Uniformen THW LSHD ZB

  • Hallo werte Gemeinde,


    da Beiträge zum Thema Zivilschutz meist in anderen Unterthemen "untergehen" möchte ich hier einen ausschließlichen Zivilschutz-Uniform und Ausrüstungsthread eröffnen.
    Da ich leider nicht über alle Uniformen verfüge, geht es jetzt leider chronologisch nicht vollständig :-(.
    Da dieses Thema auch nicht genau "meins" ist könnten die Bezeichnungen nicht immer exakt sein. Die Profis können dann gerne ergänzen :thumbsup:


    Beginnen müsste man mit dem ersten Anzug, dem "Maleranzug"- hab ich leider nicht.


    Dafür einen Vorläufer zum Pilotanzug in khaki. Eine Jacke ohne Taschen, aber mit der Flanellbeschichtung innen.




    (Jetzt käme eine Jacke in khaki, Schnitt wie die nachfolgende graue).


    Hier kommt noch eine Windbluse dazu



    gut von aussen zu erkennen die Tasche für das kleine Verbandspäckchen, hier eine neuere Ausführung eingesetzt



    noch ein paar Ausrüstungsgegenstände, beachtet bitte dass die Kartenmeldetasche NICHT dazugehört, kommt von der DJ/HJ



    Jetzt der Pilotanzug in blaugrau/stahlblau/grau



    beachtet hier die am Kragen zu erkennende doppelte Knöpfung des Revers, soll heissen daß auf der linken Seite (Vom Träger aus gesehen) zweimal geknöpft wird. Das nenn ich mal wasserabweisend :thumbsup:


    diese Jacke vefügt über zwei Taschen für Verbandspäckchen



    Dann das Nachfolgemodell



    Schiffchen



    Jetzt noch ein paar Koppel



    bevor es jetzt an die Dienstanzüge geht....


    Dienstjacke ZB (ziviler Bevölkerungsschutz)-Kammerstück noch ohne Abzeichen



    und jetzt die - wie ich glaube -aktuelle Version




    ein Konvolut an Abzeichen



    so, das wars. Wer noch anderes hat, bitte einstellen...


    Danke.


    Gruß


    Bernd

    "Nur wenige sind es wert, daß man ihnen widerspricht"!

    2 Mal editiert, zuletzt von bghdh () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Hallo Bernd,


    dann ergänze ich mal... :D


    Man sollte zwischen LSHD und THW Kleidung trennen. Der sogenannte Maler- oder Anstreicheranzug war der erste Einsatzanzug des THW, der ab 1952 beschafft wurde.
    Das ganze sah so aus:



    Den Namen erhielt der Anzug im Nachhinein, da er nach mehrmaligem Waschen seine ursprüngliche hell-sandige Farbe verlor und einen weißen Farbton annahm.
    Dieser Anzug wurde nicht vom LSHD getragen.


    Die ersten Anzüge für den LSHD wurden 1956 beschafft, und waren sandfarben:



    Einige wurden dem THW überlassen, da man es bis 1956/57 noch nicht geschafft hatte alle Helfer mit der Anstreicherkluft auszurüsten.
    Auf diese Anzüge nähte man THW Abzeichen auf. Die LSHD Jacken blieben vielfach ohne Abzeichen, bei manchen wurden später Aufnäher der jeweiligen mitwirkenden Organisation ergänzt.


    Die sandfarbenen Regenschutzjacken sind fürs THW ab 1954 belegt. Es handelt sich ursprünglich um eine Konstruktion für den BGS. Dieser übergab bei Umstellung auf Sumpftarn Regenjacken in Splittertarn an das THW. Aufnahmen davon sieht man beispielsweise im Film über das Bayern-Hochwasser von 1954 (findet man bei youtube).
    Offenbar hatte man dabei gute Erfahrungen gemacht und ließ die Jacken zunächst fürs THW (mit dreieckigem Aufnäher und Stepelung THW), später dann auch für den LSHD fertigen. Es gab davon sogar noch eine blaugraue Variante, die vor Einführung des Parkas beschafft wurde. Da dieser allerdings vielfältiger verwendet werden konnte, gab man ihm den Vorzug.


    Um 1959/60 folgte dann eine Serie Anzüge in khakigrau und im Schnitt wie die von dir gezeigte THW Pilot-Jacke. Diese Anzüge waren wesentlicher dunkler als die sandfarbenen, blichen beim Waschen aber häufig aus.
    Von diesen Anzügen beschaffte man für den LSHD mit ZB Aufnäher am Oberarm. Diese trugen auf dem Etikett die Aufschrift "BUND ZB".
    Für das THW und den Schwimmbrückendienst wurden ebenfalls Anzüge beschafft, allerdings mit THW Aufnäher. Diese trugen auf dem Etikett die Aufschrift "BUND THW".


    Gleich verhielt es sich mit den ab 1962/63 beschafften Pilotanzügen in blaugrauer Farbe.
    Hier wurden ebenfalls THW und LSHD separat bedient.
    Die doppelte Knöpfung bei den Pilotanzügen war weniger dem Wetterschutz geschuldet (dafür gab es Nässeschutzumhänge in der Fahrzeugausstattung und Regenjacken wie oben gezeigt). Der LSHD war eine Einrichtung für den V-Fall und sollte sämtliche seiner Aufgaben auch unter ABC Lagen durchführen können. hmmm Die Helfer erhielten die weißen Z56 Masken und sollten den Einsatzanzug "dicht" verschließen. Dafür die doppelte Knöpfung und die Knopfleiste unter dem Kragen.


    [...]
    Dann das Nachfolgemodell



    [...]


    Diese Anzüge waren Arbeitsanzüge des THW und wurden nicht für den LSHD beschafft. Ab ca. 1960 gab es eine Variante in dukelblau. Diese wurde ab ca. 1965 von einer grauen Variante ergänzt / abgelöst. In den 70ern war wieder blau angesagt, in den 80ern grau. Die Jacken und Hosen sind aus Fischgrätstoff hergestellt und relativ ähnlich mit den Arbeitsanzügen der Bundeswehr.
    Ab den frühen 70ern ca. beschaffte man allerdings nur noch Latzhosen, vorher wurden Bundhosen verwendet.


    Die Jacke die du als erstes zeigst, ist mir völlig unbekannt. Gibt es im innern Stempel oder Etiketten, die auf Herkunft und Jahr schließen lassen?
    Ich glaube fast, es handelt sich um eine Jacke aus DDR Fertigung. Die Einheiten des Luftschutzes dort trugen in den 50er Jahren Kleidung in ähnlicher Farbe wie das westdeutsche Pendant. Bei google findet man allerdings auch nur vereinzelte Bilder dazu.


    Viele Grüße
    Simon

  • Weiter gehts...


    Die "Filzlaus" wurde ab ca. 1963 für den LSHD beschafft. Die Ausführung war ähnlich den Bundeswehr Filzanzügen. Die Jacken hatten einen hochgeschlossenen Kragen und eine verdeckte Knöpfung mit Kunststoffknöpfen.
    Sie wurden als Kälteschutzkleidung beschafft, aber auch als Dienstanzug getragen. Für den LSHD lieferte man die Jacken mit "ZB" Aufnäher, für das THW mit dem bekannten Dreieck.


    Mit Einführung des blaugrauen Parkas im Stil der Bundeswehrmodelle ca. 1965 war es nicht mehr nötig besondere Kälteschutzkleidung zu tragen. Bei kaltem Wetter, Regen oder Fallout :dev: sollte nun der Parka getragen werden. Die Filzlaus änderte man entsprechend den Erfordernissen ab, und passte sich mit der von dir gezeigten Jacke den Uniformen anderer deutscher Organisationen (zB. Feuerwehren, Polizei usw.) an. Die Jacken und Hosen waren dünner als bei den Vorgängern, die Hosen wurden mit Bügelfalte geliefert. Frühe Jacken trugen noch das ZB Emblem, bei späteren hatte man bereits das ZS Emblem vernäht. Anzüge für das THW wurden unverändert mit dem Dreieck geliefert.


    Den Parka beschaffte man nur für den LSHD, nicht aber für das THW. Mit Auflösung des LSHD wurde ein Teil der blaugrauen Parkas vom THW übernommen. Dieser reichte aber nicht für alle Helfer. Daher griff man auf olivgrüne Bundeswehr Depotware zurück und stattete diese mit THW Aufnähern aus. (Foto reiche ich nach.)


    Der lichtblaue THW Dienstanzug mit blaugrauer Hose wurde von 1974 bis ca. 2000 beschafft. Momentan wird er durch modernere Anzüge in dunklem blau abgelöst.


    Viele Grüße
    Simon


    PS: Sehr zu empfehlen zu diesem Thema ist das Forum bei www.bund-zb.de :thumbsup:

  • Hallo Simon,


    das ist aber ne Organisations-baustelle (-für mich 8o ). Warum einfach wenns auch kompliziert geht; deutsch eben.
    Werd mich da öfters nachlesenderweise immer wieder schlau machen müssen. Danke!


    Zur ersten Jacke: Ist meines Erachtens definitiv nicht aus der DDR; Metallknöpfe sind alle von Overhoff&Cie, Die Kunststoffknöpfe sind gleiche Ausführung wie frühe BW bzw. wie die an der Schlupfjacke. Auf Wiki wird auch auf eine Jacke mit Flanellfutter hingewiesen. Denke das ist irgendein Zwischen-/Versuchsmodell. Hat keine Stempel o.Ä.; dafür am Rücken im Schulterbereich vier Schlitze für Gurte welche von dem angenähten Cape überdeckt werden. Vielleicht kommt hier noch ein Hinweis...


    Gruß
    Bernd

    "Nur wenige sind es wert, daß man ihnen widerspricht"!

  • Hallo zusammen,


    auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen :P anbei mal eine Auflistung der Helme, die man in früherer Zeit bei THW und LSHD verwendet hat.


    In den Anfangsjahren verwendete man beim THW und ab 1956 beim LSHD Stahlhelme, vornehmlich des RLB und der Technischen Nothilfe (TeNo bzw. TN).
    Die Helme hat man in allen Varianten und mit viel Kreativität umgepinselt und beschriftet. Anbei zwei Helme aus der THW historischen Sammlung an der THW Bundesschule in Neuhausen. Leider in mittelmäßiger Qualität, da durch eine Glastür fotografiert.




    Mit Aufstellung des LSHD ab 1956 hat man versucht das ganze etwas zu vereinheitlichen. ALte Stahlhelme für den LSHD wurden außen weiß lackiert.
    Für den Bergungsdienst experimentierte man an der THW Schule in Mariental gegen Ende der 1950er Jahre mit weißen Helmen mit schwarzem "B" zur Kennzeichnung. Der Gruppenführer der Bergungsgruppe trug einen schwarzen Helm mit weißem "B". Hier nachgestellt:


  • Ab ca. 1960 hat man dann weiße Kunststoffhelme in der "Gladiatorform" des RLB beschafft:



    Abhängig von Hersteller und Herstellungsjahr finden sich Exemplare mit "milchigerer" oder weißerer Helmschale. Weiterhin unterscheiden sich die Helme an den Kinnriemen:
    1) nahezu durchsichtiger Kunststoff
    2) weißer Kunststoff (wie auf dem Bild oben)
    3) schwarzes Leder
    4) graues Gurtband mit Sicherheitsverschluss, der bei Zugbelastung am Helm selbsttätig löst (siehe im folgenden Bild)



    Auf diesem Bild mittig der Kunststoffhelm des LSHD in letzter Ausführung. Links davon ein weiß überlackierter Helm der TeNo oder Feuerlöschpolizei, wie oben erwähnt.


    Viele Grüße


    Simon

  • ... und zwar der "neue" Zivilschutzhelm:



    Auf diesem Bild als 2. von oben zu erkennen.
    Nachdem man ihn bereits 1974 erprobt hatte, hat man ihn erst 1981 eingeführt. Grund dafür waren Proteste aufgrund der an die Volksarmee erinnernden Form (vgl. ZS Magazin, Heft 9 / 1981). Der Helm an sich war sehr durchdacht, hatte eine integrierte Lampenhalterung, sowie die Möglichkeit zur Integrierung eines Gittervisiers und eines Nackenleders. Die Schale war aus Polycarbonat gespritzt, der Gurt-Kinnriemen bei Zugbelastung selbstständig öffnend.


    Fürs THW kam der Helm jedoch wesentlich zu spät, und wurde nie offiziell eingeführt (jedoch bestätigen Ausnahmen - wie sonst auch - die Regel :juhu: ) Im THW hat man ab 1976 gelbe Bauhelme verwendet, der Nachfolger kam ab 1984 (beide unteren Helme).


    Die Nutzung des "neuen" ZS-Helmes beschränkte sich somit auf den BVS und auf Regieeinheiten, sowie in geringeren Mengen auf Sanitätsorganisationen, die Katastrophenschutzschulen des Bundes und der Länder, und zu guter Letzt: auf den KatS der Bundespost.

  • Ab ca. 2005 wurde im THW der Dräger HPS 4100 als neuer Helm eingeführt.
    Er sieht dem M92 der BW sehr ähnlich aus und hat ebenso einen 3-Punkt Kinnriemen. Wenige Jahre Später kam dann der HPS 4300, welcher eine verbesserte Version vom 4100 ist. Unterschied finden sich im Innenteil, wo z.b. die Kopfumfang-Stellschraube geändert wurde. Erst vor kurzem kam dann der Nachfolger HPS4500 Eingeführt, welcher wiederum erneuert wurde.

