Der Gaszug ...

  • ... den Treffern hier zufolge offenbar immer wieder ein (leidiges) Thema - der gerissene :dev:


    Hatte ich jetzt 2x, das erste Mal war ja noch 'einfach' - in meiner Garage.

    Das zweite Mal war am Mittwoch, wollte gerade eine kleine Ausfahrt machen, da reißt er kurz vor dem Ortsausgang - konnte gerade noch in die dortige Tankstelle rollen.

    Ein freundlicher Nachbar, der gerade dort war, hat mich wieder nach hause geschleppt (war also auch nicht weit von meiner Garage ^^ )

    ABER: Das hätte keine 500m vorher an der T- Kreuzung passieren dürfen ...


    Daher will ich das mal genauer untersuchen, hier die Bruchstücke:



    sehen alle irgendwie immer gleich aus - wie 'abgehackt'. Für mich ein typischer Dauerwechsellastbruch, d.h. an der Pressstelle scheint es eine andauernde 'Knickbewegung' zu geben. Auf den ersten Blick nicht erklärbar, da am Vergaser alles leichtgängig ist, inbes. das Klemmteil mit der Schraube. Da ich nicht gleichzeitig hinten gucken und vorne treten kann, habe ich mal die Videokamera in den Motorraum gestellt und siehe da:



    bei Vorwärts- (oben) und Rückwärtsbewegung (unten) besteht tatsächlich ein unterschiedlicher Winkel zw. Seil und Pressstück. Das ganze 1 Mio mal (geschätzt) und alle Adern sind gebrochen.

    Der Unterschied resultiert aus der unterschiedlichen Richtung der (Dreh)Reibungskraft beider Bewegungen. Dagegen hilft nur eine 'reibungslose' Lagerung des Klemmteils im Hebel (z.B. mittels Kugellager).


    Gibt es so was schon?

  • Moin edbo,


    die Idee mit dem Lager hört sich nicht schlecht an, aber da bräuchtest doch im Prinzip ein größeres Loch und mehr Fleisch am Hebel, oder?


    Auf dem Foto sieht es so aus, als ob sich die Klemme im Hebel eingearbeitet hat, also das Loch nicht mehr "rund" ist - kann aber auch lediglich Schmutz rechts von der Schraube sein.


    Vielleicht hilft auch einfach nur Schmiermittel / Fett / PTFE-Spray ?


    Die extreme "Wechselbewegung" dürfst aber eigentlich auch nur haben, wenn ziemlich ruckartige Betätigung des Gaspedal hast - also z.B. Umschalten einer Ampel, Startvorgang oder so.

    Bei normalem Beschleunigen, Hochschalten etc. dürfte das eher sanfter ablaufen :T


    Gruß fux


    P.S.: sitzt das Rörchen durch den Gebläsekasten richtig? Bei mir ist das mal ein Stück Richtung Motorklappe gerutscht, dann stimmt der Winkel der Gaszugführung evtl. auch nicht mehr so richtig

  • Hallöle,


    Zitat: Dagegen hilft nur eine 'reibungslose' Lagerung des Klemmteils im Hebel (z.B. mittels Kugellager).


    oder gelegentlich ein Tropfen Öl :yes:


    Abriss vom Gaszug hatte ich seit 1985 genau zwei mal. Einmal kurz nachdem ich den Kübel übernommen hatte. Und das zweite mal ausgerechnet im Chiemgau bei der "Erfahrenen Heimat 2011". Ersatzzüge für Gas und Kupplung sind immer dabei. Das Wechseln vom Gaszug geht in ein paar Minuten.

    Beim ersten Gaszugabriss, das war vorne am Pedal habe ich mich mit einer Lüsterklemme beholfen. Ok da war dann ein bisserl mehr Standgas. Aber die Fahrt konnte fortgesetzt werden.

    Wo sind denn die Gaszüge her die du eingebaut hast:?: Ich ziehe immer noch alte Gaszüge ein die ich noch von Schlacht-VW´s habe.

