Bundeswehrkalender aus den 1970´er und 1960´er Jahren

  • SEPTEMBER 1970 (6.-12.)

  • Zum Nachdenken:

    Zitat

    ...

    Die Bundesrepublik gibt ihren Soldaten erstklassige Waffen, auch wenn sie ein Vermögen kosten. Wenn wir schon ein Heer brauchen, dann soll es gut ausgerüstet sein....

    Und schließlich: Wer ernsthaft willens ist, sein Land und die Freiheit seiner Bürger zu verteidigen, muß dafür einen Preis zahlen.

    ...

    Darüber hab ich spontan gelacht:

    Zitat

    ...und das hinten montierte MG 42.

    Auch wenn ein Dummkopf sein ganzes Leben
    in der Gesellschaft eines Weisen verbringt,
    wird er die Wahrheit sowenig erkennen
    wie der Löffel den Geschmack der Suppe!

    (Dhammapada)

  • Grüß´euch,


    ja genau Gerald,

    und wieder werden Schützen- und Jagdpanzer in einen Topf geworfen.


    Dazu Ausführungen zu den Kosten des Tornado-Projektes und des Rüstungsetats der Bundeswehr in Relation zu den Kosten für die Kraftfahrzeuge der Folgegeneration, von Werner Oswald:

    36710967ax.jpg

    Aus: "Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr" 11. Auflage 1982


    Servus der murkser

  • SEPTEMBER 1970 (20.-26.)

    Zitat

    Aller wurde bis ins einzelne behandelt und vorgeübt im Unterrichtsraum, im Lehrsaal, an den Schautafeln und an der Waffe: am "MG 1" - dem Standard-Maschinengewehr der Bundeswehr. Die Rekruten haben gelernt, daß es sich um einen "Rüchstoßlader mit starr verriegeltem Verschluß" handelt, daß es mit Zweibeinunterstützung oder auf der Feldlafette eingesetzt werden kann. Sie wurden unterrichtet, daß die größte Schußweite 3500 m beträgt, die Visierskala von 200 - 1200 m reicht, die weiteste Kampfentfernung bei Zweibeinunterstützung aber bei 600 m liegt und nur Einzelfeuer oder kurze Feuerstöße von 3-5 Schuß abgegeben werden sollen. Sie haben gelernt, daß mit dieser Waffe NATO-Standardmunition mit einem Kaliber von 7,62 mm verschossen werden und das MG 1 eine theoretische Feuergeschwindigkeit von 1200 Schuß pro Minute hat. Gruppenführer und Hilfsausbilder haben die einzelnen Teile und deren Zusammenwirken erklärt. Die Rekruten nahmen selbst die Waffe in die Hand und mußten sie auf den Unterrichtstischen auseinandernehmen und wieder zusammensetzen, vorerst noch langsam und mit geduldiger Hilfestellung ihrer Ausbilder. Sie begriffen den Vorgang in der Waffe beim Schuß, wie man Hemmungen beseitigt, wann und wie man Rohr- und Verschlußwechsel machen muß und wie das MG gereinigt und gepflegt wird. Und sie lernten, wie man mit Hilfe des Fliegerabwehrvisiers und durch gezielte kurze Feuerstöße tieffliegende Propeller- und Düsenflugzeuge in einer Entfernung von 500 bis 700 m wirksam bekämpfen kann. Das alles wurde im Unterricht gelehrt, wiederholt und eingeprägt.

