Panzerfund in Heikendorf

  • Ui! Wenn Uschi das rausbekommt, dass da noch fahrfähige Panzer und Fahrzeuge existieren... :dev:


    Naja, wenn der Verfall des Wehrmaterials so weiter geht, kann es nicht mehr lange dauern bis mit Material aus dem Bestand der Lehrsammlung die Schlagkraft der (Panzer)Truppe um 100% oder mehr gesteigert werden kann ;-)

  • Bold,
    vielleicht weiß ich da ein wenig mehr. Als die WTS-Ausstellung in Koblenz ausgestattet wurde, haben die Koblenzer gerade bei Handwaffen die Munsteraner Sammlung ziemlich geplündert, weil es ja Bund war. Darauf hin haben einige Verantwortliche in Muster, weil denen das ziemlich gestunken hat (Höhere BW-Offiziere), damals vor fast 30 Jahren, was eingefädelt. Die Bestände des Museums gingen, mal ganz vereinfacht gesagt, an die Stadt Munster über (was ja auch Staat ist), um weitere "Plünderungen" durch Koblenz zu vermeiden. Da die Stadt Munster aber kein geeignetes Gelände mit entsprechenden Bauwerken zur Verfügung hatte, verblieb das Museum im bekannten Standort. Da soll es nach meinem Kenntnisstand auch einen wasserdichten vertrag geben. Die Panzerinstandsetzung wird weiterhin auf Grund von getroffenen Vereinbarungen durch die Panzerlehrwerkstatt durchgeführt. Wenn Munster einen Tag der gepanzerten Kampftruppen oder ein ähnliches Vorhaben durchführen, dann werden die Fahrzeuge in Richtung Kaserne aus den Hallen rausgefahren. Aber immer von den Leuten, die die Schirmherrschaft über das entsprechende Fahrzeug übernommen haben. Kannst du übrigens auch, must dich nur melden in der Panzerlehrwerkstatt. Die können dir dazu näheres sagen. Aber das ist auch mit Kohle verbunden und relativ viel Zeitaufwand. Das Verfahren mit der Ausfahrt über das Kasernengelände ist den praktisch einsatzfähigen Fahrzeugen geschuldet, auch wenn die heute kaum noch sinnvoll einsatzfähig sind und für die Kanone keine Munition mehr beschaffbar ist (auch für den Staat) und nach Ansicht des der zeitlich Verantwortlichen für Entmilitarisierung keine Kriegswaffen mehr sind, insbesondere Fahrzeuge aus WWII. Aber die Staatanwaltschaft scheint sich an solchen Kleinigkeiten nicht zu stören (oder sind halt nicht auf Stand oder ignorieren solche Meinungen, weil sie persönlich das anders sehen oder grundsätzlich gegen Panzer in Volke sind) . Als aaS kann ich dazu nur sagen: Jeder Bergepanzer kann mit ein paar Ausnahmen jederzeit als Arbeitsmaschine zugelassen werden. Und das ganze macht auch noch Sinn. Jedenfalls, wenn ich mir einen Panzer zulegen würde, dann nur einen Bergepanzer, weil nur der was zum Schaffen taugt.
    Als Arbeitsmaschine muss FOPS und OPS nachgewiesen werden. Da ist "Entmilitarisierung" kontraproduktiv, weil dann die Arbeitssicherheit nicht mehr notwendigerweise gewährleistet ist (OECD CODE 10 (FOPS)) und Object Protection System, also der Schutz vor herumfliegenden Teilen.
    Wenn es hilft
    Wolf
    N.S. Einen Bankraub mit einem Bergepanzer ist eher blöd. Ich kann zwar die meisten Bankfilialen auf dem Lande platt schieben kann. Aber die Bewaffnung fehlt, was ja "nur" MG sind. Anderseits: Mit jeder halbwegs dimensionierten handelsübliche Planierraupe (fachlich korrekt: Flachbagger) geht das aber auch, dass platt schieben. Und mit jedem 944 Bagger oder höher auch. Und ein Mais-Häcksler mit abgeschalteten Metallsensoren macht jeden Polizeikordon problemlos platt, spritzt halt hinten raus was rötlich, solange Keiner auf die Idee kommt, den Fahrer abzuschießen (und das Ding zu entern, denn mit abschießen alleine ist es nicht getan).
    N.S.2: so was gehört hier wohl eigentlich nicht her. Aber im Sinne der Gesamtlage macht der Hinweis vielleicht doch ein wenig Sinn. Wenn es beliebt.

  • Bold,
    vielleicht weiß ich da ein wenig mehr.
    ...


    Hallo KaiserJeep,


    das sind interessante Hintergrundinformationen, die mir als ehemaligen GWDL 15 und gelegentlichen Panzermuseumsbesucher (vielleicht 5x in den vergangenen 20 Jahren) natürlich nicht zur Verfügung stehen.
    Ich meine, deine Infos stehen der offiziellen Darstellung des Museums auch nicht entgegen, mit Ausnahme von wenigen kleinen Ungenauigkeiten bzw. Irrtümern deinerseits.
    Zitat aus einer "Medieninformation" des Panzermuseums aus dem Jahr 2011:


    Das Museum ist aus einer ursprünglich nicht-öffentlichen Sammlung der Bundeswehr hervorgegangen. Bereits in den späten 1950ern wurden den Truppenschulen in Munster von ehemaligen Angehörigen der Wehrmacht diverse Uniformen und Orden übergeben, die in einem Raum gesammelt wurden und für Soldaten zu besichtigen waren. In den 1960ern wurden der Panzertruppenschule dann von den NATO-Verbündeten auch alte Panzer geschenkt. Diese beiden Sammlungen bildeten den Nukleus des späteren Panzermuseums. Der Sammlungsbetrieb wurde aufrechterhalten und so wurden zusätzlich zu den alten Wehrmachtsfahrzeugen nun auch außer Dienst gestellte
    Fahrzeuge der Bundeswehr gesammelt.

    Das Bundesverteidigungsministerium verfügte daher 1972, dass diese Sammlung offiziell als Lehrsammlung etabliert wurde. Dies bedeutete, dass den Soldaten der Panzertruppe anhand der Objekte die Entwicklung ihrer eigenen Truppengattung vermittelt werden sollte – übrigens ein Auftrag, der bis heute erfüllt wird. Dieser Schritt ermöglichte eine straffere Strukturierung und vor allem eine Intensivierung der Sammlungstätigkeit. Die wachsende Lehrsammlung zog nun auch zunehmend öffentliches Interesse auf sich.

    Obwohl die Bundeswehr anfangs noch in der Lage war, gelegentlich zivile Besucher durch die Sammlung zu führen, wurde der Aufwand bald zu groß. Daher entwickelte sich die Idee, mit Unterstützung eines Fördervereines und mit Hilfe der Stadt Munster die Lehrsammlung als Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Kommandeur der Panzertruppenschule und die Stadt Munster formulierten daher einen Antrag an das Verteidigungsministerium, dem 1982 zugestimmt wurde. Mit Unterstützung durch die Stadt Munster, den Landkreis Soltau-Fallingbostel, Sach- und Personalleistungen verschiedener Dienststellen der Bundeswehr und Spendenmitteln der Bundesrepublik und des Fördervereins wurden zwei Ausstellungshallen mit einer Fläche von jeweils 500 Quadratmetern und ein Eingangsgebäude errichtet. Am 22.09.1983 wurde das Museum eröffnet und seitdem kontinuierlich erweitert.

    Das Museum ruht bis heute auf den drei genannten Säulen Lehrsammlung, Stadt Munster und Förderverein. Die Lehrsammlung blieb bei der räumlichen Überführung in das Museum als organisatorische Institution erhalten und hat auch weiterhin die Objekte in ihrem Besitz – diese bilden lediglich den Großteil der Exponate im Museum. Dadurch kann die Lehrsammlung ihren Auftrag weiter erfüllen. Gleichzeitig gestatten es die so gestalteten Besitzverhältnisse, dass die Exponate in einem möglichst betriebsfähigen Zustand bleiben können. In zivilen Museen müssen Kriegswaffen aufgrund des Kriegswaffenkontrollgesetzes demilitarisiert, also unbrauchbar gemacht werden. Die Bundeswehr hingegen darf Kriegswaffen besitzen, so dass die Vereinnahmung der Fahrzeuge und Waffen durch die Bundeswehr aus konservatorischer Sicht ein großer Gewinn ist.
    Die Stadt Munster organisiert den Museumsbetrieb und die touristischen Belange, während der Förderverein (zur Zeit ca. 400 Mitglieder) durch Mitgliedsbeiträge, Kritik und Anregungen die Fortentwicklung des Museums vorantreibt.



    Also:
    - das Museum gehört der Stadt Munster und wird von der Stadt betrieben
    - das Museum war von Anfang an eine zivile Einrichtung der Stadt Munster
    - der Großteil der Exponate wird durch die weiterhin bestehende Lehrsammlung der Bundeswehr gestellt
    - diese Konstellation ermöglicht es, die Fahrzeuge nicht demilitarisieren zu müssen


    Gruß
    Bold


    PS. Die Möglichkeit, als "Hobbykommandant" mitzumachen und an den alten Böcken rumzuwerkeln, ist mir bekannt. Aber die An- und Abfahrtszeiten von je ca. 2 Stunden setzen den tatsächlichen Möglichkeiten dann doch Grenzen

  • Stahlkoppi,
    was die bei der - meiner Meinung nach unnötigen - Bergung an den Gummibandagen kaputt gemacht haben, kann man für Geld reparieren lassen. Gumasol macht so was gegen viel Geld (oder besser machte so was, ob die das heute noch machen, weiß ich nicht). Die haben einem Bekannten mal für seine 1-Tonner Zugmaschinen die Laufrollen neu gummiert, genau so für seine KM11. Nicht ganz billig, aber als Zahntechniker mit 30 Beschäftigten kann man sich das wohl leisten. Ach, ich vergaß die 4 Kettenkräder mit neu gummierten Laufrollen.
    Was an Gebäudeschäden tatsächlich vorhanden ist, kann ich nicht entscheiden, aber die meisten solcher Schäden kann von wissenden Maurern und Betonbauern gerichtet werden. Bodenschäden lassen sich durch wissende Bodenleger und/oder Estrichbauer beseitigen. Aber das kostet meist recht viel Kohle, wenn es wirklich richtig gemacht wird. Zuschmieren ist halt viel billiger.
    Gruß
    Wolf


    Der Herr war ja jetzt nicht mehr der Jüngste. Würde mich wundern wenn er sich nochmal in so ein großes Projekt stürzt. Ihm genügt`s wahrscheinlich wenn der Panzer wieder bei ihm im Keller steht.


    Schöne Grüße
    Martin

  • Das ist aber nix neues passiert,warum dann so ne Zusammenfassung`?
    Die ermitteln seit den Sommer,dabei musste das Ding unbedingt weggeholt werden.
    Ist bald Wahl in SH`?

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen

  • Ich finde, dass da durchaus ein paar interessante und neue Aspekte gegenüber der bisherigen Berichterstattung genannt sind.
    Danke für den Link!

    Grüße von der Küste! Til 68999-kradmelder-gif


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    :BGS-F:

  • Til,
    da muss ich dir zustimmen.
    Andererseits wird ja auch offenkundig, dass das Fahrzeug über Jahre bekannt ist und der Staat eigentlich nix unternommen hat, weil keiner auf offizieller Seite war richtiges wusste. Das Papier aus Eschborn trägt ziemlich sicher die Unterschrift von "Pille", der damals für so was zuständig war. Und wie bereits ausgeführt, ist damit eigentlich der Fall klar. Wenn z.B. als Schrott deklariert (was auch für den Zoll für Bedeutung war wegen der Besteuerung), dann ist das eben Schrott, egal, was du hinterher daraus zauberst. Wie viele Oldtimer sind als Schrott verzollt worden und sind heute nach aufwendiger Restaurierung ein mehrfaches Wert? Hunderte, wenn nicht tausende. Will der Staat die alle nachverzollen auf aktuellen Wert?
    Ich meine, da stimmt was nicht in der Denke der öffentlichen Hand.
    Anderes Beispiel: Ich kaufe ein Haus, das allgemein für abbruchreif gehalten wird (also billig), stelle aber fest mit Hilfe eines findigen Architekten, dass das Haus gar nicht abbruchreif ist, sondern eigentlich eine gute Substanz hat, nur muss was an Arbeit und Geld hineingesteckt werden. Nachdem die Hütte restauriert ist, kommt der Vorbesitzer auf die Idee, Geld nachzufordern, weil das Haus ja doch viel mehr Wert sei als der damalige Verkaufspreis. Könnt ihr mir folgen?
    Gruß
    Wolf

  • Noch ein Nachschlag:
    Bold,
    klar, ich kenne nur die Informationen gefiltert durch die Leute aus der Panzerlehrwerkstatt. Den offiziellen Vertragskram kenne ich nicht, deshalb die Ungenauigkeiten. Jedenfalls hat die eingefädelte Konstellation dazu geführt, das die WTS in Koblenz es bedeutend schwerer hat, was aus Munster abzugreifen als vor dieser Konstellation.
    Im Übrigen: das erste Mal habe ich mir die Sammlung angesehen, als die noch nicht in den heutigen Gebäuden unter gebracht waren. Da waren die noch in der Kaserne verteilt. Aber als W15 mit Dienstausweis auf Urlaub kam man da doch rein nach einer kurzen Erläuterung des Begehrs, sogar mit Privatfahrzeug. Nette Hinweise, wo es dies und das zu sehen gibt, welcher Baracke welcher HFW dies und das der Waffensammlung und den Fotodokumenttationen erläutert. War damals ein toller Service!
    Aber da war die Bundeswehr wohl noch in Ordnung...
    Gruß
    Wolf
    Ach, noch was, 1989 war ich mit meinem Kaiser Jeep bei der Panzerlehrwerkstatt (dass das richtig verstanden wird, ich bin als Zivilist ohne viel Federlesens mit Auto in die Kaserne reingelassen worden und mit dem Kaiser Jeep bis zur Werkstatt gefahren), wo ich erfahren habe, das am nächsten Tag die Übergabe des Jagdpanthers stattfindet, zu der ich selbstverständlich eingeladen wurde. Ich habe noch ein Analogvideo davon.

  • Der Verein " BW "ist am Arsch. Ich habe inzwischen aufgehört mir darum Gedanken zu machen . Das Thema ist durch.
    Es gibt nichtmal einen gesellschaftlichen Rückhalt für diese leider kaputtgesparte Armee. Bisher hatte sie durch die Wehrpflicht eine Verankerung durch alle Gesellschaftsschichten im Volke . Diese wurde per Guttenberg auch abgeschaft ....
    Um mal die Gutmenschen zu zitieren:
    "Wer seine Vergangenheit nicht kennt, hat auch keine Zukunft."
    (natürlich geklaut vom Humboldt)
    Oder:
    Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.


    Quelle: Bundestagsrede vom 1. Juni 1995 zur Geschichte der Vertreibung, Plenarprotokoll 13/41 vom 01.06.1995, Seite 03183



    Oder Wahlweise : Wer die Vergangenheit nicht kennt ist gezwungen, sie zu wiederholen


    Oder mal was vom ollen Humboldt , diesmal aber der Wilhelm und nicht der Alexander:


    „Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“


    Wilhelm von Humbold, 1767-1835


    Der Käse bleibt der gleiche ...


    Si vis pacem para bellum

  • Was ich damit eigentlich sagen wollte ist:
    Wenn wir auch Weltmeister in der Vergangenheitsbewältigung sind ,hat das uns zu irgendwas gebracht ?
    Zu einer neuen Zeit ?
    Zu einem neuen Selbstbewusstsein ?
    Zu einem neuen Selbstverständniss ?
    Leider nicht. Selbst unsere ,uns umgebenden Nachbarstaaten ,die wir einst überfallen haben , wundern sich darüber, wie lange ein grosses Land im Herzen Europas in seiner alten grossen Schuld stets zurückblickend depressiv sich selbst anklagend dahinschwelgend baden ( oder sollte man besser sagen: DAHINROTTEN.) kann....und sich mit der Aufarbeitung von PILLEPALLEKRAM wie historischem Wehrgut in Rentnerkellern aufhält.
    STATT NACH VORNE ZU SCHAUEN !!!!!
    Nö -ich glaube nicht .
    Der Deutsche Michel bleibt wie er ist.
    Solange es ihn noch gibt.
    Gruss Matze (mit Fluchtziel Chile - da gibt es genug wkII verbrecher , da falle ich als gebrauchtwagenhändler auch nicht mehr auf :lol: )

