Munga, Werkstatt und Radlager

  • Hallo zusammen !


    Eigentlich sollte mein Munga bald fertig sein. Und damit die letzten vom TÜV festgestellten Mängel (v.a. defekte Radlager vorne) fachmännisch behoben werden, habe ich meinen Munga einer Meister-Werkstatt anvertraut.


    Also habe ich nach Anweisung der Werkstatt bei willy weiss zwei Radlager-Reaparatursätze erstanden und der Werkstatt zur Verfügung gestellt. Soweit so gut. Das war vor zwei Wochen.


    Auf Nachfrage gestern bekam ich dann zu hören, dass die nicht an die Radlager drankommen, weil die Teile festgerostet seien. Ich bin zwar kein Kfz-Meister, aber mich hat der Rost bei einem 40 Jahre alten Auto nicht überrascht.


    Jetzt (!) wurde er wohl kräftig mit Rostlöser behandelt. Heute wollen Sie es nochmal versuchen. Wenn es dann nicht klappt, wollen die aufgeben und ich soll die nächst größere Einheit neubeschaffen (wobei der Rost dort sicher nicht weniger hartnäckig sein wird).


    Besser geht`s nicht ?


    Ich habe ja hier schon an verschiedenen Stellen gelesen, dass das nicht leicht geht und man sehr viel Kraft aufwenden muss. Aber kann es denn unmöglich sein an die Radlager ranzukommen ?


    Problem: Am Donnerstag läuft die Nachprüfungsfrist beim TÜV aus.


    Das ist echt zum......



    Holli

  • Hi Holli,


    Ja das eine heutige Autowerkstatt aufgibt ist eigentlich schon klar,
    sowas können die nicht mehr.


    Die Werkstatt deines Vertrauens bekommt mit Sicherheit die Radnaben
    nicht abgezogen, daß liegt aber weniger am Rost sondern eher an
    der Konuspassung zwischen äußerer Gelenkwelle und der Nabe.
    Man muß einene große Abziehvorrichtung benutzen und die Nabe
    mit einer Flamme richtig warm machen dann sollte sie sich abziehen lassen.
    Danach muß die äußere Gelenkwelle zum Getriebe hin ausgedrückt werden, dann bleibt das innere Radlager auf der Gelenkwelle und nach entfernen des Simmerringes und des Seegerringes kann das äußere
    Radlager aus dem Schwenkgelenk ausgetrieben werden.
    Aber zwischen den beiden Radlagern befinden sich noch 4 Tellerfedern
    und eine Abstandsscheibe auf deren Einbaulage muß unbedingt geachtet werden.
    Beim Radlagerwechseln sollten auch die Nilosringe ( Abdeckscheiben für
    die Lager) gewechselt werden.
    Ich hoffe die Diagnose die der TÜV dir gestellt hat stimmt auch, denn
    wenn beim Munga die Räder ein wenig schlackern kann das auch anden Gleitlagern vom Schwenkgelenk liegen.
    Als Tip: Reparaturhandbuch besorgen und zusammen mit dem Auto in der Werkstatt abgeben.


    Gruß Thomas

  • Hallo Thomas,
    der Beruf des Mechatronikers ( ja, so heißt der KFZ-Mechaniker neuerdings) ist eigentlich nix anderes, als ein moderner Teile oder Baugruppentauscher ;( .
    Nach dem der Fehler mittels Diagnosecomputer ermittelt wurde, wird die entsprechende Baugruppe eben getauscht. ?( .


    Aber warum dieses Teil kaputt ging, oder gar dieses Teil auseinanderzupfriemeln und reinzugucken, da macht sich leider heute keiner mehr die Mühe in den modernen Werkstätten :P


    Da aber unsere lieben alten Kisten Meisterstücke des Maschinenbaus ein seiner ursprünglichsten Form sind, fühlen sich leider manche Mechatroniker damit überfordert wenn sie nach Öffnen der Motorhaube den Stecker fürs Diagnosekabel vergeblich suchen. :#


    Der DKW wurde nach dem Motto "was nicht drin ist, geht nicht kaputt" konstruiert und gebaut. Und das finde ich gut so.


    Natürlich gibts auch noch Automechaniker, die sich mit sowas auskennen, es werden aber leider immer weniger :(


    Jens64

    "Man hats nicht leicht, aber leicht hats einen" (Ottfried Fischer)


    "You can slide me my hill down" ( Loddar Matthäus)



  • da muß ich ducky beipflichten.mein bruder, auch im kfz-bereich tätig, hat zum glück auch noch was vom schrauben und reparieren gelernt, obwohl er heute auch mehr mit baugruppen zu tun hat.


    gruß
    rth

    Mitglied der Mungahilfe

    2 Mal editiert, zuletzt von rth ()

  • Also "mein Meister" ist seit 26 Jahren im Geschäft und hat sich tierisch über den alten Opel-Motor inmeinem Munga gefreut (er hat bei Opel gelernt).


    Jetzt warte ich mal auf Rückmeldung.



    Holli



    P.S.: Wie gut, dass es das Forum gibt ! 8)

  • @ Jens 64


    Ja Jens da kann ich dir nur Recht geben, darum fahre ich nur ältere
    Auto's, im Alltag einen VW Typ 3 Variant, nen bischen flacher, die
    Reifen ein bischen breiter, und mit nem Typ 4 Motor 2 Liter/100 PS
    und geändertem Getriebe auch ein bischen schneller.
    Für Sonntags und an den sonnigen Tagen soll der Munga sein.
    Ein paar Motorräder älteren Jahrgangs sollen auch nicht fehlen.
    Obwohl ich "nur Elektromeister" bin mache ich alles selber denn ich kann mir das Drama bei A.T.U. nicht ansehen wenn die bei meinem
    Typ 3 den Motor vorne im Kofferraum suchen würden.
    Allerdings bringe ich das moderne Auto meiner Frau immer in die
    Werkstatt denn ich habe keinen Bock an diesen neumodischen Dingern
    zu schrauben. Damit mache ich mich zu Hause zwar nicht gerade beliebter aber der Mensch braucht nur ein dickes Fell.


    Gruß Thomas

  • Also zur Verteidigung unseres Handwerkerstandes muß ich mal sagen das uns in manchen Sachen keine andere Wahl bleibt als ganze Bauteile zu tauschen weil es entweder keine einzelnen teile gibt,wie mir das letztens bei einem Fensterheber passiert ist.Da fehlte nur ein kleines Teil das ich aber nicht bestellen konnte weil es im Computer nicht gab.Ich hätte mir ein Teil basteln können,hätte aber die Garantie nicht Bezahlt.So mußte ich den FH komplett erneuern(war fürs Werk halt teurer,aber egal).Desweiteren ist bei manchen Sachen wie Steuergeräte und anderen elektronischen Bauteilen keine Möglichkeit mehr so etwas noch zu Reparieren,weil teilweise nur mit Gewalt zu öffnen sind und dabei kaputtgehen.Bei Motoren dasselbe,manche können nicht einmal mehr auf Übermaß gebohrt werden.Da bleibt einfach nur noch austauschen.Privat versuche ich auch immer Bauteile zu öffnen und zu retten aber es wird bei neuen Teilen immer schwieriger.Wenn man mal in so ein Steuergerät reinschaut und die ganzen Widerstände,Transistoren und so sieht weiß man Bescheid

  • Also Alex der 2. da muss ich Dir beistimmen. Es liegt nicht unbedingt an den Schlossern, Mechanikern oder JETZT MECHOTRONIKERN. Schuld sind Hersteller und Kostendruck.


    Welchen Sinn macht es einem Auszubildenden zu erklären wie man einen Anlasser zerlegt und Teile aufarbeitet?


    Im Arbeitsalltag ist dies eine Unmöglichkeit. Was wir zu Hause schrauben wird nicht in Zeit gerechnet. Also können wir überholen, zerlegen oder reparieren. Da dies in der Werkstatt unwirtschaftlich ist kommen die Möglichkeiten zu Einzelteilen zu kommen dabei unter die Räder. AUßerdem sind Hobby- und Freizeit-Schrauber bei neueren KFZ unerwünscht.


    Aber auf der anderen Seite, jeder sollte sich mal überlegen was er denkt wenn eine Rechnung wie folgt aussieht.


    Ausbauteil aus- und eingebaut........25,00 Euro
    Ausbauteil zerlegt, Überprüft..........32,50 Euro
    Teile getauscht Funktion geprüft....20.00 Euro
    Dichtsatz.....................................18,95 Euro
    Ersatzteil.......................................8,55 Euro
    SUMME......................................105,00 Euro


    auf der anderen Seite könnte es sein
    Austauschteil gewechselt..............25,00 Euro
    Austauschteil...............................50,00 Euro
    SUMME.......................................75,00 Euro


    Diese Rechnung lässt sich, aufgrund der immer höheren Stunden-Sätze der Werkstätten, bei beliebigen Reparaturen durchrechnen.


    Dazu kommt der Wunsch der Hersteller möglichst große Anteile an allen Kosten rund um Ihr Produkt in die eigenen Kassen zu leiten.


    Werkstattrechnungen gehen aber nur für Teile an den Hersteller. Stundenlöhne bleiben den Werkstätten. Aus diesem Grund werden Teile in vielen Industriezweigen, nicht nur bei Kfz, so konstruiert, daß ein zerlegen nicht möglich ist. Aus dem KFZ-Bau kenne ich real ein Beispiel wo ein Zulieferer aufgefordert wurde seine Baugruppe anders zu konstruieren. Es war zerlegbar und zur schnellen Reparatur vorgesehen. Jetzt ist es eine geschlossene, verschweisste Baugruppe.


    WW-Heizer

  • Ich hab vor ca.22Jahren in meiner Lehre noch einen Meister vom alten schlag gehabt, bei dem wurde nicht einfach getauscht sondern noch Instandgesetzt. So hab ich z.B. noch gelernt wie man einen (Messing)Kühler Lötet einen Haupt(Rad)bremszylinder Überholt oder einen Anlasser/Lima Instandsetzt. Zu der Zeit gab es sogar noch Rep.Sätze für Wasserpumpen und Auspuffanlagen wurden noch ganz Profan Autogen-Geschweisst.
    GUTE ALTE ZEIT!


    Heute sind für Verschiedene Baugruppen gar keine Rep.sätze mehr zu kriegen bzw Bremssattel Rep. nur noch Komplett mit neuem Kolben(ist doch Logisch, wenn die Manschette hin ist ,muß der auch kaputt sein).Auch wenn man sie erst beim Zerlegen Kaputt gemacht hat :P:P .

    HOERMEN
    Deutscher durch Geburt, Pfälzer durch die Gnade Gottes !!




    9. Int. Militärfahrzeugtreffen der RAG 6014
    AUSGEFALLEN !! in 66740 Saarlouis-Fraulautern/ Saarland
    auf dem Panzererprobungsgelände der Bundeswehr mit Geländefahren
    Treffen für Militärfahrzeuge aller Armeen und aus allen Epochen.
    Infos unter http://www.rag6014.de

  • Also, wenn ich das so lese, hat jeder so sein Spezialgebiet.
    Vielleicht sollten wir mal alle gemeinsam 2 Wochen Urlaub machen und uns in einer gut ausgerüsteten Werkstatt treffen, um gemeinsam unsere Mungas instandzusetzen.
    Und Spaß hätten wir auch noch dabei.
    Und wenn die Dinger dann laufen, gehts ab ins Gelände!


    Viele Grüße, Michael


    Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt,


    der andere packt sie kräftig an und handelt!

  • HäHä, Ducky, jetzt klingste fast wie meine Frau. :D
    Die behauptet auch immer ich wär ein ganz besonderer Spezialist.......


    Ich könnt in dem Durcheinander an Fachkräften dann in absoluter BW-Manier mit stoischer Ruhe Schraubenköpfe wieder in 6014 anpinseln.


    Eben jedem sein Fachgebiet :P


    Gruss


    WW-Heizer

  • Ähm, *noch mal was zum Besten geb*


    sicherlich sind moderne Autos heute so gebaut, daß einige Baugruppen oder Teile gar nicht repariert sondern nur getauscht werden können.


    Aber wenn eine KFZ-Werkstatt, wie Holli es zu Beginn dieses Threads anführte, nicht mal fähig ist Radlager instandzusetzen (und das an einem Fahrzeug, das wirklich simpelst konstruiert ist), dann gibt mir das doch zu denken. Oder?
    Das sind Grundbegriffe, die jeder KFZ-Mechaniker (Mechatroniker) in der Berufsschule lernt!
    Ich selbst bin zwar kein KFZ-Mechaniker, habe aber einen Metallberuf erlernen dürfen. Habe mir aus Eigeninteresse jedoch die Fachbücher der KFZ-Mechaniker besorgt ( 80er Jahre *zugeb*).
    Darin ist alles so einfach beschrieben, daß sogar ein Gärtner ein "normales" Auto halbwegs reparieren können dürfte.


    *Nachdenklicherweise*
    Jens64

    "Man hats nicht leicht, aber leicht hats einen" (Ottfried Fischer)


    "You can slide me my hill down" ( Loddar Matthäus)



  • Zitat

    Original von Jens64
    Das sind Grundbegriffe, die jeder KFZ-Mechaniker (Mechatroniker) in der Berufsschule lernt!


    Bist du sicher, dass die in der Berufsschule heute noch was lernen ????


    Viele Grüße, Michael


    Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt,


    der andere packt sie kräftig an und handelt!

