Welches Kennzeichen hatte mein MOG beim BUND?

  • Hallo Forum-Unimog-Bundeswehr oder sonstige Auskenner,


    gibt es eine Möglichkeit, anhand der Fahrgestellnummer das Y-Kennzeichen herauszufinden und / oder die Truppenzugehörigkeit? Habe menen FuKo aus privater Zweithand erworben und die taktischen Zeichen waren nicht mehr vorhanden. Somit kann ich noch nicht einmal nachvollziehen, wo der Mog "stationiert" war. Einzig der Antennenfuß am Koffer oben vorne links könnte etwas über die Verwendung aussagen, da es nicht der normale Kleine ist sondern ein deutlich vergrößerter (siehe anhegängtes Bild, ist hoffentlich zu erkennen).





    Soll angeblich von einer 400W Antenne stammen. Die Antenne selber hab ich irgendwann auch mal im Forum geschossen, allerdings weiß ich nicht, was am anderen Ende für ein Funkgerät/Fernschreibgerät oder was auch immer dranhing. Und da der Koffer innen bis auf die Grundausstattung (Schränke, Stühle, Klapptisch) leer war, hilft dies auch nicht weiter.
    Wer von Euch kann weiterhelfen?
    Vielen Dank schon mal und schöne Grüße


    Uwe

  • Hallo.


    Also von meinen, weiß ich, das er mehrern Einheiten angehörig war, in seiner aktiven BW-Zeit .
    Evtl. wechselte auch die Bezeichnung des Verbandes, mit der Umstruckturierung der Truppe, im Laufe der Zeit.
    Die Y- Kennzeichen wurden auch wieder an andere Fahrzeuge vergeben.


    Bin aber gespannt, ob du etwas herausbekommst!!!
    Viel Glück.

  • Man könnte ja mal unter Zuhilfename der Fahrgestellnummer bei der Daimler-Benz AG anfragen, wohin das Fahrzeug ursprünglich ausgeliefert wurde, nech?


    :bye:
    Wolfgang

    "Man hats nicht leicht, aber leicht hats einen" (Ottfried Fischer)


    "You can slide me my hill down" ( Loddar Matthäus)



  • Hallo nochmal,


    erstmal Danke für die Antworten. Das mit der D.Benz AG wird glaub ich nicht funktionieren, da m.E. von dort nicht direkt an den "Endverbraucher" geliefert wurde. Normalerweise ist das BWB die bestellende Stelle und dort wurde/wird dann auch verteilt. Aber vielleicht ist hier im Forum ja ein aktiver oder ehemaliger Schirrmeister, der sich da besser auskennt. Hatte gedacht, dass es so etwas wie eine Datenbank gibt, in der man nachvollziehen kann, welche Fahrzeuge unter welchen Y-Nummern geführt wurden. Im Grunde geht es mir darum , ein Y-Kennzeichen-Repro zu ordern. Um dann nicht fälschlicherweise ein Leopard A1 Kennzeichen an einen 404 zu schrauben wollte ich wissen, ob einzelnen Typgruppen bestimme (Anfangs)-Zahlenkombinationen zugeordnet wurden (wie z.B. bei Luftfahrzeugen).


