VDO Bundeswehr Tacho Munga, Borgward,...

  • Da ich drei defekte Tachos im Fundus hatte, habe ich mich die letzten Tage mal mit dem Thema Tacho beschäftigt.

    Bei zwei Tachos (darunter der Originale aus meinem Munga) funktioniert der Tages und Gesamtkilometerzähler nicht mehr. :|
    Beim dritten hing der Zeiger immer wieder fest.

    Als Erstes muss der gebördelten Ring zur Demontage entfernt werden. Ich habe das mit einem mittleren Uhrmacherschraubenzieher versucht und mit viel Geduld lies sich der Ring aufbiegen (ohne große Zerstörung) und dann abnehmen.

    Als nächstes muss man das Glas des Tachos entfernen. Hierzu habe ich in des Spalt zwischen Glas und gehäuse etwas SR 24 (Modellbahn Dampf/Reinigungsöl) reingeschüttet.Dies greift keine Kunstoffe und Lacke an und verflüchtigt sich recht schnell. Nun lässt sich das Glas ebenfalls leicht heraushebeln.

    Wenn man Glück hat bleibt die Dichtung am Glas drann und man kommt alles in einem Stück raus.

    Alls Nächstes die Mutter auf der Rückseite öffnen

    Nun hat man den Tacho in seinen Bestandteilen vor sich leigen:

    Nun zum Tages/Gesamtkilometer Antrieb

    Wenn man sehr viel Glück hat ist nur diese Schraube los und die Welle hat sich verschoben. Hier reicht es nun die Welle wieder richtig auszurichten und neu festzuziehen.

    Sollte dies nicht der Fall sein muss man schauen ob das Zahnrad der eingesteckten Antriebsschnecke Defekt ist (leider meistens der Fall...)

    Hierzu die Antriebswelle (seitlich) abschrauben. Auserdem die Antriebseinheit von der Zifferblactteinheit trennen (2 Schrauben).

    Als Nächstes muss man nun vorsichtig(!) auf die Schnecke klopfen (z.B kleiner Hammer etc.) Dann sollte die Sicherungskugel und die Welle rausfallen.

    Die Welle mi Schnecke und Zahnrad sieht dann so aus:

    Hier lässt sich sehen warum der Km-Zähler defekt ist. Das Messingzahnrad ist zerstört... :heul:

    Wo bekommt man hierfür (bezahlbaren) Ersatz her ??? Meistens gibt es diese Teile erst ab einem Mindestbestellwert von 25€ (z.B KJ Tachodienst).

    Bei Einem der zwei Tachos fehlte die Welle schon komplett :urg: ...

    Hängender Zeiger

    Hier war das Problem das die U-Förmige Scheibe die zur Lagerung (und damit auch für den korrekten Abstand vom Zeiger zum Zifferblatt) verantwortlich war, herausgesprungen ist.
    Diese lässt sich mit etwas geschickt mit einer Pinzette wieder "reinfummeln" oder man kann wenn man, wie vorher beschrieben, die Antriebswelle für den KM Zähler ausbaut einfach die komplette Achse herausziehen und das Teil wieder aufstecken:

    1. Ring entfernen

    2. Achse rausziehen (nur wenn Km- Welle ausgebaut ist möglich!) sonst mit Pinzette versuchen das Plättchen wieder reinzustecken!

    Dieses Plättchen verschiebt sich und muss wieder richtig aufgesteckt werden:

    So sollte es aussehen:

    Zum Schluss kann man an diesem Zahnrad noch den gewünschten KM-Stand einstellen. Da der Tacho aber nur 5 Stellig ist und der Km- Stand sowieso meist nicht mehr nachvollziehbar ist, kann man darauf aber wohl auch verzichten.

    Der Zussammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

    Ich hoffe ich konnte etwas weiterhelfen. Nun funtioniert wenigstens mein Originaltacho durch einen Teiletausch endlich wieder.

    Zwei haben aber immer noch einen defekten KM-Zähler.

    Wer noch tiefer ind die das Thema Tacho einsteigen will, dem sei auch der Beitrag von FMB hierzu empfohlen:

    Munga Tacho Tachometer

    Viel Spaß beim Tachoschrauben :P

    Gruß
    Seba

    6 Mal editiert, zuletzt von MungaSeba (17. Juni 2013 um 12:14)

  • Servus aus münchen,
    Super und nachvollziehbar gemacht. Danke für deine Mühe. :thumbsup:

  • Habe den heutigen Abend mal genutzt, meinen Tacho wieder zusammen zu bauen, der ja auf unserer Marokko-Tour ausgestiegen ist.
    Der getrennte Ausfall von Kilometerzähler und Tacho läßt sich auch einfach erklären:
    Zuerst hatte das o.g. Zahnrad akuten Zahnausfall, damit was das Zählwerk abgeklemmt.
    Irgendwann hat es dann die Tachowelle zerlegt. Der Tacho war quasi fest und ich vermute, daß die bis dahin letzte Ader der Tachowelle einfach abgerissen ist.

    Vor vielen Wochen hatte ich dann die bei Ka-Ja bestellten Zahnräder in der Post.


    Zusammenbau soweit kein Problem, ist ja hier oben im Thread bestens beschrieben.

    Dann anschließend ein kleine Probefahrt, mit dem Akkuschrauber (Achtung: es geht linksrum) :huh:

    Habe versucht genau 30 km/h zu fahren. D.h. für einen km würde ich dann 2 min brauchen. War aber schon nach 1:40 am Ziel - will sagen, der Tacho zeigt 20% zu wenig an.
    Kann man da irgendwas einstellen, oder hat der Permanent-Magnet in den letzten 50 Jahren etwas Feldstärke eingebüßt ?

    Kennt noch jemand einen Trick, wie ich ihn schneller gute 6000 km vordrehen kann ?

