Frühe Uniformen der BW

  • Hallöle,


    ein Fahrzeug mittels einer Plane schwimmfähig zu machen ist nichts neues und funktioniert eigentlich auch.

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    Das über setzten hatte ja geklappt. Nur beim Anlanden haben die Kameraden das Packet nicht richtig unterbaut. Die Plane darf erst geöffnet werden wenn das ganze Paket auf festem Untergrund steht. Die Bohlen hätten zu einer festen Rampe zusammengefügt werden müssen.


    Aber das nur am Rande.....


    Thema Wintermützen: Hatten wir schon ´mal im Mützen Thread, aber leider sind da die Bilder weg :staun:


    Ganz oben, das Original US Army Cap, Field, Pile , 1951. Die Kappe ist oben aus sechs Teilen zusammengefügt. Der Grundaufbau der Kappe und des Wollfutters ist von der US-Kappe bis zur Fünffarb-Flecktarn Wintermütze der Bundeswehr weitgehend gleich geblieben.


    Oben links, die erste Wintermütze der Bundeswehr noch ohne die vier Löcher in den Ohrschützern und mit einem Schweißband aus Leder.

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    Oben mittig, die Wintermütze von 1962. Jetzt mit den Löchern zum besseren Lauschen und Kälteschutz für die Stirn unter dem Mützenschirm.

    Rechts daneben die Mütze von 1964 ist baugleich, mit einem kleinen Fertigungsfehler. Der Stirnschutz wurde am Schweißband festgenäht.

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    Unten links ist die "modernisierte" Mütze von 1971 zu sehen. Diese Mütze wird von "Klett und Flausch" zusammengehalten. Ausserdem gibt es jetzt einen zusätzlichen Ohren- und Nackenschutz zum herausklappen. Details: Der Ohrenschutz hat einen Abnäher und die "Lausch-Löcher" sind eingespart worden.

    Mittig, die Mütze von der "Bamberger Mützen-Industrie" von 1976 ist baugleich. Nur der Abnäher fehlt. Und die rechte Mütze von der "Bekleidungs und Mützen GmbH Berlin" von 1993 unterscheidet sich nur durch das Fünffarb-Flecktarn Muster vom Model zuvor.


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    Bei der Datierung der Mützen bin ich nach den Angaben der Etiketten gegangen. Genau Einführungs-Daten der jeweiligen Varianten wären noch zu erforschen:yes:



    Servus der murkser

  • Da steht doch eindeutig Alpaca drauf.

    Das sind diese Lamas mit der Wolle, halt Alpacawolle.

    Die sind schon was besseres.

    Hallöle,


    noch einmal kurz zurück kommend auf die Cap, Field, Pile, M-1951:

    Wenn da auf dem Schild steht "Alpaca", dann muß das nicht heißen, daß da tatsächlich Wolle von dem possierlichen Vierbeiner enthalten ist.

    Es kann, und in diesem Falle ist es wahrscheinlich, auch ein Garn aus Reißwolle sein:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rei%C3%9Fwolle


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    Das ist auch interessant für den Einkauf von allerhand Wollwaren.

    Auf einem Weihnachtsmarkt bot ein Händler hübsche Strickmützen für 56.-EUR feil. Das Etikett wies einen angeblich hohen Anteil von "Alpaka" aus.

    Freilich denkt dann der Interessent gleich an die hochwertige Wolle der Tiere aus den Anden. Tatsächlich kann es auch ein ganz simples Recycling-Garn sein, das hier verarbeitet worden ist. Was ja an sich auch nichts schlechtes ist.

    Die augenscheinlich gleichen Mützen waren auch online zu bekommen. Zwei Stück zu 30,-EUR.



    Servus der murkser

  • "UNIFORM-FIBEL - Uniformen und Abzeichen der Bundeswehr"

    Stand: Dezember 1959



    Ich habe mir die gezeigte UNIFORM-FIBEL im Taschenformat gegönnt.

    Ein sehr interessantes Büchlein über die frühe Uniformierung der Bundeswehr.


    Darin sind ein paar Bildtafel mit für mich völlig neuen Erkenntnissen.



    Hier wird unter Bildtafel 5 ein OFw der Luftwaffe als Feldjäger abgebildet. Als Weißzeug trägt offensichtlich er auch noch ein weißes Zweidornkoppel.