    Jetzt geht es zum erstenmal ins Gelände zur Einzelausbildung. Gruppenführer und Hilfsausbilder haben sich auf die einzelnen Schützen hinter dem MG verteilt. Sie geben Kommandos für die verschiedenen Handgriffe, beobachten, fragen, verbessern, lassen wiederholen. Der Zugführer geht von Gruppe zu Gruppe, von Mann zu Mann. Auch er überprüft und korrigiert. "Wiederholung - bis zum ersten Scharfschießen auf der Standortschießanlage ist´s noch weit!" Die Rekruten sind in Stellung gegangen, Anschlag liegend (unser Bild) und üben mit Exerzierpatronen; die knallen zwar noch nicht, genügen aber, um Teil- und Fertigladen zu üben. Später wird schon mit Manöverpatronen geladen und geschossen, zur Gewöhnung an den Knall. Bis dahin muß aber jeder Handgriff sitzen. Bis dahin heißt es immer wieder: Teilladen - Fertigladen - Entladen - Rohrwechsel - Verschlußwechsel - Teilladen - Fertigladen .... immer wieder. Fixe Jungen holen dabei Sekunden heraus. Jetzt kommt es aber hauptsächlich noch auf genaue Handgriffe und auf die praktische Handhabung der Waffe an. Das muß drillmäßig geübt werden bis dann die Schnelligkeit hinzukommt. Waffendrill ist notwendig, denn bei der Gefechtsausbildung oder gar im Einsatzfall kommen andere Eindrücke hinzu und jeder kann in die Lage versetzt werden, mit diesem MG zu schießen, das es in allen Waffengattungen gibt, mit dem fast alle Kampffahrzeuge und sogar Flugzeuge und Hubschrauber ausgerüstet sind. Das Maschinengewehr 1 gehört zu den Waffen, die jeder Soldat während seiner dreimonatigen Grundausbildung "im Schlafe beherrschen" lernen muß.

    Bild Oberfeldwebel Günther Hutschenreiter

  • SEPTEMBER OKTOBER 1970 (27.-03.)

  • OKTOBER 1970 (4.-10.)

    Zitat

    Im Blickfeld des Hubschraubers: eine feuernde Batterie der Panzerartillerie. Vier Panzerhaubitzen sieht man, sechs gehören dazu. Es sind Geschütze vom Kaliber 155 mm. Ein geschlossener Panzerkasten schützt die Waffe und Bedienung vor Splittern, vor leichten Infanteriegeschossen und natürlich auch vor der Witterung. Mit ihren Kettenfahrgestellen kann die Batterie den Kampfverbänden dichtauf übers Gefechtsfeld folgen und ist sofort zur Stelle, wenn ihre Unterstützung nötig wird. Zum Feuern brauchen die Kanoniere nicht mehr Stellungen auszubauen, die Panzerhaubitze kann schießen, so wie sie steht. Ein Stellungswechsel ist Minutensache. Sprechfunkgeräte in jedem Geschütz sorgen für die Verbindung über fast 50 km hinweg.

    Alle Brigaden des Feldheeres besitzen ein Panzerartilleriebataillon, jedes dieser Bataillone hat zwei schießende Batterien. Ihre wuchtigen Feuerschläge reichen 15 Kilometer weit. Damit sie zur rechten Zeit präzise ins Ziel schlagen, muß ein kompliziertes System nahtlos und reibungslos funktionieren: Vorgeschobene Beobachter mit kleinen, wendigen Beobachtungspanzern begleiten die vordersten Einheiten der Kampftruppe. Sie melden die Ziele über Funk der Feuerleitstelle. Diese entscheidet bei mehreren Meldungen, welche Ziele vordringlich sind. Sie errechnet die Werte für Höhen- und Seitenrichtung. Sie faßt zumeist auch noch das Feuer mehrerer Batterien zusammen. Als eine Folge von Zahlengruppen geht der Feuerbefehl über Funk an die Panzerhaubitzen. Hier geraten die Kanoniere ins Schwitzen: Sie reißen Munition aus den Halterungen, stellen Zünder ein, bauen die Treibladung zusammen, kurbeln die Rohre und schwenken die Türme in die befohlene Stellung, kontrollieren und prüfen. Im engen Kampfraum muß auch unter Zeitdruck und bei knapper Beleuchtung jeder Handgriff sitzen, denn schon der kleinste Fehler läßt unweigerlich das Geschoß im Ungewissen landen. Gewissenhaftigkeit und Präzision sind daher oberste Bedingung.

