – und ich betreibe das Hobby jetzt noch nicht wirklich lange –, dass gewisse Auftritte und Meinungskundgebungen dem Ruf unseres gesamten Militärfahrzeug-Hobbys teilweise echt nicht gut tun. Mag sein, dass manche am Rande des Meinungsspektrums angesiedelte Ansicht in einzelnen Gemeinden oder Landstrichen überproportional oft vertreten ist, aber irgendwo gibt es eben Grenzen.


    Ok, ich will hier aber niemanden abschrecken oder mundtot machen. Gibt es von eurer Seite noch weitere Eindrücke, Erlebnisse oder ganz persönliche Gefühlsregungen zu diesem Thema?

    MfG
    Falki ( m1009_smiley_gross.gif M1009 Driver)

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  • ...kritisch zu gehissten sowjetischen Flaggen und getragener, stilisierte NS-Symbolik geäußert und dafür (auch hier im Forum) einen Shitstorm geerntet.

    Sagen wir lieber Gegenwind aus einzelnen Richtungen. Meiner Erfahrung nach sind die meisten hier sonnige Gemüter.

    Ja, die Debattenkultur und der konstruktive Austausch haben sich verändert.

    Und was gar nicht geht, sind falsche Schulterklappen und geschummelter Dienstgrad. Kommt eh meistens im Gespräch raus, dass da was nicht stimmt.

    :ilseo:     :barett-ko:

  • Ich als Ungedienter sehe das ertwa so...

    Wer gedient hat, sollte auch seine Uniform korrekt tragen... Das hat er sich ja VERDIENT. Welche Symbolik man dabei zeig, ist Geschmachssache oder sogar rechtlich geregelt.

    Wer sich historisch mit Uniformen und Militär beschäftigt, sollte auch korrekte Uniformen tragen können... Aber dann vileicht ohne Abzeichen, Hoheitszeichen, Auszeichnungen und so etwas. Es gibt auch sehr chice Uniformen von nicht demokratischen Organisationen. Wenn man sie anonymisiert bleibt chice Kleidung.

    Ich als ungedienter würde höchstens einen Guerillia look anziehen. Ich bin weder mit den Gepflogenheiten noch der Redensart vertraut und würde in einer Uniform lächerlich wirken. Es ist auch eine Frage des Respekts gegenüber den echten Soldaten.

    Ein Mensch mit Geschmack und Verstand wird sich auch gewisse Symbolik sowieso nich anziehen. Im Zweifelsfall sollte man sich mit den Leuten unterhalten.


    Eine Sache die mich persönlich seit einiger Zeit beschäftigt ist das Flagge zeigen generell. Ich bin in der DDR geboren und im Osten aufgewachsen. Ein DDR Wappen ruft eine Verbundenheit mit den Leuten hervor, die ihr Leben trotz des Systems meisterten, und in der zeit nach der Wende. Eine DDR Flagge (oder ( DDR ) Schild am Trabi) trage ich aber nicht, weil mir das System komplett missfällt.

    Am Auto habe ich ein ( CH ) Schild - mit großem Stolz. Ich trage die Schweiz im Herzen... Aber die Flagge zeige ich bis jetzt nicht. Ich habe großen Respekt vor den Schweizern, der "Idee Schweiz", aber verstehe ich genug, um auch die Fahne zu tragen???

  • Hihihi, zu meiner Jugendzeit waren ausgediente BW Parka Mode - jeder, jede lief damit herum! Gerne mit Palestinensertuch kombiniert 😋 (schaut mal Filme aus den 70ern)

    Und warum kann man das im BW-Shop kaufen, wenn man es nicht "privat" tragen soll?

    Viele Angler oder Jäger laufen heute in Flecktarn herum...

    Also: Warum muss man sich bei einer Hobbyveranstaltung daran stören?

    Allerdings, so ganz privat kann ich sowieso nicht nachvollziehen warum jemand diese "poppolieve" Kleidung freiwillig anzieht. Vielleicht sehe ich es deshalb nicht so eng?

    :munga:

  • Hihihi, zu meiner Jugendzeit waren ausgediente BW Parka Mode - jeder, jede lief damit herum! Gerne mit Palestinensertuch kombiniert 😋 (schaut mal Filme aus den 70ern)

    Und warum kann man das im BW-Shop kaufen, wenn man es nicht "privat" tragen soll?

    Viele Angler oder Jäger laufen heute in Flecktarn herum...

    Also: Warum muss man sich bei einer Hobbyveranstaltung daran stören?

    Allerdings, so ganz privat kann ich sowieso nicht nachvollziehen warum jemand diese "poppolieve" Kleidung freiwillig anzieht. Vielleicht sehe ich es deshalb nicht so eng?

    Ja so war das damals. Im Winter BW Parka und im Frühjahr / Sommer BW Feldjacke. Ich allerdings ohne Palituch. Die Klamotten konnte man in der Zeit noch in rauen Mengen und allen Größen und teilweise in Depotzustand, in den US Shops kaufen.

    Man muß aufstehen, bevor man sich wiedersetzen kann.

  • Moin, moin,

    ich sehe das so:

    gediente sollten gerne in einem KORREKTEN Anzug in Erscheinung treten!

    bei ungedienten scheitert es meist am KORREKTEN.

    Beim korrektem möchte ich noch einschränke dass der Anzug auch passen sollte und nicht 2 Nummern zu klein ist. Life gesehen: Großer Dienstanzug mit Barett ,die Jacke war kurz vorm platzen und der Koppel wohl im letzten Loch und zu kurz. "Abgebundene Mettwurst") Sah furchtbar aus ! geht gar nicht!

    Wenn ich mich so betrachte, kann ich mir nicht mehr vorstellen dass ich sowas anziehen würde, da meine aktuelle Erscheinung zu unsportlich für einen Soldaten -so wie ich mir ihn vorstelle- ausfallen würde. Andere als in gedienten Truppenteile geht auch nicht!

    Zum Thema vor 45 ähnlich: Wenn , dann ohne das Kreuz aber bitte korrekter Anzug. Sah -auch dort- einen Fallschirmjäger von Kopf bis Fuß alles korrekt und kein wilder Mix! Hat mir uniformtechnisch sehr gut gefallen. (Alle Uniformen interessieren mich optisch ;) ...und die aus der Zeit 33-45 sind m.M. nach die elegantesten Schnitte, besonders bei der Luftwaffe ).

    Früher hieß es mal, dass mehr als 3 Uniformteile eine Uniform (einen aktiven Soldaten) darstellen. Stiefel, Hose, Jacke. ...und eine Trageerlaubnis notwendig ist .

    Wenn jetzt jemand "nur" eine Tarnjacke anhat sehe ich das eher locker. Bei mehr wirds für mich schon kritisch.


    Die Eingangsfrage war ja "Feuer frei für eure Storys!"

    Grüße

    Bernd

    "Nur wenige sind es wert, daß man ihnen widerspricht!"

    und

    "Was man hat, braucht man nicht suchen/kaufen" ^^

  • Unterhaltsames Thema...

    Vielem hier kann ich zustimmen.

    - eine Militärjacke mit grünem T Hemd und Jeans ist keine Uniform - M65 oder Parka sind ja seit Jahrzehnten im Zivilen angekommen. Ich vermeide bei Tarnjacken bewusst aktuelle Muster, die noch dienstlich getragen werden, ebenso "politisch belastete", da sie zwar nett sein können, aber oft von Leuten getragen werden mit denen ich nichts zu tun haben will.

