Lichtmaschine defekt? Batterien laden nicht

  • Moin,

    neues Wochenende, neue Testserie - nachdem die Batterien extern endlich halbwegs vollgeladen waren und ich den Puch wieder starten konnte. Habe wie vorgeschlagen den Hauptschalter überbrückt und bin zu einer Testfahrt aufgebrochen. Erst tat sich gar nichts, dann nach 5 Minuten lag plötzlich eine Spannung von über 27 Volt an. Diese hielt sich auch für gut 5 Minuten aber fiel dann wieder ab auf das Niveau der Batterien (24,8 Volt). Ich würde daher ausschließen, dass es am Hauptschalter liegt - korrekt?

    Habe dann im Anschluss noch die Spannung zwischen Motor und Karosse gemessen, welche laut Multimeter stabil bei 25 mV lag (mit möglichst vielen Verbrauchern an, wie beschrieben).

    Heißt das, es liegt am Massekabel vom Motor? Aber wie lässt sich dann erklären, dass manchmal Spannung da ist und manchmal nicht?

    Eine überholte Ersatzlichtmaschine habe ich schon seit Jahren im Fundus liegen. Wollte sie dann austauschen bin aber mit meinen mangelhaften handwerklichen Fähigkeiten daran gescheitert. Kriegt man die überhaupt ausgebaut ohne den Kühler abzunehmen? WIS und Schweizer Handbuch sind leider keine großen Hilfen.

    Aber immerhin konnte ich mich am Austauschgerät schonmal mit dem Aufbau und der Position des Reglers vertraut machen.

    KNL : Wenn die Kohlen verklemmt sein sollten (was durch den Aufbau sicher möglich wäre) dann würde es doch nie zu einer vernünftigen Ladung kommen, auch nicht in so unregelmäßigen Intervallen wie beobachtet, oder?

    Friedrich: Die Idee mit dem Solarpanel zur Nothilfe ist gar nicht so schlecht und ich werde sie mir merken. Leider hilft sie mir aber jetzt erstmal auch nicht weiter.

    Vielen Dank weiterhin an alle für die rege Anteilnahme!,:)

  • Dänemarc die Kohlen werden durch Federn auf die Schleifringe gedrückt und können sich z.B. durch Verschmutzungen verklemmen. Vor allem wenn sich die Kohlen bereits kurz vor der Verschleißgrenze befinden könnten sie sich verklemmen und durch Vibrationen immer mal wieder Kontakt bekommen.

    Ist nur eine Vermutung aufgrund der aufgezählten Symptome. Jedoch ist ein solcher Defekt recht kostengünstig zu beheben.

    Die Demontage der Lima dürfte nach Demontage des Unterfahrschutz von unten möglich sein. Habe es bis jetzt noch nicht machen müssen würde aufgrund der Positionierung jedoch davon ausgehen das es möglich ist.

    Weiterhin viel Erfolg bei der Fehlersuche und Behebung. Würde mich schon interessieren welche Ursache die Probleme verursachen.

    MfG

  • Du kannst es sehen wie du willst.

    Letztendlich kommt der Patient auf den OP-Tisch oder in den Sarg.

    Es gibt eine Menge Ursachen für den Zustand des Patienten. verklemmte oder verbrauchte Kohlen ,Schleifringe, gebrochene Kabel

    was du willst .Anhand von Indizien lässt sich das nicht immer zweifelsfrei klären.

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:

    :barett-sch:

  • 25 mV sind noch kein wirkliches Problem, aber es sollten eigentlich 0V sein... Das Kabel Motor->Karosse würde ich daher auf jeden Fall tauschen... bei mir ist das ein offenes Kupfer-Litzenkabel, das nicht sehr vertrauenerweckend aussieht :)

    Wenn die LiMa die 28.x Volt nicht bringt (ich hoffe du hast direkt an der Lima gemessen und nicht oben an der Batterie) muss sie auf jeden Fall raus und revidiert werden

    Gruss

    Mark

  • Die Lichtmaschine ist mit 2 Schrauben befestigt. da kommt man ran.

    wenn du die obere Schraune entfernst und die untere Schraube löst, dann müsste sich der Alternator schwenken lassen

    Der Lichtmaschinendeckel hinten ist mit 3 Muttern befestigt. Vielleicht kommt man da auch ran.

    dann könntest du ihn abnehmen und den Regler ausbauen.

