Seestiefel /Knobelbecher extraweich?

  • Moin Männer!

    Ich denke mal, dass ich für meine Frage hier das richtige Forum erwischt habe. Ganz kurz zu mir: 41 Jahre alt, Industriekaufmann, gedient, schon seit frühester Kindheit Bw-Fan.

    Insbesondere Knobelbecher interessieren mich schon von jeher. Früher habe ich die wirklich alte Version meines Vaters getragen / geputzt, vor kurzem nun habe ich mir selbst ein inzwischen seltenes Paar in einem Bw-Laden gekauft. Neu und mit OFw-Sohle. Also alles top, oder? Sollte man wohl meinen.

    Jedoch fiel mir relativ schnell auf, dass die Schäfte der Stiefel sehr weich sind und relativ schnell umknicken. Hinten, auf dem hellgrauen Lederstreifen an der Wade, ist in rosa ein Stempel mit einem eingekreisten "B" zu sehen.

    Ist dies nun mangelhafte Verarbeitung oder etwa eine "Offiziersausführung"? Kann mir wohl bitte jemand von Euch Profis einen Tipp dazu geben? Ich selbst kenne zwar Knobelbecher auch, jedoch stoße ich hier an meine Grenzen. Ansonsten ist dies ein ganz normaler Knobelbecher der alten Art, zwiegenäht, OFw-Sohle, alles top.

    Ich denke auch darüber nach, vorne noch ein paar Stoßeisen an der Spitze anbringen zu lassen, was meint Ihr dazu?


    Vielen Dank für Eure Hilfe!

    Einmal editiert, zuletzt von MichaelL (22. Dezember 2011 um 10:10)

  • Moin Michael,

    Herzlich Willkommen in diesem Kreis!
    Und natürlich besonders nach WHV! Ich habe da selbst von 1997 bis 2002 gelebt und gearbeitet.

    Was die Stiefel angeht, kann es erstmal nur bei Mutmaßungen bleiben.
    Am Besten stellst Du mal ein paar Bilder ein, daß man sich die Formen und Markierungen besser vorstellen kann.
    Falls Du mit dem Einstellen von Fotos noch keine Erfahrungen haben solltest, kann ich Dir Photobucket empfehlen.
    Einfach dort hochladen und den Link hierher kopieren.
    Viele andere in diesem Forum schwören auf "picr". Letztendlich ist es gleich, nur sollte man darauf achten, daß die Bilder nicht so bald wieder gelöscht werden. Meine stehen komplett seit Jahren bei Photobucket ohne daß der Hoster etwas gelöscht hätte.
    Andere Upload-Hoster tun das zum Teil schon recht schnell und dann wird so eine Threat mit Bildern schnell sinnlos.

    Ich hoffe, wir kriegen das mit den Stiefeln raus! :thumbup:

    Grüße von der Küste! Til :krad::renault:

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    :BGS-F:

  • Hallo Männer:

    Ich muss etwas korrigieren: Natürlich sind die Stiefel n i c h t mangelhaft verarbeitet, sondern das Leder ist etwas dünner als dies gewöhnlich der Fall bei den Bw-Stiefeln ist (für mein Empfinden).

    Ich werde demnächst auch ein paar Bilder meiner Neuerwerbungen hier einstellen.

    Allerdings habt Ihr mir die Frage mit den Stoßeisen noch nicht beantwortet: Ja oder nein bei diesen Stiefeln? Hat jemand von Euch Erfahrungen mit Seestiefeln und Stoßeisen der alten Knobelbecher?


    Danke für Eure Hilfe / Anregungen

  • Moin nach WHV!

    Also Seestiefel und Stoßeisen passen definitiv nicht zusammen. Während meiner Marine-Zeit ist es einmal vorgekommen, daß ein Neuling Stiefel mit Stoßeisen ausgehändigt bekam und damit an Bord erschien. Der Blick des Schmadding wechselte nur kurz zwischen "seinem" Holzdeck (ja, sowas gab´s noch) und dem Stiefelträger. Danach saß dieser auf dem Hintern und der Schmadding hebelte mit einem Marlspieker die Stoßeisen von den Sohlen.
    Also: nicht jeder bei der Marine getragene Knobelbecher war auch wirklich ein Seestiefel. Und die mit dem Stoßeisen hatten an Bord nichts verloren.
    Im Übrigen bin ich der Meinung, daß Seestiefel (wenigstens zu meiner Zeit) keine Oberfeld- Sohle hatten.
    Bist Du Dir sicher, daß Deine neu erworbenen Stiefel tatsächlich Seestiefel sind? In Produktbeschreibungen bei ihhbay steht ja so manches...

    VG,
    Uwe

  • Also meine Seestiefel, die ich seit 1986 hüte und gut pflege sind immerhin so fest, daß der Schaft nicht zusammenfällt. Mein alter Gruppenführer aus der Grundi hatte aber welche, die so weit zusammengeschnurrt sind, daß der Schaft nur noch die halbe Höhe hatte.
    Er hat die Dinger sogar auf jedem Marsch getragen.

    Im Übrigen haben meine Seestiefel auch keine Oberfeldsohle.


    Natürlich haben die eine Oberbootsmannssohle! Was denn auch sonst :dev:
    Also: die mit den Winkeln gab es auch bei der Marine. ;)

    Auch nach meiner Ansicht haben da Metallkappen nichts dran zu suchen, wenn es Marinestiefel sind.

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    Einmal editiert, zuletzt von Navigator (22. Dezember 2011 um 12:04)

  • Seestiefel sind definitiv KEINE Knobelbecher ! :nono:

    Die Knobelbecher ( flache "ZickZacksohle", Randstoßplatten ) wurden bis in die 80er Jahre beim Heer ausgegeben und sind überhaupt nicht vergleichbar mit den butterweichen Seestiefeln der Bundesmarine.
    Das Leder der Seestiefel ist eine sehr weiches, strukturiertes Narbenleder. Die Knobelbecher waren aus Glattleder, bedeutend härter und auch noch nicht chromgegerbt, erkennbar an der natürlichen Lederfarbe auf der Innenseite des
    Schaftes. Im Gegensatz dazu sind die Seestiefel alter Bauart ( mit Oberfeldsohle ) zwar auch noch ohne Innenfutter, aber innen schwarz. Die späteren Modelle der Seestiefel haben, wie auch die modernen Kampfstiefel, ein Innenfutter aus hellem Leder.

  • Noch mal zurück zu etwas Elementarem: Weiß einer von Euch, ob es für Offze bspw. extraweiches Leder für die Knobelbecher gab?

    Ähnliches begegnet uns bei der Wehrmacht auch in Form der hohen Schaftstiefel für Offiziere. Die waren wesentlich weicher, ich frage mich nur, ob die dann auch so lange gehalten haben, wie die Knobelbecher.

    Hat einer von Euch Infos über das Leder / die Lederqualität von Seestiefeln?

  • Also Wido,

    Wenn ich das richtig verstehe gab es die Seestiefel auch erst OHNE Reisverschluss und Lammfell?

    Allerdings muss ich Ihnen danken für die ausführliche Erklärung!

    MfG aus Belgien,
    popo_fireman

    (Stolze besitzer von ein Paar Knobelbecher Heer und Wachbattalion Stiefel...und noch ein Paar andere Stiefel ;) ).

  • Ja, die typischen Seestiefel sind die obern gezeigten weichen Schaftstiefel. Die mit Reissverschluss und Fell sind die Wintervariante ...

    Bezüglich der Trennung Mannschafts- und Offiziersstiefel (Schuhwerk) gibt es keinen Unterschied was die offiziell versorgten Teile angeht. Offizieren und Unteroffizieren mit Portepee stand und steht es aber offen sich über die Kleiderkasse mit "besserem" Schuhwerk zu versorgen. Von dem heute populären Weg sich zivil "dienstfähige" Schuhe aus irgendwelchen Quelle zu besorgen mal ganz abgesehen ...

    Jens

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl)  ;P


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  • Moin Männer!

    Zunächst einmal an alle hier ein frohes, neues und gesundes Jahr 2012!

    Könnt Ihr mir wohl bitte helfen? Ich versuche schon die ganze Zeit hier Bilder meiner Seestiefel einzustellen, wie der Kamerad, der ganz tolle Fotos eingstellt hat!
    Leider gelingt mir dies nicht.
    Ich bekomme immer eine Fehlermeldung... "Bad error" oder so ähnlich. Ich habe es nunmehr 7 Mal probiert.
    Könnte mir jemand von Euch wohl bitte einen Ratschlag geben?

    Vielen Dank vorab!

  • Moin aus Friedeburg!

    Bilder einstellen am besten immer >HIERMIT!<
    ist eigendlich selbsterklärend. Und die seite einfach schließen, und nicht unten auf Upload wieder löschen klicken....

  • Moin Männer!