    - Komplette Unifom zum KFZ passend. Auch gut, dann muss sie aber korrekt sein und passen. Sowohl vom Zeitschnitt, als auch zum "Auftrag" passend (KFZ Treffen mit Ausstellung ist kein Kampfeinsatz, also Grundform) als auch gem. damaligen Vorschriften korrekt getragen als auch physisch passend. Sollte es eine RK Veranstaltung sein und man hat eine UTE kommt natürlich der befohlene Anzug zum Einsatz.

    - Reenactment/Living History. Hier ist im Rahmen entsprechender Displays der Platz für vollkomen aufgerödelte Figuren (wie auch "geschmückte Fahrzeuge") , hier können von mir aus auch böse Outfits getragen werden. Aber nur da. Alles schön in Absprache mit dem Veranstalter und entsprechend der Genehmigungen, denn dann gibts auch keine Diskussionen mit Waffen oder ähnlichem, denn die gehören dann dazu. Verlässt man das Display legt man den Kram ab.


    Jens

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl)  ;P


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  • Ich sehe das total entspannt. Da ich selbst aus dem Bereich Wehrmacht komme und auch auf einigen Museumsveranstaltungen, Festzügen mitgewirkt habe, habe ich kein Problem mit dem tragen von historischen Uniformen. Schwieriger wirds wenn die Leute zwielichtig sind und gewisse politische Einstellungen haben, oder mittlerweile Battlereenactment. Diese Darstellung einer "Schlacht" finde ich einfach nur lächerlich. Klar ist Ballern mit Platzpatronen geil, aber sowas kann niemals ein authentisches Bild von einem Kampf liefern. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen nur noch Fahrzeug Inst darzustellen und hab mir dafür auch extra eine andere Uniform angefertigt. Im großen und ganzen würde ich es sogar sehr begrüßen wenn mehr Leute die schöne WH Fahrzeuge haben, sich auch historisch entsprechend dazu kleiden würden. Aber das bezieht sich nicht nur auf WH sondern auf alle, denn ein schöner Iltis oder Munga wird durch den authentisch angezogenen Fahrer gleich noch mehr aufgewertet finde ich.

    Ich habe selbst nicht gedient sondern meinen Zivildienst abgeleistet, zu dem ich täglich mit meinen Iltis gefahren bin:D. Das hatte damals persönliche Gründe, aber nicht weil ich eine Abneigung zum Militär hatte oder hätte.

    Ich finde das das Thema Reenactment vorallem im Bereich WH sehr viel schwerer geworden ist in den letzten 10 Jahren, dabei finde ich es sehr wichtig um den Leuten Geschichte näher zu bringen und wieder ins Gewissen zu rufen das Krieg nichts gutes ist. Natürlich kommt es immer darauf an wie man das macht. Ich habe schon sehr viel von anderen Leuten oder Gruppen gesehn die das Thema als Camping mit saufen in Uniform umsetzen. Sowas schadet nur der Szene und den Leuten die sich wirklich viel damit beschäftigen und zusehn das alles an ihren Fahrzeugen und Ausrüstung möglichst historisch korrekt und original ist.

    Zum Thema Bundeswehr. Ich kann manch BW Soldaten verstehen der es nicht gerne sieht wenn Zivilisten in derzeitigen Uniformen mit Rang und Auszeichnungen rumlaufen, das muss auch nicht unbedingt sein, aber auf einem Treffen sollte man da ein wenig tollerant sein. Die Leute laufen so meißt nicht ausserhalb des Treffens irgendwo in der Stadt rum.

    --- Mitglied der Militärfahrzeughilfe ---

  • Moin !

    Einzelne Teile Armeebekleidung finde ich völig unproblematisch - Bei mir ist es bei diesem Wetter sehr gerne der Ranger Boonie in dreifarben Wüstentarn - weil einfach total praktisch und nützlich. außerdem gewinnt man damit bei der Silly- Hat Competiton garantiert immer ein Lächeln ;)

    Nach kompletter Uniform sollte das Outfit aber nicht aussehen....

