Gestern war wieder so ein Tag... oder Scheiße mit Reis...

  • :| was der gestrige Tag brachte :|


    Eigentlich wollte ich Mittags los um mir eine gebrauchten Mungamotor anzusehen (hallo Patrick/Pipi), da ruft mich ein Kunde wegen eines dringenden Termins an. Also Mungamotor ansehen verschoben und ab zum Kunden. Dann Abends noch mal in die Garage, weil ich immer noch Problem mit der Zündung habe. Diesesmal die Zündplatte abgenommen... was ist denn das, der Pertinaxfiger, der in das Fliegewicht eingreift hat ein paar Abplatzungen und Abnutzung.... kein Wunder, dass das irgendwie unzuverlässig ist.
    Nach einigem Hin- und Herüberlegen habe ich die fehlenden Stellen mit "Haftstahl" auszubessern, das ist ein ziehmlich harter Epoxykunstoff mit Metallanteil, der sich nach dem Aushärten gut bearbeiten und feilen lässt. Naja, dauert ein wenig, aber das Ergebnis sah mir sehr gut aus. Alles wieder eingebaut und Zündung zum wiederholten Mal eingestellt, wegen verdrehter Nockenwelle leider schwierig, Kontakt des 2 Zylinders auf max. Spätzündung, dann kommt der 3. mit max. Frühzündung gerade so hin, muss sogar noch etwas über den Kontaktabstand korrigieren ;,(


    Dann nach der Einstellung mit dem Blitzdings nachgemessen, schon besser... jetzt noch die Fliehkraftverstellung ausprobieren. Also von unten übers Gasgestänge ordentlich ( zu viel !?!) Gas gegeben.


    Und plötzlich, beim dritten Zylinder, knallt es bei Gasgeben und es gibt ein echt fieses, unrundes und klopfendes Laufgeräusch. Gas weg und der Motor geht von allein aus. Scheiße, was ist denn das ?


    Kolbenklemmer? Pleulagerschaden? Erst mal Kerzen raus und Motor durchgedreht... geht noch. Kerzen noch mal rein, Zündung an, Anlasser und ... rater rater peng, Scheiße, da ist irgendwas mechanisch kaputt :|:|:|:|


    Bin erst mal total abgeturned nach Hause... bin jetzt mit der Familie unterwegs und werde erst am Sonntag dazu kommen, mir die Lage näher anzusehen. Erstmal Kopf runter, dann wahrscheinlich Motor raus... naja, den Rest kann man ja hier alles nachlesen :heul::heul:


    Habe keine Idee was das sein kann, selbst wenn ich den Motor ohne Last kurz etwas hochgedreht habe, fliegt mir davon doch nicht gleich was weg, oder ?


    Beileidsbekundungen und gute Ratschläge sind jetzt gefragt...


    Holger

  • Hallo Holger,
    doch- leider kann auch da schon was weg- oder auseinander- fliegen oder ausreißen...


    Hab ich schon mal bei nem Kollegen gesehen, daß die nicht vorschriftsmäßig angezogene Schwungscheibe sich losgeeiert hat.
    Oder bei mir eine nicht zentriert gebohrte Schwungscheibe die Getriebedichtung zerbröselt...


    Im schlimmsten Fall hat sich ein Kolben vom Pleuel verabschiedet...


    Da hilft wohl nur das reinschauen...


    :tuz::tuz::tuz::tuz::tuz::tuz:


    Mit viel TUZ von mir, der auch immer wieder mit solchen Überraschungen gesegnet ist.


    Gruß
    Markus

  • eigentlich wollt ich's ja so, sonst hätte ich mir keinen
    Munga gekauft...


    Holger, du hast es selbst erkannt.


    Was meinst du, wie aufgeregt ich war, als ich 1979 den ersten Iltis im Schaufenster stehen sah. Endlich ein "Munga" mit vernünftigem Motor !


    Keine Frage, Munga hat mir in 11 Jahren `ne Menge Spass bereitet, ( sonst hätte ich die Dinger ja nicht so lange gefahren,) aber Motor-technisch war immer irgendwas. Und genau das hat mir letztendlich die Freude am Munga auch verleidet. Sonst hätte ich nämlich immer noch einen 8er. Der sah nämlich besser aus, und praktischer war er auch, mit seiner Heckklappe.