    Sobald die Geschosse mit Überschallgeschwindigkeit ins Ziel stürzen, sind die vorgeschobenen Beobachter wieder an der Reihe: sie müssen aufpassen wie die Schießhunde, um die Lage der Einschläge richtig zu erfassen. Sie sind verantwortlich für eine blitzschnelle, exakte Korrektur. "200 kurz, 80 rechts." Nach diesem Funkspruch verbessert die Feuerleitstelle ihre Kommandos, stellen die Richtkanoniere im Geschütz neue Werte ein. Sollte die Feuerleitstelle einmal ausfallen, sei es durch feindliche Waffeneinwirkung, sei es durch einen Zusammenbruch der Fernmeldeverbindung, dann können auch die VBs selbst solche Feuerkommandos an die Batterie geben. Dazu brauchen sie eine lange sorgfältige Ausbildung, nicht allein im Rechnen, sondern auch in der Taktik, im Erkennungsdienst, im raschen Entschluß. Kein Wunder daher, daß erfolgreiche Soldaten sehr häufig aus der Artillerie stammen.

    Aber auch die anderen Soldaten des Panzerartilleriebataillons müssen Fachleute sein, ob sie nun in der Panzerinstandsetzung arbeiten oder Funkgeräte reparieren, ob sie Fahrschülern die Straßenverkehrsordnung beibringen oder Schießlehre unterrichten. Vom Krad über den Jeep bis zum Zehntonner reicht das Angebot für junge Soldaten, die ein Radfahrzeug lenken wollen. Neben den fixen Beobachtungspanzern stehen schwimmfähige Funkpanzer und die mächtigen Panzerhaubitzen selbst zur Auswahl für geschickte Kettenfahrer. Für solche, die besonders begabt im schnellen Schalten sind, gibt es Ausbildung zum Funker, zum Rechner und zum Richtschützen. Wer von Organisation und Verwaltung etwas versteht oder lernen möchte, findet in der Versorgungsbatterie mit ihren schwierigen Nachschubaufgaben ein interessantes Feld. Und schließlich bildet die Artillerie natürlich auf ihren eigenen Schulen den Nachwuchs für Unteroffiziere, Feldwebel und Offiziere aus. Wer deren Abschlußprüfungen erfolgreich durchgestanden hat, kann mit gutem Grund stolz auf seine Leistung sein.

    Bild Stabsfeldwebel Günter Oed

  • Da kommen einem ja fast die Tränen! Einmal aus Sentimentalität, aber auch aus Verärgerung über den Text. Scheint geradezu eine Geheimwissenschaft zu sein, einen lockeren Text mit korrektem Fachwissen zu kombinieren, denn beides zusammen geht offenbar nicht.


    Was man sieht ist die deutsche (oder amerikanische, französische, ....) Artilleriebatterie in alter "napoleonisch-preußischer" Aufstellung: sechs Rohre neben einander, brav mit 20 Metern Abstand in einem leichten Halbkreis. Da wir noch analog vermessen und gerechnet haben, gibt es auch nur EIN Feuerkommando für das 3. Geschütz (= Grundgeschütz). Das galt für alle sechs Geschütze, die Streuung der Rohre machte die einzelnen Unterschiede wieder wett.


    Aber natürlich hat ein Bataillon schon 1970 (und davor/danach) 18 Rohre, denn das war die Feuereinheit, um Wirkung auf 300 mal 300 Metern (= Feuerraum) zu erzielen. Dafür brauchts dann aber eben DREI Batterien und nicht nur zwei. Nur diese drei Batterien hatte das deutsche Heer in den 70er Jahren eben erst nach und nach. Die Reichweite der deutschen (und norwegischen oder schweizerischen) G-Version betrug 18 km und mit der neuen Munitionsfamilie der FH70 ab den 80er Jahren sogar noch weiter.

    Eine dieser Batterien war die Ausbildungsbatterie ("AGA-Bttr") für alle drei PzArtBtl eines Regiments. Aber dadurch war die AGA-Bttr in der Regel halt nicht mit auf dem TrÜbPl, deswegen stimmen die 12 Rohre schon in der Praxis, aber nicht für alle Bataillone.