    Feldjäger bei der Luftwaffe sind mir völlig neu :staun: Gab es so etwas :?:



    Oder hier unter 7 und 8 nicht eingeführte Tragegestelle und Magazintaschen.



    Die unter 21 gezeigte Pudelmütze des HG ist mir auch noch nie untergekommen.

    Auf den modisch verzeichneten Schnitt der Uniformen und des Schuhwerkes brauchen wir dabei wohl nicht eingehen.


    Was sagen die Spezialisten dazu???

  • Feldjäger bei der Luftwaffe sind mir völlig neu :staun: Gab es so etwas :?:

    Ja - gab es in den Anfangsjahren der Bundeswehr. Die Feldjägertruppe war damals paritätisch aus Heer, Luftwaffe und Marine zusammengesetzt, es gab damals also auch "Marinefeldjäger".
    Dabei strebte man je nach Standort bzw. Einsatzraum eine Mischung entsprechend der dort vorhandenen Verbände an. In Hamburg waren im dortigen Feldjägerwachkommando tatsächlich Heeres-, Luftwaffen- und Marinefeldjäger, in Kiel dagegen überwog die Marine, in München gab es eine ziemlich ausgewogene Mischung aus Heer und Luftwaffe.
    Diese Mischung wurde allerdings nur bei den Feldjägerkompanien (Bataillone gab es damals nicht) der Territorialen Verteidigung und der Basisorganisation vollzogen, in der Praxis damit nur bei den Feldjägerkompanien der Wehrbereiche, der Lehrkompanie und der Bonner Kompanie.
    Die Divisionsfeldjägerkompanien des Feldheeres bestanden dagegen reinrassig aus Heeressoldaten. Da diese zwölf Divisionskompanien mit damals bis zu 5 Feldjägerzügen die eigentlichen Träger des Feldjägerdienstes waren, fielen die "Exoten" der Luftwaffe und Marine und bei den anderen acht Kompanien der TerrVtg nicht so auf.

    Die Feldjägertruppe war damals eine sog. "Durchgangs-Waffengattung", d.h. die Soldaten der Luftwaffe und der Marine wurden nur für einige Jahre zur Feldjägertruppe versetzt.
    Dieses System hat sich aber nicht bewährt und wurde mit dem Übergang zur Heeresstruktur 2 ab 1959 abgeschafft, es gab dann nur noch Heeressoldaten bei den Feldjägern - allerdings weiterhin mit Zuständigkeit und Befehlsbefugnis auch für Luftwaffe und Marine.
    Ich habe noch 1977 beim Unteroffizierlehrgang an der Feldjägerschule in Sonthofen einen Oberleutnant (Fachdienst) als Hörsaalleiter gehabt, der in den späten 1950er Jahren als "Marinefeldjäger" beim damaligen Feldjägerwachkommando Plön seinen Dienst begonnen hatte.

    Ab 1959 erhielt die Feldjägertruppe auch eigene Ausbildungseinheiten.
    Die Offiziere allerdings kamen weiterhin von anderen Truppengattungen und wurden zum Feldjäger umgeschult. Oft waren das sog. "Pflichtabgaben", was der Feldjägertruppe nicht immer gut bekam. Andererseits hatten die Feldjägerkompanien einen sehr guten Stellenschlüssel mit entsprechenden Aufstiegsmöglichkeiten (alle Kompaniechefs Majore, alle Zugführer Hauptleute, pro Kompanie mit 3 Zügen ingesamt 8 Offiziers-Planstellen), so dass es eigentlich genug Freiwillige gab.
    Eine eigene Offizierausbildung für die Offizieranwärter der Feldjäger gab es erst ab 1981.

  • Anbei noch zwei Bilder zum Thema "Nicht-Heeres-Feldjäger".
    Zuerst einige Uniformen aus der Lehrsammlung der Feldjägerschule. Links ist ein Marine-, daneben ein Luftwaffenfeldjäger.



    Als zweites ein Gruppenfoto des Feldjäger-Wachkommandos Wilhelmshaven, das 1957 rein von Marine-Feldjägern betrieben wurde.




    Grüße
    Jörg

  • An den Koppel kann man wenigstens ne Pistole ordentlich befestigen.

    Brauchen die auch, wo noch viel 45er tragen.

    Was dann aber farblich nicht zum Weisszeug passt.

    Splittertarn in verbindung mit Weisszeug und Dienstmütze

    ist schon eine Kombination die an Räuberzivil erinnert.

    mfg Tc

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen