Unterschied Petromax Benzin/Petroleum

  • Hallo,
    nachdem jetzt ausführlich diskutiert wurde wie hell oder zuverlässig eine originale BW-Petromax ist, würde mich interessieren" ?( ", worin sich Lampen für Betrieb mit Benzin zu Lampen für Petroleum unterscheiden (z.b. Bauteile) ?? :?:
    Freue mich auf eure Antworten.


    Gruß Daniel

  • Moin Daniel,
    für den Betrieb mit Benzin müssen alle Dichtungen, die aus "Gummi" sind, durch kraftstoffbeständige aus Viton ersetzt werden, das ist schon alles.
    Ich betreibe eine derart umgebaute PX schon seit einigen Jahren mit Bremsenreiniger, funktioniert tadellos

  • Moin Daniel,


    abgesehen von den Dichtungen, wie es Hartmut schon sagte, gibts noch die Schweizer 250'er Petromax wo nur für den Betrieb mit Benzin gedacht ist.
    diese Lampe ist vom Prinzip her genauso wie eine normale Petromax. Doch hat diese Lampe einen Tank in der Größe wie die 500'er aber ohne Rapidanschluß, dafür aber eine Vorheizschale.
    Desweiteren hat diese Ausführung einen geraden Vergaser ohne Wendel verbaut.
    Der Rest ist ansonsten gleich wie bei den Petroleum betriebenen Lampen.

  • Das ist aber auch eine schweizer Eigenheit, bis auf die Dichtungen muss man eigentlich nix wechseln.


    Bei Benzin aber bitte nur Waschbenzin verbrennen oder alle x-leuchtstunden mal den Vergaser entkoken. Bei schlechtem Benzin bildet sich eine Koksschicht im Vergaser und setzt den langsam aber sicher zu.

  • @Armee-Eni,


    Diese Eigenheit gabs auch mal bei der Bundeswehr !


    Da nannte sich der Universallvergaser, war aber nur kurz verbaut worden und die Maxen wo damit ausgestattet waren , wurden zum teil auf den normalen Petroleum Wendelvergaser umgerüstet und der Betrieb mit Benzin verboten.
    Ich vermute mal aus Sicherheitsgründen, vermutlich haben sich zu viele Unfälle bei der unsachgemässen Benutzung ereignet.

  • Hallo zusammen,
    so wie ich heraus gehört/gelesen habe, gibt es 2 Vergasertypen. Ohne Wendel für Benzinbetrieb/mit Wendel für Petroleum. Ist das richtig ? Und wenn ja, betrifft es nur das Vergaseroberteil ?. Oder sind auch andere Teile wie Vergaserdüse oder Stange verschieden.


    Gruß Daniel

  • Defenitiv ist das bei der BW Petromax (500'er), sich der gerade Universalvergaser 1 zu 1 gegen einen Petroleumvergaser(Wendel) austauschen läßt ohne das man eine andere Düse, Nadel oder Vegaserstange benötigt.
    Das einzigste was du machen mußt, ist die Nadel kontrolieren und gegebenenfalls die Vergaserstange neu einstellen ! ! !

  • Stimmt, die Bw hatte bis ca. 1960 Petromax mit Benzinvergaser, also ohne Heizwendel. Dann wurden so ziemlich alle auf Petroleumvergaser umgebaut und der Betrieb mit Benzin verboten.
    Das mit dem Benzinbetrieb ist bei den Dingern meiner Meinung nicht sicher. Die Schwachstelle ist das Pumpenventil im Pumpenschacht. Während bei "richtigen" Benzinlampen wie Coleman das Ventil durch eine zusätzliche Verschraubung und ein Röhrchen, was die Luft über den Brennstoffspiegel fördert gesichert ist, ist da bei der Petromax nur ein federbetätigtes Ventil, welches die Luft einfach in den Brennstoff entweichen lässt. Versagt jetzt dieses Ventil, sprudelt der Brennstoff aus dem Pumpenschacht.
    Ist mir leider so passiert. Auf der Holzterasse. Zum Glück verwendete ich Heizöl und kein Benzin. Ursache war eine lahme Feder und Dreck. Außer Sauerei ist nix weiter passiert, bei Benzin hätte warscheinlich die Feuerwehr anrücken müssen und ich hätte vermutlich schwere Brandverletzungen davon getragen, da die Suppe mir über den Oberschenkel lief. Das Ganze hat nur wenige Sekunden gedauert. Dessen sollte man sich bewusst sein!

  • Hallo,


    ich pers. finde Benzinlampen auch nicht so super, aus genau den gleichen Gründen.


