KTM 640 LC4 LS/E Militär Ex-Kommando Spezialkräfte "LuCie4" und "Lisa"

  • Ich hatte die Gelegenheit, auf einige der KSK-KTM bieten zu dürfen.

    2 dieser Maschinen gingen dann in der ersten Charge in meinen Besitz über - zumindest vorläufig. "LuCie4" behielt ich. Bei der 2. Charge durfte ich mich über "Lisa" freuen.


    Nach Begutachtung der Materie und Abholung von LuCie4 ging es daran, diese für den deutschen Straßenverkehr zuzulassen. Nicht unbedingt "einfach" - was zumindest die Internetwelt behauptete.

    Einige Kleinigkeiten mussten gemacht werden, andere Dinge wollte ich erledigt haben.

    Also griff ich auf Fachwissen und entsprechende Mechaniker meines Vertrauens zurück und so bekamen beide Maschinen einen "notwendigen Service".

    Soll heißen:

    - Vergaser zerlegt und komplett gereinigt

    - Flüssigkeiten komplett gewechselt

    - Filter gesäubert/gewechselt

    - Tank gespült und gereinigt

    - Drosselung entfernt

    - Elektrik überprüft und teilweise erneuert (Blinker/Scheinwerfer)

    - Tachowelle neu verschraubt

    - Choke-Mutter erneuert

    - Spiegel neu befestigt

    Danach ging es an die Bürokratie...

    Der TÜV wollte; wie auch in anderen Foren gelesen; Unterlagen haben. Und behauptete dann, er würde nur eine Vollabnahme machen, wenn die Fahrzeuge angemeldet wären.

    Mir stellte sich die Frage: Wie soll ich ein Fahrzeug bei der Zulassungsstelle anmelden, wenn kein TÜV-Gutachten vorliegt?

    Ein guter Freund nahm sich der Sache an und griff wiederum auf Fachwissen zurück: Ingenieurbüro, spezialisiert auf Gutachten und Abnahmen von "Sonderfahrzeugen".

    Ich hielt mich davon fern - lastet doch ein Fluch auf mir was TÜV und Fahrzeuge angeht.

    Am Abend bekam ich ein Bild geschickt mit der Nachricht: "Nenn mich Gott! Ich hab es geschafft!"

    Das Bild zeigte meine beiden Maschinen und 2 Zettel in seiner Hand: Vollabnahme ohne Mängel geschafft!

    Danach ging der Weg zur Zulassungsstelle. Dieses Mal war ich vor Ort. Und es lief nicht ohne "Probleme" ab

    Besagter Freund zog die Nummer vor mir, weswegen ich die Probleme bei seiner Mitarbeiterin mitbekam. Kein Fahrzeugschein und kein Brief = keine Zulassung möglich. Sie muss den Chef fragen.

    Als ich dran war; bei der Kollegin nebendran: Selbes Problem. Sie muss zum Chef

    Nach geraumer Zeit kamen beide mit Chef im Schlepptau wieder und erklärten uns, dass bei Fahrzeugen der Bundeswehr bisher immer beide Papiere vorlagen.

    Glücklicherweise hatte ich mich diesbezüglich vorher informiert und wusste, dass es sich hierbei um Fahrzeuge des BW-Fuhrparkes (also ein "ziviles Unternehmen) handelte; ich aber hier ein "echtes", grünes Fahrzeug der Bundeswehr hatte. Dafür gibt es kein Brief; der Schein wird bei Verkauf eingezogen.

    Ein Schreiben konnte dies belegen.

    Letzten Endes: Zulassung wurde erledigt und knappe 2h später hielten wir unsere Papiere inkl. der Kennzeichen (die Endnummern gleichen denen der BW ) in den Händen.

    Somit begann die Geschichte von "LuCie4" offiziell auf deutschen Straßen.


    Optik wird definitiv nicht geändert; ich will Sie inkl. des Drecks und den Andenken aus all Ihren Einsätzen so beibehalten.

    Mittlerweile steht "LuCie4" bei mir in der Halle und wartet auf Zeit, die ich Ihr widmen werde.
    Einige Fahrten, insbesondere Kurzstrecke und einige "Sprints" zu Einsätzen von der Feuerwehr hat Sie schon hinter sich gebracht.
    Bis auf den üblichen Flüssigkeitsverlust, der mich glaub in der gesamten KFZ-Breite ereilt, kann ich mich nicht beklagen.
    Macht für Ihr Alter und der Vorgeschichte echt Laune.
    Flüssigkeit ist (hoffentlich) nur der obere Kühlerschlauch, der nach all den Jahren Standzeit an der Verbindung nicht mehr richtig dicht ist.
    Da werde ich in naher Zukunft ran gehen und danach schauen.



    Als LuCie4 mit Ihrer Art alleine sehr einsam war, durfte Sie sich auf einen früheren Wegbegleiter freuen.
    Da "Obdachlose" etwas mehr Leiden haben, waren da wie gehabt die üblichen Arbeiten zur Wiederinverkehrbringung nötig plus Leiden, die im Zuge der Durchsicht aufgefallen sind, da die Maschine ein paar Tage länger unbewegt im Freien stand und dies seine Spuren hinterlassen hat.

    Vermutlich werden hier irgendwann Straßenreifen aufgezogen, da ich diese dann für Kurzstrecke mit Einsatzfahrtähnlichen Sprints zur Feuerwehr nutzen werde.
    Der Rest wird auch hier gelassen wie es ist. Der "Geschichte" wegen...
    Da diese Maschine neueren Baujahres ist sind einige technische Änderungen/Gimmicks verbaut - ebenfalls ist die Maschine tiefergelegt.


    "Lisa"
    Nach Ankunft vor Ort wurde wie üblich mit dem Zerlegen begonnen, um die anstehenden Arbeiten auszuführen.
    Unter fachkundiger Anleitung sind vielerlei Dinge erledigt worden:
    -Tank ab, Afghanensprit raus, Tank komplett gespült
    -Öl abgelassen, Büchsenfilter gewechselt, neues Öl eingefüllt
    -Kette komplett entrostet und auf Zustand geprüft: Wie neu
    -Bremsflüssigkeit komplett gewechselt
    -Luftfilter gewechselt
    -Vergaser komplett zerlegt, alles gereinigt, wieder zusammen und verbaut
    -Choke-Plastikmutter gegen Ersatz gewechselt
    -verschiedene Kleinigkeiten gerichtet und neu fixiert
    -Kennzeichenhalter befestigt

    Dann kam der Moment der "Hoffnung": Der 1. Start.
    Batterie hat es trotz "Ladeerhaltegerät" nach Erwerb nicht wirklich überlebt. Also ging es mit Kickstart und später mit Starthilfe dran.
    Angesprungen, aber sofort wieder aus wenn man Gas gegeben hat.
    Nach mehreren Versuchen über "Startpilot" etc. wurde der Abend beendet und man hat sich dem neuen Tag gewidmet.

    Am Folgetag also unter größtem Zeitdruck Vergaser raus, an Fachmann übergeben. Dabei festgestellt: Leerlaufdüse wieder zu (Reste von Dreck irgendwo im System - Auslandseinsätze lassen grüßen).
    Also wurden alle Düsen gegen neue Düsen ersetzt und alles wieder verbaut.
    Parallel Zündkerze raus, gereinigt, neu vermessen und wieder verbaut.
    Nachdem dann der Leerlauf richtig eingestellt wurde, war es ein Wohlgefühl, als Sie problemlos anlief und am Gas hing.
    Dichtigkeit überprüft, Ölstand angepasst, alles wieder verbaut und 1. Testfahrt.

    Und hier Bilder von "Lisa", der jüngeren Variante.

    Gegenüber der alten Variante ein paar Erweiterungen bzw. Änderungen; so z.B. die Führung der vorderen Welle, der Seitenständer und in dem Fall als Gimmick die Lampenabdeckung an der Front.
    Vollabnahme klappte wieder problemlos und der Gang zur Zulassungsstelle war unter Berücksichtigung der Eigenheiten auch kein Problem mehr.
    Die komplette Erneuerung der Einspritzeinheiten bzw. dem Innenleben merkt man beim Fahren schon beachtlich.

    Also gab es danach eine kleine Runde und nen vollen Tank.


    Unabhängig davon hatte ich das Glück, diverses Zubehör wie die seitlichen Kofferhalter, verschiedenste Verkleidungsteile, Ersatzteile, Tanks in verschiedenen Größen, Tanktaschen, Ladeerhaltegeräte etc. zu erstehen. Dies wird nach Durchsicht evtl. teilweise auf den freien Markt gebracht. Bei spezifischem Interesse aber gerne auch auf Nachfrage.

  • Heute habe ich mich LuCie4 gewidmet.

    Tank runter, Spritschlauch 1 porös und gegen nen Neuen getauscht.

    Kühlerschlauch gelöst, alles sauber gemacht und dabei aber noch nicht richtig geschaut...

