Stiefelthread

  • Hallo zusammen,


    ich erlaube mir, diesen thread wiederzubeleben... :engel:


    Ich konnte kürzlich ein Paar LSHD-Stiefel an Land ziehen. Ungetragen, aus dem Jahr 1957 mit der frühen Sohle. Die Lederschnallen sind am Schaft hinten vernäht und werden mit Druckknöpfen verschlossen. Hersteller ist die Firma Th. Baltes. Herstelldatum und Größe (6 = britisch oder us-amerikanisch für 39), sowie der Hersteller sind im Schaft eingeprägt. Gestanzte Angaben im Schaftrand, wie bei den Bundeswehrstiefeln, finden sich nicht.


    Das Anbringen von Stoßeisen war an diesen Stiefeln wohl noch nicht vorgesehen. Eine Aussparung an der Spitze ist zumindest nicht vorhanden.



    Außerdem habe ich noch Bilder eines Paares Schnürschuhe des LSHD angefügt. Angesichts nichts besonderes, hatten wir hier auch bereits besprochen. Was an diesen jedoch auffällt: Normalerweise wurde beiden LSHD-Schnürschuhen der Eigentumsvermerk "BUND ZB" oder "BUND ZS" in die Lasche geprägt oder gestanzt. Dies ist hier nicht der Fall. Anstelle dessen hat man die Schäfte der Schuhe mit dem Schriftzug "Bund ZB" gestempelt. Diese Art des Stempels kenne ich eigentlich nur von Rucksäcken und Seesäcken...

  • Update 2020


    Reanimation Schweizer Bergstiefel MINERVA


    Der Zustand der Stiefel geht von Kernschrott mit gebrochenen Nähten (mangelhafte Pflege > werden aber immer noch für viel Geld angeboten) bis NOS.


    Das Paar ist heute angekommen.


    Gottseidank war der letze Träger recht eifrig und hat die Siefel in Schuh-Wichse ertränkt und war damit wenig unterwegs.


    Also erstmal die Schichten Schuh-Creme mit Acton abgetragen :%:mimimi:


    Ach ja, die Grundfarbe ist braun > ungefärbtes Leder -sieht man an den Laschen.


    Dann mit meiner Allzweck-Waffe behandelt71v4wiCl0yL._AC_SL1500_.jpg

    Mit einer Bürste die Näht behandelt und den Rest der Siefel per Hand massiert (schwarze Hände)

    Alle beanspruchten Stellen haben das Fett gierig aufgenommen > also drüber schmieren bringt nix (wird auch in den schweizer Dienst-Vorschriften erwähnt)


    Das Ergebnis - Spit-and-Shine ist erstmal schwierig bis alles eingezogen ist, aber das Ergebnis ist zumindest für mich erstmal gut:






    BTW - ich möchte eigentlich keine Klamotten im Zwischennetz kaufen > passt nicht - zurück schicken :noe:

    Bei Schuhen allgemein ist das extrem > für Fahrrad-Schuhe brauche ich eine Größe über Normal.

    Das war ein Voll-Treffer > perfekter Sitz > 285 Weite 4:H:

    Bullitreiber / Robert


    kostengünstiger Hersteller von CO2 und Überlebender der 1975 prognostizierten Eiszeit, des Waldsterbens, des Konsums von Salz und Eiern, des Millenniumbugs und der Klimakatastrophe.

    :schweiz:

    88148-fahrrad-52-gif

  • Moinsen.

    Bitte nicht zuhause nachmachen, liebe Kinder!

    Aceton und Leder vertragen sich nicht!

    Mit Aceton behandeltes Leder ist irreparabel zerstört.

    Hierfür gute Lederseifen oder spezielle Lederreiniger nehmen.

    Und bei „Lederfett“, das nur auf pflanzlich gegerbtem Leder und nur DÜNN aufgetragen werden soll, muss gesichert sein, dass es im Alterungsprozess nicht ranzig wird und zu Lederfrass führt wie das leider vielen Vertretern aus dieser Produktfamilie eigen ist.

    Lederpflege und -konservierung ist eine veritable Wissenschaft.

    Grüße

    freddy

  • Ich Hab die Stiefel nicht getränkt, nur oberflächlich mit einem Lappen abgewischt > der letzte Nutzer hat immer nur neu aufgetragen, so daß ca 0,5 mm Schuh-Creme drauf waren...

    Meine Haus-Runde (ca 23km) ist teilweise recht staubig und der Staub läßt sich einfach abspülen und Nachpolieren reicht :daumenhoch:

    Bullitreiber / Robert


    kostengünstiger Hersteller von CO2 und Überlebender der 1975 prognostizierten Eiszeit, des Waldsterbens, des Konsums von Salz und Eiern, des Millenniumbugs und der Klimakatastrophe.