  • @Matze
    Das sehe ich differenzierter !
    Deutschland ist förmlich aus Ruinen heraus entstanden -
    hat es zu einigem Wohlstand und Anerkennung weltweit
    gebracht - hat es mit geschafft den kalten Krieg zu beenden -
    hat die EU mitgestaltet was jetzt immerhin jahrzehntelangen Frieden
    gebracht hat (gabs in Europa in der Länge noch nicht) - hat die
    Wiedervereinigung erreicht und vollzogen - hat immer noch geniale
    Forscher/Techniker/etc.etc. und auf viele dieser Sachen bin ich auch
    Stolz.
    Aber:
    Da gebe ich dir Recht - es wurden auch Sachen vernachlässigt oder
    auch übertrieben (leider eine unerfreuliche deutsche Tugend).
    Die BW gehört dazu - und auch die übertriebene Schuldgefühlpolitik usw.
    Ein Hauptversagen allerdings sehe ich bedauerlicher weise darin,
    dass es eigentlich keine wirkliche Volksgemeinschaft gibt insbesondere in
    den alten Bundesländern.
    Jeder kocht sein eigenes Süppchen und hofft, dass ihn neue Gesetze und Verordnungen
    oder Entwicklungen im Lande nicht tangieren oder plant umgehende Winkelzüge.
    Wählt bei Wahlen das für ihn jeweils kleinste Übel, wenn er überhaupt wählt, und lässt
    sich dann regieren.
    Viele oder die Meisten haben jedoch auch oder trotzdem ihre eigene Meinung die mit ihrer politischen Haltung nach außen nichts zu tun hat.
    Vermutlich rühren viele dieser Verhaltensweisen aus den dramatischen Erlebnissen der
    Altvorderen wegen des verlorenen Krieges. Damals haben abermillionen Deutsche ihre
    Vergangenheit abgestreift, ihre Meinung nach außen über Nacht geändert, und anstelle
    dessen neue Kleider angezogen. Das neue Hemd passt eigentlich ganz gut - aber die Haut welche darunter steckt ist ja auch immer noch da.
    Und da solche erlebten Geschehnisse von den Ahnen auch vererbt werden sind wir alle
    auch, ob wir wollen oder nicht, genetisch davon betroffen.
    Nur - die Einen verhalten sich dann so wie sie glauben, dass es der Staat gerne hätte und die
    Anderen wenden sich nur kopfschüttelnd ab - und da geht ein Riß durch die Gesellschaft -
    und das ist auf Dauer ungesund.


    Nur entfernt hat das was mit beschlagnahmten Panzern zu tun - aber es sagt auch was
    darüber aus warum sowas von sowas kommt.

  • Zum Thema:


    Da hier im Zusammenhang mit dem Kriegswaffenkontrollgesetz immer über Bankraub und Todesschuss etc. gesprochen wird nochmal zum Hintergrund des Kriegswaffenkontrollgesetz:
    Das Kriegswaffenkontrollgesetz ist ja ein Gesetz, das es von Verfassungs wegen geben muss. In Art. 26 Abs. 2 GG heißt es:


    Zitat

    Zur Kriegführung bestimmte Waffen dürfen nur mit Genehmigung der Bundesregierung hergestellt, befördert und in Verkehr gebracht werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.


    Dieser Abs. 2 ist in Zusammenhang mit Abs. 1 zu sehen:


    Zitat

    Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.


    Und dies natürlich vor dem Hintergrund des letzten Krieges. Es sollte von deutschem Boden keine kriegerischen Auseinandersetzungen mehr ausgehen. An einen einzelnen Irren, der mit einem Panzer eine Bank ausraubt, hat man weniger gedacht. Gefahrenabwehr spielte also eher eine Nebenrolle.


    Bei dem Verbot handelt es sich um ein repressives Verbot mit Befreiungsvorbehalt. D.h. der Verfassungsgesetzgeber geht von einem grundsätzlichen Verbot von Kriegswaffen aus. Nur ganz ausnahmsweise kann (Ermessen) ein Genehmigung erteilt werden.


    Übrigens: In diesem Zusammenhang geht die ganz überwiegende Literatur davon aus, dass die Genehmigung – wie es im Grundgesetz steht – nur von der Bundesregierung und zwar als Kollegialorgan erteilt werden kann. Eine Ermächtigung wie in § 11 Abs. 2 KrWaffKontrG, wonach die Bundesregierung die Befugnis zu Erteilung der Genehmigung an die verschiedenen Bundesministerien übertragen kann, wird daher als verfassungswidrig und so erteilte Genehmigungen als rechtswidrig angesehen. Urteile dazu gibt es aber glaube ich noch nicht.