    Danke und Gruß

    Peter

    edit: Rechtschreibung

    Ess Ju Wie

  • Habe versucht genau 30 km/h zu fahren. D.h. für einen km würde ich dann 2 min brauchen. War aber schon nach 1:40 am Ziel - will sagen, der Tacho zeigt 20% zu wenig an.
    Kann man da irgendwas einstellen, oder hat der Permanent-Magnet in den letzten 50 Jahren etwas Feldstärke eingebüßt ?

    naja, Tachoanzeige ergibt sich aus dem Magnetfeld und der Rückstellkraft der Spiralfeder.
    Wie du den Magneten erstärken kannst weiß ich nciht, aber evtl. kannst du die Feder kürzer einklemmen, die ist mit so nem Stift in einer Bohrung festgehalten.
    den rausziehen, die Feder auch rausziehen und wieder feststecken.
    Kann sein, dass es was bringt.

    Kennt noch jemand einen Trick, wie ich ihn schneller gute 6000 km vordrehen kann ?

    Ja,
    Antriebswelle wieder ab,
    Mitnehmerwelle auch
    und das Zählwerk auf den gewünschten Wert einstellen und danach die Wellen wieder montieren.
    :dev:

    Gruß
    der
    Benzschrauber


    Quod licet Jovi, non licet bovi

  • Das geht, leider geht der Link zu FMB's Tachobeitrag nicht mehr

    Du meinst den hier ?!

    Ich habe da nur die Erklärung zum 'Weiterzählen' gefunden. Hatte ich gestern auch so probiert. Problem ist halt, daß man die 6000 km tatsächlich drehen muß, was ja auch wieder Verschließ für den Tacho bedeutet.
    Alternativ müßte man die 'Verbindungeszahnrädchen' zwischen den einzelnen Zählscheiben ausbauen, um diese dann unabhängig voneinander weiterdrehen zu können. Blöd ist nur das die Achse auf beiden Seiten platt gequetscht ist, wird also zerstörungsfrei nicht funktionieren.

    Bleibt die Frage, wie sich die Anzeigegenauigkeit des Geschwindigkeitsanzeiger einstellen läßt ?

    Gruß

    Peter

    Ess Ju Wie

  • Ich würde nicht versuchen, die Feder "passend" zu machen. Dann lass ihn lieber professionell insten. Ich kann sehr Herrn Lischke: http://www.oldtimer-tachometer.de/ empfehlen. Der arbeitet seit 50 Jahren an Tachos und hat faire Preise. Ich habe für meinen MB /8 Tacho, welcher hässliche Geräusche machte und durch Achsübersetzungsänderung zu langsam lief für die Überholung + Übersetzungsänderung ~100€ bezahlt - gut für die nächsten 40 Jahre (wenn da nicht das Feuer dazwischen gekommen wäre...)

    LG
    Kristian

  • Gesucht wurde, denke ich, dieser Beitrag:

    https://www.multi-board.com/board/index.php/Thread/13695

    Derdemdasirgendwiesehrbekanntvorkam...

    Gruß aus dem Norden

    FMB
    __________________

    Selbsternannter Forumsspezialist für Verkehrswarnanlagen, Hörner und Tonfolgerelais - bitte melden bei Fragen und Bedarf - Verwalte einen Überhang an Teilen, aber das funktioniert nur, wenn neben Nachfrage mir auch die Überschüsse angeboten werden...

    Stolzer Kradlehrgangsteilnehmer Mai 2011/Juli 2011/Juni 2017

  • ja, Peter scheint mit meiner Antwort ja auch nicht zufrieden gewesen zu sein. :P:dev:

    aber mal im Ernst,
    das Ding ist auseinander,
    was vertut man sich dabei die Feder anders zu stecken?

    Hab ich bei meiner R24 mal gemacht,
    die zeigte immer zu wenig an,
    ein paar mal rumprobiert, danach zeigte sie relativ genau die tatsächliche Geschwindigkeit.
    Jedernfalls soweit ich das einschätzen konnte.
    Hat gehalten bis wir sie verkauft haben.
    das waren so 4 Jahre und schätzungsweise 7-8.000 Kilometer.

    Edith sagt:
    die Welle der Zählrädchen an einem Ende abschleifen und mit ganz feinem Durchschlag rausdrücken,
    dann gehts auch zerstörungsarm :saint:

    Gruß
    der
    Benzschrauber


    Quod licet Jovi, non licet bovi

  • Der Tachomensch ändert das Magnetfeld oder die Übersetzung des Tachos, an die Feder wird nicht ran gegangen. Gleichzeitig wurde alles gereinigt, neue Buchsen gesetzt (bei meinem Tacho war das nötig, daher kamen die Geräusche) und mit dem richtigen Schmiermittel versehen. Mir war es das wert. Wobei diese 100€ auch nicht mehr auffielen bei dem Gesamtumfang der Restauration...

    Am Ende darf das jeder selber entscheiden :)

  • Nur sind 100€ für nen Mungatacho zu teuer, solang günstiger funktionierender Ersatz zu bekommen ist...

    Gute gebrauchte gibts im Schnitt für 30-60€
    Aber es kommt die Zeit wo sich der Gang zum Tachodienst lohnt.

    Gruß
    Seba

  • Bei der letzten größeren Tour fing der Tacho irgendwann an nervig zu quietschen.
    Also rechts ran, ihn kurz aus dem Armaturenbrett heraus geholt und hinten am Welleneingang mit WD40 geflutet :öl:. Seid dem ist Ruhe :&.

    Gruß

    Peter

    (die vor Jahren angeschnittene Genauigkeitsfrage harrt noch der finalen Bearbeitung, allerdings mit geringer Relevanz)

    Ess Ju Wie

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