  • @ Ducky


    Die lernen das eben heute nicht mehr und theoretisch vermittelte
    Lerninhalte sind nicht der Weisheit letzter schluß.
    Wenn ich mir heute einen modernen Werkstattbetrieb z.B. VAG
    bei mr um die Ecke ansehe, dann kann man beobachten das dort
    die Azubi's die Werkstatt fegen, Auto's waschen oder mal ein Steuergerät wechseln. Das kann es doch auch nicht sein
    Das Problem ist auch das daß Wissen und die Fähigkeiten der älteren Generationen aus welchen Gründen auch immer nicht mehr weitergegeben wird.
    Mit meinem Beitrag weiter oben wollte ich nicht die Menschen verurteilen die in dieser Branche arbeiten sondern den Mißstand anführen wie er sich mir als potentiellen Kunden darstellt.
    Es soll ja noch Eigentümer geben die ihr altes Fahrzeug nicht selbst reparieren können und einige Reparaturen machen lassen müssen,
    egal wieviel es kostet.
    Und wie das Beispiel es in diesem Threat zeigt gibt es Werkstätten
    die solche Aufträge annehmen ohne zu wissen ob sie es "gebacken
    kriegen" am Ende soll man Arbeitszeit bezahlen und fertig ist es doch nicht. Davon gibt es zu viele.
    Ich mag ga rnicht daran denken wenn die Werkstatt feststellt das an der äußeren Gelenkwelle Riefen sind oder die Paßfeder ausgeschlagen
    ist, so daß die Nabe nicht mehr richtig auf dem Konus trägt und die das
    dann wieder zusammenfummeln, was da alles passieren kann.
    Wenn man Pech hat verliert man das ganze Rad mit samt Bremstrommel
    das könnte einen Fußgänger schwer verletzen. ( Ist so nämlich schon vor einigen Jahren passiert allerdings sogar mit Todesfolge)
    Sowas muß man dann erstmal wegstecken.
    Also auf jeden Fall solche Arbeiten immer auf Rechnung machen lassen
    und diese dann aus Haftungsgründen immer schön aufheben.


    Gruß Thomas

  • @ Thomas
    Ich verurteile ja auch nicht die Leute in den Werkstätten. Ich verurteile unsere Politiker, die nur um zu sparen, unser Bildungssystem gegen die Wand fahren.
    zu meiner Zeit gab es noch jede Woche einen 2. berufsschultag, an dem wir nur Fachpraxis machten, und da haben wir echt was gelernt.
    Heute hast du diesen Tag nur einmal im Monat, aus Geldmangel.
    Und bei den KFZ-lern gibts dann meistens auch nur Theorie, weil keine Übungsmaterialien da sind.
    Ich hab schoin mal daran gedacht, meine defekten Teile in die Berufsschule zu bringen, damit die sie wieder instandsetzen können, und somit echtes Material zur verfügung haben. 2. hätte ich denen das dann bezahlt, damit sie weiters Material kaufen können.
    Leider funktioniert das nicht, weil die KFZ-Innung dagegen schießt, weil dann den Werkstätten Aufträge entgehen würden. Als ob ich die Reperaturen in einer Werkstatt machen ließe.
    So könnte man allen helfen, aber die Oberen wollen gar nicht das man hilft.


    Viele Grüße, Michael


    Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt,


    der andere packt sie kräftig an und handelt!

  • @ Ducky


    Tja, ändern werden wir das wohl nicht mehr aber ich ziehe für mich die Konsequenzen.
    Ich mache alles selbst und wo ich nicht mehr weiterkomme da muß dann halt gelernt und versucht werden.
    Besser ich investiere mein Geld in ein Paar alte Teile die beim Reparaturversuch kaputt gehen und damit letztendlich in mich selbst
    als das ich mein Geld in eine Werkstatt trage, vielleicht auf die Gefahr hin mir noch ein paar Tüten Ärger mit einzukaufen.


    Gruß Thomas

  • Das ist die richtige Einstellung, Thomas.


    Genauso verfahre ich auch. Am Astra kann ich aus den oben angeführten Gründen eh kaum noch was selbst machen.


    Aber Fahrzeuge wie den Munga kann man bis zur letzten Schraube zerlegen, da kann man immer noch selbst basteln.


    Zufriedenerweise, Wigbold

    Rengtengteng !


    + Mitglied der Mungahilfe +


    Trenne Dich nie von Deinen Illussionen und Träumen.
    Wenn sie verschwunden sind, wirst Du weiter existieren, aber Du hast aufgehört zu leben.
    Mark Twain

  • die politiker sind zum teil daran schuld . schuld sind die lohnkosten da die teile ausbauen und prüfen und vielleicht reparieren teurer kommt als gleich ein neues einzubauen fazit material kostet nichts arbeitszeit ist teuer früher war es umgekehrt