Temperaturanzeige

  • Hallo liebe Unimogschrauber,

    ich habe seit ein paar Tagen das Problem, das die Temperaturanzeige zwischen 100 und über 120 Grad anzeigt.

    Der Temperaturgeber, der im Thermostatgehäuse steckt, war ein unsicherer Kandidat und wurde ausgetauscht.

    Das Problem war aber noch nicht weg sondern nur um wenige Teilstriche unter der bisherigen Anzeige.

    Die tatsächliche Temperatur habe ich am Kühler, am Ausgleichsbehälter und allen Schläuchen gemessen und war immer rund 40 Grad unter der angezeigten Temperatur.

    Das könnte ma ja so lassen da ich ja die tatsächliche Temperatur kenne aber es stört mich schon sehr.

    Hat jemand einen Tip wie ich das wieder hinbekomme?

  • Hallo Tom,

    aus dem Schaltplan ist zu ersehen, daß außer einer Steckverbindung (das dürfte die Durchführung aus dem Fahrerhaus zum Motorraum sein) tatsächlich nichts weiter zwischen Anzeige und Geber ist.

    Von daher würde ich erstmal prüfen, ob die anderen anzeigen (Tank- und Öldruckanzeige) sich ähnlich verhalten, weil sie an der gleichen Versorgung hängen. Der nächste Prüfpunkt wäre, zu sehen, ob der Geber eine vernünftige Masseverbindung hat. Wie das jetzt praktisch ausgeführt ist (eigene Leitung oder direkt über das Gehäuse), kann ich nicht sagen. Zumindest ist sie identisch mit der der Öldruckanzeige. Hier könnte man mit einer provisorischen Masseleitung den Fehler eingrenzen. In dem Zusammenhang wäre auch das Masseband vom Motor zum Rahmen auf Gammel zu überprüfen. Probleme hier dürften sich in erster Linie durch einen schwächlich erscheinenden Anlasser zeigen.

    Wenn auch das alles in Ordnung ist, dürfte das Instrument selbst ein Problem haben.

    Viele Grüße

    Andreas :el:

  • Wenn die Temperatur an den externen Kühlkomponemten 40 Teilstriche unter dem angezeigten Wert liegt, dann wird der grosse Kühlkreislauf wohl nicht richtig bedient .

    Wie Andreas schon beschrieben hat kann auch die Elektrik zu fehlerhaften Anzeigewerten führen.

    Die Geber haben ja einen Sollwiderstand bei einer definierten Temperatur gegen Masse.

    Das kann man messen.

    Wie verhält sich das Kühlsystem bei ausgebautem Termostaten ?

    Kann Luft im Kühlsystem sein ?

    Arbeitet die Wasserpumpe noch einwandfrei ?

    Ich würde zunächst mal die elektrischen Verbindungen prüfen und mit Kontaktspray behandeln .

    Die Masseverbindungen mit Messingdrahtbürste reinigen.

    Den Thermostaten kann man in einem Topf mit Wasser und einem Termometer prüfen.

    Öffnet er bei angegebener Temperatur ?

    Schliesst er richtig oder klemmt er ?

    An mehr kanns ja nicht liegen.

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:

    :barett-sch:

  • Hallo,

    wenn Tom schreibt, daß er die Temperatur an allen Schläuchen gemessen hat, wird er auch den kleinen Kühlkreislauf mitgemessen haben. Wenn der Thermostat nicht öffnet, dürften da die Temperaturen deutlich höher sein als z.B. am Kühler. Davon hat er ja nichts geschrieben. Von daher würde ich das Problem auf die Elektrik der Anzeige beschränken, es sei denn, Tom liefert noch weitere Messungen nach, um den Thermostat als Fehlerquelle zu identifizieren.

    Viele Grüße

    Andreas :el:

  • ja,es fehlt noch der Messwert am Termostatgehäuse .

    Anscheinend liegen die Temperaturen an den anderen Komponenten zwischen ca. 70 und 80 Grad.

    Man sollte die spannung einmal direkt am Geber messen und dann am Anzeigeinstrument .Eine Abweichung deutet auf ein Elektrikproblem.

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:

    :barett-sch:

  • Ich bin von Toms Avatar ausgegangen, da steht Unimog 1300. Beim 404 ist das ja mehr oder weniger mechanisch gelöst, da kann man ohnehin nicht viel prüfen.

    VG

    Andreas

    Viele Grüße

    Andreas :el:

  • Schon, aber im Text darunter steht

    "GD250 Wolf, Unimog 1300l"

    Grundsätzlich würde ich behaupten, daß beim beschriebenen Fehler der Fahrzeugtyp schon fast egal ist, denn das ist ja bei nahezu allen Autos der Zeit ähnlich gelöst.

    Viele Grüße

    Andreas :el:

    Einmal editiert, zuletzt von dd1lm (21. Juli 2024 um 19:24)

  • Hallo,

    ich hatte dieses Problem auch schon. Ich habe zuerst den Geber abgeschlossen und den Widerstandswert während der fahrt mit einem Mulitimeter gemessen. Hier eine „Provisorische Leitung“ ins Fahrzeug legen, und Multimeter Messwerte beobachten (dazu eine zweite Person hinzuziehen).

    Nach einer MB Service Information von 1989 sollen folgende Messwerte dann entsprechende Temperaturen Darstellen :

    130 Ohm = 60 Grad

    50 Ohm = 90 Grad

    40 Ohm = 100 Grad

    Alternativ könnte man über einen verstellbaren Widerstand den Geber Simulieren und entsprechend schauen was das Kombiinstrument anzeigt.

    Meine Erfahrung hat bisher gezeigt das es oft am Stecker im Motorraum oder am Kombiinstrument selber liegt.

