M4 Karosse

  • Hallo,Jens


    Na haste nu ein neues Hobby??
    Ich hoffe die Leute fragen dir Löcher in den Bauch!!


    Und ich fang damit auch gleich an!


    Also folgende Ausgangslage:
    Ich muß meine Karosse vom F91/4 zurecht machen.
    Die erforderlichen original Reparaturbleche habe ich mir
    besorgt und zwar möchte ich gerne die Seitenteile Mitte rechts und links,die Radhäuser hinten rechts und links,die Seitenteile hinten rechts und links sowie
    die Heckwand gegen die o.g.Repbleche Auswechseln.
    Zudem muß ich auch den Boden erneuern,dafür habe ich mir die Bodenbleche vom Peter Wende (Munga-Peter) geholt und der Pedalboden muß im Bereich
    des Bodens um 100mm repariert werden.
    Ich möchte die Karosse mit150mm Abstand auf einen alten Rahmen schrauben und dann von der Fahrerseite aus anfangen Blech für Blech zu ersetzen
    bis ich vorne an der Beifahrerseite angekommen bin.
    Zuletzt den Boden mit Sitzkiste anfertigen und Einschweissen.


    Und Nun endlich zu den Fragen.


    Hast du mit der M4 Karosse beim Austauschen solcher Mengen an Blech Erfahrung??


    Muß ich Befürchten das die Karosse sich trotz des untergeschraubten Rahmens verzieht??


    Hast du vielleicht in Bezug auf die Abfolge der Arbeiten eine bessere Idee??


    Dank im voraus
    Grüße Thomas

  • Hi Thomas!


    Ich habe mir erlaubt ein neues Thema aus deiner Frage zu machen, das macht es übersichtlicher ;)


    Gruss, pEtEr

  • Hallo Thomas,
    Beim M4 habe ichs noch nicht gemacht, aber beim M8. Ist ja fast das Gleiche.
    Ich bin folgendermaßen vorgegangen. Karosserie umdrehen, sodaß sie mit dem Boden nach oben liegt. Vor dem heraustrennen der alten Blechteile, sämtlich Kabelbäume die in der Nähe sind, rausziehen! Es besteht sonst die Gefahr, daß Du sie verkokelst.
    Die Hauptkabelstränge nach hinten laufen im oberen Profil der Seitenteile links und rechts. Kabel für Fernlichtschalter aus dem linken Holm ziehen, der schräg an der Fremdstartdose nach unten zum Fernlichtschalter führt.
    Kabel für Bremslichtschalter läuft am unteren Holm des linken Seitenteeiles entlang bis zum ersten Querträger der Sitzkiste, in der Sitzkiste dann nach unten. Auch dieses rausziehen!
    Karosserie auf Holzböcken so ausrichten, daß sie möglichst gerade liegt (Wasserwaage).
    An den Stellen wo getrennt und später geschweißt werden soll, großflächig Rost, ÖL, Fett, alten Lack und ggf. vorhanden Unterbodenschutz entfernen. Bis das blanke Blech Dir entgegenlacht.
    Die Mungakarosse ist zu 95% punktgeschweißt, kleinere Stellen sind auch autogen geschweißt oder hartgelötet.
    Reparaturbleche auf die Stelle legen, wo es eingesetzt werden soll und mit nem wasserfesten Filzstift anzeichnen.
    Wenn du die Bleche komplett ersetzen willst und Originalbleche hast dann versuche erstmal die alten Schweißpunkte aufzubohren. Mittig ankörnen und mit einem Bohrer 4-5 mm durchbohren.
    Fang mit dem Boden an. Vorsichtig mit einem Trennmeißel versuchen die beiden Bleche zu trennen. Hast Du es geschafft, dann das alte Teil rausnehmen und das verbleibende Teil, so gut es geht wieder gerade klopfen.
    Anschließend nochmals drüberschleifen, es darf kein Grat vom Bohren auf der Innenseite sein, die Bleche müßen plan aufliegen!
    Neues Blechteil einpassen und festspannen ( Schraubzwingen, oder Gripzangen).
    Reparaturbleche sind meistens grundiert, vorher an den Schweißstellen blank machen!.
    Nun ersetzt Du die Gasdüse an deinem Schutzgasschweißbrenne durch eine sogenannte Punktdüse (die hat zwei Stege vorne).
    Am Schweißgerät wählst du einen Schweißstrom von etwa 80A
    Punktschweißzeit auf etwa 2 Sekunden einstellen.
    Den Draht soweit rausgucken lassen, daß er mit den Stegen der Punktdüse gleich ist.
    Schweißdraht SG2 0,8 mm, Schutzgas 18% Co² 82% Argon.
    So nun kanns los gehen.
    Punktdüse aufs ober Bleche mittig in den aufgebohrten Schweißpunkt setzen und fest aufs Blech drücken.
    Es ist sehr wichtig, daß die Bleche plan aufeinander liegen, es darf kein Luftspalt sein!
    Sonst brennts des obere Blech weg und auf dem unteren hält es nicht.
    Nun Brennertaster betätigen und gedrückt lassen, bis die Automatik abschaltet.
    Und siehe da, wir haben anstatt des früheren Loches eine linsenförmige Erhebung, welche sich wunderbar glatt schleifen läßt.
    Aber bitte das ganze vorher an irgendeinem Blechschnippsel ausprobieren, damit Du die optimale Einstellung fürs Schweißgerät findest.


