Tagfahrlicht Schwalbe

  • Hallo!


    Im Netz findet man immer wieder Anleitungen was am Zünschloss zu verbinden ist, damit das Moped ein Tagfahrlicht hat. Reicht es nicht einfach den Schalter für die Lichthupe zu überbrücken? Ich meine, die wirkt doch nur auf das Abblendlicht...


    Wenn man am Zündschloss umklemmt, ist die Lichthupe doch auch außer Funktion, oder? Dann dürfe das doch eigentlich keinen Unterschied machen, oder liege ich da irgendwie falsch!? ?(

  • leider ist mir der Schaltplan der Schwalbe nicht geläufig, meines Wissens hat sie aber eine zweifaden Hauptscheinwerferglühlampe. Dann wirkt die Lichthupe auf das Fernlicht und nicht auf das Abblendlicht.
    Damit dürfte die Idee hinfällig sein.


    Die Tagfahrlichtscheinwerfer sind auch spezielle Lichttechische Einrichtungen und nicht nur anders geschaltete herkömmliche Beleuchtungseinrichtungen.

  • Zitat

    Original von kristian b
    ?( was meinst du mit tagfahrlicht? wie wäre es einfach auch am tag auf stellung zwei zu schalten? halte die idee zwar für famos, aber ev. doch umsetzbar :P


    das Tagfahrlicht ist eine Neuerung in der STVZO und ist für die geplante Einführung des Fahrens mit Licht bei Tage vorgesehen. Hierbei ist ein besonderer Scheinwerfer (-Paar) an der Vorderseite des KFz vorgesehen, das ohne die Rücklichter und Kennzeichenbeleuchtung eingeschaltet werden darf. Es ersetzt nicht das Abblendlicht und meines Wissens muß es als gesonderte Lichttechnische Einrichtung montiert sein [§ 49 StVo (5)].


    Neumodischer Schnick-schnack, man kann - wenn man 20 Watt für die Rückwärtige Beleuchtung beim PKW investiert- auch mit dem normalen Abblendlicht fahren.

  • die lampe oben drauf ist ein standlicht, welches mit batterie in der standlichtstelling des zündschlosses geht. natürlich könnte man das auch auf stellung 1 schalten, macht aber wirklich keinen sin, da man diese funzel am tag wirklich nicht sieht.


    die schwalbe macht schon kein dolles licht, der eigenensicherheit wegen, würde ich immer mit abblendlicht fahren und gut!

  • Bestechend einfach die Idee, werd ich wohl so machen =) Hab mich nur über die Anleitungen im Internet gewundert, wo da großartig was mit Kabel zusammenklemmen etc. beschrieben ist ...


    Aber klaut der höhere induktive Widerstand der Lichtspule dem kleinen Motörchen nicht noch zusätzlich was von seiner ohnehin schon spärlichen Leistung? :# :# :#

  • Ich liebe es kalten Kaffee aufzuwärmen :D .

    Die Bezeichnung Tagfahrlicht ist etwas irreführend, denn Tagfahrlichter sind die bereits genannten Zusatzleuchten.

    DAUERLICHT trifft`s wohl besser. In der Tat gibt es eine Schaltung, mit der es möglich ist, den Scheinwerfer leuchten zu lassen sobald der Motor läuft. Diese Schaltung wurde bei späteren S51 Modellen sogar ab Werk vorgenommen. Aber warum nicht gleich den Zündschlüssel auf Stellung II schalten? Ganz einfach:

    Wir haben es mit einer Magnetzündanlage zu tun mit einer Primärspule für die Zündkerze (bei älteren Fahrzeugen direkt ein Zündspule auf der Grundplatte), einer 15 W bzw. 25 W oder 35 W Lichtspule (je nach Fahrzeug (-typ)) für den Scheinwerfer und eine 21 W Lichtspule (bei der Vogelserie: 18 W) für Rücklicht, Tachobeleuchtung, Bremslicht und Batterieladung. Der Strom für`s Bremslicht geht von der Spule über eine 3er-Brücke am Zündschloss direkt zur Bremsleuchte (21 W bzw. 18 W) und von da über den Bremslichtschalter zur Masse. Das Rücklicht und die Tachobeleuchtung (zusammen 6,2 W) erhalten ihren Strom ebenfalls von der Spule über die 3er-Brücke dann über eine Drosselspule und dem Zündschloss (in Stellung II). Dadurch gehen diese Verbraucher beim Betätigen der Bremse auch aus, weil das Bremslicht den gesamten Strom aus der Spule benötigt. Nun haben wir noch die Batterieladung, welche ebenfalls von dieser Spule versorgt wird allerdings gibt es hierfür eine Anzapfung an der Spule (Kabelfarbe rot/gelb). Dieses Kabel geht über die Glassicherung zur Ladeanlage, dort wird der Wechselstrom gleichgerichtet und der Batterie als Ladestrom zugeführt.

    Wenn man nun den ganzen Tag mit eingeschaltetem Licht (Scheinwerfer und Rücklicht mit Tacholicht) durch Stadt fährt, wird man schnell merken, das die Batterie durch häufiges Blinken schwächelt. Also was tun? Ohne Licht fahren? Nein.
    Einfach am Zündschloss das rot/weiße Kabel von der 15 W (bzw. 25 W oder 35 W) Lichtspule direkt mit dem weiß/schwarzem Kabel, welches zum Abblendschalter führt verbinden. Dadurch leuchtet der Scheinwerfer (Fern oder eben Abblendlicht) sobald der Motor läuft und das Rücklicht und der Tacho bleiben dunkel. In der Nacht "darf" natürlich das Rücklicht eingeschaltet werden ;) .


    In der Betriebsanleitung der S51/S70 Baureihe vom 15.01.1986 liest man auf einem "Beipackzettel" folgendes dazu:





    In der Praxis sieht`s dann so aus (Die rote Leitung stellt eine kleine Brücke dar):




    In diesem Zusammenhang noch ein Hinweis:
    Ist der Bremslichtschalter falsch eingestellt, sodass das Bremslicht ständig leuchtet, wird die Batterie nicht geladen.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Diese "Umbaumaßnahme" macht sich bemerkbar, gerade bei diesen kleine 6V Anlagen, wo es auf jedes Bisschen Strom ankommt.
    Achso und das der dauernd eingeschaltete Scheinwerfer dem Motor Leistung klaut, wage ich zu bezweifeln. Klar es werden ja (theoretisch) 15 W (bzw. 25 W oder 35 W) von der Lichtmaschine in elektrische Energie umgewandelt, doch wenn man die Nennleistung des Motors von 3,7 kW (3700 W) betrachtet, erscheinen mir unsere 15 W (bzw. 25 W oder 35 W) verschwindend gering. ;)


    Viele Grüsse aus Pritzwalk