Der "Fremdmotor" beim Munga im Vergleich zum DKW-Zweitakter

  • Ein heißes Eisen, gewiß. Einige schwören aus Prinzip auf's Original von DKW, den Dreizylinder Zweitakter mit 900 oder 1000 ccm und es gibt ja einige gute Gründe: Dichtigkeit, Robustheit, Langlebigkeit, simpler Aufbau, rel. wenige Teile, vergleichseweise (für damals) gutes Drehmoment und Leistung (zumindest im Prinzip) im Vergleich zum Viertakter, geringes Motorengewicht und -Größe. Der Kleinere wird sogar noch mehr geschätzt: Kaum ein Leistungsunterschied spürbar, günstigere Erdatzteilpreise... Und dennoch: Irgendwas werden sich die Ersten, die Viertakter und Vierzylinder implantierten, erst Benziner, dann Selbstzünder, dabei gedacht haben. Nur an der Zylinderzahl kann es nicht gelegen haben. Meine beiden Döschwo (2CV = Ente) kamen mit ihren beiden Boxerzylindern ganz gut hin und einmal lief ich sogar auf einem Topf mit um die 60 km/h nach Hause...

    Das Spritsparen könnte eine Reaktion auf die erste Ölkrise in den Siebziegern gewesen sein. Behörden haben schon damals gespart. Aber Verteidigungsikosten waren damals wohl keine Diskussion und außer der Unabhängigkeit von den Ölscheichs dachte beim Militär wohl niemand daran, den Zweitakter en Gros umzurüsten. Bei allem Lob für den Zweitakter muß aber doch auch festgehalten werden: Nach 1968 war das Konzept verlassen worden und die Iltisse von VW liefen mit dem bewährten Südamerika-Passat-Motor mit mehr Leistung für das schwerere Auto aber ohne jeden Spritsparerfolg beim Benzinverbrauch. Ein Iltis ist meines Wissens mindestens genauso durstig, wie ein Munga - die Iltisfahrer mögen mich korrigieren.

    Der Vierzylinder-Otto-Motor (und auch Sechzylinder, z.B. in den ersten DDR-Kübelallradlern! Durstig, durstig...!) kann im Geländewagen durchaus auf jahrzehntelangen Härtetest zurückblicken, z.B. im original Willy's Jeep oder im GAZ/GAS 69 oder im UAZ B 469. Beim letzteren ist der 2,445 l aus dem Wolga vermutlich als der bekannteste und/oder verbreitetste Motor aus SU/RUS dort vermutlich jedem Mechaniker bekannt und es heißt, die setzen ihn mit verbundenen Augen zusammen.

    Sparsam sind diese Motoren nicht, aber offenbar einfach ohne Elektronikschnickschnack und im harten Alltag auch den extremen Klimaschwankungen gut gewachsen. Der Zweitakter hingegen, so las ich hier, ist etwas klimasensibler. Nicht schnell aber mit 74 PS doch kräftig genug bringt der Original-Benzinmotor den schweren UAZ mit bis 2,4 t und bis zu 105 km/h schnell von Ort zu Ort. Der Nachfolgemotor ist ein Einspritzer, ebenfalls Vierzylinder. Die 2,7 l - Maschine bringt mit Kat ca. 128 PS. Den polnischen Andoria-Diesel hat man bis jetzt trotz Plänen wohl noch nicht werksmäßig in den UAZ verbaut.

    Also kann der Benziner nicht ganz untauglich für den Geländeeinsatz sein. Und der Diesel ist es auch nicht. Etwas schwerer und oft weniger PS-stark mit manchmal mehr Hubraum bringt er bei niedrigeren Drehzahlen mit einem guten Drehmoment unter im Vergleich zum Benziner meist reduzierten Spritverbrauch anständige Vortriebleistung. Jetzt meckert man zwar über die Emissionen, aber bes. bei schweren Fahrzeugen kommt man heute am Diesel zur Zeit wohl nicht vorbei.