  • Da werden, wie so oft, nach langen Jahren die Zweckbestimmungen von Vorschriften aus dem aktuellen Blickwinkel betrachtet und "umdefiniert".
    Das natürlich von der Politik, Öffentlichkeit und der Presse.
    Juristen sollte sowas eigentlich nicht widerfahren.
    Ein anderes gutes Beispiel dafür ist mal wieder mein ach so geschätztes :dev: Sonntagsfahrverbot, das aktuell immer wieder gern mit dem Umweltschutz in Zusammenhang gebracht wird.

    Grüße von der Küste! Til 68999-kradmelder-gif


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  • Ach Til,
    seit wann glaubst du, das unsere Politiker was vorausschauend betrachten? Die letzten Jahre lehren uns doch eigentlich was anderes.
    Natürlich, als das Grundgesetz geschrieben wurde, hat natürlich noch niemand (hätte fast geschrieben: kein Schwein) daran gedacht, das es diesem unserem Staate mal so gut gehen wird, dass sich irgend eine Privatperson einen alten Panzer leisten kann, der dann natürlich nicht mehr so ganz Stand der Technik ist. Ich weise in diesem Zusammenhang darauf hin, das bei strenger Auslegung des KWKG auch jede Wehrmachtszugmaschine (von Kettenkrad bis 18 t Famo) unter dasselbe fällt, weil tatsächlich jedes dieser Fahrzeuge für das Militär gebaut wurde (O.K., die DGzRS hatte auch ein paar 3-to ZKW mir Sonderaufbau, die fallen also raus. Das Kettenkrad war ursprünglich auch im wesentlichen für zivile Zwecke konstruiert, z.B. als Weinbergtraktor. Die vorgesehenen Befestigungspunkt für hintere Beleuchtung lässt diesen Schluss eindeutig zu. Nach dem Krieg wurden die ja auch für diesen Zweck weiter gebaut bis 1949.). Ich hatte als Student extreme Schwierigkeiten, ein paar Originalzeichnungen von Daimler zu bekommen zur 12 t Halbkettenzugmaschine und vom LG 315. Selbst diese Originalzeichnungen fielen damals unter das KWKG. So nebenbei auch ein Fokker Dreidecker oder eine Pfalz D IV, obwohl völlig kriegsunbrauchbar nach militärischen Gesichtspunkten. Aussage eines wissenden Direktors und des damaligen Vorstandsvorsitzenden von Daimler.
    Wenn es hilft, die Zustände von um 1980 zu verstehen.
    Ein paar Zeichnungen des LG 315 habe ich trotzdem bekommen, es waren die für den zivilen Markt.
    Gruß
    Wolf

  • seit wann glaubst du, das unsere Politiker was vorausschauend betrachten?

    Nö, so naiv bin ich nicht. ;) Ich schrieb ja "sollte". Dass die Realität ein andere ist, ist offensichtlich. Was nicht paßt ist der eigene moralische Anspruch von Politikern und Journalisten, bezogen auf die tatsächliche Arbeitsweise. Von Juristen kann man das aber verlangen, denke ich.
    Es sind mal wieder Beispiele, wie aktuell gern ein Zusammenhang hergestellt wird, der eigentlich nicht bestand, aber irgendwie aus Sicht derer, die nach Argumenten suchen, gut paßt.

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  • Ich weise in diesem Zusammenhang darauf hin, das bei strenger Auslegung des KWKG auch jede Wehrmachtszugmaschine (von Kettenkrad bis 18 t Famo) unter dasselbe fällt, weil tatsächlich jedes dieser Fahrzeuge für das Militär gebaut wurde


    Kriegswaffe ist nur das was in der Kriegswaffenliste steht. Die Tatsache, dass ein Fahrzeug für das Militär gebaut wurde, macht das Fahrzeug nicht zur Kriegswaffe. In Teil B der Kriegswaffenliste steht:


  • Der Begriff ist mittlerweile auch schon ziemlich belastet, wenn man Wikipedia glauben will.
    Und etwas überstrapaziert ist er mittlerweile natürlich auch.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch
    Wie will man denn nun nun solche überangepassten Moralapostel bezeichnen, wenn man mit dem obigen Begriff Gefahr läuft, in die verkehrte Ecke gestellt zu werden... Schon blöd...

    Grüße von der Küste! Til 68999-kradmelder-gif


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