8er San-Munga "bedarf nur ein wenig Pflege"

  • Moin!


    Vorgestellt habe ich den kleinen ja schon, nun habe ich mich entschlossen mal die Arbeit anzufangen...
    Da solche mal eben Aktionen doch meistens in Arbeit ausarten habe ich für dieses Projekt eine Munga- Kladde angelegt in der ich alles mit Daten und Arbeitszeit dokumentiere.


    Als ersten schritt empfand ich es als wichtig das verdeck einzulagern... da ich jede Halle oder Garage hierfür als ungeeignet empfinde habe ich es nach einer ausgiebigen Waschaktion bei mir unterm Bett verstaut.


    Gerade beim umklappen der Außenseite nach Innen sieht man die "minimalen Verunreinigungen 8o  
    Nach 5 Litern Waschmittel und knapp 3 Stunden Schrubben sah das ganze doch wieder recht brauchbar aus... nur in die Badewanne traute sich keiner mehr rein :/ .


    Der Munga heißt übrigens Gasto, benannt nach seinem Erstbesitzer AD (Gastone)
    Gedient hat der Munga von 1964 bis 1985 im zweiten Sanitätsbatallion Marburg, Trotz 8er Karosse ist er laut Papiere ein 6er Munga, zu seiner Dienstzeit war nur die Linke Sitzbank verbaut Rechts gab es wohl zwei Tragenhalterungen (Übereinander??) wer da Infos zu hat dem wäre ich zu tiefsten Dank verpflichtet wenn er sie hier mit uns Teilt :an: .


    Ich werde versuchen das Forum Regelmäßig hier mit Fotos und Fortschritt zu füttern, solange die Nachfrage besteht.


    Im Anhang noch ein paar Fotos von der Abholung.


    Beste Grüße

  • Hallo Gianco,


    da wartet eine Menge Arbeit, aber so wie ich das sehe durchaus machbar.
    Bilder vom San. 8er ist schwierig, evtl. mal bei der IG fragen. Aber einen Rüstsatz dafür zu bekommen wird vermutlich richtig schwierig...
    Den als Sanitätsmunga aufbauen wäre echt super! Sowas sieht man selten!


    Zulassung des 8er als Munga 6 ist fast schon normal. Wird dann auch gerne als Munga 6 Pritsche lang bezeichnet. Hat mit den Rüstsätzen und dann vorhandenen Sitzplätzen zu tun.


    Falls es Fragen gibt immer her damit, hoffe er ist weitegehend vollständig.


    Viel Erfolg und Ausdauer bei der Restaurierung!


    Gruß
    Seba

  • Hallo Gianco,
    so eine Munga-restauration hat es schon insich. Aber es lohnt sich.
    Ich habe es 2-mal erlebt. Mit einem 4-er und einem 6-er.
    In naher Zukunft wiederholt es sich beim 4-er.
    Mit dem 8-er als 6-er, das ist schon ok. Es gibt offiziell keinen 8-er.
    Es gibt einen 6-er Pritsche kurz mit 6 Sitzen und einen 6-er Pritsche lang mit 8 Sitzen.


    Das gereinigte Verdeck sieht auf dem Foto aus als wäre es aus Kunststoff. So ein Verdeck habe ich auch zusätzlich.
    Ist es aus Kunststoff oder Leinen?


    Ich wünsch Dir viel Glück bei der Restauration. Einmal richtig dran, das ist es.

  • Moin Gianco,


    ich drücke die Daumen für das Projekt.
    Wenn ich San höre, werde ich immer etwas aufmerksamer, da in diese Rchtung eigentlich meist zu wenig unternommen wird. Man sieht reichlich Autos mit Markierungen von Panzer und Infanterie, dabei sind die weit weniger spannend, da allenfalls mit Funk ausgestattet.
    Die beiden Tragen auf nur einer Sete halte ich für weniger wahrscheinlich. Es kann aber sein, dass nur ene von den beiden montiert wurde.
    Wenn es um San-Mungas geht, solltest Du mal den User V8monster ansprechen. Vielleicht ist er ja auf seiner Recherche zum San-4er auch auf Infos zum San-8er gestoßen.
    Hier mal was zum Einlesen: http://www.mungaspezi.de/sanmunga.htm


    Noch ein Tipp: Wenn Du in die Überschrift was vom San-Munga 8 schreibst, stoßen diejengen, die da was an Infos beisteuern können eher drauf, als bei der aktuellen Überschrift.