    Viele Grüße

    Björn

  • Schönen guten Tag zusammen,

    Ich habe an meinem U1300L, BJ 1983 genau das gleiche Problem.

    Thermostat ist neu, Wasserpumpe hat die Werkstatt getestet (funktioniert und i.O.), Kombiinstrument wurde wohl auch getestet und ist auch i.O. - zeigt lt. Werkstatt nach Test korrekt an.

    Sehr oft nach Last, oder Langstrecke (50km+X) ist die Temperatur bei ca. 90°C.

    Sehr oft ist Anzeige aber auch bei 100, oder 120°C, also am Anschlag.

    Steige dann oft aus, nehme mein Infrarotthermometer und messe auf den Ausgleichsbehälter = ca. 85°C

    Messe auf den Schlauch zum kühler, auch ca. 85°C, messe auf den Vorlauf nach kühler zur Pumpe, ca. 30°C

    Messe auf meine Handinnenfläche, ca 37°C - Thermometer und damit Kühlwassertemperatur also in Ordnung.

    Das macht mich kirre… zu wissen, dass die Temperatur passt, aber die Anzeige spinnt…


    Strider, bzw. dd1lm , zu welcher Lösung seid ihr gekommen?

    Sollte ich die Anschlüsse, bzw. die Masseverschraubung mal lösen, mit Messingbürste reinigen und wieder fest anziehen?

    Oder einmal mit dem Multimeter etwas nachmessen? Fahrzeugelektrik ist momentan noch ein Buch mit 7 Siegeln für mich :/

    Herzlichen Dank für einen Tipp, wie ich noch weiter vorgehen könnte :)

  • Ich meine man muss halt alle Fehler ausschliessen .

    Kontaktprobleme und damit falsche Messwerte können auch intermittent auftreten .

    In deinem Fall würde das die Verkabelung Fühler/Instrument und generall Masse , Lichtmaschine und Batterie betreffen.

    das betrifft auch generell die Sicherungen..

    um dir eine Antwort auf die letzten beiden Absichten zu geben :

    Ja, das solltest du tun

    Und abschliesend alles mit Kontacktspray aus dem Hause Kontaktchemie einsprühen

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:

    :barett-sch:

  • Moin,

    da ich ja konkret angesprochen wurde, hab ich mir nochmal den Schaltplan angesehen. Zwischen dem Geber und dem Instrument ist nur der Steckverbinder, der vermutlich die Einführung in das Fahrerhaus darstellt.

    Grundsätzlich bin ich ja ein Freund davon, erstmal eine gründliche Sichtprüfung durchzuführen. Meist findet sich dadurch ein Ansatzpunkt zur weiteren Fehlerbehebung. Hierbei sollte man auch die Crimpungen der Flachsteckhülsen und sonstiger Steckverbinder ansehen und ggf. nachcrimpen oder ersetzen. Eine vernünftige Crimpzange für unisolierte Flachsteckhülsen ist in der KFZ-Elektrik eines der wichtigsten Werkzeuge - und damit meine ich nicht die bunten Baumarkt-Quetschverbinder.

    Auch sollte mit Hilfe des Schaltplans geprüft werden, ob sich evtl. andere Anzeigen (z.B. Öldtuck) ähnlich verhalten, so daß man eine gemeinsame Fehlerquelle ausmachen könnte.

    Alle Kontaktstellen zu lösen, zu reinigen und ordentlich wieder zusammenzubauen ist schonmal ein guter Anfang.

    Nur mittelbar damit im Zusammenhang, aber nicht zu vergessen wäre zu prüfen, ob der Anlasser auch freudig dreht und sich nicht quält. Das wäre ein Hinweis auf ein vergammeltes Masseband zwischen Motor und Rahmen, was auch Auswirkungen auf die Instrumente haben dürfte.

    Ich finde den Vorschlag von Björn sehr gut. Damit würde die Verkabelung als Fehlerquelle erstmal ausgeschlossen werden. Als zweiten Schritt könnte man dann das parallel liegende Kabel am Instrument anschließen.

    Eine Option für Nicht-Originalitätsfetischisten habe ich bei einen anderen Fahrzeug bei Nachrüstung eines Öldruckmessers erfolgreich ausprobiert: ich habe als Leitung zwischen Geber und Instrument ein dünnes Koaxkabel gelegt. Die Seele wird wie gehabt als Geberleitung genutzt, der Schirm am Instrument mit an Masse gelegt und am Geber mit Massekontakt mit untergeklemmt. Das wäre hier auch eine denkbare Lösung, wenn Geber und Instrument als Fehlerquelle ausgeschlossen werden können, hätte aber den Nachteil, daß im Steckverbinder ein zusätzlicher Kontakt benötigt wird.

    Viele Grüße

    Andreas :el:

    2 Mal editiert, zuletzt von dd1lm (21. September 2025 um 16:52)

  • Hallo Friedrich,

    schon einmal vielen Dank für die Info und die Empfehlung.

    Ich werde das in den nächsten Tagen dann einmal angehen und die Massekontakte einer "Reinigung" unterziehen. Das Kontaktspray "60" hab ich mir nun auch einmal besorgt.

  • Das rote Kontaktspray 60 sollte anschließend mit Kontaktchemie "WL" gereinigt werden, da das rote Kontakt-Spray 60 recht aggressiv ist und Schaden auch an den Litzen anrichten kann. Mit dem "blauen Kontakt 61" habe ich noch keine Erfahrung sammeln können.

    Gruß Olli

  • Man sollte die Kontakte ( Stecker Kabelschuhe) aber generell mech. vorreinigen. Kontakt 60 zieht auch in Kabel ein und löst dort Oxidationen auf. Sparsam verwenden...

    Mein Steyr Daimler 230Ge bleibt so original wie möglich....

    :wolf:

    :barett-sch:

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