Iltis geht aus wann er will!

  • Werte Gemeinde!


    Mir schwant, daß sich bei meiner Karre ein sehr hinterhältiger Fehler eingeschlichen hat:
    Der Iltis läuft ein paar Kilometer prima, geht dann ohne Vorwarnung aus(Zündung) und springt anschließend mit Anlasser gleich wieder an, um dann etwa im 200 Meter-Takt wieder auszugehen, wieder anzuspringen, usw. Das Anspringen klappt wohl bemerkt nur mit Anlasser. Läßt man bei ausgegangenem Motor die Zündung einfach an, gelingt es nicht, daß die Zündung wieder einsetzt, solange das Fahrzeugs noch mit Restschwung schiebt.


    Zur Vorgeschichte:


    1. Vor ca 20 Jahren blieb ich nach ein paar tausend störungsfreien Kilometern urplötzlich wegen aussetzender Zündung liegen. Zuhause erforschte ich über Tage den gesamten Kabelbaum, tauschte die Vorwiderstände, probierte eine andere Zündspule, doch alles half nichts.
    Als ich rein zufällig nach ca 1 Woche spaßhalber den Zündschlüssel drehte, sprang die Karre sofort an und lief seitdem wieder ohne Panne bis heute.


    2. Vor 2 Wochen geschah es, daß ich bei einer Geländefahrt plötzlich wieder eine aussetzende Zündung hatte. Allerdings war ich mir nicht sicher, ob ich bei dem Gehoppel nicht mit dem Knie unglücklich an den Zündschlüssel kam und damit selbst abschaltete.
    Ich drehte sofort auf Aus und An und der Anlasser startete den Motor problemlos und ich fuhr ohne weitere Panne heim.


    Heute aber erlebte ich dasselbe wieder, nur daß ich ganz sicher nicht den Schlüssel berührte. Wieder sprang der Motor mit Anlasser sofort an.
    Alerdings lief er dann nur noch jeweils 200 bis 300 Meter, sodaß ich mich mit etwa 5 Intervallen gerade noch nach Hause hangeln konnte.


    Die einzige Gemeinsamkeit all dieser Erlebnisse ist nur die, daß die Aussetzer immer dann kamen, wenn das Fahrzeug volle Kühlwassertemperatur hatte.
    Es passierte nie in der Warmlaufphase und war auch unabhängig davon, ob der Motor zuvor schon mal kurz elektrisch ventiliert gekühlt wurde.
    Vor 20 Jahren geschah der Ausfall im Spätherbst, ohne daß der Ventilator bei schneller Fahrt überhaupt etwas zu tun gehabt hätte.
    Heute geschahen die Aussetzer, nachdem der Ventilator kurzzeitig schon mindestens 3 Mal ein- und ausgeschaltet hatte bei langsamer Fahrt.


    Die Batterien sind übrigens neuwertig, haben Saft wie die Sau und die Lima lädt bestens.


    Preisfrage(und bevor ich für diese Karre wieder zig Stunden wertvoller Lebenszeit opfere): Was kann das sein?

  • Vllt ganz doof, aber Benzinpumpe tackert weiter? Hatte damals ziemlich ähnliche Symptome. Benzinpumpe blieb hängen, Motor geht aus. Sobald ich stand und neu Kontakt gab, tackerte sie wieder los (denk mal, wegen der Stromspitze).

  • ... Ferndiagnose ist immer schwierig, aber so ein Phänomen hatte ich mal bei einer BMW R 80 G/S. Ging mitten im fahren aus.
    War ein Haarriss in der Zündsple damals, Bosch hat die auf Kulanz getauscht. Kalt alles in Ordnung, bei Wärme gab´s einen Schluss.Wenn der Iltis also schlagartig ausgeht, ohne zu spucken und zu würgen, würde ich zumindestens auf ein Zündungsprobelm tippen. Als Soforthilfe: Zündschloss mit WD 40 fluten, evtl. mal Spule tauschen, wenn Du noch eine in Reserve hast.Zündgeschirr penibel kontrollieren, notfalls im Dunkeln bei laufendem Motor. Auch das 24-V Transistorsteuergerät kann´s sein .....



    Gruß Ingo

    ....et kütt nur drop ahn, dat dr et deiß!

    Zitat aus BAP- Song : Verdamp lang her

    Übersetzung für alle Nicht- Kölner: es kommt nur drauf an,das Du es tust....


  • Beim meinem wars der Verteilerfinger, bei ähnlicher Symtomatik. Er hatte einen Haarriss diagonal komplett gerissen, durch den ganzen Finger. Da war am Anfang auch guter Rat teuer. Eine Fleißarbeit die Fehlersuche. Mit den nötigen Unterlagen/TDV ist der Sache jedoch beizukommen.
    Gruß
    Holzauge

  • Moin,
    ich würde mit der Kontaktplatte im Zündschloß anfangen.
    Wenn du mal messen möchtest würde ich beim nächsten mal einfach nichts machen, Motorhabe auf und messen ob noch Spannung am Leerlaufabschaltventil am Vergaser anliegt.
    Wenn nein, dann ist es sehr wahrscheinlich das Zündschloß.
    Wenn doch, dann ist es wohl was anderes im Bereich der Zündung.