    Mein Iltis hat jetzt mit mir zusammen 140 000 Km abgespult, außer zweimal Zahnriemen wechseln, zweimal Vergaser reinigen und ein paarmal die Zündkontakte machen und ein verbranntes Ventil, war nichts am Motor. Und bei soviel Zuverlässigkeit, nehme ich das Aussehen schon mal in Kauf ! ;)


    Gruß Jozi.

  • Jozi: Keine Frage, wenn ich ein alltagstaugliches Fahrzeug gesucht hätte, dann hätte ich mir keinen Munga genommen. Da ich damit nicht fahren muss, sondern den Munga eher zum Basteln habe, passt das schon...


    So nun hier mal, was heute passierte. Da ich selbst erstmal ins Rätseln kam, möchte ich Euch den Spaß auch bieten :lol::lol::lol:


    Also erstmal alle Aggregate ab, und Kopf runter. Motor dreht ja wie gesagt noch durch, also ohne Kopf gedreht, das sieht dann so aus:




    Wem fällt da was auf ???


    Auflösung später :heul::heul::heul::heul:

  • Ausbruch an Kolben Nr.3 am Auslassschlitz....sowas kann mechanisch "interessante" Geräusche geben (oder auch gänzlich unbemerkt geschehen).


    Ist der oberste Kolbenring auch betroffen? Wie sieht die Laufbahn des betroffenen Zylinders aus?


    Grüße
    Marius (3=6)

  • Okay - die KW iss kräftig verdreht! Wenn die Perspektive nicht täuscht näherst du dich da mehr den 180° Versatz an als den eigentlichen 120°. Allerdings dürftest du mit dieser Mechanik meiner Einschätzung nach nicht in der Lage gewesen sein, die Zündung "korrekt" einzustellen - mit den Unterbrechern (bzw. den verschiebbaren Unterbrecherträgern) sind wenige einzelne Grad Abweichung zu kompensieren - mehr aber nicht.

  • Verdreht ist gelinde gesagt untertrieben... :|:|:|:|


    So sieht die Sache aus :urg::urg::urg:


    Die Kurbelwelle ist zwischen 2. und 3- Zylinde glatt durchgebrochen :T Wo gibts denn sowas, der Bolzen ist hier 3cm dick :|:|:|


    Davor war sie, wie geschrieben, um ein paar Grad verdreht, dann muss sie urplötzlich abgerissen sein, deshalb die wilden Geräusche und Motor aus.
    Kurbelwellenlager aussen auch recht "rasslend" das Lager zwischen 2. und 3. Zylinder (da wo es abgerissen ist) läuft dagegen noch sehr weich ?


    Wo gibt's den sowas, habe ich noch nie gesehen oder gehört !?!


    Zum Rest des Motors:


    - Zylinderbahnen sehen eigentlich noch ganz gut aus, Schleifmaß ist 74,5mm, keine größeren Riefen etc. zu sehen
    - Kolben 1 war noch ganz OK, bei Kolben 2 fehlt ein viertel des mittleren Kolbenrings, bei Kolben 3 der schon bemerkte Ausbruch, der obere Kolbenring fehlt komplett, daher auch nur noch rund 5 bar Kompression. Als ich den Munga kaufte wars deutlich mehr, also muss sich der Kolbenring in den letzten Wochen verabschiedet haben.
    Hier Fotos von Kolben 2 und 3:


    Der Block und das untere Gehäuse sieht auf den ersten Blick noch ganz vernünftig aus, leider fehlt mir die Erfahrung und das Meßequipment um festzustellen, wie rund die Bohrung noch ist.


    Kolbenbolzen sehen auch noch ganz gut aus, wobei schon leichte Anlaufspuren zu sehen sind. Beim Nadellager des 1. Kolbens sind mir ein paar Nadeln rausgefallen, ist das normal ??


    So und nu ? :heul:


    Kurbelwelle komplett neu ist ja klar, wer macht das am besten, Präzisionswerk Büren oder gibts auch ne Empfehlung im Berliner Raum?


    Block so lassen oder neu schleifen und hohnen?


    Neue Kolben sind wohl angesagt, woher nehmen und nicht stehlen, Matz hat wohl nur Kolben bis 74,25mm ?


