Im Thread "Rücknahme KDV" von Kristian habe ich zwei Beiträge gelesen die ich gern diskutieren würde. Offenbar gibt es doch einige die selbst in unseren Kreisen unterwegs sind die RAG Schießsport aber eher abwertend sehen. Hintergrund war mein Beitrag das die BW offenbar nicht wirklich Interesse an Ihren Reservisten hat und als Beispiel führte ich die zunehmende Sperrung von Standortschiessanlagen für Reservisten an.
Dazu zwei Zitate aus dem angesprochenen Thread.
Quakfrosch
Zitat
Was sich durchaus nachvollziehen lässt.
Wenn man allerlei Zeugs schießen will, was auf den schützenvereinstypischen Plätzen nicht geschossen werden darf, was waffentechnisch nichts mit militärischem Schießen zu tun hat und man das "Reservistentum" eigentlich nur dazu benutzt um kostenlos seine Großkaliberwaffen auf Schießplätzen der Bundeswehr zu bespielen, aber sonst nichts "reservisten-" und bundeswehrtypisches mit dem Ziel der Auferechterhaltung der soldatischen Fähigkeiten und Kameradschaft macht oder am Hut hat, ist man da nunmal nicht gerade gern gesehen.
So meine Erfahrungen.
schoenbruch
Zitat
Beginnen möchte ich mit dem zweiten
Die Vorgaben für die Erlangung einer WBK sind für alle Sportschützen gleich, das Spielt es keine Rolle ob ich bei einer FSG Hintertuppsdorf oder einer RAG schieße. Kein RAG Vorsitzender der Welt bestätigt Teilnahmen die es nicht gab. Niemand Stellt eine Sachkunde aus für jemanden der nicht da war.
Die Disziplinen gibt der Verband vor in unserem Fall orientieren die sich an Militärisch genutzten Waffen, mit der teildynamischen für die Pistolen sogar wieder mehr an realen Konzepten. Das sich nicht jeder eine P1 oder P8 kauft am Ende sollte logisch sein, anders als Soldaten bekommt man die eben nicht vom Bund gestellt. Grundsätzlich dürfte die Handhabung bei jeder Pistole aber ähnlich sein, eine G17 wird bei so vielen Einheiten Weltweit genutzt das es im Konfliktfall Wahrscheinlicher ist ich bekomme sowas in die Hand als eine P8.
Warum sollte eine RAG also eher Beschaffungsstelle als militärischer Kompetenzerhalt sein? Die Schützen halten sich fit um Umgang mit diversen militärisch und nicht militärischen Waffen. Bleiben aktuell bei Sicherheitsvorschriften. Bilden sich weiter in 1 Hilfe und Schiessleiterwesen. Pflegen Kameradschaft, werben aktiv für den Verband, unterstützen die jeweiligen RK´s. In unserem Fall kommen die meisten Kameraden für Sammlungen zum Volkstrauertag, Fahnenabordnungen, aktive Reservistenarbeit aus der RAG Schießsport woher also diese seltsame Wahrnehmung. Auch die Reservisten werden von Ämtern geprüft und müssen die selben Vorgaben erfüllen. Warum sollte eine RAG also eine Beschaffungsstelle sein?
Noch wirrer (auch wenn ich das gewöhnt bin) ist die Einlassung vom Frosch.
Die Schießstände der Bundeswehr unterliegen deren Auflagen, diese werden durch die vorhanden Schiessbahnwärter kontrolliert. Vor einigen Jahren mussten alle RAG Angeben welche Schützen welche Waffen auf welchem Stand schießen wollen. Natürlich hat der Reservist weder G36 noch G3 noch MG3 oder sonstiges. Wie definierst du militärisch außer über das Kaliber, die Art der Waffe oder die Disziplin? Auch hier geht es um Kompetenzerhalt, üben übt. Zu behaupten Schützen hätten kein Interesse am Verband bzw. der Reservistenarbeit finde ich mindestens gewagt. Welchen Wert haben denn dann militärisch gesehen, RAG Marsch oder RAG Modellbau ?
Umsonst war die Nutzung der Stände auch nie, es war sehr wohl eine Jahresgebühr zu entrichten, zumindest in Füssen.
Grundsätzlich sollte mal alles begrüßen was gesetzestreue, mündige Bürger in die Lage versetzt sich und andere zu Verteidigen. Woher die Aversion gegen Schützen?
Vielleicht noch ergänzend wie es zu den zwei Oben genannten Zitaten kam. Meiner Meinung nach hat die BW kein Interesse an Ihren Reservisten, sie lässt vorhandene erworbene militärische Qualifikation ebenso liegen wie die welche die Reservisten und ungediente in ihrem zivilen Leben erworben haben. Ihr fehlt ein wirkliches Konzept diese zu integrieren. In erster Linie sollten Reservisten Spiegel eines real existierenden Dienstpostens sein. Gerade abseits der Infanterie Einheiten wäre hier ohne Ende Potential. Ein Kraftfahrer kann nach einer kurzen Einweisung auf das Spezielle Fahrzeug auch militärische Transporte lassen. ein ehemaliger OG mit PKW Führerschein kann Feldjäger als Kraftfahrer unterstützen. Ein wie auch immer gearteter Büroangestellter kann Stabs und Gezi Tätigkeiten übernehmen usw. usw. Leider konzentriert man sich viel viel zu sehr auf die Heimatschutzbatallione. Kaserne Bewachen im Ernstfall und lässt ohne Ende Potential liegen.
Grüße Blacki