Schwimmwagen Typ 166 meist in Sandfarben, WARUM?

  • Hallo Kameraden,
    am Dienstag kam ja die neue Serie "Combat Dealers" auf Dmax und beim zusehen fragte ich mich wieder mal, warum 80% der Schwimmwagen (gib´s mal bei Google ein) immer in Sandfarben oder Dreitarn-Sandfarben sind und nicht im Wehrmachtsgrau wie es für mich eigentlich sinnvoller wäre. In der Wüste waren ja nun nicht so viele Flüsse die man hätte damit überqueren müssen, weshalb ich davon ausgehe, dass es im Afrika-Feldzug usw. auch nicht so viele 166er gab oder irre ich mich da??


    Ist die Farbgebung der meisten wagen realistisch und wurde auch wirklich so vorgenommen, oder ist das eher der Geschmack der Besitzer?
    Hoffe hier kennt sich jemand mit dem geschichtlichen Hintergrund dazu wirklich aus.


    Fragende Grüße


    Chris

  • Wieso meinst Du grau wäre passender ? Ab Februar 1943 wurden grundsätzlich alle Fahrzeuge und Geräte ab Werk in Dunkelgelb ausgeliefert, egal wo sie eingesetzt werden sollten, und es bestand die Anweisung alle vorhandenen Fahrzeuge dem neuen Farbschema anzupassen. Das heißt alle vor 02/43 gebauten VW 166 (etc) wurden zwar in grau ausgeliefert, dann aber umlackiert.


    Da eigentlich alle Besitzer ihr Fahrzeug nicht auf Auslieferungszustand sondern auf "Einsatz 1944" restaurieren wirst Du daher keine grauen VW 166 finden ...


    Jens

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl) :D


    Wir sind nicht gestört...wir sind verhaltensoriginell!


    "Die Bundeswehr- von Nato-Ziege und Co." - jetzt erhältlich!
    http://www.vs-books.de/

    Einmal editiert, zuletzt von Der BundesBär ()

  • Hallo Jens,
    ich finde das grau von der Tarnung her im Walde außer im Kornfeld besser als reines Beige oder Gelb, daher finde ich dies passender. Aber genau deine Beschreibung warum die Fahrzeuge so farblich gestaltet sind, fehlte mir als Info und nun weis ich in dieser Hinsicht mehr.
    Danke für die schnelle Info


    Gruß

  • Tarnung her im Walde außer im Kornfeld besser als reines Beige oder Gelb


    Der Sachverhalt führte - laut einer mal zufällig gefundnen Quelle - in der Spätzeit auch zu grossen Verlusten auf dem Transportweg durch Tiefflieger ... wenn nicht zusätzlich getarnt hoben sich die mit Neufahrzeugen beladenen Züge recht deutlich von der Deutschen Vegetation ab und wurden zu leichter Beute ... Viele Tarnlackierungen haben daher dann auch einen grossen Teil der Fläche mit dunkelbraun bzw dunkelgrün abgedeckt.... und noch in 1945 hat man die Umstellung auf eine dunkelgrüne Grundlackierung (fast oliv) ab Werk befohlen. Wurde 1945 auch teilweise noch umgesetzt. Ebenso hat man in der Endphase Fahrzeuge (in dem Fall Panzer) gleich ohne Lackierung in der roten Rostschutzgrundierung ausgeliefert ...


    Jens


    Edit die erste sagt: Freddy, Ausnahmen bestätigen bekanntlich jede Regel ...
    Edit die zweite sagt: Das wäre eine Lackierung, die mir auch gefallen täte ... :D

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl) :D


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  • In der Wüste waren ja nun nicht so viele Flüsse die man hätte damit überqueren müssen, weshalb ich davon ausgehe, dass es im Afrika-Feldzug usw. auch nicht so viele 166er gab oder irre ich mich da??

    Die erste Annahme dürfte richtig sein, die Folgerung aber eher nicht.
    Soweit ich weiß wurden die Schwimmer gerade in Afrika gern genutzt, aber nicht wegen der Schwimmfähigkeit, sondern wegen des Allradantriebes, der auch im Sand gewisse Vorteile haben soll ;)
    Man sieht auch immer wieder mal Bilder von Schwimmern mit ballonartigen Sandreifen.