    Ja, die M109G-Geschütze hatten in der Tat Funkgeräte (= FSE 38/58), aber die schafften in der Regel nicht mehr als das, was sie sollten: den Feuerstellungskreis abzudecken, d.h. 50 METER nicht KILOMETER!! Der Texter hatte hellseherische Fähigkeiten, wenn er von "fixen Beobachtungspanzern" schreibt. Er meint natürlich den SPZ kurz "Hotchkiss", der im Vergleich zum völlig überladenen BeobPz1 "Optronic" tatsächlich flink war.


    Eine vielseitige und anspruchsvolle Truppe mit völlig antiquierter Ausstattung und das über Jahrzehnte hinweg. Die deutsche Armee war eine "Panzer-Armee", alles andere kam erst mit weitem Abstand dahinter und seit diesem Jahrhundert ist unsere Artillerie weitgehend marginalisiert, also fast nicht mehr wahrnehmbar.


    Gruß, Wolf

  • Grüß´dich Wolf,


    bei einem Aufenthalt a.d. Trübpl Baumholder August-September 1983, hat eine Batterie M 109 der US Army (weiß nicht mehr genau, aber ich denke mit vier Rohren) über uns hinweh geschossen. Instellunggehen, Tarnen, 2-3 Salven feuern, Stellungswechsel. Das ganze dauerte 30-45Minuten.


    Da wäre bei mir die 1. Frage nach der Wirkung im Ziel. Das sind ja nicht viele Granaten geflogen.

    2. Wurde das bei der Bundeswehr auch so praktiziert?



    Servus der murkser

  • Das ist doch heute überall so,maximal 300 Panzer ,Hubis die nich Fliegen,

    selbst die Flieger die Frau Merkel rumfliegen sollen taugen nix und man muss

    nen Linienflug chartern.


    Das war doch nen allgemeiner Kalenderspruch,

    Alle sind wichtig.


    Zudem war man zu Kruppzeiten ,besonders Stolz auf unsere Ari

    und hat besondere Geschütze entwickelt,die meistens aber nur

    den Krupp die Taschen gefüllt haben.


    Als Verteidigungsarmee braucht man kein Sevastopol mit Granaten

    behageln.Die Amis mit ihren Honest John ,brauchten nur ein Geschütz

    und 10000 Feinde sind hinüber.Selbst 1970 war der schon veraltet,

    man hat den Fliegern,Helis und Drohnen den vorrang gelassen.


    Es ist wie bei Stalingrad,die Rumänen hatten keine schweren Waffen.

    Nur das wir im eigenen Land mit der eigenen Armee,sozusagen nur

    die hilfestellenden Rumänen sind bzw waren.


    Bitte nimmt euch die Kalendersprüche nicht immer so zu Herzen und

    legt alles auf die Goldwaage.

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen

  • Hallöle,


    die Fotos und Motive sind meistens exzellent, garkeine Frage:daumenhoch:


    Doch finde ich es schon interessant, das Geschrieben unter den Bildern, anderen zeitgenössischen Quellen und Aussagen von Zeitzeugen gegenüber zu stellen.


    Aber Pferdeäpfel mit kaputten Glühbirnen zu vergleichen ist nicht so interessant, gelle.:pfeif:


    Servus der murkser

  • Hallo,

    Naja, es sind ja noch andere Fehler drin.


    Damals konnte kein VB eine Feuerleitstelle ersetzen.

    Er hätte ja gerne einen Feuerbefehl (nicht Feuerkomando) auf dem Batteriekreis funken können,

    damit hätte aber den Feuerstellungskreis nicht erreicht,

    und auch keine M109 hätte mit seinen Worten etwas anfangen können.


    200 kurz, ist eine Beobachtung.

    Funken müsste er an Feuerleit schon: 200 abbrechen.


    "Richtschützen" gab es bei der Artillerie nicht.

    Einzig der K2 der M109 bediente - bei Notwendigkeit - das Panzerzielfernrohr.


    Gab es "Jeeps" bei der Artillerie ?

    Nach 1979 jedenfalls nicht.


    Hat den Kalendertext niemand Korrektur gelesen, bevor er gedruckt wurde ?


    ...

