Bundeswehrkalender aus den 1970´er und 1960´er Jahren

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    JANUAR 1970 (1.-10.)

    Zitat

    In jedem Winter ruft die Gebirgsdivision der Bundeswehr zur Heeresskimeisterschaft auf. Grenzpolizei und Zoll, Bundesgrenzschutz und Bundeswehr, Verbündete und befreundete Armeen entsenden die Asse des Weißen Sports an den Start. Die Wettkämpfe gehen über viele Tage. Neben Einzelwettbewerben wie dem Riesenslalom gibt es als Höhepunkt die Mannschaftskämpfe, unter denen wiederum die Skipatrouille wegen ihrer Vielseitigkeit besonders hoch im sportlichen Kurs steht. Sie verlangt technisches Können und Ausdauer zugleich. Sie erfordert eine Einzelleistung hoher Qualität und ebenso die Gesamtleistung der Vierermannschaft. Im Ziel gibt daher nicht der beste, sondern der schwächste Mann den Ausschlag. Da jede Patrouille sich untereinander helfen darf, spielt ihre Zusammenarbeit eine wesentliche Rolle bei der Punktwertung. Die Gruppe muß ihre Stärken und Schwächen kennen: Eine perfekten Abfahrtsläufer kann der Langlauf schwer zu schaffen machen, während manche langsame Patrouille sich den entscheidenden Zeitvorsprung durch die Punktgutschrift beim Karabinerschießen zusammenholte. Kein Wettbewerb regt den sportlichen Kampfgeist so an wie dieser. Die Mannschaften starten nicht für sich alleine. Sie starten für ihre Division, für ihre nationalen Verbände, für ihre spezielle Organisation. Die jeweilige Uniform, das jeweilige Ärmelabzeichen bekommt auf diese Weise eine besondere Geltung: Wenn der gute sportliche Ruf des "eigenen Haufens" auf dem Spiel steht, setzt jeder seine letzten Reserven ein. Das gibt diesen Wettkämpfen den Anreiz, der ebenso die Aktiven wie die vielen Zehntausend Zuschauer in ihren Bann schlägt.

    Die Bundeswehr hat die große Bedeutung des Sportes für die Erhaltung der Spannkraft für Gesundheit und Leistungswillen erkannt. Schon in der Grundausbildung erhält der Rekrut im Durchschnitt mehr Sportstunden als in seinem ganzen Leben zuvor. Eine hochmoderne Sportschule in Sonthofen fördert Spitzensportler ebenso wie sie Sportlehrer für alle Ebenen und in allen Disziplinen ausbildet. Sie gibt Mannschaften, die an internationalen Wettbewerben teilnehmen, ihren letzten Schliff und kümmert sich um die Breitenarbeit. Keine Wunder, wenn unter den deutschen Spitzensportlern in der letzten Zeit immer häufiger Soldaten auftauchen.

    Neben der steigenden Freude am Dienst bewirkt der Sport in der Truppe auch den körperlichen Ausgleich und hält den Soldaten im Form. Aber noch etwas anderes ist wichtig: Ein guter Sportsmann hat zum Begriff der Ritterlichkeit ein enges Verhältnis. Die Fairneß verbiete ihm unsportliches Verhalten nur um zu gewinnen. Er geht ebenso fest gegen die Versuchung an, aufzugeben aus bloßer Bequemlichkeit oder beleidigter Eitelkeit. Ein guter Sportsmann ist immer ein zuverlässiger Kamerad. Und schließlich ist er stets ein Mensch, der weiß, daß er freiwillig auf viele Dinge verzichten muß, wenn sein Trainigsplan dies nötig macht, ohne nach materiellen Vorteilen zu schielen oder zusätzliche Ansprüche zu stellen. Er will seine beste Leistung zeigen, sonst gar nichts. Wem? Sich selbst, seinen Mannschaftskameraden, dem Land, für das er arbeitet. So besehen , ist Sport nicht allein eine Sache körperlicher Verfassung, sondern wichtiger noch, eine Angelegenheit des Charakters.