    Bei offiziellen Veranstaltungen wie z. B. Tagen der offenen Tür etc. trage ich durchaus gerne eine olive Ausweißhülle mit meinem 40 Jahre alten Kompaniepatch, meinem Bataillons- und dem gewebten Barettabzeichen der Jägertruppe neben dem Veteranenabzeichen und dem Mitgliedsabzeichen des dt. Jägerbundes in den Klarsichtfächern. Ist immer ein guter Einstiegspunkt für interessante Gespräche und macht deutlich, auch ohne Uniform hat man eine gewisse militärische Vergangenheit.

    Horrido

    Torsten :barett-jaeger:

  • Nicht im Kern des Themas aber weil Alex es ansprach:

    Display vs. Battle-Reenactment ... Alex, da stimme ich Dir 100% zu. Mittels Display - ob mit oder ohne Fahrzeuge ist egal - Zeitgeschichte zu visualisieren und Geschichte lebendig zu machen ist ein wichtiges Medium auch gegen "das Vergessen". Battle-Reenactment ist m.E. spätestens für alles ab 1850 nur noch Kasperkram, da die Waffenwirkung und die Distanzen sich nicht mehr auf ein Feld reduzieren lassen. Selbst in den Zeiten davor muss man schon sehr gute Skripte haben und "eine Schlacht" Lenken (und gute Darsteller haben) um von Außen einen realistischen Eindruck zu haben. Fehlt das wird auch hier eine Schlacht zum LARP - Event, der den Darstellern Spaß macht aber nichts mit Reenactment zu tun hat....

    Jens

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl)  ;P


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  • Hi,

    als W15er aus der "Vor-Flecktarn" Aera bin ich einigermaßen entspannt bei dem Thema.

    Wenn man allerdings in Uniform (Grünzeug) an einem Treffen teilnehmen möchte, weil es zum Fahrzeug passt o.ä., dann sollte sie korrekt getragen werden und auch einigermaßen sitzen. Allerdings bin ich der Auffassung, dass in so einem Fall Dienstgradabzeichen nix zu suchen haben. Wenn Leute, die sich noch nicht rasieren müssen, z.B. mit Generalsdienstklappen oder der Armbinde "Feldjäger" oder "Wache" oder mit der blauen, gelben oder der silbernen Schnur rumlaufen, dann kriege ich Puls. Für mich gibt es da eine Grenze, was geht und was eben nicht geht.

    Bei Uniformträgern mit UTE gibt es da eh keinen Spielraum, was die Trageordnung der Uniform angeht.

    Wenn De glaabst ess gehd ned mehr, kimmt von irschendwo en kalde Schobbe her! :bier:

  • Ich war auf diversen Treffen, dabei ist mir besonders in Erinnerung geblieben wie gut West-Uniform und Ost-Uniform zusammen feiern und am Lagerfeuer sitzen können. Irgendwie versöhnlich, obwohl sich beide Seiten vor kurzem noch unerbittlich feindlich gegenüber gestanden haben.

    In der akkuraten Pflege von einem historischen, einsatzfähig (!) gehaltenen Fahrzeug + passender Uniform steckt jedenfalls irrsinnig viel Arbeit. Ein Aufwand, der praktisch nur privat zu bewältigen ist und nicht durch ein Museum. Finanziell kaum zu bewerten, diese Mühen.

    Aber es gibt auch (einige wenige) Wermutstropfen. Zur Schau gestellte toxische aggressive Männlichkeit find ich eher abstossend und Leute die Kriegsgeil sind egal für welche Seite oder alles rechtfertigen ebenso - da setzt ich mich dann rasch um. Mir geht dann immer durch den Kopf: fahr doch einfach nach Hamburg und setzt dich für 120€ in einen Flixbus, der dich innerhalb von 24h nach Kiev bringt wenn dir danach ist.

    Chris, unterwegs als selbstironischer Blogger & Abenteurer, im DAF T244 ex-british Army 4x4 Truck. Reiseberichte und mehr: http://www.25u.de

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