Beiträge von Hallberger Mog

    Hallo liebe Forum-Gemeinde,

    ich darf mich kurz vorstellen, mein Name ist Ferdinand und ich betreue in meiner Freizeit unter anderem seit einigen Jahren die Feuerwehr-Oldtimer unserer Wehr.

    Darunter befindet sich auch ein Unimog 404 S, TLF8 mit Metz Aufbau, den unsere Wehr Anfang der 60er Jahre vom Bundesamt für Katastrophenschutz ("ZB" oder wie das damals hieß) bekommen hat und dann viele Jahre hier im Dienst war. Nach einem Gastspiel in den 90er Jahren in den neuen Bundesländern kam der Unimog Anfang der 2000er wieder zurück und fristet seit dem ein traurigeres Dasein. Nach mehreren Jahren Abstellung im Freien (wenn auch überdacht) war er dann nicht mehr fahrfähig... Man kennt das, Benzin-Tank voller Rost, Bremse fest, sämtliche Bremsflüssigkeit irgendwo hin verschwunden.

    Diese Jahr haben wir uns dann entschieden, den Mog wieder zurück auf die Straße zu bringen. Ziel erstmal: Das Fahrzeug wieder betriebsfähig zu bekommen um es zu zu lassen. Optik steht erstmal nicht auf der Agenda. Die Substanz (Karosserie usw.) ist, wie bei einem Feuerwehrfahrzeug häufig, noch akzeptabel.

    Da eine große Baustelle am Unimog die Bremsanlage war, bin ich hier im Forum auf die Beiträge von Peter Guthörl zur Aufarbeitung des Hydrair Bremskraftverstärker gestoßen, da dieser bei uns leider auch defekt war.

    Ein paar meiner Erfahrungen damit findet ihr nun also dort unter diesem Beitragsbaum:

    Peter Guthörl
    10. April 2021 um 12:37

    Ich hoffe Euch in nächster Zeit weiter Neuigkeiten und Fortschritte zu unserem Unimog berichten zu können.

    Viele Grüße, Ferdinand

    Das Hydrair war recht schnell wieder eingebaut:

    Nachdem dann auch alle weiteren Bremskomponenten erneuert und wieder eingebaut waren...

    ... konnten wir die Bremsanlage mit DOT3 befüllen, entlüften und endlich wieder in Betrieb nehmen.

    Da nun auch der Motor wieder läuft, war eine erste Probefahrt möglich und die Bremsanlage tut das, was sie soll: Bremsen:engel:

    Das Hydrair scheint da auch gut mitzumachen: Wenn man bremst, zuckt der Luft-Manometer, wenn man die Bremse wieder löst, zischt es und der Mog rollt frei.

    Was jetzt noch fehlt ist das Einstellen der Bremse, sowie ein paar Restarbeiten. Dann hoffen wir, dass wir zum TÜV können und der Mog auf die Straße (oder vielleicht auch mal ins Gelände) zurückkehren kann.

    "Gaanz" wichtig für Feuerwehrler:;\D

    Nebenbei hat der Unimog noch sein originales Blaulicht zurück bekommen. Die Plastik-Dinger aus seinen letzten Einsatzjahren war das Einzige was uns optisch akut gestört hatte:

    So ist besser:

    So, ich hoffe nun, dass ich das Forum mit meinen ersten Beiträgen nicht zu sehr mit unserem Feuerwehr-Oldtimer gelangweilt habe. Zumindest ist der Mog ja stark verwandt mit Militär-Fahrzeugen;)

    Vielen Grüße, Ferdinand

    Es geht weiter mit dem Zusammbau:

    Wie schon geschrieben, waren die Dichtungen noch recht gut. Bei der Manschette des Steuerkolben habe ich mich aber für eine Neue aus NBR entschieden. Allerdings war mir die dann im Vergleich mit der Alten zu hart, der Kolben hat sich obwohl ich den Zylinder gehohnt und geschliffen habe, nur ruckartig bewegt:

    Ich hab mich später dann also wieder für die Alte, noch gute Manschette entschieden.

    Den Schlauch wieder mit neuem Schellenband angeschlossen:

    ... um dann festzustellen, dass bei einer ersten Dichtheitsprobe an dem Röhrchen Luft durch Korrosionslöcher zischt:

    Aber auch hier konnte Peter helfen. Er hatte noch solche Röhrchen übrig und mir noch kurzfristig eines zugeschickt. Das Alte habe ich dann abgeschnitten, ausgebohrt und das neue mit Uhu Flüssigmetall eingeklebt. Passt wie original :daumenhoch::

    Und schließlich wieder Alles zusammen gebaut.

    Alle Pneumatik Flächen habe ich dabei, wie empfohlen, mit Fett dünn eingeschmiert, alle Hydraulikflächen mit Bremszylinderpaste.

    Der hydraulische Teil war übrigens noch sehr gut. Hier hab ich lediglich den Zylinder leicht gehohnt und geschliffen. Daher hier jetzt auch kaum Bilder dazu...

    Insgesamt muss man sagen, dass ich wohl Glück hatte, dass unser Hydrair noch recht gut in Schuss war.

    Danke vielmals nochmal an Peter für die vielfältige Unterstützung :thumbsup-blue:

    Weiter geht's im nächsten Beitrag mit dem Einbau und noch ein paar anderen Dingen (außer Hydrair).

    Viele Grüße, Ferdinand

    Nun der Steuerkolben: Außen schon sauber, innen noch voller Dreck:

    Die Nutmutter hat sich übrigens gut mit einem Schlüssel für die Flexscheibe öffnen lassen:

    Mit dem Trick von Peter dann zu guter Letzt auch die beiden Kegel auseinander gebaut:

    Am Ende war dann Alles auseinander und gereinigt:

    Ohne Peters Anleitung hätte ich das Hydrair aber sicher nicht zerstörungsfrei auseinander bekommen :daumenhoch:

    Weiter geht's im nächsten Beitrag mit Ersatzteilbeschaffung und Zusammenbau...

    Viele Grüße, Ferdinand

    Und weiter geht's, jetzt mit dem Hydrair unseres Unimogs:

    Dann geht's los:

    Eigentlich noch ganz ok, den goßen Kolben konnte ich rausziehen indem ich in die Bohrungen oben an der Druckstange einen Durchschlag gesteckt habe und da dann mit zwei Holzstücken gegen den Zylinder gespreizt habe (für Fotos hatte ich da keine Hand mehr frei:D).

    Sieht schlimmer aus als es ist. Das Meiste ist einfach nur Dreck.

    Weiter geht's im nächsten Beitrag mit dem Steuerkolben...

    Viele Grüße, Ferdinand

    Hallo Peter, hallo liebe Forum-Gemeinde,

    jetzt finde ich endlich Zeit für meinen ersten Beitrag hier im Forum.

    Ich darf mich kurz vorstellen, ich betreue seit einigen Jahren die Feuerwehr-Oldtimer unserer Wehr. Darunter befindet sich auch ein Unimog 404 S, TLF8 mit Metz Aufbau, den unsere Wehr Anfang der 60er Jahre vom Bundesamt für Katastrophenschutz ("ZB" oder wie das damals hieß) bekommen hat und dann viele Jahre hier im Dienst war. Nach einem Gastspiel in den 90er Jahren in den neuen Bundesländern kam der Unimog Anfang der 2000er wieder zurück und fristet seit dem ein traurigeres Dasein. Nach mehreren Jahren Abstellung im Freien (wenn auch überdacht) war er dann nicht mehr fahrfähig... Man kennt das, Benzin-Tank voller Rost, Bremse fest, sämtliche Bremsflüssigkeit irgendwo hin verschwunden.

    Diese Jahr haben wir uns dann entschieden, den Mog wieder zurück auf die Straße zu bringen. Ziel erstmal: Das Fahrzeug wieder betriebsfähig zu bekommen um es zu zu lassen. Optik steht erstmal nicht auf der Agenda. Die Substanz (Karosserie usw.) ist, wie ein Feuerwehrfahrzeug üblich, noch akzeptabel.

    Der Treibstofftank wurde schon vor ein paar Jahren von einer örtlichen Werkstatt ausgebaut, entrostet und innen lackiert, aber nicht mehr eingebaut. Auch der undichte Kühlkreislauf war schon teilweise zerlegt.

    Das galt es also erstmal wieder zusammenzupuzzeln und zu komplettieren:

    Die größte Baustelle war aber die Bremsanlage. Hier hatten wir uns dazu entschieden, alles neu zu machen: Belege, Radbremszylinder, Schläuche, Hauptbremszylinder und...

    Den Bremskraftverstärker, das Hydrair:

    Da das Teil ja etwas komplizierter ist, hatten wir erst einen Kostenvoranschlag bei einem großen Bremsenaufbereiter angefragt: Aufarbeitung ca. 2500 Euro!

    Dann bin ich auf den super Bericht von Peter hier im Forum gestoßen. Peter, den ich lustigerweise von früher aus der Arbeit kenne (so klein ist die Welt:)), und sein tolles Bericht haben mich ermutigt es einfach selbst zu versuchen...

    Im nächsten Beitrag geht's dann weiter mit meinen eigenen Erfahrungen bei Demontage usw...

    Viele Grüße, Ferdinand