    Fragen über Fragen...


    Hilfe !


    Gruß :bye:
    Holger

  • Feine Sache.... ich hab auch noch ein paar Altwellen, da sind auch solche Exemplare dabei.


    Wenn sich die KW verdreht hat, obwohl es eine Ausführung mit Passfeder war (wie deine) so ist zuvor schon die Passfeder gebrochen. Die Reste der Passfeder verkeilen sich dann i.d.R. in der Nut und sorgen für ordentlich Belastung auf die eh schon hinsichtlich Kerbwirkung suboptimale Passfedernut. Von der Nut gehen dann Risse aus - in der Regel wachsen die dann im laufe der Zeit durch die Belastungen und Schwingungen. an vielen Bruchwellen kann man auch an der Bruchfläche regelrechte Bruchverläufe erkennen und erahnen, dass der Bruch nach und nach erfolgte.


    Aber auch egal - die Welle ist hin!


    Zum Block: Den Zylinderdurchmesser messen wäre schon sinnvoll - dann kannste entscheiden, ob ein neuer Kolbensatz im nächsten Übermaß unumgänglich ist oder nicht. Die billigste (und nicht ganz risikofreie) Lösung wäre ein Ersatz des dritten Kolbens und ein Satz neuer Kolbenringe.....

  • ...ist denn die Welle noch für eine Überholung zu gebrauchen, oder gleich für's Altmetall?


    Was sollte man messen um die Brauchbarkeit des Blocks zu prüfen?
    ich kann versuchen ein paar Fotos der Laufbahn zu machen, vielleicht kann man ja was erkennen?


    ist zufällig ein Berliner mit mehr Erfahrung als ich hier am mitlesen ?


    Gruß
    Holger

  • Holla!


    DAS nenne ich einen kapitalen Motorschaden!


    :tuz: hoch zehn!


    Mich würde zur Einschätzung interessieren, ob Block und Kurbelgehäusedeckel zusammengehörig gekennzeichnet sind (eingeschlagene Nummernfolge suchen, die auf beiden Teilen gleich sein sollte) und in welchem Zustand die Kurbelwellenlager sind. Fühlt man da Lagerluft? Laufen die noch leise und geschmeidig?


    Sind die Pleuel noch gerade und wie steht es um die Pleuellager auf den Hubzapfen?


    Diese Fragen drehen sich um die weitere Ursachenforschung, zu der Marius ja schon entscheidend beigetragen hat. Ob sich von der Welle noch Teile weiterverwenden lassen kann Dir nur ein Kurbelwellenbauer sagen.


    Einen Tip zu den Kurbelwellen solltest Du von 1:40 bekommen können.


    Erstmal Grüße und noch ein "Tapfer bleiben" - Du hast es Dir verdient


    freddy

    "Verzage nicht, Du Häuflein Klein ..."

    Einmal editiert, zuletzt von freddy ()

  • Danke Freddy und den anderen für den TuZ.


    heute habe ich erstmal alles weggeräumt und Block, unteren Deckel und Kurbelwelle gereinigt und auf die Werkbank gelegt. Die nächsten Tage bin ich arbeitsmäßig ziehmlich eingespannt und werde nur erstmal weiter Infos sammeln. Dann werde ich mir die Sache genauer ansehen und mit verschiedenen Firmen mal telefonieren.


    Nach den Nummern auf Block und Deckel werde ich suchen... Was ist, wenn die beiden Teile nicht zusammengehören?


    Zu den Kurbelwellenlagern ist zu sagen, dass die äußeren Lager etwas Spiel haben und nicht mehr sehr geschmeidig laufen, die innren beiden Lager laufen eigentlich noch sehr geschmeidig und spielfrei, subjektiv, habe natürlich kein neues Lager zum Vergleich...


    in wie weit Pleu und die Hubzapfen noch gut sind, konnte ich noch nicht ermitteln, mal sehen, was ich da feststellen kann.


    Das sirrende Geräusch war wohl aber eher das Ausrücklager, das Ding hat axial Spiel und sirrt, wenn es gedreht wird. Ich nehme mal an, dass es trotz genügend Kupplungsspiel Berührung mit dem Kupplungsautomaten hatte und dabei gesirrt hat.