    Ich habe das jetzt bei Handbremsseilen festgestellt. So ein Neuteil von wasweißichwoher beim Einbau des Handbremshebels nur kurz etwas eingeklemmt, zack waren schon ein paar Litzen ab. War neu und schon Schrott. :wacko:


    Servus der murkser

  • Danke für eure Rückmeldungen!


    aber da bräuchtest doch im Prinzip ein größeres Loch und mehr Fleisch am Hebel, oder?

    Realisierung müsste man sich noch überlegen - oder einer hat das schon mal gemacht ...

    kann aber auch lediglich Schmutz rechts von der Schraube sein.

    das ist Fett, das da rausquillt


    wenn ziemlich ruckartige Betätigung des Gaspedal hast

    für das Video habe ich die Bewegungen extra gaaaanz langsam ausgeführt. Dann geht das Klemmteil immer ein Stück mit dem Hebel mit (Haftreibung) und rutscht dann in die neue Position (Gleitreibung). Ich denke eher, je langsamer die Betätigung ist, desto häufiger sind diese Kippbewegungen.


    Röhrchen sitzt nach meiner Beobachtung richtig ...


    oder gelegentlich ein Tropfen Öl

    sh. oben


    Die Betriebsdauer dieses Gaszuges kann ich nicht mehr genau nachvollziehen, evtl. seit der Motorüberholung 2011 (34 Tkm).


    Wo sind denn die Gaszüge her die du eingebaut hast

    aus dem 'Zubehör', glaube von Ralf ...

  • Hallöle,


    also Fett würde ich an solche Schmierstellen nicht dran tun. Eher ein paar Tröpfchen von Muttis Nähmaschinenöl, oder Ballistol, zur Not einen Tropfen Motoröl vom Ölmessstab.

    Kann es sein, daß da so viel Spiel ist, daß ich da rechts an der Klemmschraube vorbei den Schaft vom Gaszug sehen kann:?:

    Das wäre entschieden zu viel Spiel. Da scheint entweder das Klemmgelenkteil nicht (mehr) in Ordnung zu sein, oder die Lagerbohrung im Drosselklappenhebel ist oval. Das wäre evtl. eine Erklärung dafür, daß sich das Klemmgelenkteil nicht richtig in Drosselklappenhebel drehen kann und diese Kippbewegungen macht. Es verklemmt in der ausgeschlagenen Lagerung.

    Wie ist der Pedalweg begrenzt:?:


    Servus der murkser

  • also Fett würde ich an solche Schmierstellen nicht dran tun.

    ich bevorzuge Fett, weil sich die dünnen Öle bei hoher Temperatur zu leicht verflüchtigen - Motoröl ginge evtl.. Fett ist 'permanenter' und zieht sich bei Wärme sehr gut auch in die kleinsten Spalte rein.

    rechts an der Klemmschraube vorbei den Schaft vom Gaszug sehen kann

    ?



    Die Lage von Hebel zu Buchse ist durch den Schraubenkopf verdeckt, ggf. mache ich noch mal ein Foto ohne Schraube ...

    Wie ist der Pedalweg begrenzt

    durch den Pedalanschlag vorne. Der Zug ist so eingestellt, dass beim Anschlag am Vergaser keine zusätzliche Zugspannung auftritt.

  • Hallöle,


    also dieses "Klemmgelenkteil" wird offiziel als "Lagerbolzen" angesprochen.


    Beim oberen Bild (betätigter/belasteter Vergaserzug) hat es den Eindruck als wäre der Schraubenkopf vom Lagerbolzen etwas mehr "links".

    Beim letzten Bild ( unbetätigter/nicht belasteter Vergaserzug) sieht die Sache "mittiger" aus. Kann aber auch täuschen :/

    Fakt ist ja dann wohl, daß sich der Lagerbolzen im Lager (des Drosselklappenhebels) wohl nicht richtig frei bewegen/drehen kann.

    Ich würde den Vergaserzug noch einmal vom Lagerbolzen abmontieren. Alles reinigen und entfetten, und dann mal ausprobieren/schauen wie das Spiel ist vom Lagerbolzen. Ob sich der Lagerbolzen im Lager leicht bewegen, drehen läßt. Vielleicht gibt es axial zwischen den beiden Lagerbohrungen am Drosselklappenzug eine Verschränkung, die den Lagenbolzen hemmt.

    Vielleicht hast du ja noch einen anderen Lagerbolzen und setzt den mal ein. Stimmt das Spiel vom Drosselklappenhebel bei Vollgasstellung?


    Im VW Rep.leitfaden Kraftstoffanlage heißt es: "Gelenke und Lagerstellen am Vergaser sind leicht zu ölen", andererseits steht da aber auch "Gestänge und Kugelpfannen(?) sind mit Molybdän Fett zu schmieren". Im Fristenheft stehen zu dem Thema G-450 und O-236. Also suche es dir aus.

    Aufgrund der Eigenschaften von Schmierfett ( Temperaturbereich -20C* - +120C*, Tropftemperatur ca. 150-170 C*) die ja so gewollt sind weil sonst bei Erwärmung das Fett aus dem Lager laufen würde. bezweifle ich die "Kriecheigenschaft" von Schmierfett, bzw. Mehrzweckfett, bei der gefragten Anwendung.

    Es soll Schmieröle geben die temperaturbeständig sind. Siehe Eigenschaften z.B. Ballistol.

    Ölen hat dazu den Vorteil, daß Schmutzpartikel beim Ölen aus der Schmierstelle herausgespült werden. Fette ziehen Schmutz eher an und bilden dann Schleifpasten.


    Servus der murkser

  • ... so, ich denke, ich hab's jetzt:


    Alles nochmal in Ruhe zerlegt und gereinigt (am Mi ging's ja nur um den schnellen Wechsel) - die Bohrungen im Hebel sehen ok aus:



    ABER das 'Klemmstück für Gaszug' ist total verhaut:



    bei entlastetem Gaszug (Pedal 'nach hinten gebunden') wackelt das in alle Richtungen. Hat sich bei den Last(Gas)Wechseln offenbar immer etwas verklemmt und damit den Gaszug geknickt.

    Hab' mir jetzt ein paar neue bestellt, sollte man wohl auch öfter mal wechseln - 'again what learned'


    Danke nochmals, insbes. an murkser

  • Hallo

    Jetzt muss ich auch meinen Senft dazugeben, Ich hab auf 31 Jahre nur zwei Gasseile gebraucht.Vielleicht die heutige Qualität nicht mehr so gut.Hinten am Vergaser ist das Seil nie gerissen wie schon gesagt zwei mal vorne am Gaspedal.

  • Hallöle,


    was ist das denn :verrueckt:


    41379879no.jpg


    Selbst aus der übelsten Ausschlacht- Käfer-Kübel-Ruine habe ich jemals so ein Teil heraus geholt. Und da waren Motorbrände dabei und Autos die schon in der Gartengestaltung integriert waren :yes:


    Servus der murkser

  • Hallöle,


    ja der Gaszug wird mit Schmierfett in das Führungsrohr gezogen. Wobei es nicht schadet mal das alte Fett mit einem Draht und einem Fetzen Stoff, so ungefähr wie beim Waffenreinigen aus dem Rohr zu ziehen. Aber nicht übertreiben mit dem Schmierfett. Alle paar Jahre mal mit der Pumpölkanne ein paar Hübe Motoröl von hinten her in´s Rohr gebeben schadet auch nicht.


    Servus der murkser

  • die selbstschmierenden Eigenschaften von Messing zu nutzen ?

    wenn ich mir das Stahlteil so ansehe, ist Messing sehr wahrscheinlich hierfür zu weich. Evtl. Stahl hartverchromt oder -vernickelt oder gleich Lagerbronze.

    Andererseits soll eine Seite ja 'weicher' sein - ist dann eben ein Verschleißteil.


    Mal sehen, wie die bestellten Teile aussehen, werde ich dann mit MoS2- Fett einsetzen.


    Fettet Ihr eigentlich den Gaszug bevor er verbaut wird?