    Und es gab durchaus elektronikarme zuverlässige Langläufer aus der Vor-Turbo-Ära noch mit Wirbelkammer, wie den 250 D W 124, der berühmte Mercedes-Benz-Fünfzylinder. Auch in den Munga fanden kleinere Diesel, offenbar besonders der 1,5 l Golf-Motor mit 37 kw bei 5000 U/min, den Weg unter die Motorhaube. Und Dieselmotoren sind auch schon seit undenklichen Zeiten als zuverlässig und brauchbar für schwere Allradler im Gebrauch, bei historischen LKW und Ackerschleppern sogar erstaunlich schwache Aggregate, z.B. beim AL 28 mit 2,8 l Vierzylinder, der bei 2800 U/min erst allmählich mit ein paar Tricks die 60 PS-Marke überschritt... Und das bei einem oft 5 Tonnen schweren Fahrzeug! Da lachten schon Tojota J und Daihatsu Wildkat...

    Was hat also Behörden wie Privatleute vor zwanzig bis dreißig Jahren dazu gebracht, Benziner und Diesel in die Mungas zu bauen und wo sehen die derzeitigen Fahrer die Vor- und Nachteile? Eine zeitlang galt es fast als ein Muß, einen Kadett- oder Ford- oder Golfmotor zu fahren, erst seit wenigen Jahren dreht der Trend zum Original - habe ich gelesen. Inzwischen ist das alte Fremdimplantat oft kein Hindernisgrund mehr für das Oldtimer-Kennzeichen mehr. Für mich wäre der Hauptvorteil bei im Prinzip durstigen weil schweren und schwer arbeitenden Geländewagen die mit dem Diesel oft einhergehende Spritersparnis und die Möglichkeit, Pflanzenöl zu verdieseln. Was meinen die Fachleute?

    Gruß, Lucius

  • Munga fährt heute mit Gemisch, Benzin oder Diesel, je nach Motor. Da ich mich orientieren will, denn alle drei Versionen gibt's zu kaufen, stelle ich technische Fragen. Ideologische Fragen liegen mir fern. Ich fahre übrigens gern!

    Gruß, Lucius

  • @ lucius
    les mal, was ich in der teilebörse auf deine fragen zum dieselmunga geschrieben hab...

    ich finde, du machst dir viel zu viel gedanken. einen munga fährt man mit dem bauch, nicht mit dem kopf! alles andere geht in schief! siehe auch in "warum fahren wir munga"...
    ps. in der zeit, die ich zum lesen deiner nicht gerade kurzen beitäge brauche, hätte ich fast nen halben munga restauriert ;)

  • DER ORIGINAL MUNGA FUHR , UND FÄHRT MIT GEMISCH .

    Klar gibt`s umbauten .

    Aber wer billig , umweltfreundlich und überhaupt `nen Geländefahrzeug fahren möchte : Da gibt`s so Dinger mit `nem Rohrrahmen , 2 Hebelarme dran , 2 Räder , 2100000 Gänge und evtl. sogar `n Beleuchtung .


    Heißt FAHRRAD

    Günner

    Der sicherste Weg arm zu bleiben ist ehrlich zu sein

  • Also, dafür, dass manche von Euch gar keinen Munga halten (sondern z.B. Iltis) oder eben Opels oder Fords unter der Haube fahren, gibts ja hier ganz schöne Rüffel. Also soll ich Euch mit solchen Fragen nicht mehr belatschern? Also dann bis später, gute Nacht.

    Gruß, Lucius

  • Zitat

    Original von SAGÜ
    @Lucius

    Klär uns mal auf , was Du gefahren hast , bzw. was Du z.Zt. fährst .

    Günner

    Wenn's Dir hilft, meine Fragen zu verstehen, z.B. (soweit ich mich erinnere): Fahräder: Peugeot, Motobecane, Kettler u. weißichnicht, Roller Vespa, Motorräder nur geliehen, Ente, Käfer, Bulli (Post), VW 411 Variant, (alle Benziner), Citroen BX (Diesel), Hanomag AL 28 mit 3,8 L Benz u. mit 3,2 l Hanomag (Diesel), Isuzu Trooper kurz (Benziner), T3 syncro (112 PS Kat, Superbenzin), Opel Omega Kombi (Benziner), Subaru (Benziner), T 4 syncro (TDI). Ansonsten fahre ich, was man mich fahren läßt.

    Gruß, Lucius

  • Wie steht es so schön in moortaucher´s signatur..
    "Munga nur echt mit der blauen Fahne"
    sicher lässt sich ein munga auch mit fremdmotor bewegen, aber konztruiert wurde er mit 3 zyl. 2 takter.. und das war für die zeit ok.
    Ich finde nen munga wird an schönsten mit orginal motor bewegt.
    Lucius komm zum Kütre oder schau bei mir rein wenn steffan bei mir ist,
    dann kannst du mal schauen ob das was für dich ist und ob es dir gefällt.
    nen Iltis gibt es gratis zum anschauen mit dabei.

    Hier will dir sicher keiner nen rüffel erteilen, nur befasse dich nicht zu teoretisch mit dem munga. das muss man erleben sonst wir man den "kult" dieser wagen nicht verstehen.
    ich bin mit steff zusammen zum iltisstammtisch nach paderborn mit dem munga gefahren über 850km auf eigener achse.. mit orginal Rängtängtäng-blauer Fahne..

    schreib mir mal ne mail. adresse im mail fenster unter diesem beitrag.
    dann können wir mal Nummern austauschen und uns absprechen wann/wo /was..

    gruß

    thede

  • Zitat

    Original von thede

    ... Hier will dir sicher keiner nen rüffel erteilen, nur befasse dich nicht zu teoretisch mit dem munga. das muss man erleben sonst wir man den "kult" dieser wagen nicht verstehen. ...

    gruß

    thede

    Das kann ich verstehen. Fahren ist viel schöner als reden, rechnen ... und für Einige zählt sicher auch das Schrauben, Schweißen, Pönen sicher mindestens genauso dazu.

    Gruß, Lucius

  • Trotz aller Liebeserklärungen zum DKW-Motor bleibt für mich z.B. vor einer möglichen Kaufentscheidung bei einem entsprechenden Angebot immer noch die Frage offen: Welcher Motor? Ich wollte es mal auf die sachliche Ebene ziehen, ohne die Emotionen zu kränken. Die Zeitaktfans haben sich ja gebührend zu Wort gemeldet. Nun werden einem die Mungas erstens nicht nachgeschmissen, sie sind in annehmbaren Zustand seltene Liebhaberobjekte mit ihren Oldietücken (und für mich und meine Werkstatt könnte ein Zweitakter mehr Tücken aufweisen als ein Viertakter, weil ungewohnt geworden...) und zweitens haben die heutigen Exemplare zu einem nicht unerheblichen Teil ebenfalls schon historische Umbauten hinter sich. Nun würde mich die Meinung derjenigen Erfahrenen hier interessieren, die mit so einem Umbaumotor, Benziner oder Selbstzünder, eben auch Munga fahren. Der emotionale Kick stellt sich eigentlich ja auch schon mal bei der ungewöhnlichen Form des Fahrzeuges und dem unmittelbaren Kontakt mit den Elementen bei so einem Gelände-Cabrio ein, jedenfalls war es bei mir so. Das mögen doch wohl auch die Iltisfans, trotz 1,6 l Passatmotor mit 75 PS, oder?

    Gruß, Lucius

  • Die Zweitakt maschiene ist so simpel aufgebaut das sollte kein problem dastellen- und die zündung die ab und an mal nachgestellt werden will ist auch zu beherschen wenn es einem mal richtig gezeigt wurde.
    Ich befass mich mit der munga technik ja auch nur weil Steff einen hat - und die technik ist echt fein die dahinter steht.

    meinen iltis will ich zwa nie missen aber son munga wäre auch nach meinem geschmack.
    Immer wenn wir uns treffen ist eine strecke mit dem munga fahren schon zum pflichtprogramm geworden..
    Die Erlebnisse die du mit einem solchen Fahrzeug machst willst du nie missen. die treffen, die fahren zur eisdiele mit dreckigen reifen ohne dach und scheibe.. das festfahren das wo sonst keiner hinkommt,
    die stillen momente mit der liebsten mitten im nichts, zum baden fahren bis in den teich, die stunden mit dem kopf im motorraum oder unter dem wagen.
    hach ja,,
    thede
    inerinnerungenschwelk

  • aber irgendwie ist die eingansfrage vom lucius noch nicht geklärt.

    aus welechm grund wurde so häufig umgerüstet? war es einfach ne modeerscheinung und jeder hat mit gemacht, oder sind die viertakter einfach zuverlessiger? dass sie langlebiger sind, glaube ich auf jeden fall.