    Ich hab mir das jetzt noch nicht so genau angeschaut.

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    :wolf:

    :barett-sch:

  • Hallo Dänemarc, hast du die Funk Entstörung (am Innenkotflügel vorne rechts oder direkt hinten an der Lima) noch verbaut zwischen Lima und der Schraubleiste unterm Luftfilter? Wenn ja schmeiß die raus und mach das Pluskabel und das Erregerkabel neu. Hab das bei meinem Wolf, Vater seinen 240GD Dänen und bei ein paar anderen Wölfen rausgeschmissen wegen lade Problemen.

    :barett-b:   :wolf:

    Semper Communis

  • Moin,

    das selbe fehlerbild hatte ich auch, manchmal geladen, manchmal nicht. Ich dachte schon an Wackelkontakt oder Kabelbruch, oder oder oder....

    Dann hab ich im eingebauten Zustand der Lima den Laderegler getauscht. Seitdem alles bestens. Seit einem Jahr wird wieder sauber konstant geladen.

    Am alten Regler waren die Kohlen zwar kurz aber noch nicht zu kurz. Ich denke der hatte ein anderes elektronisches Problem.

    ich kann das jederzeit überprüfen da ich im Innenraum eine Ladespauungsanzeige in Form einer LED Kette habe.

    lg

    Gertl

  • Alles klar, dann werde ich mich als Erstes an den Laderegler machen und im Anschluss die Funkentstörung raushauen. Bin gespannt ob ich das hinkriege.

    Das Massekabel vom Hauptschalter zum Rahmen zum Motor wurde erst im vorigen Jahr ersetzt, im Zuge des Einbaus der Winde. Kann mir höchstens vorstellen, dass mein Dorfschrauber da Mist gebaut hat aber das hätte eigentlich selbst er hinkriegen müssen. Werde es mir aber trotzdem nochmal genauer anschauen um den 25mV auf den Grund zu gehen.

  • Werde es mir aber trotzdem nochmal genauer anschauen um den 25mV auf den Grund zu gehen.

    zerbrich dir darüber mal nicht den Kopf, das sind 0,025V, also quasi 'nix' und vermutl. schon weniger als die Meßgenauigkeit.

    Natürlich kann man auf Verdacht Teile (z.B. Regler) tauschen und gucken, was passiert oder (je nach Wissen/Ausrüstung) das messtechnisch einkreisen.


    im Anschluss die Funkentstörung raushauen.

    die, bzw. deren unsachgemäßer Anschluss, war es in dem verlinkten Kübelbeitrag. Daher kamen mir die geschilderten Symptome so bekannt vor ...

  • Die Frage ist dann ob man die Batterien dazu abklemmen darf .... ich glaube aber nicht ?!

    Ich würde auch mal kontrollieren ob besagter entstörer eine Kriechstromverbindung zu Masse hat, das senkt die Spannung auch.

    Man kann den ja mit Plastikdistanzrollen etwas höher setzen. Auch sollte man bei dem mal die Anschlusskontakte reinigen...

    das wirkt Wunder. Das gilt auch für die Anschlüsse in der Lichtmaschiene. Übergangswiderstände summieren sich und dann geht da schon mal ne Menge Ladespannung flöten .

    Ich schliesse mich Mark1 an.

    Hab mal gekuckt, den hinteren Deckel der Lichtmaschiene könnte man im eingebauten zustand abnehmen , da kommt man ran.

    Wenn die Lichtmaschiene raus soll , dann geht das auch nach unten hinten.Sind ja nur zwei Schrauben .

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:

    :barett-sch:

  • Wer seine Lichtmaschiene überholen will braucht ungefähr das hier

    Den Schleifring gibts hier https://www.ebay.de/itm/3211389560…6gAAOSwVFlUBs9z ohne gewähr.

    Das kleinere Lager ist Stino 62201 C3 2 z davor war das schmalere 6201 c3 2Z verbaut

    Das grössere Lager ist ein e spezielle bauform 52 17 17 C3 2Z

    Je nach Anbieter kann man aber auch einen anderen Hersteller für den Regler wählen....wichtig ist das der bei 28,3 V abregelt .

    Das ist im Ersatzteilkatalog angegeben

  • Hallo zusammen,

    am Wochenende war endlich Zeit mich weiter mit dem Problem zu beschäftigen. Die altbekannte Verhaltensweise tauchte wieder auf: Kurz nach dem Start zeigte das Voltmeter wieder gute 27,5 Volt an, fiel dann aber nach wenigen Momenten wieder ab auf die Batteriespannung von 24 Volt. Diese Werte konnte ich diesmal auch direkt an der Lichtmaschine so messen.

    Ich habe dann versuchen wollen den Lichtmaschinenregler im eingebauten Zustand auszutauschen, bin aber kläglich daran gescheitert, dass die Schrauben extrem fest angeknallt sind (das fiel mir so auch schon bei der Ersatzlima auf, die ich hier habe) und ich durch die begrenzten Platzverhältnisse keinen guten Angriffswinkel hatte. Ein zweiter Versuch war dann die gesamte Lima abzunehmen aber dazu muss ja erst der Keilriemen ab. Aber auch hier war die Schraube der Spannrolle so krass fest dran, dass ich sie keinen mm bewegen konnte sondern sich der Motor in seinen Lagern gewogen hat.

    Ende vom Lied: Ich musste meine Schraubversuche abbrechen und bemühe mich um einen Werkstatttermin.

    Ich werde euch weiter auf dem Laufenden halten.

    Gruß,

    Marc

  • Um den Keilriemen zu entspannen musst du doch nur den Spanner lösen und nicht die Spannrolle abschrauben.

    Die Spannvorrichtung sitz im Bereich der Wasserpumpe.

    Lies dazu das Handbuch ab Seite 228 ff

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:

    :barett-sch:

  • Hallo Leute, erstmal danke für euren Input hier! :)

    Ich habe das selbe Problem wie Dänemarc, habe deshalb eben die Lichtmaschine ausgebaut und werde jetzt den Regler tauschen. Im eingebauten Zustand hab ich es mit meinen dicken Fingern nicht hinbekommen.

    Deshalb habe ich die Lichtmaschine eben ausgebaut. Ohne Grube, nur mit Ratsche und Ring/Maulschlüsseln als Werkzeug. Hab mich dabei nicht gut angestellt, habe 1,5 Stunden gebraucht, also machbar.

    Habe wie hier und im Handbuch von den Schweizern beschrieben erstmal den Keilriemen entspannt, dann den Riemen von der Lichtmaschine abgenommen. Die Schraube "1" ging sehr schwer los, hab den Wasserschlauch vom Kühler dafür abgenommen und dann mit langem Rohr gelöst. Dann ist die Lichtmaschine mit 2 langen Schrauben, die in Fahrtrichtung liegen, befestigt. Die obere von oben angeschraubt, dazu noch einen Kühlwasserschlauch angeschraubt, Kühlmittel kam raus, Lappen rein, dann ging es.

    Dann von unten das in Fahrtrichtung rechte Blech abgenommen, dann die Mutter an der unteren Schraube gelöst, dann konnte man die Schraube raus nehmen und die Lichtmaschine war frei. Dann die Lichtmaschine nach oben raus genommen.

    Geht sicher auch besser, schneller, einfacher, war aber auch so für mich als KFZ-Laien machbar. Ich werde berichten, wenn ich das Teil wieder drin hab, ob die Karre wieder sauber startet und läuft.

  • Moin zusammen,


    es gibt gute Neuigkeiten. Die Lichtmaschine wurde getauscht und jetzt liegen wieder konsequent 27,5+ Volt Spannung an. Die Batterien werden endlich wieder vernünftig geladen, auch bei ausgedehnter Fahrt.

    So sahen die Kohlen am Laderegler aus. Heißt das, dass sie am Ende waren oder ist der Fehler doch noch irgendwo anders zu suchen? Auf alle Fälle muss er innerhalb der LiMa sein.


    Vielen Dank an alle die bisher mitgeholfen haben! Wie so oft hat sich hier mal wieder gezeigt: wenn man Hufe klappern hört sollte man zunächst an ein Pferd und nicht ein Zebra denken.

    Gruß

    Marc

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