    :schweiz:

    88148-fahrrad-52-gif

  • Kleines Update:

    Die ollen MINERVA fangen langsam wieder an zu glänzen > da geht gerade nur die Polier-Bürste drüber. Das Leder ist aufgerauht, fast wie Wildleder.

    Ach ja, auch auf die Weite ist zu achten!!!

    Wer breite Füße hat, sollte mindestestens Breite 05 wählen > mein Schuster mußte aus meinen 4er 5er machen :thumbsup: vorher ;(

    Irgendwie gefallen ihm solche Aufträge, der Ersatz von Riemen an der Manteltasche war preislich weit unter meine Erwartungen > ich hasse Service :dev:

    Zwischendurch hab ich mir mal die genagelten Stiefel geordert > Desaster:

    - zu klein > mondopoint entspricht nicht den schweizer Größen!

    - die Größen sind mindesten 2x kleiner zu rechnen

    - Kernschrott > Leder dermaßen trocken, daß die Nähte schon beim Anfassen zum anziehen ausgerissen sind.

    Bei den Oldies (eigentlich egal welcher Schuh) ist nur das Anprobieren vor Ort zu empfehlen - das sind für mich 800km, die ich auch in Angriff nehme...sch... Hobby

    Aktuell hab ich mir den M95 gegönnt > laut BW hab ich 285 - Schweiz brauch ich 295.

    GsD konnte ich die beim Händler in Hildesheim anprobieren > groß gibt es nicht mehr :rolleyes: Die angegebenen 44iger sind zu klein...

    s-l1600.jpg

    Bullitreiber / Robert


    kostengünstiger Hersteller von CO2 und Überlebender der 1975 prognostizierten Eiszeit, des Waldsterbens, des Konsums von Salz und Eiern, des Millenniumbugs und der Klimakatastrophe.

    :schweiz:

    88148-fahrrad-52-gif

  • Zwar kein Stiefel, aber der Halbschuh sollte hier von der Beschreibung her am besten hinpassen:

    Ich habe kürzlich ein paar neuwertiger Halbschuhe für den Dienstanzug mit Originalverpackung aus der Bucht ziehen können.



    Da war sogar noch das Lagerpapier mit dabei.


     


    Über den Nadelcode "55" der letzten Ziffern auf der Zunge kann die "Schuhfabrik Erkelenz-Tenholt" einwandfrei als Hersteller zugeordnet werden.



    Die Schuhe befinden sich in einem perfekten Sammlerzustand ohne Aussonderungslöcher.

    Damals wurden noch hochwertige Schuhe hergestellt, die man auch noch nachbesohlen lassen konnte.



    Für 9,50 € mit Versand ein Schnäppchen, dass man auch nicht mehr alle Tage findet und eine hervorragende Ergänzung für meine Sammlung darstellt :thumbsup:

    Gruß - Kai


    BUNDESGRENZSCHUTZ - GSK Küste - BGS See - KüEH (KüstenEinsatzHundertschaft)

  • Moin,


    Ich habe vorgestern in der Bucht ein paar Metzeler Kampfstiefel vom Mai 1987 erstanden.

    Als ich sie gestern dann abgeholt habe, fiel mir gleich auf, dass die Pflege in den letzten Jahren etwas nachlässig war. :daumenrunter:


    Zuhause angekommen, wurden sie erst mal etwas Feucht abgewischt, danach gab es eine "Ballistoldusche".:*


    Ende vom Lied: Die Potten sind wieder geschmeidiger, glänzender und riechen auch noch Super8]


    Nutzt von euch noch jemand ausgiebig Ballistol für die Lederpflege? Sei es für die Stiefel, oder anderes Lederzeug? Ballistol ist bei mir irgend wie das Mittel der Wahl.


    Bekanntlich kann man mit Ballistol Universalöl wirklich viel anstellen... Es soll schon Behauptungen gegeben haben, dass man sich damit die Zähne putzen könnte.. :P'


    MKG

    Scholly

  • ... und meine Tochter im Reitstall.

    Moin.

    Da würde ich bei Teilen wie Sattelgurten und Steigbügelriemen aber drauf verzichten und lieber Lederfett nehmen.

    Das Öl zieht in die Fasern und das Leder wird unter Belastung immer länger und dünner, bis es dann reisst.

    Schuhe werden zwar schön weich und geschmeidig, lassen aber Feuchtigkeit besser durch.

    Meine 2 cents...

  • ... ich nutze zur Schuhpflege NUR Lederfett.

    Ballistol kommt bei mir an die Waffe.


    Aber, da hat ja jeder sein eigenes Geheimrezept.