    Alles zusammengesetzt, Probefahrt. Dabei Schraube von Hupenhalterung verloren :D


    Leckt immer noch da. Also alles wieder runter und genauer geschaut: Anschluss vom Kühler hat eine Delle, daher nicht mehr "rund", daher auch keine Abdichtung mehr möglich. Schelle höher ansetzen geht nicht, da dort der Knick kommt; tiefer eben die Wulst. Unten habe ich es probiert: Negativ.

    Also muss da wohl ein Neuer her.

    Beim Probelauf hat sich Spritschlauch Nr. 2 verabschiedet, der wird im Zuge der Reparatur dann auch neu gemacht.

    Da der Kühlerschlauch auch nicht mehr der Beste ist, schau ich, ob es den irgendwo ebenfalls noch neu zu erstehen gibt. Kann dann gleich mit passieren.

  • Hallo,

    da hast Du ja zwei Gute erwischt.

    Hab aus der Auktion auch eine, ist auch schon zugelassen und läuft gut.

    Meine hat von der Optik leider mehr gelitten. Viele Teilw von der Sonne weiß geworden und die Umtarnfarbe ab gewaschen, da werde ich etwas nacharbeiten müssen um die original Optik wieder zu erreichen. Gruß Jürgen

  • Naja, die Umtarnfarbe zu bekommen sollte ja kein Problem sein.

    Mir ging es da eher weniger um die Optik denn die Technik. Und neben den üblichen Problemchen die halt die Damen machen, funktioniert aber alles ganz gut.

    Vielleicht krieg ich Nr. 3 ja auch mal mit auf nen Bild. Jetzt im Sommer werde ich mit dem Kamerad öfters Abends zum Sport damit fahren und evtl. auch so mal paar Touren im Bereich Calw/Herrenberg/Bondorf und Umkreis machen.


    Gerne auch mal gezielt mit Absprache und Treffpunkt.


    Lisa hatte sich etwas lauter bemerkbar gemacht, nachdem Sie mir fremdgegangen ist bzw. ich Sie verliehen habe :D

    War aber nur die Dichtung am Auspuff bzw. der Verbindung. Bisschen Fingerspitzengefühl und alles ist wieder bestens.

  • Heute war ein fast schon unerwartet erfolgreicher Tag für LuCie4... Nicht nur das Wetter war Bombe, auch meine "Erfolge" im Vergleich zum Durchschnitt.


    Zuerst die Kleinigkeiten:

    - Gummi für Rückstrahler war gerissen, also neuen angefertigt und neu befestigt.

    - Frontmaske vom "Kleberest" Panzertape befreit und dem Allgemeinzustand angepasst mit Farbe "ausgebessert". Die Dose hat dann den Weg zum Frontfender gefunden und dort die etwas ausgeblichene Seite begrünt.

    - Spritschläuche alle neu befestigt und die Schellen entsprechend getauscht. Teilweise neue Spritschläuche, teilweise nur alte gekürzt.

    - Hupe zum 3. Mal bei der Probefahrt verloren Gewinde war einfach zu sehr am Arsch. Nachschneiden ging nicht, bisschen Pfusch leider auch nicht, daher kam die von der TDR 125 inkl. Halter ran. Im gleichen Atemzug die Stecker erneuert und sauber abgedichtet.


    Und mein persönliches Highlight: Nach unprofessioneller Bearbeitung/Ausbeulung des Kühlerstutzens mit vorheriger Fixierung des Rohrs in seinem Durchmesser und der Enden inkl. dem "Rundschleifen" des Äußeren nach erfolgter Arbeit und dem neuen Ansetzen der Schelle im Bereich der Erhebung, scheine ich Ihn wohl dicht bekommen zu haben. Stutzig gemacht hat mich zum Schluss nur austretendes Wasser aus dem Gewebe am Schlauchende - was ich bis jetzt aber nur auf das Reinfließen während der dauerhaften "Flutung" bei meinen Arbeiten zurückführe. Ich beobachte. Im dümmsten Fall ist der Schlauch innen irgendwo gerissen und es tritt zum Gewebe aus. Sichtbereich innen wurde geprüft und nichts gefunden.

    Neuer Schlauch wird irgendwann aber sicherheitshalber ebenfalls geordert.

    Mein Hauptwerkzeug war letzten Endes ein entsprechend großer Sechskant-Winkelschlüssel um in die Biegung rein zu kommen.


    Was ich definitiv auch neu brauchen werde ist der Flansch zwischen Vergaser und Luftfilter. Der ist in den letzten Atemzügen bzw. "pfeift aus dem letzten Loch" :D

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