    Letzten Endes spart man eigentlich nur ein paar Cent, hat dafür aber das Problem der schweren Löschbarkeit von Benzin gegenüber Petroleum.
    Es gibt im Pelamforum jemanden der ne Mischung aus Benzin und Diesel verbrät, ich glaube zu 50/50... bin mir aber nicht sicher.

  • Naja, technisch funktioniert ja der Benzinbetrieb auch ohne Benzinvergaser. Machen ja viele, auch die schweizer Armee. Ich persönlich lasse die Finger davon. Genauso wie diese wilden Brennstoffmischungen. Wenn man sowas benutzen muss, damit die Lampe ordentlich funktioniert, ist technisch etwas nicht damit in Ordnung. Außerdem ist eine Benzin/Petroleummischung genauso leicht entflammbar wie Benzin. Ein weiterer Nachteil: Benzin entält weniger Energie als Petroleum. Die Verbrennung am Glühstrumpf ist also um einiges kühler als mit Petroleum. Ein Glühstrumpf leuchtet aber umso heller je heißer man ihn macht. Man hat also auch Einbußen an Helligkeit. Also für mich mehr Nachteile als Vorteile.
    Eine Benzinlampe wie die Coleman Powerhouse ist vom Gebrauchswert eigentlich fast besser als die Petromax. Die ist schnell angezündet, lässt sich in der Helligkeit regulieren und ist äußerst zuverlässig. Ist halt nicht so lichtstark und nicht so schön anzuschauen. Muß jeder selber wissen. ......

  • Hallo an alle, welche mir schon sehr interessante Info`s geliefert haben.
    Der Grund für meine Eingangsfrage zu diesem Thema, war eine Petromax welche ich letztes Jahr gebraucht gekauft habe.
    Diese Lampe hatte den Vergaser ohne Wendel verbaut; Lampe habe ich zwischenzeitlich Überholt und einen Vergaser mit Wendel eingebaut.
    Aus Neugier und Mangel an technischen Info`s, kam es zu meiner Frage.
    Ein Betrieb der Lampe mit Benzin, oder aus einem Gemisch daraus, hatte ich nicht vor.
    Mittlerweile habe ich 3 Petromaxlampen mit denen, und dem Betrieb mit Petroleum, ich sehr zufrieden bin.


    Grüße aus dem vernebelten Blautal
    Daniel

  • ...., ist da bei der Petromax nur ein federbetätigtes Ventil, welches die Luft einfach in den Brennstoff entweichen lässt. Versagt jetzt dieses Ventil, sprudelt der Brennstoff aus dem Pumpenschacht.
    Ist mir leider so passiert. Auf der Holzterasse. Zum Glück verwendete ich Heizöl und kein Benzin. Ursache war eine lahme Feder und Dreck. ...


    Der Betrieb der Petromax mit Benzin ist absolut problemlos, wenn man ein paar Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat und weiss, was man tut.

    • Die Lampe muss tiptop in Schuss sein
    • Dichtungen sind aus benzinfestem FKM (Handelsname Viton)
    • Lampe wird nur draussen betrieben
    • Das Pumpenleder ist gut gefettet und weich.


    Sollte es zur Havarie kommen und das Pumpenventil versagen (man hört dann beim Pumpen ein schlürfendes Geräusch), rettet einen ein gut gefettetes Pumpenleder. Dann sprudelt nämlich nichts aus dem Pumpenschacht heraus. Massnahme dann: Sofort Lampe aus, Druck ablassen.
    Sinnvoll ist es, in enger zusammenliegenden Wartungsintervallen, die Dichtung im Pumpenventil (#17) zu erneuern. Also bevor es notwendig wird !


    Ich verwende meine schweizer PX jetzt seit vielen Jahren als Standartlampe beim Reisen und hatte noch nie eine Havarie dieser Art.


    Anfänger sollten aber lieber beim Betrieb mit Petroleum bleiben.

  • Hallo zusammen,
    möchte das Thema gerne weiter führen, nachdem ich das Glück hatte eine Petromax Benzinlaterne HK 500 (1960) mit Kiste (1959) im originalen Zustand zu erwerben.
    Nun möchte ich mich doch noch an den Betrieb mit Benzin wagen.
    Lampe wird von mir gerade überholt.
    Freue mich schon auf die erste Inbetriebnahme.
    Als Brennstoff werde ich Aspen 4t verwenden.


    Gruß Daniel

  • ...Noch vergessen - das Handrad ist bei den Schweizer Lampen 180 Grad versetzt angeschraubt, ausserdem haben sie eine Spreizfeder mit Druckplatte im Pumpenschacht, das macht die Pumpe zuverlässiger - und hilft somit auch wohl gegen das Heraussprudeln...