  • Vielen Dank für eure Tipps!
    Da ich erst wieder am WE etwas Zeit zum Schrauben habe, werde ich da mal alles abarbeit.
    In Übereinstimmung mit meiner Einschätzung kommen als wahrscheinlichste Probleme auch das Zündschloß, der Riß in Zündspule oder Verteilerfinger, im schlimmsten Fall Steuergerät in Frage.
    Bei weiteren Erkenntnissen werde ich wieder berichten.


    Danke an Alle!

  • So, habe jetzt vorgezogenermaßen in der Kürze der Zeit die leichteste Arbeit ausgeführt, die Inspektion des Verteilerfingers.
    Es handelt sich um eine zivile Verteileranlage, d.h. keine wasserdichten Verschraubungen, jedoch mit einem Verteilerfinger mit mechanischem Drehzahlbegrenzer.
    Die fliehkraftgesteuerte Mechanik funktioniert, der "Finger" zeigt keinerlei Risse oder sonstigen Verschleiß und der Widerstand vom zentralen drehenden Kontakt zum verteilenden Außenstück beträgt 1,6 Ohm.
    Wärmebedingte Kurzschlüsse vom Drehzahlbegrenzermechanismus zum Fingerendstück können ausgeschlossen werden.
    Übrigens:
    Da das Fahrzeug irgendwann auf die zivile Verteileranlage umgerüstet wurde, scheint das elektronische Zündungsgerät völlig abgeschaltet worden zu sein, denn ein Schraubanschluß, von vorne betrahtet rechts gelegen, wurde abgeschraubt und baumelt lose im Motorraum.
    Da auch das Zündschloß augenscheinlich und meßtechnisch funktioniert, lenkt sich mein Verdacht zunehmend auf die völlig beschriftungslose Zündspule.
    Könnte es sein, daß da eine 12 Volt Züdspule verbaut wurde, die erst nach heißen Temperaturen, sei es im Sommer durch geförderte Umgebungshitze, im Herbst und Winter durch langen Betrieb, an ihre wicklungstechnische Isolationsgrenze gebracht wird?

  • Hallo,


    das Dumme an sporadischen Fehlern ist die Tatsache, dass man sie meist auch nicht findet, wenn sie gerade nicht auftreten.Die Kundenbefragung ist daher eine enorm wichtige Quelle für die Vorgehensweise und die "Befragung" hast Du ja selbst schon geliefert:


    "Geht einfach aus und lässt sich nur nach Drehen des Zündschlosses wieder starten."


    Und genau hier würde ich ansetzen:


    Entweder braucht das Zündschloß die Drehung , um wieder Spannung auf 15 zu legen, oder ein defektes Bauteil braucht diese kurze Spannungsunterbrechung, da der Motor ja durch Restschwung nicht anspringen will. Irgendwelche Haarrisse oder thermischen Probleme fallen daher m.E. erstmal weg.


    Also, wie ein Kollege schon völlig richtig geschrieben hat:
    Fahren, bis der Fehler wieder auftritt und dann Zündschloß in Ruhe lassen, Motorhaube auf und messen:


    Zündspule Kl. 15, Leerlaufabschaltventil, Kraftstoffpumpe.....


    Wenn jetzt alles i.O. ist, dann wirds interessant......


    Gruß aus dem Vogelsberg


    Hermann

  • Um herauszufinden, ob es von der Spritpumpe oder von der Zündung kommt, würde ich einen Stroboskopblitz ( Zündeinstellpistole) provisorisch im Innenraum montieren. Während der Fahrt sieht man bei laufendem Motor die Blitze. Wenn der Karren stottert dürfte bei einem Zündungsdefekt nichts mehr zu sehen sein, während bei einem Benzindefekt nach wie vor Blitze zu sehen sind. Dann kann man weitersuchen.


    Evtl. parallel an die Spritpumpe eine Lampe anschließen und im Sichtfeld des Fahrers anbringen. Ist in 3 min. erledigt.


    Tschuldigung für den nicht lehrbuchgemäßen, "russischen" Hinweis, aber ich bin halt Bastler...

  • Danke für eure weiteren Tipps.
    Die Benzinpumpe, bzw. die Spritversorgung, ist es auf jeden Fall nicht.
    Zur Erläuterung muß ich jedoch noch hinzufügen, daß meine Karre vom Vorgänger auf ein ziviles Zündverteilersystem umgerüstet worden ist.
    Soweit ich das bis jetzt beurteilen kann, ist sogar das elektronische Steuergerät funktionslos.
    Ich bin gerade dabei, nach einer 24 Volt-Ersatzzündspule zu suchen, was gar nicht so einfach ist. Zumindest, wenn man eine mit zivilen Anschlüssen braucht.