    So eine Skipatrouille ist ebenso ein Modell für sportlichen Einsatz wie für das Leben. Am Start hat jeder die gleichen Chancen. Ob man für einen Skiwettbewerb trainiert oder für einen Beruf lernt, ist im Grunde genommen das gleiche. Kondition, also Stehvermögen, braucht man hier wie dort. Mannschaftsgeist im Wettkampf und Zusammenarbeit im Beruf sind immer Voraussetzung für den Erfolg,wenn es auf eine Gruppenleistung ankommt, wo nicht der beste, sondern der schwächste Mann den Ausschlag gibt. Die Gruppenleistung bestimmt den Wert einer Kompanie oder den eines Betriebes. Eine ausgewogene Mischung von Können, Härte und Ritterlichkeit kennzeichnet den guten Mannschaftssportler. Er wird in jedem Wettbewerb, auch im Leistungsberuf des Soldaten, seinen Erfolg finden.

    Bild Paul Freytag

    Gruß - Kai

  • JANUAR 1970 (25.-31.)

    Zitat

    Die Abwehr ist vor allem ein Kampf gegen Panzer, sie sind die gefährlichsten Gegner auf dem Gefechtsfeld. Das hat viele Gründe: Moderne Kampfwagen sind schnell - auf der Straße fahren sie bis siebzig und in einigermaßen gängigem Gelände vierzig bis fünfzig Kilometer pro Stunde. Ein Vorgelände von 2 Kilometern Tiefe durchstoßen sie in nur drei Minuten. Ein Panzer kommt nie alleine, meistens im Bataillonsverband - und das heißt: 50 Stück auf einmal. Das zweite Bataillon läßt dann nicht lange auf sich warten. Denn Panzer greifen stets im Schwerpunkt an und werden immer von Panzergrenadieren begleitet. Jeder Kampfwagen hat eine Hochleistungskanone. Sie feuert halbautomatisch, ihr Kaliber beträgt mehr als zehn Zentimeter, sie schießt sehr präzise auf alle Kampfentfernungen. Zur Waffenanlage gehören neben zwei Maschinengewehren eine erstklassige Optik. Die deutschen Panzer haben dazu noch einen Rechner. Die Panzerbesatzungen sehen wesentlich mehr, als der Laie vermutet. Noch mehr sehen die sie begleitenden Panzergrenadiere. Ungepanzerte Ziele bekämpfen sie selbst, Artillerie und Mörser unterstützen ihren Angriff, oft auch Jagdbomber. Alles ist darauf zugeschnitten, zunächst den Panzern einen Einbruch zu ermöglichen. Drauf und durch - darauf sind sie gedrillt. Schließlich sind moderne Panzer schwer zu treffen. Denn zur Schnelligkeit kommt eine flache Form. Sie läßt auch Treffer abprallen, wenn die Geschosse nicht annähernd im rechten Winkel einschlagen. Und Panzer sind hart im Nehmen. Nur wenige Treffer sind daher tödlich. Wer einen entschlossenen Panzerangriff stoppen will, muß sich allerhand einfallen lassen und darf keine Sekunde verschenken.