  • Zitat

    Original von kristian b
    aber irgendwie ist die eingansfrage vom lucius noch nicht geklärt.

    aus welechm grund wurde so häufig umgerüstet? war es einfach ne modeerscheinung und jeder hat mit gemacht, oder sind die viertakter einfach zuverlessiger? dass sie langlebiger sind, glaube ich auf jeden fall.

    Danke,

    Lucius

  • Hi thede

    Ich denke mal das kommt immer drauf an für was man den Munga braucht.Wenn er absulut altagstauglich sein soll ist doch ein fremdmotor besser und bei diesen haben sich die Opelmotoren noch am besten bewährt obwohl die Optik durch die Verlängerung bescheiden ist.Bei den 2Taktmotoren muß man immer schrauben können.Der ist meistens immer ein bißchen am mucken was aber durch die simple technik sehr schnell behoben ist.Die Ersatzteile müßten bei Opel auch fast billiger sein denn lass mal beim 2Tackter die Kurbelwelle kaputt gehen da bekommt man mindestens 5 gut gebrauchte Opelmotoren für.Ich selber bin ja auch ein echter 2tacktfahrer und möchte diesen Motor nicht missen weil ich den Mnga nur als spaßauto benutze und wenn ich längere strecken zurück lege nehm ich den munga lieber hucke Pack mit da ich auch die Möglichkeit habe.

    Gruß markus

    Markus-Kübel Mitglied des Teams 183 OWL

  • Ich denke auch, daß speziell die Opelmotoren einfach für den alltäglichen Gebrauch robuster waren. Ich hatte mal einen C-Kadett Coupe mit der 1,2N Maschine drin, der hat 280.000km drauf und lief immer noch. Die meisten Umrüstungen fanden auch zu einer Zeit statt, als alle vom "stinkenden Zweitakter" wegwollten. Das war meiner Ansicht nach auch eine Zeiterscheinung.

    Grüße,
    Fleetship1

  • Ich denke da mal ganz praktisch und nehme an das es damals auf fast jedem Schrottplatz ein par Opelmotoren zur Auswahl gab, aber der Munga auf einem normalen Schrottplatz eher weniger vorkam.
    Der Munga wurde ja oft als billiges Land und Jagdfahrzeug gefahren
    und für den Antrieb hat man halt irgendein Unfallfahrzeug geschlachtet.

  • so werde mich auch mal zu wort melden.der 2-taktmotor ist für mich das non plus ultra weil er einfach für den munga abgestimmt ist.zum thema alltagstauglichkeit wenn man am munga immer etwas hand anlegt und pflegt kann man ihn durchaus als alltagsauto nehmen.wer mich kennt weis auch das ich zu allen treffen auf eigener achse fahre dann kommen auch schon mal 1000km zusammen.

    dahmals als der munga beim bund lief wurde die mungas auch nicht aufn trailer ins manöver gebracht.und deshalb fahre ich selber weil ich vertrauen in die alte technik habe so einfach ist das.

    Gruss Stefan
    Der DKW Munga nur echt mit der blauen Fahne :thumbup:
    Der Mensch hat die Atombombe erfunden. Nur keine Maus der Welt käme auf die Idee eine Mausefalle zu konstruieren.

  • bei mir siehts da ganz anders aus: ich mag keine originalmotoren, zumindest was die charakteristik der zwiebelsägen angeht. in einen geländewagen gehört für mich ein motor mit drehmoment und das kann nur ein diesel bieten.
    beim 2takter siehts doch am berg so aus: aufs gas treten, astmaanfall des motors abdauern und wenn der motor dann hochdreht, einkuppeln.

    mit dem diesel kann ich an ner 25% steigung anfahren, ohne das gaspedal zu nutzen. mein vorbesitzer hat den munga im alltags-waldarbeiter-leben gefahren. erst mit ford v4, dann später mit dem diesel, weil selbst der ford zu schwach war.

    beim munga fällt jedoch die drehmomentschwäche des originalmotors nicht so stark auf, weil das auto im gelände eh immer mit schwung gefahren werden muß mangels achsverschränkung.

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