  • Lieber Kradschütze!
    Danke für diesen Hinweis, das wußte ich auch noch nicht.
    Doch eine abgeschirmte Originalspule zu entwerten, für die man in der preislich durchgekanllten Bucht schon 180 Schäkel löhnen muß, das ist mir diese Testaktion jetzt auch nicht wert.
    Wer weiß, ob ich die ganzen Probleme vielleicht nur deshalb habe, weil mein Vorbesitzer bei der Umrüstung vielleicht auch nur eine 12 Volt Spule verwendet hat, die eben im härteren Einsatz zu heiß wird.
    Wie ich schon schrieb, ist auf der vorhandenen Spule keinerlei Aufschrift, ob 12 oder 24 Volt.
    Wenn ich nix passendes finde, werde ich mir für einen neuen Spulenversuch eine 12-Volt Spule nehmen mit selbstgebasteltem Vorwiderstand aus Draht.

  • Warum suchst Du eine neue Zündspule, bevor Du weist, ob die Alte kaputt ist? Und wie soll der Motor laufen, wenn das Zündschaltgerät angeblich abgeklemmt ist? Irgend jemand muss doch den Primärstrom abschalten , oder?


    Ich würde logisch vorgehen und messen.......


    Gruß


    Hermann

  • Mal ein Gedanke:
    Ich könnte mir denken, daß Du die Annahme, die Zündspule habe nur 12V, vielleicht schon abhaken kannst.
    Sind nicht diese abgeschirmten Zündanlagen ein typisch militärisches Teil?
    Da schon seit Langem Militärfahrzeuge mit 24V unterwegs sind, könnte es doch sein, daß abgeschirmte 12V-Spulen nicht oder nur zu hohen Preisen zu bekommen sind, oder liege ich da jetzt falsch?

    Grüße von der Küste! Til 68999-kradmelder-gif


    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

    :BGS-F:

  • Ich möchte meine Antwort noch ein wenig erweitern.


    Wenn es tatsächlich die überhitzte Zündspule wäre, könntest du nicht sofort wieder starten!!
    Denn die müsste sich erst wieder "abkühlen", um wieder zu funktionieren!!


    Ich gehe von einem elektrischen Problem aus. Was durchaus mit der Wärme zusammen hängen kann.


    Gruß Rudi

    Oldtimer fahren ist wie fliegen.
    Nur nicht so schnell, aber genauso laut. 8)


    Das Glas ist nie halbleer sondern immer halbvoll. (Denke immer Positiv)

  • Hallo,
    kannst Du mal Fotos vom Motorraum einstellen?
    Wäre interessant was der Vorbesitzer beim Umbau der Zündanlage alles gemacht hat bzw welche Teile
    verbaut wurden.
    Grüße
    Frank

  • So, erst mal die Bilder:






    Nachdem ich am WE nochmals die Spannungen an diversen Kabeln messen wollte, ist mir inzwischen von vorne der rechte Vorsiderstand hitzebedingt mit einem Knacks zerbröselt.
    Ich hatte wohl das Pech, daß der Unterbrecherkontakt gerade auf geschlossen stand, sodaß mit eingeschalteter Zündung etwas zulange zuviel Strom floß.
    Sobald ich einen neuen Vorwiderstand habe, beabsichtige ich diesen in Serie zur (12 Volt)Zündspule zu schalten, die dann nicht überlastet sein sollte.

  • 8| :lol: was is´n das !!?? :stupid: :heul:



    ... wenn ich das richtig identifiziere ...
    ist das eine U-Kontakt Zündanlage.....ohne Modul (Schaltgerät).. vielleicht noch mit Kondensator.. Zündspule 12Volt, .. ohne Drosselwiderstand an Klemme 15
    des muss rauchen ! und nun gekillter Startspannungsanhebung


    wie viele KM soll das gehalten haben ?


    Wieviel Spannung liegt an Klemme 15 der Zündspule an ?


    :frust: Da brauchts a Grundrevision !

  • Hallo,
    kannst Du mal ein Foto von Deinem TSZ (Steuergerät) einstellen?
    Das Teil sollte ja durch den Umbau ohne Funktion sein, oder?
    Sind noch Kabel angeschlossen?
    Grüße
    Frank

  • Nachtrag !


    die Keramikwiderstände sind nicht zur Spannungsreduzierung von 24 auf 12 Volt gedacht !


    .die reduzieren die Spannung im Normal-Motorbetrieb auf ca 18 Volt ... (Reihenschaltung)
    beim Starten wird einer über den Anlasser gebrückt , so liegen beim Starten ca 21 Volt an
    (erhöht die Spannung der Spule beim Starten kurzzeitig - und schont die gleich bei Fahrbetrieb)


    :jap: