Hallo Erwin,
was sich vielleicht empfiehlt ist, wenn du mit Pressluft arbeitest, den Kolben abzudichten. Z.B. mit einem Schnapsglas Motoröl, das man per Spritze in den Brennraum gibt. Das geht natürlich nur über die Ansaug- oder Auslasskanäle. Das macht man, wenn man die Ventile auf Dichtheit prüft. Du willst aber nicht die Dichtheit prüfen, sondern das Ventil nach oben drücken, würde dann aber evtl. auch helfen.
Der Ansaugkanal ist relativ schnell weggebaut. Das Gaszeugs wegbauen und die Schläuche, die zum Ventildeckel führen. Noch ein paar Schrauben. Ich hatte mal einen defekten Hydrostößel. Der war "zu lang", das Einlass-Ventil schloß nicht mehr richtig. Wie es so was gibt, weiß der Geier... Jedenfalls hatte ich den Ansaugkanal weggebaut und siehe da, beim Starten, spritzt der Diesel aus dem Ansaugkanal, ungezündet, weil nicht verdichtet. (Nockenwelle runter, neuen Stößel rein, geht wieder. Wenns nicht gegangen wäre, Kopf runter neues Ventil).
Auslasskrümmer ist ebenfalls in ner halben Stunde weggebaut. Dann mal reinschauen auf die Ventilschäfte, ob die alle gleich aussehen. Ist einer dabei, der total verölt und verdreckt ist? Dann ist zu viel Öl in der Verbrennung, das kommt entweder von oben (Ventilschaft) oder von unten (Ring im Eimer, Verschleiß etc.).Vielleicht mal bisschen sauber machen, fahren und dann nochmal schauen, ob wieder Öl das ist. So Ölkohle ist aber normal, nur wenns richtig verschlonzt ist.
Was ich sagen will ist, dass man über Demontage von Ansaug- und Auslasskrümmer, super Diagnosen stellen kann, bzw. eindeutige Hinweise kriegt, was im Motor los ist. Man braucht nicht mal eine neue Dichtung für Ein- Auslass, die Mercedes Dichtungen sind für die Ewigkeit. Kostet also null und man kann nur sparen. In deinem Fall wäre das ratsam, wenn Du Verdacht hast ein Ring könnte gebrochen sein.
Ich hatte die Ventile bisher nur über den ausgebauten Kopf demontiert. D.h. da hast du eine Art "Schraubzwinge", die unten auf dem Ventilteller sitzt und oben auf den Federteller drückt. Durch zudrehen drückt man den Federteller mit den Federn runter und die Keile fallen raus. Wenn du aber unten nicht gegen das Ventil halten kannst, brauchst Du eine spezielle Vorrichtung, die du am Zyl-kopf anschraubst (ist so ein Hebel-Teil). Das müsste man sich erst bauen, oder ausleihen bei MB... . Weil freestyle, d.h. einer drückt mit einem Stück Holz und der andere nimmt schnell die Keile raus, geht nicht
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Gruss Klaus-Dieter