Historie Funkkoffer

  • Hallo zusammen,

    habe mir Ende letzten Jahres ein Unimog 404 S mit BW-
    Funkkofferaufbau gekauft. Derzeit wird die Technik auf Vordermann gebracht, damit ich (hoffentlich) bald auf die Piste kann.

    Als 51-jähriger Oldie bin ich auch an der Historie meines Fahrzeuges interessiert. Das ist mittlerweile auch schon 40 Jahre alt. Sieht aber aus, als wäre er nicht so stark rangenommen worden.

    Laut Gerätebegleitheft war der S mal in der InstAusbKp 16/2 in Hofgeismar, bei II.ArtSpezZg 5 in Idar-Oberstein und bei der 8. Gebirgsfermeldelehrkompanie, warscheinlich in Murnau.

    Kann mir jemand sagen, zu was mein Fahrzeug dort jeweils gebraucht wurde? Zum funken natürlich, das ist klar. Aber in welchem Zusammenhang. Und was bitte ist ein Artilleriespezialzug? Das Internet gibt da gar nichts her. Oder ist das was Geheimes?

    Auf Antworten freue ich mich genauso wie auf die erste Ausfahrt.

    Werner

    aus dem Schwabenländle

  • Zitat

    Original von SpatzenMog
    ... Und was bitte ist ein Artilleriespezialzug? ...


    Servus erstmal hier im Forum; bei uns werden sie geholfen... oder so :D :D

    Im Fahrzeug-Profil 3 "Artillerie der BW" steht was drin von ´nen Artilleriespezialzug. War anscheinend nur in der Heeresstruktur 4 vorgesehen; dort war der Zug im Artillerieregiment der Division eingegliedert und war (man höre und staune!!!!) für die Sicherung, Montage, Zuführung und Verschuß von Atomgeschossen 8o zuständig. Vielleicht deshalb die spärliche Info aus dem Internet.
    Gruß Gerald

    You can't wait until life isn't hard anymore

    before you decide to be happy.

    (Nightbirde 1990 - 2022)

  • Hallo User,
    ich war Teileinheitsführer "Schreibfunk VHF" beim II.Art.Spez.Zg5 in Idar-Oberstein von 1984 - 1987. Wir hatten 2 der netten 404er Koffer. Meine Fahrzeuge hatten die Endnummern Y390 und Y 393. Die Kisten sind mir noch in guter Erinnerung weil sie absolut zuverlässig waren.

    Zur Einheit:

    Wir waren in der Tat seinerzeit was relativ geheimes. Die Fahrzeuge waren ausgerüstet mit einem sogenannten taktischen Fernschreib-Schlüsselgerät und die sog. Schreibfunktrupps hatten die Aufgabe Feuerbefehle für nukleare Gefechtsfeldwaffen zu empfangen. Offiziell gab es diese ja nicht in der Bundeswehr. Die Bundeswehr stellte die Trägersysteme für den Verschuss zur Verfügung und die Amerikaner verwalteten die Nuklearwaffen. Die Artilleriespezialzüge bestanden aus einer kleinen Anzahl speziell für den Einsatz der Waffen ausgebildeter Soldaten. Teile dienten der Logistik und Befehlsüvbermittlung und andere Teile waren für die Montage der Sprengkörper zuständig.

    Falls es sich tatsächlich um einer "meiner" alten Kisten handelt, würde ich die Mühle gerne mal wiesersehen. Beim Bund habe ich vile Fahrzeuge gefahren, auch die Nachfolgegeneration ( sog. 2-Tonner ) aber nix geht im Gelände über einen guten S404

    Gruß Rainer

  • Hallo,

    so weit ich das weis lief mein Funkfernschreib Trupp LKW auch in Idar-Oberstein, das sagte mir mal ein älterer Schirmmeister a.D., er wollte es am Einheitszeichen erkannt haben? Ich habe aber leider keine Historie über mein Mog. Und mittlerweile sind die BW-Einbauteile auch lange nicht mehr eingebaut.

  • Hallo MAN Mog,
    ich habe Dir per eMail ja schon ein bisschen zur Historie des Mogs geschrieben. Es sollte sich dann um das Fahrzeug Y 660-390 oder Y 660-393 handeln.

    mfG. Rainer

  • Hallo Rainer,

    ist ja Spitze!

    Mein Auto war der Y-660393. Die Einrichtung ist aber nicht Schreibfunk, sondern Sprechfunk. Als ich ihn gekauft habe, war nicht mehr viel drin, aber zwischenzeitlich habe ich Geld investiert und ich denke, daß mir nur noch der Gerohmast fehlt.

    Bilder gibt es auch. Die hier einzustellen, ist mir aber noch nicht gelungen. Es gibt ja immer wieder Hilfestellungen, aber die Begabung des Umsetzens fehlt mir wohl.

    Laß was von dir hören.

    Werner

    aus dem Schwabenländle

  • Zitat

    Original von MANmog
    [...] mein Funkfernschreib Trupp LKW [...].

    Hallo Thilo,

    deiner war ein Funkfernschreibtrupp-Mog?! Wenn ja, konntest du erkennen, ob es zuvor ein Sani war?
    Hier im Forum habe ich erfahren, daß einige/viele San-Koffer zu FFSern umgerüstet wurden.

    Bin gespannt.

    Frank

  • Hallo Frank,

    nein erkennen das mein Mog mal ein Sani war kann ich nicht. Ich weis nur das er 1984 eine Mat. 4 hatte und der Koffer auch Bj. 1984 ist. Nach dem Bund Kennzeichen werde ich mal schauen, habe aber wenig Hoffnung.

    Eines steht aber denn noch Fest mein Mog weist eine Besonderheit auf. Es ist ein nicht angeschlossener DL-BKV eingebaut und das hat es beim Bund eigentlich nicht gegeben.

    Einmal editiert, zuletzt von MANmog (28. November 2007 um 20:57)

  • Hallo Thilo,

    ich tu's nicht gern aber es muß wohl sein:

    Ich gebe zu, daß ich keine Ahnung habe was ein DL-BKV ist.

    Uff, jetzt bin ich erleichtert, daß es endlich 'raus ist. :D


    Koffer Bj. 1984 könnte auch Kofferumbaujahr heissen. Ist aber einfach mal ein Schuss ins Blaue, da ich mir einen so späten Neubau (1984) nur schwer vorstellen kann oder will.

    Meiner war auch 1984 in der Mat. 4 und ab da im Depot. So fährt er sich auch: Spitzenmäßig...

    ...für einen Mog zumindest.


    Gruß

    Phrank

  • Hallo Frank,

    ein DL-BKV ist ein Druckluft-Bremskraftverstärker, sehr selten
    bei den 404ern zu finden, und fast nie bei einem ex-BW Mog.

    Die Koffer wurden auch so spät (1984) noch neu gemacht.
    Ich habe z.B. neue Kofferhecktüren von Voll mit dem Herstellungsjahr 1988 !

    Die waren zwar als E-Teile gedacht,
    aber andere Hersteller haben die FuKos noch neu gebaut.

    MfG
    Hardy

  • Hallo Zusammen,

    Zitat

    Original von Hardy404
    ein DL-BKV ist ein Druckluft-Bremskraftverstärker, sehr selten
    bei den 404ern zu finden, und fast nie bei einem ex-BW Mog.

    besser hätt ich´s auch nicht schreiben können.

    Desweiteren hat mein Mog auch eine Frontzapfwelle.

  • Hallo Unimog-Männer!

    Da mein Mann Ende der 70er in I-O seine Dienstzeit hatte und auch die Unimogs mit u. ohne Koffer bewegte, hat er natürlich auch noch alte Bilder. Da wird Frau dann mal nach den Nummernschildern gucken, ob was von Euren Mogs dabei ist.
    Ansonsten wurde auch in den 70ern immer zusammen mit den Amis geübt, eben wegen dieser Sprengköpfe.
    War natürlich unangenehm, weil Mann oft im Jahr 2 x ins Manöver mußte.

    Grüße

    Evy

  • Die Übungen kenn ich noch zur Genüge ATT u.s.w. Üben bis zur vergasung damit im Ernstfall ja nix in die Hose geht.

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