    Grüße
    Jens64

    "Man hats nicht leicht, aber leicht hats einen" (Ottfried Fischer)


    "You can slide me my hill down" ( Loddar Matthäus)



  • Hallo Jens
    1. Was muß ich machen wenn ich die Karosserie Feuerverzinken lassen will (Hohlräume anbohren das Zink rauslaufen kann und wo am besten)

    2. Verzieht sich das Teil stark oder macht das nix?


    3. das gleiche mit dem Rahmen


    mfg Ewald

  • Hallo Ewald,
    vom Feuerverzinken der Karosserie würde ich Dir abraten und zwar aus folgenden Gründen: Ein Zinkbad hat etwa eine Temperatur von 430 Grad Celsius, d.h. wenn die Karosse etwa 15 Min im Zinkbad hängt, daß sie sich wahrscheinlich etwas verziehen würde. Des weiteren müßtest Du nachher sämtliche Bohrungen und Gewinde nacharbeiten. Des weiteren ist die Zinkschicht relativ dick ( bis zu 1 mm im ungünstigsten Fall )und meist nicht ganz lunkerfrei. Auch hält anschließend der Lack relativ schlecht auf Zink.
    Es gibt zwar spezielle Grundierungen und Zinkhaftlacke, aber die Erfahrung zeigt, daß auch die gerade unter Witterungseinflüßen spätestens nach 3 Jahren beginnen abzublättern.
    Besser wäre, eine Zinkschicht im Flammspritzverfahren aufzutragen. Das wird zwar noch heißer, ist aber punktuell begrenzt und somit wird die ganze Karosse nicht so stark erwärmt. Nachteil: In die Hohlräume kommst nicht damit rein.


    Bei Rahmen ist es so, daß er sich wahrscheinlich verziehen wird, da er stabil genug ist. Aber da darfst keine Löcher reinbohren, sonst kriegst mit dem TÜV Probleme. Löcher müßen beim Feuerverzinken von Hohlprofilen aber sein, da diese sonst im Zinkbad platzen.


    Ich habe damls den Rahmen und die Karosserie unseres M8 komplett sandstrahlen lassen ( Kostete etwa 450 DM). Nach den erforderlichen Schweißarbeiten, wurde der Rahmen im Flammspritzverfahren verzinkt ( ca. 400 DM ) und innen mit Hohlraumversiegelung geflutet.
    Flammspritzen hat noch nen Vorteil gegenüber Feuerverzinken:
    Du mußt keine Gewinde nacharbeiten und die Oberfläche ist wesentlich rauher. Damit halten Lacke viel besser.
    Die Karosserie haben wir mit Zinkstaubfarbe grundiert, dann Feingrundierung drauf und dreimal spritzlackiert. Die Hohlräume ebenfalls gut mit Hohlraumversiegelung ausgesprüht.
    Sämtliche Kleinteile des Mungas habe ich galvanisch verzinken lassen, die Schrauben entweder durch verzinkte oder welche aus Edelstahl ersetzt.


    Grüße
    Jens64

    "Man hats nicht leicht, aber leicht hats einen" (Ottfried Fischer)


    "You can slide me my hill down" ( Loddar Matthäus)



  • Oups Korrektur:
    Der Rahmen wird sich wahrscheinlich NICHT(!) verziehen, beim Feuerverzinken, da er stabil genug ist.
    So, jetzt stimmts.


    Grüße
    Jens64

    "Man hats nicht leicht, aber leicht hats einen" (Ottfried Fischer)


    "You can slide me my hill down" ( Loddar Matthäus)