    Grüße von der Küste! Til


    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

  • Gem. HeeresMitteilung Nr. 181 vom 18.02.1943 ( :thumbsup: Jens) wurde ein neues Farbsystem befohlen: Grundton dunkelgelbe Grundfarbe, ergänzt mit Olivgrün und Rotbraun.
    Die Zusatzfarben und auch der Grundton(zum ergänzen) wurden konzentriert(wie Schuhcreme) nach Anforderung durch die Truppenführer in Dosen geliefert . Hiermit konnte individuell auf die örtlichen Gegebenheiten reagiert werden. Verdünnt wurden die Farben mit Wasser und Benzin- und konnten auch mit Benzin wieder entfernt werden.


    ...eigentlich ein guter Grundgedanke.


    Q: Deutsche Kampfpanzer und Kampffahrzeuge 1934-1945
    Tarnanstriche und Bewaffnung


    Podzun Pallas Verlag 1976


    Bernd

    "Nur wenige sind es wert, daß man ihnen widerspricht"!

  • oweit ich weiß wurden die Schwimmer gerade in Afrika gern genutzt, aber nicht wegen der Schwimmfähigkeit, sondern wegen des Allradantriebes, der auch im Sand gewisse Vorteile haben soll


    Angeblich gibt es Berichte, wonach der Propeller zum Sandaufwirbeln benutzt wurde.
    Ich glaub ja nicht so dran.

    Dieser Beitrag besteht aus 100% wiederverwendbaren Buchstaben und Wörtern aus weggeworfenen Emails. So braucht er wenig bis keine neue Buchstaben, und ist vollständig Digital abbaubar.

  • Wenn das der Tarnung dienen sollte, halte ich das für eher weniger zielführend.
    Staubwolken in der Wüste sind sicher ein Indiz für sich bewegende Fahrzeuge. Damit verrrät man sich.
    Das konnte man wohl nicht wollen.
    Wenn die Anwesenheit bekannt ist und "vernebelt" werden soll, um das Zielen oder weitere Aufklären zu erschweren, ist Rauch sicher effektiver und dauerhafter, als mittels einer Schiffsschraube aufgewirbelter Sand oder Staub.
    Ich halte das für ein Märchen oder allenfals für eine Verzweiflungstat unter Feindbeschuss.

    Grüße von der Küste! Til


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  • Jetzt krümmen sich bestimmt alle vor lachen. :S
    Soweit ich weiß ist kein Schwimmer jemals nach Afrika geliefert worden. Oder hat jemand eindeutige Bilder?
    Staub aufwirbeln - Blödsinn. Da wäre im Nu der Schraubenantrieb defekt
    @ Freddy: jaja, die Amis : in geklauten Autos rumfahren - und dann noch ohne Schalldämpfer...
    Das Farbthema wurde richtig erörtert. Kurze Anmerkung von mir: ein grauer Schwimmer sieht aus wie ein großer Klumpen. Helle Farben bringen die Konturen vorteilhafter hervor. Das war auch der Grund, warum ich mich bei meinem Schwimmer für dunkelgelb - getarnt - entschieden habe.

  • Ein Schwimmer im späten Ganzanstrich in RAL 6003 Olivgrün würde sicher interessant aussehen, oder in dem 1945 in der Erprobungsphase befindlichen Gelboliv mit IR Pigmentierung (sieht fast identisch wie das spätere RAL 6014 der Bundeswehr aus).

  • Nein, das hat ganz andere Gründe.Nachdem die von Bauern oder sonstwem aufgekauft wurden, kamen die in Hände die die restoriert haben.In England ist das ganz normal und auch die bösen SS-Einheiten werden da dargestellt,man sieht ja das die sogar beliebter und teuer sind.
    England war nicht von uns besetzt,insofern haben die auch keine negativen Erfahrungen in der Zivilbevölkerung.
    Bei uns sind die Leute gemässigter,er soll restoriert werden aber man will nicht in die rechte Ecke
    gestellt werden.Die Jungs unter Rommel waren auch sehr gute Kämpfer, haben aber nichts mit
    Judenverfolgung zu tun.Deshalb eher sandfarben.
    Der Schwimmer im VW-Museum ist grau,zwar nicht original aber immerhin.Der war 1988 beim
    rauskommen den Countrygolfs in der Autobild,so als Vorbild.Den hab ich 1991 gesehen als die den Golf 3 vorgestellt haben ,beim Tag der öffenen Tür..Die Schwimmer die in meiner Umgebung rumfahren (3 Stück) sind alle sandfarben.Die werden halt mit der Zeit alle aufgekauft von Leuten die
    gerne damit zur War and Peaceshow fahren,dann kann man die auch in 3 farbtarn machen.
    SS wäre bei uns eher ein Grund zum Preisnachlass als zur Preissteigerung,das ist des Pudels Kern.Oder würdet ihr was in pink kaufen,das ist eben genauso ein Abtörner.

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen

  • ...Staub aufwirbeln....


    nicht so ganz abwegig; denkt doch mal drüber nach um beim Anmarsch/Angriff die Truppenstärke zu "erhöhen". Je mehr Staub um so mehr Fahrzeuge...
    Meine mich zu erinnern, dass Rommel Flugzeugmotoren auf LKW´s montieren ließ um Staub aufzuwirbeln.


    by the way...man bedenke die erste Truppenparade in Afrika, da fuhren auch die gleichen Fahrzeuge mehrfach vorbei ;-)


    Bernd


    wobei ich kein Bild eines Schwimmers in Afrika kenne. Waren ja nur ein paar Monate seit Produktionsbeginn bis zur Kapitulation.

    "Nur wenige sind es wert, daß man ihnen widerspricht"!

  • Nochmal zur Ursprungsfrage:
    Ich habe mal in dem folgenden Buch nachgeschlagen:
    Johannes Denecke, "Tarnanstriche des deutschen Heeres 1914 bis heute", Bernhard&Graefe-Verlag , Bonn 1999.
    Darin ist auf 6 Seiten die Afrikatarnung und auf neun Seiten die Tarnung mit der Ockerbasis seit 1943 beschrieben.
    Offiziell heißt die Farbe "Dunkelgelb nach Muster" und kam eigenbtlich erst gegen Ende des Afrika-Feldzuges in Masse heraus.
    Extrem verknappt dargestellt, war wohl der Mangel an Chromfarben für die Nichtverwendung von Grüntönen und die Reduzierung der Aluminium-Produktion für das Verschwinden des Feldgrau verantwortlich.
    Dunkelgelb basiert auf Ocker, einem Pigment, das in Deutschland und Frankreich verfügbar ist.
    Hätte man grün als Basis genommen, wäre viel importpflichtiger Rohstoff (Chrom) benötigt worden. Chrom wurde aber auch für Panzerungen benötigt und war da wohl wichtiger.
    Deshalb basiert das neue Dreifrabtarnsystem auf Dunkelgelb und nicht auf Grüntönen..
    Die Grün- und Brauntöne waren durch die Truppe aufzubringen. Davon brauchte man bedeutend weniger, als für den Schutz und Grundanstrich.
    Ich habe das jetzt ungeprüft dem Text entnommen und stark verkürzt.
    Es klingt aber plausibel.
    Weitere Gründe wurden auch noch beschrieben, scheinen aber eher von geringerer Bedeutung gewesen zu sein.

    Grüße von der Küste! Til


    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
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  • SS wäre bei uns eher ein Grund zum Preisnachlass als zur Preissteigerung,das ist des Pudels Kern.


    Wie kommst du denn darauf ? In der Tat werden beurkundete SS Auslieferungsorte wie zB. Oranienburg nach der Historie höher bewertet als der Standartauslieferungsort Heereszeugamt Kassel .Du darfst in diesem Sammlermetier nicht die verzweifelte politische Korrektheit die überall an diesem Land nagt, zugrundelegen. Gerade beim Schwimmer ging ein weit überproportionaler Teil an die SS . Man hat die SS stets mit höherwertigem Material versorgt als den Rest des Heeres , weil man dort auch die höhere Kampfkraft und grösseren Kampfeswillen vorfand . So spontan fallen mir hierzu auch die Kanister der SS ein. Die Standartwehrmachtskanister waren oben am Griff zum Beispiel nur mit 2 lumpigen Punkten angepunktet -das führte immer wieder zum abreissen des Griffes in der nähe der Rundung. Die SS Kanister waren immer durchgeschweisst.
    Jedenfalls habe ich das bei meinen Kanistern immer wieder feststellen können . Aber heutzutage gibt es ja sogar ein Kanisterbuch....
    Gruss Matze
    Ps: die meisten Schwimmer sind einfach gelb ,weil sie erst in vernünftigen Mengen nach der farbumstellung Frühjahr 1943 produziert wurden ...
    Ich hätte meinen Kübel auch lieber Grau angemalt , aber er ist November 1944 mit dem kleinen Schwimmertacho ausgeliefert worden ,und ich fand immer wieder Reste der originale Farbe in die er 1944 getaucht (!) worden ist... also was blieb mir anderes übrig als in Sandfarben anzumalen...

  • Jetzt wird es nur noch peinlich..
    Welche Farbe hat der Panzer aus Heikendorf?
    Und trotzdem wird der als Panzernarr bezeichnet.
    Deshalb müssen wir das "nicht" weiter ausführen.

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen