Funktion und Drehrichtung der "CO" und "Leerlauf" Schrauben am Vergaser?

  • Hallo,

    wie im anderen Fred geschrieben, war ich je gerade am Vergaser dran. Dabei ist mir im Gespräch mit Anderen was sehr Merkwürdiges aufgefallen, nämlich dass sich bei mir die Leerlauf-Gemsichregulierung anders verhält, als ich es erwartet hätte und wie es andere berichten.

    Gemeinhin spricht man ja bei der großen Einstellschraube am Vergaser von der "Leerlauf"-Schraube und bei der kleinen von der "CO"-Schraube.
    Gemäß Pierburg-Anleitung heißt die große aber "Zusatzgemisch-Regulierschraube" und die kleine "Grundleerlaufgemisch-Regulierschraube". Leider ist nirgends beschrieben, wie sich die beiden verhalten sollen, auch aus der Funktionsbeschreibung wird man da nicht wirklich schlauer.

    Eines ist klar, beide haben einen Einfluß auf den Leerlauf und aufs Gemisch.

    Bei mir ist das so (Drosselklappenspalt so eingestellt, dass sich Leerlauf und Gemisch im richtigen Bereich einstellen lassen, ZZP auf 3 Grad vor OT):

    Drehe ich die kleine (CO/Grundleerlaufgemisch-Regulierschraube) raus, dann steigt der Leerlauf und CO geht runter. Drehe ich sie rein, dann sinkt der Leerlauf und CO steigt an. Drehe ich die große raus, steigt der Leerlauf, drehe ich sein rein sinkt der Leerlauf, CO bleibt aber weitgehend konstant.

    Zum Einstellen drehe daher die kleine so weit rein, bis der CO (1,0) stimmt und regle dann den Leerlauf mit der großen auf 950U/min ein.

    Irgendwie hätte ich ja erwartet, dass der CO steigt, wenn ich die kleine rausdrehe, aber bei mir ist's genau umgekehrt !???

    Das Verhalten habe ich bei zwei Vergasern festgestellt.

    Kann das sein ? Evtl. hat mein CO Messgerät ne Macke ??

    Gruß
    Holger

    ich habe nichts zu sagen und ich sage es

  • Hallo Holger,
    Dein CO Messgerät ist in Ordnung
    Das ist doch alles normal. Rausdrehen mehr Luft deshalb weniger CO, rein drehen weniger Luft , höherer CO.
    Sie wird auch Luftschraube bzwCO Schraube genannt.
    Die Große für die Drehzahlregelung.Leerlaufanreicherung.
    So habe ich es damals in der Lehre gelernt, da gab es noch reichlich Vergaser Motoren.

    mungamike

    :munga:

    1837446.jpg

    :T3:

  • ... :no:net so ganz richtig ...

    ...kleines Zitat ....

    Das Kraftstoffgemisch lässt sich bei regulären Vergasern über die Leerlaufgemischschraube einstellen. Diese befindet sich bei den meisten Vergasern unterhalb der Drosselklappe. Die Leerlaufgemischdüse ist eine spitze Schraubdüse, die eine kleine Bohrung verschließt. Dreht man diese Düse ein, verringert sich die Kraftstoff-Zufuhr, öffnet man die Schraube, sättigt man die Kraftstoff-Zufuhr. Die Leerlaufeinrichtung besteht aus dem Leerlaufkanal, welcher hinter der bis auf einen kleinen Spalt geschlossene Drosselklappe mündet. An dieser Stelle sind die Luftgeschwindigkeit und der Unterdruck so groß, dass Kraftstoff leicht angesaugt werden kann. Die Leerlauf-Kraftstoffdüse bemisst die Menge an Leerlaufkraftstoff welcher für den Leerlauf im Standgasbetrieb notwendig ist.


    ... könnt also sein , daß die DK Grundeinstellung doch nicht so ganz stimmt ....

  • HG Wakewood,
    prima theoretisch absolut korrekt erklärt. Aber leider für die meisten unverständlich.
    Was ist also das Geheimnis der Vergaser-Grundeinstellung?
    Die Drosselklappe (englisch Butterfly) muss so stehen das die Kante der Drosselklappe eigentlich genau vor dem Loch der Leerlaufdüse stehen soll, weil da in Leerlauf der maximale Unterdruck entsteht, wenn alles andere i.O. ist also kein Falschluft wegen ausgeschlagener Drosselklappenwelle oder so.
    Wenn das stimmt, kann man gegebenenfalls noch ein wenig über die Einstellung der Hauptbedüsung machen, was aber normalderweise nicht gelingt.
    Für die Grundeinstellung sollte die Gemischschraube fünft halbe Umdrehungen offen sein, bei Motorrädern 3 halbe Umdrehungen. Das passt immer als Ausgangswert.
    Wenn das alles nicht hilft, dann sollte mal der Schwimmerstand geprüft werden.
    Als einer, der noch Vergaser gelernt hat.
    Gruß
    Wolf

  • Hat sich geklärt, mein CO Meßgerät hat rumgezickt und musste gereinigt werden.

    Da ist sie wieder, die alte Regel: wer mißt mißt Mist, wer viel mißt mißt viel Mist.

    Jetzt verhält es sich so, wie erwartet, das Rausdrehen der kleinen (CO) Schraube lässt den CO steigen (die Drehzahl auch etwas, muss an der großen nachgeregelt werden).

    Motor nun sauber auf 1% CO bei 950 U/min eingestellt (Kurbelgehäuseentlüftung abgezogen und Vergaserseitig verschlossen), dazu musst die kleine Schraube ca. 3,5 Umdrehungen raus (vorher war sie ca. 1,5 Umdrehungen raus, also 2 zu wenig).

    Nebeneffekt: das Brabbeln im Schiebebetrieb ist fast weg, war vorher deutlich zu höhren und ist wohl wirklich ein guter Indikator für zu mageres Gemnisch.

    Mal sehen, wie sich der Verbrauch entwicklet, erste Messung nach KAT Ausbau ergab schonmal 1,8l / 100km weniger als vorher :thumbsup:

    Thread können wir schließen, danke fürs Feedback.

    ich habe nichts zu sagen und ich sage es

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