    JA, unmittelbar beim Einschieben am vorderen Rohr.

    zwei mal vorne am Gaspedal.

    wie geht das? Habe ich wiederum noch nie gesehen ...

  • Hallöle,


    wie gesagt, mit dem Fett nicht übertreiben. Den Gaszug stückchenweise in das, idealerweise vorher grob gereinigte Rohr ziehen. Oder eher schieben, weil das dünne Stahlseil normalerweise genug Festigkeit hat daß es sich ohne Zughilfsmittel ins Rohr einführen läßt. Beim einschieben immer Stück für Stück, möglichst gleichmässig den Gaszug einfetten. Nicht mit der Fettpresse Schmierfett in´s Rohr drücken und dann den Gaszug einziehen. Erstens verteilt sich dann das Schmierfett nicht gleichmässig und zweitens darf sich Schrauber/in auch mal die Finger schmutzig machen.

    Daß die flexible Gaszughülle (Schlauch) vom Übergang Rahmentunnel zum Motor dabei evtl. einen Widerstand darstellt und vielleicht abgenommen oder erneuert werden muß, sollte man einkallkulieren.

    Brezelkäfer-Kollegen mit Seilzugbremsenerfahrung raten dazu die Züge, die ja ähnlich wie der Gaszug in Führungsrohren laufen, nur wenig zu fetten.

    Besser wäre es immer mal wieder sparsam zu ölen. Weil die Züge dadurch leichter laufen und Fett mit der Zeit (besonders wenn übermäßig verwendet) seine Schmierqualitäten verliert.

    Übrigens waren früher die Gaszüge (Brezel, Ovali) aus einem harten Stahldraht (wie die Heizungszüge) gemacht und nicht aus einer Drahtseillitze.

    Ich für meinen Teil baue lieber, so es zur Verfügung steht, ein die Funktion einwandfrei erfüllendes Altteil ein. Auch wenn diese manchmal rein optisch nicht mehr perfekt sind. Anstatt da selber etwas zu kreieren. Die Leute welche die Komponenten ursprünglich zusammenkonstruiert haben, waren höchstwahrscheinlich auf ihrem Gebiet schlauer als ich.


    Die Gaszüge reissen normalerweise eher selten. Genauso habe ich dem Lagerbolzen am Vergaser bis jetzt noch nicht als irgendwie problematsch kennen gelernt. Dem entsprechend kannst´die Teile unter oben angeführten Punkten eher vergessen. Vorne am Pedal reißt, oder besser bricht so ein Gaszug eher mal, weil das Gaspedal und die Befestigung des Gaszuges dort eher stoßweise Querkräfte ein bringt.


    Also für eine "Gaszug-Panik" gibt es keinen Grund. Die Teile sind unproblematisch, simpel und nicht sehr wartungsintensiv.

    Aber besser ist das wenn Kübilist immer einen Ersatzgaszug dabei hat. Nach Murphy gehen Sachen die man ersatzweise dabei hat nur sehr selten kaputt :daumenhoch:


    Servus der murkser

  • ... wie beim Kupplungsseilzug geschrieben, wollte ich mir das ja nochmal anschauen ...

    "Gaszug-Panik"

    das nicht, aber ich weiß gerne, was 'mit den Dingen so abläuft' -> auch mit dem neuen Lagerbolzen ist diese (K)nickbewegung nicht ganz verschwunden:


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    d.h. 'irgendwann' wird auch der wieder brechen. Vorsorglich nehme ich ab jetzt mal ein 'Reparaturstück' mit:



    dann passiert's wenigstens nicht mehr unterwegs =)

  • ... das 2mm Rundstahlstück hast dann in das Messingröhrchen eingeklebt oder gequetscht?


    :daumenhoch: kann man als Alternative zu nem kompletten Ersatzgaszug sicher machen


    Ein neuer Gaszug nimmt zwar nicht wirklich viel Platz weg und ist auch keine Investition, die große Kapitalmengen bindet :dev: aber nachts um zwölf bei Regenwetter und Schummerbeleuchtung ist Deine Lösung vermutlich schon schlau =)

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