Frage zum Wechsel der Zylinderkopfdichtung 250GD

  • Hallo,

    ich habe bei meinem Wolf mit dem OM 602.939 festgestellt, dass nach ca 15min Warmlaufphase mit Standgas, Öl an der Ecke unter dem Auspuffkrümmer am 5. Zylinder ausgetreten ist. Die Vermutung ist, dass die Zylinderkopfdichtung defekt ist. Außerdem qualmt er im kalten Zustand deutlich blau. Ich habe also den Kopf demontiert und zum Motoreninstandsetzer zur Überprüfung gebracht. Der hat beim Wechseln der Ventilschaftdichtungen festgestellt, dass die Ventile in den Führungen 0,09mm Luft haben - also sein Auftrag: Führungen komplett wechseln, Ventile einschleifen und Schaftdichtungen wechseln. Planen lassen wollte ich den Kopf nicht, weil er, mit dem Haarlineal geprüft, gerade ist. Dem Motoreninstandsetzer habe ich angemerkt, dass er den Kopf gerne geplant hätte (er hat explizit in das Angebot geschrieben, dass das Planen auf Kundenwunsch nicht gemacht wird). Sollte man das grundsätzlich machen? Ich dachte mir halt, dann fehlt mir die Reserve, falls der Kopf wirklich mal krumm ist. Außerdem hätte ich die Vorkammern demontieren müssen und ggf höher setzen, usw.

    Ich habe den Kopf und den Block mit Risssuchmittel geprüft - keine Risse festgestellt. Die alte Zylinderkopfdichtung weist augenscheinlich keine Beschädigung auf. Die Ölbohrung in der Ecke am 5. Zylinder ist auf der Dichtung nicht gummiartig umschlossen, sondern hat dort nur einen Dichtring der bei Montage gequetscht wird. Kann dieser altern / aushärten und dann für den Ölaustritt sorgen?

    In der TDV fehlt das Kapitel "Kettenspanner einbauen". Im Netz liest man einerseits, unbedingt in Grundstellung bringen, weil er beim Ausbau in der äußersten Raststellung steht und andererseits, mit Öl vorbefüllen und wieder einschrauben (in dem Fall - wieviel Öl). Was ist richtig?

    Muss die Dehnschraube der Nockenwelle erneuert werden? Ich finde keine Info dazu bzw Grenzabmaße in der TDV

    Müssen die Schraubenköpfe der Zylinderkopfschrauben eingeölt werden?


    Vielen Dank im Voraus!

  • Hallo,


    Wenn der Kopf gerade ist dann brauchst du ihn auch nicht planen lassen.

    Die Dehnschrauben würde ich alle erneuern, auch die vom Zylinderkopf. Einölen musst du die nicht, da kommt von alleine Öl dran.

    Zum Kettenspanner kann ich leider nichts sagen.


    Gruß Sascha

  • Die Dehnschrauben des Zylinderkopfes mache ich sowieso neu - ich weiß nicht, ob die Dehnschraufe der Nockenwelle erneuert werden muss.

    Die Nockenwellen-Lagerdeckel werden mit lediglich 25 Nm nach Vorgabe (siehe dazu in der TDv Teil 1 , Motor und Getriebe, ab Seite ~80) schrittweise in der vorgegebenen Reihenfolge angezogen. Diese Schrauben sind keine Dehnschrauben und können bedenlos wiederverwendet werden.

    Warum liest niemand mehr die TDv? Dort steht alles exakt und Schritt für Schritt beschrieben! Ach nee, im Forum wird mir das ja vorgekaut serviert...:daumenrunter:

    Gruß Jens

    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Nochmal - ich schrieb jetzt mehrfach von der Dehnschraube (singular) der Nockenwelle, also der, womit das Nockenwellenrad an der Nockenwelle befestigt wird.

    Das ich die TDV vorliegen und gelesen habe, geht eigentlich aus meiner ursprünglichen Frage hervor, weil ich schreibe, dass ich zu dieser Schraube keine Grenzabmaße in der TDV finde.

    Ihr würdet mir mit zweckdienlichen Hinweisen sehr weiterhelfen - ungern würde ich jetzt eine Rechtfertigungsposition einnehmen wollen

  • Diese Schraube wird zwar mit Drehmoment plus Drehwinkel angezogen aber nirgendwo wird eine Höchstlänge erwähnt.

    Da in der TDv nichts Gegenteiliges vorgeschrieben wird habe ich die wiederverwendet und keine negativen Erfahrungen damit gemacht.

    Gruß Jens

    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Ich denke mir immer:
    "Wenn die da schon eine Dehn-Schraube einbauen, dann kann die sich ja irgendwann mal dehnen und dann würde ich mich freuen, wenn ich eh schon da bin, dass ich eine neue ungedehnte Dehn-Schraube verbaue, damit die sich in Ruhe dehnen kann, nicht überdehnt wird und dann eventuell abreisst. Sie ist ja keine Abreiss-Schraube, sondern eben nur eine Dehn-Schraube..."

    So machst Du es ja beim Kopf, dann mach es doch auch bei der Nockenwelle, oder ?

  • Ich habe mit einem alten Mercedes - Schrauber gesprochen. Der meinte die könne man wieder nehmen. Es wäre zwar eine sogenannte Dehnschraube, sie würde aber bei dem vorgeschrieben Anzugsmoment im elastischen Bereich bleiben und sich nicht längen. Zu spät - jetzt habe ich sie schon erneuert. Die Neue ist exakt so lang wie die Alte.

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