    Mit weiterhin suchenden Grüßen


    Uwe

  • Ich glaube, das Kennzeichen findet man nur durch Zufall, z.B. wenn´s irgendwo notiert war.
    Die einzig verläßliche Liste gibt es bei der "Bw-Zulassungsstelle" in Mönchengladbach, wobei dort spätestens 3 Jahre nach Aussonderung die Daten wieder gelöscht werden und das Kennzeichen an neue Fahrzeuge vergeben wird.
    An Hand der 6-stelligen Nummer gibt es keine systematische Zuordnung zu Fahrzeuggruppen oder Dienststellen.
    Es werden die Kennzeichen vergeben, die vorhanden und frei sind.
    Dann kommt es natürlich auch vor, daß aufeinander folgende Nummern an neu beschaffte Fahrzeug-Kontingente vergeben werden.
    Aber das war es auch schon.
    Beispiel:
    100 neue Fahrzeuge werden beschafft. Die ersten 35 bekommen einen Nummernblock der z.B. mit Y-234 beginnt. Dann weitere 50 Fahrzeuge mit einem Block aus dem Bereich Y-456 und der Rest aus dem Bereich Y-789.
    So kann es auch sein, daß auf ein Wolf-Kennzeichen ein Leo 2folgt und dann ein 10t-LKW-Anhänger.
    Wenn von einem Typ nur 10 Fahrzeuge beschafft werden, ist die Wahrscheinlichkeit, daß diese fortlaufende Nummern aus einer Serie tragen schon sehr groß. Und bei solchen Exemplaren ist das historisch auch bedeutsamer als bei tausendfach beschafften "Volumenmodellen", wie dem Unimog.


    Ich würde mir, wenn das ehemaligen Kennzeichen nicht mehr bekannt ist, nicht so viele Gedanken machen, sondern entweder etwas zufälliges wählen, Nummern mit irgendwie sinnvollem Bezug (z.B. Y-404 ...) oder aus der Nähe von per Foto belegten Fahrzeugen.
    Dir wird sicher niemand das Show-Kennzeichen "widerlegen". und wenn, sollte man drüber stehen ;)

    Grüße von der Küste! Til


    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

  • Hallo Navigator,


    vielen Dank für die ausfühliche Erklärung. Auf so eine Antwort habe ich gewartet, damit kann ich dann auch guten Gewissens ein Repro-Kennzeichen anfertigen lassen. Und für den Rest der Gemeind ist Deine Info bestimmt auch interessant.


    Schöne Grüße


    Uwe

  • Hallo.
    Hast du schon alle "Ecken und Kanten" an deinem Mog untersucht?
    Bei mir stand die Nummer auf den TDv´s mit drauf.
    Des weitern waren dies an allerlei Zubehörteilen gebräuchlich die mal flugs wegkommen könnten. Als Metallschildchen, Aufkleber, etc. -an Unterlegkeile, Schlösser, Bordwerkzeug, Zündschlüssel und so.


    Ansonsten hat der Navigator natürlich recht.

  • Wie schon Navigator geschrieben hat, erfolgt die Nummernzuteilung absichtlich willkürlich, um eine Zuordnung anhand des Kennzeichens bzgl. des Fahrzeugtyps oder der Einheit unmöglich zu machen.
    Also ganz einfach ;)

    Gruß aus dem Hohen Odenwald
    Klaus


    RAG-HMF Hessen
    GebPzBtl8

  • Wahrscheinlich würde dagegen sprechen, dass es sich ja immer noch um eine "Armee" handelt. Denn die Entwicklung solcher "Verwirrungstaktiken" ist ja für den "Ernstfall" gedacht, in dem Fall will man ja den Gegner nicht sofort über seine eigene Taktik sofort informieren, bzw. zeigen, wer auf der anderen Seite steht, Thema "TARNEN UND TÄUSCHEN". Die Einführung dieser Kennzeichenverwaltung stammt ja eben auch nicht aus den Zeiten, in denen die Bundeswehr als Einsatztruppe zur humanitären Hilfe herangezogen wurde, sondern ist eher vor dem Hintergrund des kalten Krieges zu sehen. Zudem ist die Anzahl der möglichen Kennzeichen ja auch begrenzt durch die 6 Ziffern, eine Erweiterung wie es im Zivilsektor durch Freigabe von diversen Kombinationen aus Buchstaben und eine Erweiterung der Anzahl der Ziffern erfolgt ist durch die Struktur nicht vorgesehen.


    Denn wenn es uns manchmal auch schwer fällt zu akzeptieren: Die Hauptaufgabe der Bundeswehr ist es leider nicht, das Hobby der Forumsmitglieder durch die Aussonderung von Fahrzeugen zu unterstützen :whistling: .


    Diese Antwort ist bitte richtig, nämlich als etwas ironisch zu verstehen!


    Gruß
    Claus

    Grüße aus dem Norden
    Claus


    Der frühe Vogel kann mich mal :schnarch:...

  • Die Einführung dieser Kennzeichenverwaltung stammt ja eben auch nicht aus den Zeiten, in denen die Bundeswehr als Einsatztruppe zur humanitären Hilfe herangezogen wurde, sondern ist eher vor dem Hintergrund des kalten Krieges zu sehen.


    Sehr zutreffend!
    Ergänzend wäre aber noch anzumerken, daß das besonders im Einsatz nicht an Aktualität verloren hat.
    Im Gegenteil: Bei besonderen Fahrzeuge und bei besonderen Einsatzlagen werden die Kennzeichen noch weiterhin unkenntlich gemacht, um dem Gegener zu erschweren, Bewegungsprofile bestimmter Fahrzeuge und/oder Personen zu erstellen.


    Die älteste (schon im kalten Krieg, z.B. in Grenznähe, praktizierte) Methode ist das Abkleben von Kennzeichen und taktischen Zeichen mit olivem Panzerband. Entweder komplett oder in Teilen (z.B. die letzten 2 oder 3 Ziffern).
    In Afghanistan gibt es noch folgende Methoden:
    -Umdrehen der Kennzeichen, so daß sie nur speigelverkehrt zu erkennen sind
    -drüber hängen von Sackleinen
    -Einbeziehung der Kennzeichen in die Umtarn-Lackierung. Dadurch ist nur noch von Nahem das Relief der Kennzeichen erkennbar.
    -komplettes Weglassen der Schilder

    Grüße von der Küste! Til


    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

  • drüber hängen von Sackleinen


    Ist zwar nicht in AFG und auch kein Sackleinen, aber in ZW bei den Falli's abgeguckt:



    HOERMEN
    Deutscher durch Geburt, Pfälzer durch die Gnade Gottes !!




    9. Int. Militärfahrzeugtreffen der RAG 6014
    AUSGEFALLEN !! in 66740 Saarlouis-Fraulautern/ Saarland
    auf dem Panzererprobungsgelände der Bundeswehr mit Geländefahren
    Treffen für Militärfahrzeuge aller Armeen und aus allen Epochen.
    Infos unter http://www.rag6014.de

  • Und schon wieder was gelernt....


    Wir haben zwar damals, als ich noch bei den richtigen "Soldaten" war, im Manöver auch die Kennzeichen abgehängt, jedoch dachte ich, es sei aus Tarnungsgründen. Dass es auch aus Verschleierungsgründen praktiziert wurde und wird, war mir bis jetzt nicht klar.


    Vielen Dank für die Aufklärung. :thumbup:


    P.S>: Sehr schöner Munga!!!

  • Im Rahmen meiner Ausbildung sind wir im Frühjahr 1989 mit einem Bw-Bus in zivil an die innerdeutsche Grenze bei Mödlareuth gefahren.
    Da wurden, wie oben schon erwähnt, die taktischen Zeichen, Wappen und Kennzeichen oliv überklebt, damit die Grenzaufklärer nicht erkennen können, wo wir her kommen.

    Grüße von der Küste! Til


    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

  • Im Rahmen meiner Ausbildung sind wir im Frühjahr 1989 mit einem Bw-Bus in zivil an die innerdeutsche Grenze bei Mödlareuth gefahren.
    Da wurden, wie oben schon erwähnt, die taktischen Zeichen, Wappen und Kennzeichen oliv überklebt, damit die Grenzaufklärer nicht erkennen können, wo wir her kommen.


    Hab ich Anfang der 80ziger so ahnlich auf einer UFFzweiterbildung erlebt, beim BGS in Gifhorn mit Hinweisen zur Lage und Tarnung versehen ;dann das Doppeldorf Zichorie&Böckwitz.. Grüner BUS mit Rot Kreuz Insignien!! aber Kennzeichen und Taktische Zeichen abgeklebt, wer noch weis wo der Parkplatz war alle Telobjektive der Grenztruppen waren voll in Action..
    Ich kenn einen vom BGS aus der Zeit der konnte später in seiner angeforderten Stasi Akte eine schöne ziemlich vollständige Dokumentation seiner Patroilienfahrten aufgenommen aus östlicher Richtung bewundern..


    Beste Grüße


    Ramboduck

  • guude,


    welchen Zweck erfüllen taktische Zeichen an Fahrzeugen, außer der gegnerischen Aufklärung zu zeigen, welche Waffengattung mit welchem Gerät in welcher Menge von wo nach wo unterwegs ist?
    (Ernst gemeint, ich durfte nicht dienen.)


    Gut Mog! Justus.

  • welchen Zweck erfüllen taktische Zeichen an Fahrzeugen, außer der gegnerischen Aufklärung zu zeigen, welche Waffengattung mit welchem Gerät in welcher Menge von wo nach wo unterwegs ist?
    (Ernst gemeint, ich durfte nicht dienen.)



    Hi, das Taktische Zeichen bietet auf die Möglichkeit zu schauen wo das Fahrzeug Stationiert ist. Gibt's du heute bei Google z.b. 1. 262 ein, dann kommt ein Haufen Informationen welche Einheit, welche Aufgaben, welche Fahrzeuge, Offiziere etc.




    @ Foxfox, du solltest wirklich erstmal bei Daimler anrufen, erstens kostet das nicht viel, und zum zweiten steht in deren Akten in der Regel drin wohin das Fahrzeug ging. Bei meiner KTM, die ja schon zu Zeiten des Fuhrparkservice und Leihfahrzeugen eingeführt, steht drin : Name: Kf.Ausb.Zentrum, 55765 Birkenfeld


    Damit weiß ich schon mal woher mein Fahrzeug ist. An den Koffern die ich dabei habe, sowie auf der alten Datenbestätigung vom Bund, steht das alte Kennzeichen. Das Kennzeichen was ich mir hab machen lassen wie im Thema "Y Kennzeichen Repro"

    o This is Schäuble.
    L_/ Copy Schäuble into your signature
    OL to help him on his way to Überwachungsstaat.

  • Abkleben von Kennzeichen und taktischen Zeichen mit olivem Panzerband.


    Musste aber aufpassen. Bei aufgeklebten Schildern / Taktischen Zeichen hast du die gerne auch mal am Panzerband kleben, wenn du es wieder abmachen willst. Da ist besser ein alter Putzlumpen drüber und den mit Panzerband fixieren.

    Gruß, Marc




    Noch-irgendwelche-Sorgen-Nöte-Probleme-Anträge-keine-anfangen-mit-Dienst-wegtreten! :weg:

  • Hallo und Danke an alle, die sich damit beschäftigt haben.


    Leider waren bei meinem Mog keinerlei Unterlagen dabei, nur die Zulassungen Teil I und II. Auch habe ich auf den wenigen Zubehörteiln keine Markierungen o.Ä. gefunden. Was ich jetzt aber versuchen werde ist folgendes: Der Mog hatte in 1990 noch eine MES4 im Instandsetzungswerk Jülich. Das ist ca 40 KM weg von meinem Wohnort und da werde ich mal hinfahren. Vielleicht haben die noch Unterlagen und können an Hand der Fahrgestellnummer herausfinden, von welcher Einheit das Fahrzeug kam und wohin es gegangen ist und welches Kennzeichen es hatte. Werde das Ergebnis dann posten.


    Schöne Grüße
    Uwe