Alternative Kommunikationstechniken in Krisenfällen

  • Danke für die Anregung zu diesen Thread Chris!

    Entstanden ist dies auf die Frage welche krisensicheren / autarken Kommunikationstechniken es gibt.

    Die hochwertigste und ausfallsicherste Form scheint mir das WinLink System der Funkamateure zu sein, da es Tausende Funkamateure auf der ganzen Welt gibt, die dieses System aus reinem technischen Interesse betreiben und ständig weiterentwickeln.

    Erforderlich zur Teilnahme ist eine gültige Amateurfunkbewilligung (inkl. Rufzeichen).

    ! Nicht zu verwechseln mit CB Funk!

    Zum Amateurfunk allgemein: Die Prüfung dazu ist im eigenen Land bei den entsprechenden Behörden abzulegen und ist dann so gut wie weltweit gültig. Ev.gibt es besondere Bestimmungen in den jeweiligen Ländern, die man bereisen möchte.

    LG Roland

    Amateurfunkrufzeichen: OE3NRS

  • Spannendes Thema.

    Google nennt mir wahlweise UKW / VHF / UHF oder Kurzwelle / HF für WinLink. Was verwendest Du bei dir ?

    LG chris

    Chris, unterwegs als selbstironischer Blogger & Abenteurer, im DAF T244 ex-british Army 4x4 Truck. Reiseberichte und mehr: http://www.25u.de

  • Dieses Thema passt besser in die "militärische Fernmeldetechnik", weshalb ich es mal da hin verschiebe.

    Grüße von der Küste! Til :krad::renault:

    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

    :BGS-F:

  • Ja, da weiss Google nur die Hälfte. Mittlerweile ist der Ausbau weiter fortgeschritten. Ich übe hauptsächlich über Kurzwelle, weil hier die größten Reichweiten (ganz Europa) stabil erreichbar sind. Und auch weil wir in der Ortsgruppe eine Automatische Station (auf Bundesheer Gelände) betreiben dürfen. Diese arbeitet auf 3,5 MHz und auf 10 MHz.

    Auch auf dem 2 Meter Band (VHF) und dem 70cm Band (UHF) gibt es die automatischen Knoten. In Niederösterreich ca. 10 STK. verteilt auf den Hügeln, sodass sich eine gute Flächenabdeckung ergibt.

    Das Netz für 2,4 GHz und 5Ghz Zugänge wird auch immer besser. Da ist der Datendurchsatz natürlich deutlich höher, der portable Aufbau aber etwas aufwendiger weil direkte Sichtverbindung zum Knoten erforderlich ist.

    Die jüngste Möglichkeit in Europa ist die Anbindung über den Amateurfunk Satelliten QO100. Nicht ganz so komfortabel wie StarLink aber auch für WinLink verwendbar. Wird aber hauptsächlich für Sprache und TV Bilder verwendet. Diese Anlage steht noch auf der Aufbauliste bei mir...

  • Aber es gibt auch ganz niederschwellige und sehr kostengünstige Mesh Netzwerke der Funkamateure wie z.B.: MeshCom und MeshTastic. Hier ist zwar kein E-Mail Versand möglich wie bei WinLink aber kurze NachrichtenChats. Diese Mini Sender können auch ganz leicht mit Solarstrom betrieben werden. Betrieben werden diese Netze auf 433Mhz MeshCom und 868 MHz MeshTastic. Bei letzterem ist keine Amateurfunkbewilligung erforderlich.

    Der Netzausbau ist in Mitteleuropa schon gut fortgeschritten:

    OE1KFR

  • Hallo,


    ich habe es hier im Ort, wie die Österreicher organisiert.

    Wir benutzen Kurbeltelefone und Feldkabel. Die Schweizerische Feldkabelbauvorschrift ist da sehr ergiebig.

    O.K. das Netz ist nicht abhörsicher. Aber das ignorieren wir.

    Als Rückfallebene nutzen wir das alte UKW-Netz der Feuerwehr. Das geht natürlich nur mit Leuten, die bei BOS untershrieben haben.

    Es macht KEINEN Sinn das Mobilfunknetz E / D1 / D2 / GSMR zu verwenden. Die diesbezüglichen Akkus in den Umsetzerstationen sind auf 60 Minuten Pufferbetrieb ausgelegt. TETRA wird hier gerade von 4 Stunden auf 8 Stunden Durchhaltezeit aufgebohrt.


    ...

    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G

  • Hallo Zusammen,

    TDV ja das Mobilfunk recht schnell die Biege macht ist klar, aber das was du über Tetra schreibst stimmt nicht ganz. Ursprünglich wurden alle Tetra Basisstationen mit einem Diesel Notstromaggregat geplant. Aus Kostengründen wurden die eingespart. Mittlerweile baut man die dann doch ein. Auch werden Dieselstromerzeuger an Feuerwehren verteilt, die dann im falle eines Falles die Station mit Strom versorgen. Im Internet gibt es irgendwo eine Offizielle Seite wo das beschrieben wird, ich finde sie nur gerade nicht. Ob das dann so funktioniert wie es soll, das weiß man nicht.

    Wenn beim Analogfunk irgendwann die Relaisstelle abgebaut ist, kommt man auch nicht so weit, wenn man nicht selbst ein Relais stellen kann.


    Ich kenne viele offizielle Stellen die Satellitentelefone haben, das ist auch nicht schlecht. Die Preise dafür sind aber recht hoch was man so liest.

    Das Starlink ist auch nicht so schlecht denke ich. wenn man das mal so liest, dann geht das wirklich, dass wenn man mal einen vertrag hatte diesen jederzeit wieder aktivieren kann. Es braucht dafür aber die Hardware, wie man kaufen müsste.

    Der Amateurfunk ist auch klasse, das geht normal ja immer, ich wollte auch mal die Lizenz erwerben, komme aber derzeit überhaupt nicht dazu. Eventuell klappt das ja mal irgendwann. Mit dem Amateurfunk wurde schon oft geholfen, wenn man es so liest wurde bei dem Ramsteinunglück damit koordiniert weil das normale Kommunikationsnetz überlastet war.


    Gruß Mixer =)

    Mixer_2000(ät)web.de

  • Soweit ich das auf die schnelle gesehen habe braucht man bei diesem Gerät nichts grobes umbauen. Es deckt die üblichen Amateurfunkfrequenzen und Betriebsarten für Kurzwelle ab.

    Für Digitale Übertragungsarten sind aber zusätzliche Modems erforderlich. Je nach Interesse kann man sich da in die unterschiedlichen Techniken und Geräte vertiefen...

  • Hallo,

    meine Kenntnisse von der Durchhaltezeit vom Digitalfunk und TETRA stammen aus meinen Lehrgängen an der Zivilschutzschule in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Den Wahrheitsgehalt kann ich nicht überprüfen. Ich gehe aber davon aus, das sie uns CIMIC-Soldaten und den Brandmeistern auf den Lehrgängen nicht irgendwelchen Müll erzählt haben.

    Es nützt bei TETRA nix, wenn die Leitstellen Netzersatzanlagen haben. Man muss wissen, dass bei TETRA jeder Funkspruch ein "Telefonat" ist. Also brauchen, wie im Digitalfunk, alle Zwischenstationen einen Batterie- oder NEA-Puffer. Die Ausrüstung damit ca. alle 20km für mehr als 8 Stunden, ist mehr als fraglich. Da helfen auch Presseveröffentlichungen nicht weiter.

    Deswegen habe ich hier im Ort das Österreichische Modell mit den Kurbeltelefonen etabliert.

    Wir haben eine Knotenstelle, an die das Rathaus, das Feuerwehrgerätehaus, das Dorfgemeinschaftshaus, und meine Wenigkeit angeschlossen ist. Im Bedarfsfall können wir das natürlich ausbauen und verlängern. Und es muss selbstverständlich Disziplin herschen. Anrufen und Aklingeln, kein dazwischen Labern, usw.


    ...

    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G

  • Im Folgenden liefere ich einige Fotos von unseren Gerätschaften.

    Die Kurbeltelefone und die Feldkabelspulgeräte kennt hier jeder. Die muss ich nicht zeigen.

    .

    Verteiler

    .

    Werkzeug

    .

    Hausanschluß Feuerwehrgerätehaus

    .

    Aussenanschluß Mennekes Amaxx

    .

    Aussenanschlß Telefon

    .

    Anschlußkasten innen im Haus

    .


    ...

    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G

  • Hallo,

    unser Feldkabel-Werkzeug umfasst inzwischen auch einen Lötkolben der an alles angeschlossen werden kann, was eine eine Spannung von 6 Volt bis 36 Volt liefert. Ich habe in KLAZ für Ersa-30-Lötkolben Heizeinsätze für 42 Volt ergattert. Mit einem Spannungsumsetzer im Anschlußkabel jobbt der jetzt mit allem an Kleinspannung, was im Kisenfall zur Verfügung steht.

    .

    .

    .

    Damit kann man dann die Enden vom Feldkabel fachgerecht verlöten.


    ...

    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G

  • TDV

    die Kommunikation da die du beschreibst, wie macht ihr das? Spannt ihr da durch den Ort dann ein Kabel, oder nutzt ihr die CU Leitungen der Telekom? Oder Habt ihr da selbst schon Leitungen gelegt?

    Das mit dem Tetra Funk, das wird erst seid den letzten 3-4 Jahren umgesetzt, dass die Notstrom bekommen sollen. Wie weit die dann wirklich sind, weiß ich nicht.

    Ich habe vor ein paar Monaten noch einen alten 4m Funkkoffer bei uns in der Wehr wieder ertüchtigt. Da war das Fug8b und der der Bleigelakku kaputt. Da wir noch ein Fug8b rum liegen hatten, habe ich das defekte einfach nur getauscht.


    Ich Persönlich habe mir für daheim PMR/Freenet (70cm/2m Band) Funkgeräte (Retevis RB669) gekauft. Zumindest hier Im Ort geht das überall ohne Probleme. Ich komme von zu Hause auch bis zum Feuerwehrgerätehaus, welches z.B. bei einem Stromausfall besetzt ist und meine Frau mich dann da auch erreichen könnte. Ich hoffe dass dann nicht so viel im 2m los ist.


    Gruß Mixer =)

    Mixer_2000(ät)web.de

  • Hallo,

    nein, Telekomkabel dürfen wir nicht nutzen. Schon die Gestattungsverträge für die Nutzung von Staßendurchführungen ist ein Akt.

    Wir machen zweierlei:

    Einerseits legen wir Petrolatkabel in die Erde,wenn gerade mal was aufgebudelt wird.

    Zweitens spannen wir Feldkabel, wenn es denn erforderlich ist.

    Wenn man was überspannen muß, ist das schon mit Bedacht zu machen. Ganz eigendlich dürfen Fahrzeuge nach StVZO nur maximal 4,00 m hoch sein. Aber es kommen dann noch die Antennen dazu. Deswegen haben die Brücken in Deutschland ja mindestens 4,50 m Durchfahrtshöhe. Aber Antennen machen dem Beton nix. Da ist das Feldkabel mit den zwei Adern schon empfindlicher. Aber es gibt bei der Feuerwehr ja auch Rohrbrücken. Da kann man dann das Feldkabel antüddeln. Bei Nebenstraßen verwenden wir auch Schlauchbrücken mit Schutzrohren, in die dann das Feldkabel eingezogen wird. Eine Schlauchbrücke kann man mit zwei Schläuchen bestücken. Wir nehmen dann ein Schutzrohr für das Feldkabel und ein Stahlrohr mit Storz-Kupplungen für Wasser.

    Besser haben es da Orte, wo noch alte Nicht-Telekom Telefonnetze existieren. Also z.B. Netze der Straßenmeistereien, der NB, oder von Wasserwerken. Sind sie Papierisoliert, ist die Lebensdauer begrenzt. ind es aber Petrolatkabel, können die noch 100 Jahre funktionieren.


    ...

    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G

  • Ich glaube davon nicht ein Wort.

    Eve was here... :daumenhoch:

    Es gibt nix erotischeres wie Menschen, die wo richtig gut mit der Sprache und den Wörters umgehen tun. ;)

    Abwarten und Tee trinken. Wenn das nicht hilft, mit der Kanne werfen . pfrtz

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