    Nun hat keine Armee der Welt eine größere Erfahrung im Kampf gegen Panzer als die deutsche. Aus bitteren Erfahrungen lernt man doppelt. Jede Infanteriegruppe kann auf kurze Entfernung mit Gewehrgranaten und Panzerfaust kämpfen. Jeder Zug besitzt schwere Panzerfäuste oder Leichtgeschütze. Beide feuern ohne Rückstoß auf mittlere Entfernung. Die Panzergrenadierbataillone setzen die die Panzerjägerzüge ein. Sie fahren den Kanonenjagdpanzer, den wir auf einem anderen Kalenderblatt zeigen; das ist eine deutsche Neuentwicklung, die Aufsehen erregt hat: ein niedriger Kampfwagen ohne Trum, nicht einmal mannshoch, schneller sogar als ein Kampfpanzer; seine 90-mm-Kanone trifft punktgenau. Panzerjäger verschießen aber in den Raketenzügen auch die Lenkrakete "Kobra", die mit der ersten Stufe vom Boden oder dem Jeep aus startet und dann mit ihrer zweiten Stufe aufs Ziel losjagt. Dabei spult sie einen feinen Draht ab, über den ein Lenkschütze Steuerkommandos gibt. Dies Verfahren hat gegenüber einer Kanone den Vorteil, daß der Lenkschütze sein Geschoß auch im Fluge noch korrigieren und z.B. es einem fahrenden Panzer folgen lassen kann. Außerdem spart man die teure Kanone und ihr teures Fahrwerk. Die "Kobra" ist eine leichte Rakete, sie fliegt rund einen Kilometer weit. Dazu braucht sie aber mehrere Sekunden. Und diesen einen Kilometer durchstoßen die Panzer in 90 Sekunden. Dazu brauchen sie nur 40 km/h zu fahren. Wer nicht überrollt werden will, muß also früher das Feuer eröffnen. Diese große Kampfentfernungen, also drei Kilometer und mehr, decken nur die Raketen"SS 11" ab.

    Unser Bild zeigt einen Blick auf eine weitere deutsche Entwicklung: in den Raketenjagdpanzer. Es ist gleichfalls ein turmloses Gefechtsfahrzeug. Ein kleines technisches Arsenal auf Kettenfahrgestell. Es transportiert eine ganze Ladung von Raketen unter Panzerschutz. Sein Fahrer kurvt in eine Stellung, die einen weiten Blick in das Vorgelände erlaubt. Der Lenkschütze (sein Platz vorne links ist leer, um dem Fotografen bessere Sicht zu geben) beschickt die beiden Raketenaufzüge links und rechts. Der Kommandant sitzt rechts vorn, überwacht das Vorgelände durch eine Optik und weist dem Lenkschützen in der Mitte des Kampfraumes das Ziel zu. Der wählt eine Rakete aus. Ein Knopfdruck, automatisch fährt der Fahrstuhl sie aus. Sie kippt in Startpositions und schießt fauchend davon, sobald der Lenkschütze abzieht. Dabei ragt nur das Periskop des Jagdpanzers über die Deckung. Und dreitausend Meter vor den ersten Stellungen schlägt dem Panzerangriff jetzt das erste Abwehrfeuer entgegen.

    Bild Achim Meyer

    Gruß - Kai

  • Hallo Leute,

    die Fotos sind gut. Aber bei den nur überflogenen Texten habe ich so meine Bedenken. O.K, aus der Zeit des kalten Krieges heraus, in der ich ja immerhin aufgewachsen bin, mag das ja grade noch o.k. sein. Aber sonst, äh, entschuldigt bitte, viel Lobhudelei bei wenig Substanz. Die Bewaffnung war halt damals schon nicht mehr ganz zeitgemäß. Wenn einem 10 Jahre alte Waffensysteme in den technisch schnelllebigen Zeiten der 70 als modern verkauft werden....

    Grüße

    Wolf

    Oh, ich sehe schon, wie sie über mich herfallen...

  • Hallo Kai,


    da hast du natürlich vollkommen Recht !

    Habe mich leider sinnloserweise hinreisen lassen auf solche " inhaltslosen Texte mit dem Schlibber Schlabber " zu antworten.


    Entschuldige bitte :^: , da hätte ich einfach die schönen Bilder deines Kalenders genießen sollen und gut ist`s ... :bier:


    Gruß

    Gerd

  • FEBRUAR 1970 (01.-07.)

    Und bitte daran denken: Die Bilder und der Text sind von 1970 und mit heute nicht zu vergleichen!


    Danke und Gruß - Kai

  • FEBRUAR 1970  (8. - 14.)

    Gruß von der Küste - Kai

    2 Mal editiert, zuletzt von stiwa () aus folgendem Grund: Fortsetzung