    Druckablassen bei heißer Benzinlampe halt ich für kontraproduktiv....


    Gruß Gung

  • Hallo zusammen,
    vergangene Woche wurde meine 60er Petromax von mir zerlegt. Die einzelnen Teile habe ich durchgesehen und gereinigt.
    Bei Martin www.starklichttechnik.de habe ich noch schnell einen Dichtungsatz (benzinfest) bestellt. Gestern schon geliefert, konnte ich anfangen die Lampe wieder zusammenzubauen. Mit neuen Dichtungen versehen, habe ich Vergaser, Pumpenventil und Vorwärmer in den Tank geschraubt.
    Nach dem Einfüllen von Benzin (Aspen 4) noch das Manometer drauf und Druck aufgebaut. Druck hielt sich über einen längeren Zeitraum; somit konnte ich sicher sein, alles ist dicht. Lampe wurde nun weiter komplettiert. Beim Einstellen des Mischrohrabstandes gab es das erste Problem: einen Abstand wie bei einem Petroleumvergaser ließ sich nicht einstellen; Abstand ist deutlich kleiner. Der Benzinvergaser ist länger. Wie ist der korrekte Abstand ? Zum Funktionstest der Lampe habe ich den maximal möglich Abstand gewählt.
    Im Freien !! wurde die erste Inbetriebnahme durchgeführt, welche gut verlief.
    Aber die Lampe flackert und brennt mit einem pulsierenden Geräusch. Hier ist eine genaue Einstellung nötig.
    Dazu bräuchte ich Euere Hilfe. Wer kann mir dazu Tipps geben ?


    Gruß Daniel

  • moin Daniel,


    hast du in dem Benzinvergaser die Stopfung eingebaut?
    deine beschreibung klingt nach "Leidensfrost", sprich nicht genug wärme am vergaser. es war orginal eine kleine Messiggazzerolle bei den PX'en mit dabei wo in den vergaser gehört.
    und bezüglich deines Mischrohrabstandes, könntest du hingehen und deine mischkammer eine umdreheung weiter losdrehen, wodurch du dann mit dem mischrohr etwas höher kommst.
    alternativ das blech, wo die mischkammer ansteht, vorsichtig ein bischen nach oben verbiegen.
    und zu guter letzt das mischrohr auf der vergaserseite einkürzen...zb abfeilen, absägen oder gegebenenfalls mit nem rohrschneider einkürzen.


    Gruß,
    Rat

  • wie der claus schon sagt, das pulsieren kommt vom leidenfrost.
    evtl. verschwindet es auch nach einiger leuchtzeit, wenn der vergaser sich an das aspen gewöhnt hat.
    wenn nicht, orderst bei mir die messinggaze und wickelst bissl um die vergaserstange (kl. streifen 2 x 4 cm) oben rum.
    mit der grösse der gaze muss man evtl. bissl spielen und ausprobieren.

  • Hallo zusammen,
    habe nun endlich Zeit gehabt, mich wieder um meine Benzin-Petromax zu kümmern.
    Dank den Tipp´s von Martin und Claus funktioniert die Lampe nun einwandfrei.
    Grund für die Probleme war die fehlende/ zu kurze Messinggaze im oberen Vergaserrohr.
    Der Abstand Vergaserdüse und Mischrohr ist immer noch zu gering; hier müßte ich bei Gelegenheit den Düsenstock auf der Drehbank entsprechend kürzen.


    Gruß Daniel

  • moin Daniel,


    freut mich zu hören das deine Benzin PX jetzt das macht was sie soll :)
    doch bevor du den Düsenstock auf der Drehbank einkürzt, würde ich das mischrohr überarbeiten oder gegebenenfalls die aufnahme/befestigung des innenmantels.
    ich denke das du dürch die überarbeitung des innenmantels den erforderlichen mischrohrabstand erreichen kannst ohne einen materialverlust.
    zur überarbeitung des innenmantels...die lasche wo oberhalb der Mischkammer am innenmantel angebracht ist, lässt sich mit sanfter "gewalt" und gefühl ein bischen nach oben "verbiegen".
    damit solltest du dann eigentlich genug spielraum bekommen um den Mischrohrabstand zu vergrößern.


    falls das immer noch nicht ausreicht, würde ich nur das mischrohr auf der vergaserseite einkürzen.
    aber achte dann darauf das die mischrohrkante paralell zur vergaserdüse gekürzt ist, ansonsten baust du dir damit eventuell ne neue fehlerquelle ein.