Große oder kleine Räder am Anhänger?

  • Hallo Forumsgemeinde,

    ich habe mir letztes Jahr einen 3,5t Hochlader mit verstellbarer Deichsel angelacht. Das soll eigentlich für mich die eierlegenden Wollmilchsau werde. Er soll primär hinter meiner Emma oder hinterm Robur laufen. Sekundär aber auch hinter einem normalen Kfz (z.B. Pajero oder T5).

    Nachträglich sind Reifen der Größe 155/70R12 eingetragen. Sind zwar zulässig, sehen aber sehr bescheiden für die Größe des Anhängers aus. Wollte jetzt auf eine optisch gefälligere Größe wechsel, da die Reifen sowieso fertig sind.

    Im Brief war ursprünglich die Größe 185R14C eingetragen (jetzt gestrichen und durch 155/70R12 ersetzt).

    Hatte mir diese jetzt auch bestellt. Und war doch jetzt etwas erschrocken, wie groß sie sind. Reifendurchmesser 64cm.

    Vom Platz her geht es, aber die Ladekantenhöhe kommt jetzt auf 76cm.

    Als Alternative habe ich mal die Reifen von einem anderen Anhänger in der Größe 195/50R13 (Durchmesser 52cm) montiert.

    Sieht eigentlich recht stimmig aus.

    Die Ladekantenhöhe wäre dann bei 70cm.

    Hier mal ein Größenvergleich.

    Hatte jetzt bloss 1 Rad der Größe 185R14 montiert, da ich momentan mit dem Gedanken spiele die Räder wieder zurückzugeben.

    Jetzt zur eigentlichen Frage :-D.

    Was würde eurer Meinung nach schwerer wiegen? Das bessere Laufverhalten des 185R14, oder der niedriegere Schwerpunkt des 195/50R13 (6cm Unterschied)? Der Anhänger soll auch für Autotransporte herhalten (ich träume ja noch von einem Borgward B2000:H:)!

    PS.

    Zum Thema Bremsübersetzung. Für die 185R14 liegt eine Bremsenberechnung vor. Das würde funktioniere. Für die 195/50R13 habe ich noch keine. Sollte aber kein Problem werden, da diese im Durchmesser etwa den momentan eingetragenen 155/70R12 entsprechen.

    Gruß Björn

  • Ich habe bei meinen Anhängern, auch wenn sie deutlich kleiner sind, immer möglichst große Räder gewählt, das Verhalten gerade bei Unebenheiten war die Entscheidungsgrundlage.

    Grüße aus dem Norden
    Claus

    Erleuchtung auf der dunklen Seite der Macht 37534537pb.gif

  • Im Prinzip würde ich aus Verschleißgründen immer Räder mit größtmöglichem Durcmesser wählen soweit möglich. Größerer Durchmesser = größerer Abrollumfang = geringere Drehzahl des Reifens bei gleicher Geschwindigkeit.
    Was sagt denn generell der Tüv zu Deinem Vorhaben? Normalerweise hat man bei Anhängern (wegen der Bremsberechnung, d.h. der Abstimmung des Hebelwegs am Rad passend zur Auflaufeinrichtung) bei der Eintragung verschiedener Reifengrößen immer Reifen mit annähernd gleichem Durchmesser eingetragen...

    Grüße von Lorenz, irgendwo da draußen...


    Ein guter Freund besucht einen im Knast, wenn man Mist gebaut hat.
    Ein echter Freund sitzt im Knast neben einem und sagt, "War aber trotzdem 'ne klasse Aktion."

  • Erstmal Danke für eure Antworten. Wegen der Abnahme mache ich mir keine Sorge. Hatte da schon beim Prüfer vorgefühlt. Die Freigängigkeit ist bei beiden Rädern gegeben und die Bremsenberechnung passt auch.

    Traglast ist auch kein Thema. Da gibt es für beide Reifengrößen die Traglastklasse 104 = 900kg.

    Das ziehen hinter Emma oder Robur ist eigentlich auch nicht das Problem. Da wird sich der Anhänger fahrdynamisch kaum bemerkbar machen.

    Mir geht es vor allem um den Fall, bei der Verwendung als Fahrzeugtrailer hinter einem "zivilen" Kfz.

    Was wäre besser? Großer Reifen, der besser abrollt oder kleinen Reifen, der den Schwerpunkt nach unten bring, aber dafür unruhiger läuft?

    Gruss Björn

  • Beim Hochlader würde ich wenn es um Fshfzeugtransport geht immer auf kleinere Räder setzen, das wird sonst ganz schön wackelig. Und ne große Alko-Antischlingerkupplung, die bewirkt Wunder und schafft viel Sicherheitsreserve :top:

  • Hallo beisammen,

    ich hätte da einmal eine Frage an die Fachleute :

    Ist es möglich, dass der Anhänger mit kleineren Rädern, als vom Hersteller geplant, "überbremst" ?

    Der Hersteller hat ja irgendwann einmal festgelegt, dass bei einem Bremstrommeldurchmesser X, einer Belagbreite Y, einem Reibwert Z usw., usw., der Raddurchmesser bzw. der Abrollumfang ein gewisses Maß nicht überschreiten darf, da sonst nicht mehr genügend Bremsleistung entwickelt werden kann. Hier spielt die Länge des Hebels eine Rolle (so habe ich es zumindest einmal in der Schule im Fach Mechanik gelernt).

    Die Länge des Hebels, ist gleich der Radius des Komplettrades (also von Nabenmitte bis zur Außenkante der Lauffläche gerechnet).

    Je länger dieser Hebel, umso mehr Bremskraft muss diesem entgegengesetzt werden, um den Anhänger zu verzögern.

    Ich verlängere den Hebel, indem ich ein Rad mit größerem Durchmesser, bzw. größerem Abrollumfang montiere (der Radius ist logischerweise der halbe Raddurchmesser).

    Übertreibe ich es und montiere ich ein viel zu großes Rad, reichen irgendwann die Bremskräfte nicht mehr aus, um den Anhänger ordentlich zu verzögern. Um zu ermitteln, wie weit ich das Spielchen treiben kann, gibt es den Prüfingenieur (vom TÜV, DEKRA usw.) der das berechnen können sollte.


    Soweit, so gut.

    Wie schaut es beim umgekehrten Fall aus ?

    Sprich, ich mache das Rad beliebig klein. Der Radius UNTERSCHREITET somit das vom Hersteller berechnete Maß erheblich.

    In der Praxis müsste es dann theoretisch wie folgt sein :

    Das Zugfahrzeug verzögert, die Auflaufeinrichtung verrichtet ihren Dienst und veranlasst, dass sich die Bremsbeläge gegen die Bremstrommel pressen. Die Höhe der Bremswirkung hat der Hersteller ja an das große Rad angepasst. Diese Bremswirkung verändert (verringert) sich ja auch nicht, wenn ich kleinere Räder montiere.

    Übertreibe ich es durch die Montage viel zu kleinere Räder, müsste ich irgendwann an den Punkt kommen, dass die Räder sofort blockieren, selbst wenn ich mit dem Zugfahrzeug nur sanft bremse. Oder hinkt hier meine Theorie ?

    Zum Hintergrund :

    Ich habe ein auflaufgebremstes Kompressor-Fahrgestell mit einer höhenverstellbaren Deichsel (inkl. Wechselsystem von PKW-Kugelkopf auf 40er LKW-Ringöse).

    Ursprünglich waren einmal Reifen der Dimension 185 SR 14 auf Mercedes "Strich 8" Fünflochfelgen montiert.

    Um im Boden der Ladefläche keine störenden Radkästen zu haben, hat der Vorbesitzer zwar die gleichen Felgen genutzt, aber Niederquerschnittreifen vom Golf II mit der Dimension 185/65 R14 montiert. Als ich das unterste Foto von den beiden verschieden großen Reifen im Beitrag #1 sah, musste ich an mein Kompressor-Fahrgestell mit der höhenverstellbaren Deichsel denken.

    Die Sache wurde übrigens anstandslos von Prüfingenieur abgenommen. Ich hoffe, dass das kein Gefälligkeitsgutachten war...

    Ich habe noch einige 13"-Felgen von der Mercedes Heckflosse (W110). Selbst die würden noch locker über die Bremstrommeln passen, so dass ich NOCH kleinere Reifen montieren könnte. Ich will es aber auch nicht übertreiben.

    Auf diese 13"-Felgen könnte ich aber auch Reifen der Dimension 175/70 R13 montieren. Die haben den gleichen Abrollumfang, wie die 185/65 R14, sind aber billiger in der Beschaffung...


    Zur Frage, was ist besser ? Möglichst große, oder möglichst kleine Räder / Reifen zu montieren ?

    Beides hat m.E. seine Vor- und Nachteile.

    Don Lorenzo hat es ja schon geschrieben :

    "...aus Verschleißgründen immer Räder mit größtmöglichem Durcmesser wählen soweit möglich. Größerer Durchmesser = größerer Abrollumfang = geringere Drehzahl des Reifens bei gleicher Geschwindigkeit. ..."

    Praktischer Nebeneffekt : Das Radlager hat dann auch eine geringere Drehzahl, also weniger Verschleiß.

    Zudem ist dann die Bodenfreiheit des Anhängers um einiges größer. Das ist interessant, wenn man sich fernab der Straße bewegt.


    Bei kleineren Reifen ist die geringe Höhe der Ladekante evtl. ein Vorteil beim Beladen.

    Auch der niedrigere Schwerpunkt kann ggf. entscheidend sein, wenn man mit schwerer Ladung hoch hinaus möchte.

    Sehr kleine Räder lassen zu, dass man die Ladefläche über die Räder baut und die Ladefläche trotzdem keine lästigen Buckel für die Radkästen hat.

    Die Nachteile liegen (wie oben beschrieben) aber auch auf der Hand :

    Halber Abrollumfang bedeutet, dass der entsprechende Punk der Lauffläche (bei gleicher Geschwindigkeit) sich doppelt so oft am Asphalt der Fahrbahn reibt. Auch das Radlager hat sicherlich einen höheren Verschleiß.

    Mich persönlich würde am meisten stören, dass der Anhänger dann erheblich weniger Bodenfreiheit hat.


    M.E. gibt es kein richtig und kein falsch. Man muss halt schauen, was man mit dem Anhänger machen will.

    Was meint Ihr ?

    VG

    Eddi

    Einmal editiert, zuletzt von Werlte (10. März 2019 um 01:23) aus folgendem Grund: r vergessen

  • Ich Danke euch für eure Meinungen. Ich werde wohl versuchen die 185R14 wieder los zu werden und 195/50R13 zu besorgen.

    Neben einen besseren Schwerpunkt, spricht auch für die kleinen Räder, das Stützrad und Stützfüsse nicht ganz so weit rausgedreht werden müssen und dadurch instabil werden.

    Da der Anhänger nicht gewerblich genutzt wird, sehe ich den Verschleiß durch höhere Drehzahlen eher nicht maßgebend.

    Gruss Björn

  • eddi, in der betrachtung der bremsleistung in abhängigkeit des raddurchmessers hast du einen denkfehler drin: die auflaufbremse! Natürlich bremst der anhänger mit großen pellen schlechter. Dann drückt aber die massenträgheit den anh auf das zugfahrzeug und die bremsen werden stärker betätigt. Das system dürfte also wechselnde reifendimensionen in grenzen ausgleichen. Zur frage groß oder klein: groß; die schwerpunkterhöhung ist vernachlässigbar.

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