  • Servus Wolfgang,


    nun ja, ohne hier ausufern zu wollen, heißt es ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern, wenn ich auf Deine Frage antworten will. Und ja, bei der Bundeswehr war es ähnlich. Nicht alle TrÜbPl sind gleich, wie ihr alle aus eigener Erfahrung wisst. F+r uns Artilleristen unterscheiden sie sich in geschlossene und offene TrÜbPl. Letztere haben Außenfeuerstellungen und meist keine Platzfeuerstellungen. Dann kann man auch mal üben, weil man zwischen den Feuerstellungen z.T. größere Entfernungen überwinden muss, d.h. Material und Personal sind in Bewegung. Bei geschlossenen Plätzen bekommt man las BttrChef für den genzen Tag i.d.R. zwei, vielleicht mal 3 Feuerstellungen zugewiesen und muss dann sehen, wie man die sinnvoll nutzt. Auf unseren TrÜbPl herrschte aber vor 1990 ein grauenvolles Gedränge. Alle Nationen wollten schießen und mussten mit den wenigen Feuerstellungen klar kommen. Dann kommt die deutsche unsägliche Munitionsverknappung hinzu, d.h. als Batterie vielleicht 10 - 15 Schuss für den ganzen Tag!! Da würde man am liebsten jeden Schuss zurückholen und nochmal verschießen, damit bei den Kanonieren mal ein Hauch von "Geschütz-Stress" aufkam.


    Deine Beobachtung des amerikanischen Geschützzuges traf also durchaus zu, die konnten einfach nicht früher aus ihren Löchern, weil "nebenan" noch besetzt war. Taktisch völlig blödsinnig, aber nicht zu ändern. Deswegen entstand auch Dein Eindruck von der geringen Wirkung im Ziel bei den wenigen Schuss. Zum Schulschießen reichte es, weil die Beobachter ja mit so wenigen Schuss wie möglich im Ziel liegen wollen. Ein Wirkungsschießen ist das freilich nicht.


    TDV : ja, das alte Problem mit der korrekten Ausdrucksweise. "Jeeps" hatte die Bundeswehr außer zur Erprobung überhaupt nie. Aber wir wissen ja was gemeint war: geländegängige Führungsfahrzeuge. Und die gab es natürlich auch in einer Artilleriebatterie: 1x BttrChef und 2x Richtkreistrupp (plus der abgestellte SanTrp der 1. Bttr). Kein "Jeep", aber zuerst DKW Munga und dann VW Iltis, abgelöst vom MB Wolf bis zum Erreichen der vollautonomen Geschützzüge (2x pro Bttr) mit den selbstvermessenden Haubitzen.


    Gruß, Wolf

  • Servus Wolf,


    ah ja merci für deine Expertise:daumenhoch:


    Dann haben die US Boys nach deiner Meinung zu lange gebraucht. Nach meinem Empfinden, freilich totaler Laie, ging das schon ganz flott.

    Allein für das Tarnen von unseren Tpz1 Fuchs haben wir damals schon eine Stunde gebraucht C:

    Von der Wirkung im Ziel konnten wir freilich nichts feststellen. Weil nach dem Abfeuern, es gefühlt eine Ewigkeit gedauert hat bis wir die Einschläge hören konnten. Tiefes, dumpfes Wummern wie ferner Gewitterdonner. Das war sehr beeindruckend, jedenfalls für mich.



    Servus der murkser

  • Hallo,

    Dann kommt die deutsche unsägliche Munitionsverknappung hinzu, d.h. als Batterie vielleicht 10 - 15 Schuss für den ganzen Tag!!

    Da würde man am liebsten jeden Schuss zurückholen und nochmal verschießen, damit bei den Kanonieren mal ein Hauch von "Geschütz-Stress" aufkam.


    TDV : ja, das alte Problem mit der korrekten Ausdrucksweise. "Jeeps" hatte die Bundeswehr außer zur Erprobung überhaupt nie. Aber wir wissen ja was gemeint war: geländegängige Führungsfahrzeuge. Und die gab es natürlich auch in einer Artilleriebatterie: 1x BttrChef und 2x Richtkreistrupp (plus der abgestellte SanTrp der 1. Bttr). Kein "Jeep", aber zuerst DKW Munga und dann VW Iltis, abgelöst vom MB Wolf bis zum Erreichen der vollautonomen Geschützzüge (2x pro Bttr) mit den selbstvermessenden Haubitzen.