  • Unbekannter Helm aus der Bucht gefischt, evtl. früher Zivilschutz :^: ?


    Wollte den eigentlich als Ritterhelm zum Fasching ummünzen. War mir dann doch zu schade.
    Leider ist gar nichts gestempelt.







    Bernd

    "Nur wenige sind es wert, daß man ihnen widerspricht"!


  • Ich war in den 80er und 90er Jahren beim KatS des Landes Hessen, dieser bestand praktisch aus 41 Schnelleinsatzzügen, von denen die Mehrzahl des Personals durch das DRK gestellt wurde. Die Züge des DRK hatten weiße Einsatzhelme mit Nackenleder (2. Helm von unten) und je ein Zug wurde durch Malteser und Johanniter besetzt. Diese Helfer waren mit den KatS Helmen (2. von oben) ausgestattet.


    Detlev

  • Um auf Bernds Frage zurückzukommen:


    Das sieht mir schwer nach der frühen Variante der Helme aus, die der Comfrikko / Tom aktuell offeriert. :thumbsup: Diese Helme wurden vornehmlich bei nordrhein-westfälischen Landes-KatS - sog. "regionalen KatS-Sanitätszügen" - getragen. Ich habe eine späte Variante der Firma Schuberth daheim liegen. Bei dieser ist das Inlet analog den frühen THW-Bauarbeiterhelmen in die Helmglocke "geklippst".
    Erste Variationen dieses Helms, getragen von den Maltesern in Köln, sieht man bereits auf Bildern von 1958 und 59.


    Viele Grüße


    Simon

  • Noch zu den Tellerhelmen:


    Als ich diese Form von Helm jetzt wieder gesehen habe hatte ich sofort ein "deja-vu":.In der Grundausbildung 1981 wurde uns zum Thema "Kriegsvölkerrecht" ein ururalter Lehrfilm mit dem guten, alten Filmprojektor gezeigt.
    War von unglaublicher "Qualität"-so Typ Stummfilm-Ära.


    Da sah man BW Soldaten und gegnerische Phantasiesoldaten-ich glaube mit X-Armbinden etc gekennzeichnet.
    DIE haten auch solche Tellerhelme auf.


    Somit nicht abwegig, dass hier Zivilschutz-Komparsen herhalten mussten.


    Bernd

    "Nur wenige sind es wert, daß man ihnen widerspricht"!


  • Hallo Bernd,


    das ist irgendeine Form des britischen "Zuckerman" Helms. Einem Helm für den british civil defense. Der Kamm oben auf dem Kopf könnte aber auch bedeuten dass es sich um eine Kopie dieses Helms handelt, die in den Benelux-Ländern hergestellt wurde. Dort dann auch für eine nichtmilitärische staatliche Organisation. So mal als kleiner Hinweis.


    Ausschlaggebend für meine Beurteilung war das Futter und die Art wie es festgemacht wurde. Die Form des Helms ist dem des Zuckerman-Helms sehr ähnlich.


    Viele Grüße,
    Martin


  • Hallo Bernd,


    danke für die Blumen!! :) Allerdings weiß ichs leider auch nicht genau. Glasfaserverstärktes Plastik spricht schon wieder eher für Deutschland/ Benelux. Aber das Futter sieht englisch aus. hmmm


    Mal sehen, vielleicht weiß jemand die Lösung.


    Viele Grüße
    Martin

  • Moin Moin,


    die Helmschale ist aus GFK. Wie oben schon geschrieben, gehe ich davon aus, es handelt sich um eine frühe Version des Helmes, den die Einheiten des regionalen Katastrophenschutzes NRW trugen. Bereits auf Bildern von den Maltesern aus den Jahren 1958/59 ist diese Helmform zu sehen.


    Da ich Bilder dieses Helms nur aus der ehemals Britischen Besatzungszone kenne, gehe ich in der Tat auch davon aus, dass man sich an Helmen der Civil Defense orientiert hat. Möglicherweise hatten die Briten dies gesteuert, um die Weiterverwendung von Wehrmachtshelmen zu unterbinden. Es gibt ja auch Aufnahmen des DRK, auf denen die Helfer Helme im amerikanischen M1 Stil tragen.


    Viele Grüße


    Simon

  • Hallo Simon,


    bei den M1 Helmen handelt es sich meist um frühe, zweiteilige M1 Helme der Bundeswehr, welche nach Umstellung auf den Helm Typ FJ 60 "frei" wurden und an die Hilfsorganisationen übergeben wurden. Ich habe vor Jahren auf einem Flohmarkt einen dieser umlackierten Helme entdeckt, der Innenhelm und der Außenhelm waren aus deutscher Fertigung.


    Detlev