    Gruß - Kai


    BUNDESGRENZSCHUTZ - GSK Küste - BGS See - KüEH (KüstenEinsatzHundertschaft)

    Einmal editiert, zuletzt von stiwa ()

  • Je nach Ledertyp runinierst du dir früher oder später deine Schuhe mit Lederfett. Es macht das Material weich und der Schuh verliert seine Form bzw. Stabilität. Lederwachs ist i.d.R. das Mittel der Wahl. Nachzulesen bei den gängigen Herstellern von Lederschuhwerk.

  • Moin,

    mein Vater hat mit Ballistol seine sämtlichen Lederwaren und auch Waffenschäfte versaut.

    Die Ledersachen musste ich entsorgen, die Waffenschäfte mühsam aufarbeiten.

    An meine Schuhe kommt spezielles Lederwachs.

    Gruß Jens


    „Wenn du weißt wo du bist kannst du sein wo du willst“

  • Grüße dich Wolfgang,


    Zum "regulären" Stiefelputz nutze ich ebenfalls ausschließlich die Floral-Schuhcreme. Schon alleine weil sie so schön "Streichzart" ist, und wie du selbst schon sagst ist die wirklich klasse.


    Bisher muss ich sagen, dass ich mit Ballistol für die Lederpflege nie schlechte Erfahrungen gemacht habe.


    Allerdings habe ich schon gehört, dass Ballistol für neuere Waffenmodelle, nicht gerade gut sein soll (verharzen??).:staun:


    MKG

    Scholly

  • Metzeler Kampfstiefel vom Mai 1987

    ...

    wenn Du sie tragen willst ist Ballistol eine ganz gute "Einlaufhilfe", würde ich aber nur ein mal machen und das Leder nicht tränken.

    Später bei diesem Leder mit z.B. "Bergsteiger Lederfett" von der Schweizer Effax weiter behandeln.

    Ist die gewünschte Konsistenz des Leders erreicht und der Stiefel eingelaufen, würde ich zur BW-Schuhcreme wechseln, (gibts ja zu kaufen...) um das Leder nicht zu weich zu machen, da er sonst u.U auslatscht, keinen halt mehr gibt und beulig wird.

    Mit der BW-Schmiere kannst Du zugleich die weissen Nähte schwärzen, (das gehört so und ist angeordnet!) und die Treter hydrphobieren, was vor Verschleiß des Leders schützt.


    Auf Grund Deines Alters, (was ich Deinem Profil entnommen habe) empfehle ich Dir, noch 2 Paar Sieifel dieser Art in Deiner Grüße zu besorgen und sie einzulagern.

    Wenn Du sie entsprechend behandelst, zieht Dir das dritte Paar dann die nette Pflegerin im Altenheim an!

    Bedenke bei Paar 3 bitte, die Breite des Stiefels mindestens eine Nummer größer zu nehmen. (z.B. 280/107, wenn Du jetzt 280/104 trägst) -Füße werden platter und breiter...


    So viel von Einem, der seine Kampfstiefel zwar schon mit orthopädischen Einlagen trägt, sie aber noch alleine anziehen kann...


    Bernd grüßt

  • Hallo Bernd!


    Danke dir für die Ratschläge!

    Die Breite kann ich dir grade aus dem Stehgreif gar nicht verraten.


    Den Gedanken, mir zwei weitere Paare zu sichern, hatte ich auch schon, schon alleine aufgrund der Tatsache dass die Stiefel ja gar nicht mehr hergestellt werden und die Beschaffung vermutlich nicht einfacher wird.


    Ich muss mal schauen, welche Breite meine gerade haben, darauf habe ich, offen gestanden, nicht geachtet. Sie passen jedenfalls wie angegossen. :*


    Gruß

    Stephan

  • Hallo Stephan,


    dann schau mal nach der Größe!


    Bei Bedarf hätte ich noch ein sehr gutes Paar 275/105 aus 1978 aus oben genanntem Grund abzugeben...

    Das ist das Vorgängermodell von Deinem, mit durchgehenden Stoko-Ösen aus stärkerem, glatten Kernleder und meines Erachtens nach der schönste, wenn auch nicht bequemste Stiefel, den es bei der BW gab... War schwer zu beschaffen, als schon die Modelle "1987" ausgegeben wurden...


    Bernd grüßt

  • Mahlzeit,


    Ich nehme zum geschmeidig machen bzw. halten Erdal Protect Lederfett. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen, selbst bei Knobelbechern aus den 60ern, die ich dann und wann trage. Und neben dem lässt es kein Wasser in den Schuh.

    Darüber hinaus ist es prima, um garstige und schwergängige Parka-Reißverschlüsse wieder zum Laufen zu bringen.


    Für die Schuhe danach Schuhcreme von der Bundeswehr oder, damit das was braun ist auch so bleibt, dunkelbraune von Erdal oder Kiwi.


    Viele Grüße

    Simon