    Also ich erinnere mich deutlich an:


    Bataillon, Feuerzusammenfassung, Feuerschlag, - aus Leitungsgründen: Grundgeschütz ein Schuß.


    Früher haben wir ein Ziel mal eingegabelt:


    Schießbesprechung früher:

    VB zu Chef:

    Meine 100 Meter-Gabel bildete ich zwischen dem 4. und 25. Schuß ...


    Einschießen mit Optronix:

    VB zu Chef:

    Nach dem ersten Schuß korrigierte ich: 87 Meter nach rechts, 185 zulegen.

    Schußwerte festhalten, Fertig.


    Zu den Jeeps:

    Mein S3 hatte über Jahre einen (halbwegs) geländegängigen VW 181.

    Just auf dem Auto habe ich dann meinen Bundeswehr B-Führerschein gemacht.

    (Mein Klasse 3 wurde ja nicht anerkannt.)


    Übrings war das gar nicht so einfach.

    Für den 49. OAJ hatte man alle Führerscheine gestrichen.

    Ich musste mich ja zwei Wochen irgendwie unsichtbar machen.

    Also habe ich als Oberfähnrich meinem Chef gesagt, daß ich jetzt mal 2 Wochen Fahrschule hätte.

    Der Kommandeur hat es befohlen.

    Dem Kommandeur habe ich gesagt, daß ich jetzt mal 2 Wochen keine Zeit für Sonderaufgaben hätte.

    Mein Chef hätte befohlen, ich müsse einen B-Führerscheiin machen.

    Glücklicherweise haben die beiden nie über das Thema gesprochen,

    obwohl sie jeden Tag in der Natopause zusammen Doppelkopf gespielt haben.



    ...

  • Mensch TDV , was habe ich also für ein Glück gehabt, dem 48. OAJ anzugehören!


    Fahrschule war 8 Wochen nach der AGA geblockt (B,C,E,F2), darum habe ich auch - leider - nie eine Wachausbildung erhalten. FS hatte Vorrang!


    Und ja, natürlich hatten S3-StOffz, T-StOffz und BttrChef 1./- die drei VW 181 eines Artilleriebataillons, die ich aber im Leben nie als "Jeeps" bezeichnet hätte. Selbst der "Sandkasten" Munster-Süd konnte für die Dinger eine unüberwindbare Hürde darstellen.


    Gruß, Wolf

  • Hallo,

    Zumindest in Munster hatte die US Army eine Zeitlang Platzverbot.


    1980 oder 1981 haben sie auf der B-Stelle meinen Ofw Huchthausen eleminiert.

    Mit 155 mm HE auf 20 Meter Abstand neben dem MTW war das tödlich.


    Eine M109 hatte die Richtlatten vom Nachbargeschütz angerichtet,

    und der Trollo von Geschützzugführer hatte die Plausibilitätskontrolle auf gleichmäßige Richtung der Rohre unterlassen.



    ...

  • Hallo,

    Mensch TDV , was habe ich also für ein Glück gehabt, dem 48. OAJ anzugehören!


    Fahrschule war 8 Wochen nach der AGA geblockt (B,C,E,F2), darum habe ich auch - leider - nie eine Wachausbildung erhalten. FS hatte Vorrang!

    Ja, der 48. OJ durfte noch alles.


    Mein Schulkamerad aus 48. OAJ (Einer der, der dafür verantwortlich ist, daß ich den Test in der Mudra-Kaserne erfolgreich absolviert habe),

    musste beim OA-Lehrgang als Fahrer eines MAN 630 vor einer (simulierten) Baumsperre halten.

    Er hat sich dann für einen "Durchbruch" entschieden.

    Leider ist dabei die Vorderachse vom MAN abgerissen.

    Das war nicht die Leitungslösung.


    Naja, es hat ihm nicht geschadet, nun ist er Personalchef vom Flughafen in Frankfurt.



    ...

  • OKTOBER 1970 (11.-17.)

  • NOVEMBER 1970 (15.-21.)