    Zum Thema Kupplung werde ich sicher auch noch aktiv werden, habe schon viele Threads dazu hier gelesen, da kommt sicher auch noch was auf mich zu...


    Wie gut, dass es Winter wird, da weiß ich wenigstens was ich an den langen Abenden mache :lol:


    Nur mal sehen, wie ich das meiner Frau und den Kindern erkläre :bye:


    Gruß
    Holger

  • Block und Kurbelgehäusedeckel wurden bei Ihrer Geburt zum Spindeln der Kurbelwellengasse gegeneinander verspannt, Holger.


    Fertigungsbedingte Toleranzabweichungen legen nahe, Blöcke und Deckel nicht zu vertauschen, da die Gasse dann nicht mehr zwingend fluchtet oder die Kurbelwellenlageraußenringe zu eng oder zu schlabberig geführt werden. Sowas schädigt also potentiell die Lager.


    Die blanke Not legte demgegenüber dem ein oder anderen nahe, diesen Tausch eben doch zu wagen, um einen noch mit geringem Übermaß vorhandenen Block, dem z.B. durch einen Kurbelwellenschaden mit Pleuelbruch der Deckel abhanden gekommen war noch ein zweites Leben einzuhauchen.


    Kann gutgehen, muss aber nicht.


    Ohne Vermessen sollte man das keinesfalls wagen.


    Grüße


    freddy

  • Mensch Holger,
    da hattest du ja so richtig Pech. Bin zwar in Berlin, aber leider kann ich dir auch nicht weiterhelfen. Habe hier noch einen alten Motor zu liegen, aber ich muß erstmal schauen ob sich da überhaupt noch was bewegt. Habe auch keine Garage sondern nur ein Carport und somit fehlt mir auch die nötige Schraubererfahrung.
    Jedenfalls drücke ich dir ganz doll die Daumen.
    Es grüßt Jürgen aus Berlin

  • Nabend Holger,


    auch von mir eine Menge :tuz: in Richtung Berlin.


    ... Kontakt des 2 Zylinders auf max. Spätzündung, dann kommt der 3. mit max. Frühzündung gerade so hin, muss sogar noch etwas über den Kontaktabstand korrigieren ;,(


    Die maximale Frühzündung des 3. Zylinders stand dann bei 3mm vor OT mit oder ohne ausgerücktem Fliehgewicht? Bei extremer Frühzündung könnte der Motor die Drehrichtung ändern. Ob das bei einer Kurbelwelle mit Nut bei hoher Drehzahl zum Bruch führen kann? hmmm


    Der Kolben des ersten Zylinders ist falsch montiert, sollte auf Deinen Schaden aber keine Auswirkung gehabt haben! Oder doch! hmmm


    Nummer 2 und 8 vergleichen!




    Gruß Olaf


  • Die maximale Frühzündung des 3. Zylinders stand dann bei 3mm vor OT mit oder ohne ausgerücktem Fliehgewicht? Bei extremer Frühzündung könnte der Motor die Drehrichtung ändern. Ob das bei einer Kurbelwelle mit Nut bei hoher Drehzahl zum Bruch führen kann? hmmm


    Der Kolben des ersten Zylinders ist falsch montiert, sollte auf Deinen Schaden aber keine Auswirkung gehabt haben! Oder doch! hmmm


    Naja, der dritte Zylinder war deutlich später als 1 und 2. Die Frühzündung war natürlich bei 3mm vor OT mit ausgerücktem Fliehgewicht.... Ich habe das von 3=6 so verstanden, dass bei meiner KW mit Passfeder diese schon länger gebrochen sein muss, sonst wäre so eine Verdrehung zwischen 2. und 3. Kolben gar nicht möglich gewesen... ergo bestand das Problem schon als ich Ihn kaufte (denn da war das auch schon so eingestellt, habe ich leider beim kauf nicht kontrolliert X( ).


    Was meinst Du mit "falsch montiert"...


    Danke und Gruß
    Holger

  • Hallo Holger,


    wenn das auf dem Bild der kleine Bolzen in der Nut für den ersten Kolbenring ist, sollte auf dem Kolben der Pfeil nicht in Richtung Auslass, sondern in Richtung Einlass zeigen und wäre dann falsch montiert. Oder täuscht das Bild?


    Gruß Olaf