    Nach vielen, sehr sehr vielen Versuchen ist es mir nun doch gelungen, meine Bilder hier einzustellen... :-((

    Besonders der Stempel "B" (an der Innenseite des Schaftes in roter Farbe) im mittleren Bild beschäftigt mich. Bin ich etwa beschissen worden?
    Heißt "B" beschissene Qualität, deswegen klappen die Stiefelschäfte immer um?
    So etwas war mir bei den Knobelbechern meines Vaters nämlich nicht bekannt. Ist das Leder der Schäfte nach Eurer Meinung viel zu weich und daher nicht mit den "normalen" Kampfstiefeln zu vergleichen, somit z. B. auf einer Hindernisbahn oder einer Durchschlageübung nicht verwendbar?
    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich meine, dass das Leder meiner schnürbaren Kampfstiefel im Schaftbereich dicker ist.

    Kann mir diesen Sachverhalt vielleicht einer von Euch erklären, insbesondere den Stempel "B" und diesbezüglich die Qualität meiner Seestiefel?


    Vielen Dank dafür Männer!


    So, hierum geht´ s:



    Gruß


    Michael

    Einmal editiert, zuletzt von MichaelL (23. Januar 2012 um 00:11)

  • Hier noch die anderen Bilder, die ich Euch nicht vorenthalten will.

    Sohle und Verarbeitung scheinen mir insoweit durchaus in Ordnung. Wenn ich sie jetzt allerdings putze, kann ich sie nicht wieder zurückgeben. Wenn also etwas mit meinen Stiefeln nicht i. O. ist, teilt mir das doch bitte mit.
    Wäre natürlich schade, denn ich bin Knobelbecher- / Seestiefelfan. Schade, dass man dieses Schuhwerk heutzutage nicht mehr beim Bund tragen darf. Es sei denn, man hat einen Dienstgrad, der einen fast "unangreifbar" macht, z. B. ab Stabsoffizier.
    Oder waren die Dinger beim Laufen einfach nur Sch... Man hört so viele verschiedene Meinungen, es wird schwierig, da die Wahrheit herauszufiltern.

    Schaut sie Euch bitte an:


    Nochmals vielen Dank Männer!


    Gruß


    Michael

  • Was das "B" bedeutet, weiss ich leider auch nicht.
    Das der Schaft bei den Seestiefeln ( deine sind definitiv Seestiefel, keine Knobelbecher )weicher ist und umknickt, ist normal.
    Wenn Du Dir meine Bilder anschaust, siehst Du dass die Schäfte deutlich faltiger sind, als beim Knobelbecher. Das Leder ist aber gar nicht bedeutend dünner. Wahrscheinlich ist es ein anderes Leder, auch das Gerbverfahren spielt eine Rolle.

    Bequemer sind die Seestiefel allemal, uneingelaufene Knobelbecher können die Hölle sein ! Frag mal meinen Vater, der hat damals in den Anfangsjahren der Bundeswehr noch Restbestände der Wehrmachtsstiefel auftragen müssen.
    Die Jungs hatten Blutblasen vom allerfeinsten ......

  • Danke Wido!

    Und ich hatte mir schon Sorgen darüber gemacht, dass man mir vielleicht ein "Importmodell" oder etwas Ähnliches angedreht hat... Tja, wegen des "B" ´s bin ich auch noch nicht schlauer geworden. Soweit ich weiß, könnte dies eine Einteilung in Qualitätsmerkmale sein. Z. B. handhabt dies die Firma Räer so. A - Ware, B - Ware usw.
    Je abgenutzter und schlechter das Produkt, desto niedriger der Buchstabe; A = sehr gute, neue Qualität, B = benutzte, aber noch gute Qualität usw.
    Allerdings habe ich die Stiefel aus einem BW-Shop, macht die Stempelei da Sinn?
    Oder ist die Ledersohle, auf die die OFw-Sohle aufgeklebt wurde vielleicht zu dünn und die Stiefel haben deswegen ein "B" bekommen?
    Der Gedanke kam mir nämlich auch schon. Irgendwie kommt mir die Ledersohle meiner Kampfstiefel (auf die die Gummisohle dann aufgeklebt wird) "dicker" vor.
    Vielleicht täusche ich mich da ja auch.

    Ja, mein Vater war von ´62 - ´64 beim Bund und hat die "richtigen" Knobelbecher "genießen" dürfen. Der haßt sie noch heute... Er hat sich nämlich auf Märschen tatsächlich riesige Blasen geholt. Am liebsten trug er die knöchelhohen Schnürstiefel mit Gamaschen. Die Dinger sollen sehr gut gewesen sein.
    Andererseits habe ich auch schon mit älteren Soldaten gesprochen, die schwören auf die Knobelbecher.
    Der Tragekomfort scheint von Person zu Person unterschiedlich bewertet zu werden, was ja auch ganz natürlich ist.


    Gruß


    Michael

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