    Ich freue mich schon auf die weteren Berichte zu dem Projekt, besonders jetzt, wo Fiedls San-Kraka ja fast fertig ist.

    Grüße von der Küste! Til


    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

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  • Hallo Gianco,


    Glückwunsch zu dem "pflegebedürftigen" Munga aus der Sanitätstruppe :thumbsup: .


    Ich finde es auch mega super, dass Du ein "komplettes" SanFahrzeug wieder herrichten möchtest 8o . Mit der Informationsgewinnung kann man nicht früh genug anfangen, glaub mir :D


    Folgende Informationen schon einmal vorneweg:


    "Übereinandergerüstete" Tragen gab es nur in geschlossenen Fahrzeugen. Beim Munga war der Rüstsatz (2 liegend) auch nebeneinander. Das hatte mit der Befestigung am Fahrzeug für "behelfsmäßigen Verwundetentransport" zu tun :!:


    Habe hier erstmal nur ein Bild für Dich falls Du es nicht schon kennst....



    ... werde mal weiter in meiner SanLiteratur recherchieren und wenn ich Informationen habe Dir zukommen lassen :thumbsup: .


    Bei Fragen zur SanAusstattung, schreib mich an.


    Gruß Fiedl

  • Moin!


    Weiter geht es im Projekt!
    Ich sage schon mal Danke für die Infos und freue mich auf weitere :thumbsup:
    Die Plane ist Original-echt LSHD, bis auf eine der Türen, die ist Gelboliv.
    Was den Rüstsatz angeht habe ich Vorhin mit einem Freund Rücksprache gehalten und wir wüssten da vielleicht noch zwei Orte wie ein Rüstsatz weniger nicht weiter bedauert werden würde :idee:


    So wie die meisten Munga hat auch Gasto eine Karosserie, die man sogar noch als solche erkennt.
    Frei nach Bundeswehrmanier wurde der gute natürlich mit der Walze nachlackiert. gemischt mit der übrigen Farbpalette ist das zumindest keine Patina mehr

    Das Hochwertige Interieur habe ich von dem Rest der Karosse getrennt damit ich nun Bald eine vorzeitige "Scheidung" von Fahrgestell und Aufbau durchführen kann... nennen wir es eine Beziehungspause :thumbsup:


    Wie Immer im Anhang noch ein Paar Fotos um den Unstillbaren Bilderdurst dieses Forums zu stillen :an:
    Das Karosserie-projekt wird später angegangen, es bedarf noch etwas Platz in der Halle.....
    Mein nächster Beitrag schaut sich den Motor an.... Bleibt gespannt


    Im übrigen bin ich meistens mit dem Projekt weiter als es den anschein erweckt, seit also bitte gnädig mit mir und meiner Forumsträgheit :weg:


    Beste Grüße

  • Moin!


    Und weiter geht der Mungaismus....


    Mein Lieber Motor hat es noch nicht mal gewagt eingebaut gewesen zu sein, gedreht hat er sich auch nicht... Schlimmer noch, bereits bei der Besichtigung von Gasto hat mich der Motor beim versuch ihn durchzudrehen schwerwiegend Verletzt :motz: (sprach der Hypochonder). Da ich aber kein Unmensch bin habe ich mir den guten dann mal zu Herzen genommen und siehe da, ich hätte auch keine Lust gehabt mich zu drehen wenn ich dieser Motor gewesen wäre.


    Der dritte Zylinder mochte wohl mehr Wasser als ihm Recht war und das hat es sich nach 29 Jahren Standzeit natürlich im Brennraum gemütlich gemacht:

    Nur um Missverständnisse zu vermeiden auf dem Foto ist kein Wasser zu sehen, das war Woche 3 meiner Kriechöltherapie :thumbsup: .
    Als wäre das nicht genug lief das Wasser, so wie es das eben macht, auch noch in den Verdichtungsraum um sich dort um ein
    Ordnungsgemäßes voranführen der Oxidation zu kümmern....


    Nach Vier Wochen Kriechöltherapie, 80° Bädern und liebevollen Eschenholz-schlägen tat sich allerdings noch immer nichts, so habe ich den Kolben letztlich mühsam mit einem Kolbengroßen Aluminium Dorn aus dem Motorblock geschlagen ;,(
    Nach der Entnahme der Kurbelwelle samt Kolben hat sich dann Gezeigt das die Kolben ohne hin nicht mehr zu retten gewesen wären. Das Kolbenspiel war Grenzwertig aber annehmbar, allerdings hat Gammelkolben (N°3) nicht mal mehr seine Kolbenringe loslassen wollen und viel schlimmer noch hat Kolben N°2 sogar einen seiner Ringe zur flucht verholfen :frust:
    N°3
    N°2


    Den Block habe ich nun zu meinem Motorexperten des Vertrauens gebracht um ihn aufbohren, hohnen und Planschleifen zu lassen.
    Wie es der Zufall will kam ich recht günstig an einen Satz hochwertiger KS Übermaßkolben :top:
    Bin gespannt wie er ausschaut wenn er Fertig ist, dann Spendier ich ihm auch ein bisschen Lack


    Die Kurbelwelle lass ich instand setzen bei einem Experten für mehrteilige Kugellagergelagerte Kurbelwellen in Büren.


    Bis Dahin, bleibt gespannt!


    beste Grüße

  • Hallo Gianco,


    das mit dem Motor ist ärgerlich, aber eine Kurbellwellenüberholung wäre nach der langen Standzeit, selbst bei drehendem Motor zu empfehlen gewesen Mit einem guten Satz Übermaßkolben sollte der Motor (bei normaler Fahrweise) lange laufen.


    Solange der Block rettbar ist, ist das ja schon die halbe Miete ;)


    Das wird, bin schon gespannt wie es weiter geht! Und nur nicht den Mut und die Geduld verlieren, das wird :thumbsup:
    Ist sogar ein 1000er PKW Motörle (8861...) hat sogar ein paar PS mehr, das schadet nicht!


    Gruß
    Seba

  • Ach ja:


    Falls noch Zeit ist:


    Kolben tempern und einzeln vermessen.
    Danach Luft addieren (waren das 8 Tausendstel beim Munga?) und das exakte Bohrungsmaß ermitteln und passend zum einzelnen Kolben bohren.


    Aber das sollte Dein Motoren-Instler Dir schon gesagt haben, wenn er von den Dreizylinder-Zweitaktern was versteht.


    Wenn nicht ist es Zeit mit dem Material zu flüchten!


    Ahnungsarme Instler sind sicher für einen Gutteil des schlechten Rufs dieser Antriebstechnik verantwortlich!


    Grüße


    freddy


    freddy

  • Der Gute hat da schon seine 30 Jahre Erfahrung längst drüber.... Motoreninstandsetzung kann jeder, er macht da nahezu nur Oldtimer und freut sich immer wenn er ein DKW Produkt in Händen halten darf :thumbup:  
    Da die arbeiten die er für mich und für meinen Arbeitgeber geleistet hat bislang immer vollster Zufriedenheit ausgeartet sind vertraue ich ihm da scho a'bissl....


    Beste grüße

  • Es ist wieder mal zu viel Zeit vergangen und ich habe zu wenig Zeit gefunden um weiterzumachen...
    Nunja zumindest habe ich es geschafft die Karosse zu entkernen und diese zu mir auf die Arbeit zu schaffen.


    die Karosse auf ein Rollwagen abgelegt habe ich erstmal zwei Achsen an die Fahrzeugfront und ans Heck geschraubt, so kann ich die Karosse auf zwei Zahnstangenwinden absetzen und drehen, was das Arbeiten doch einfacher machen sollte... wenn ich Muse habe dann werde ich noch ein Gestell zurechtschweißen welches mir erlaubt die Karosse, an den beiden Drehpunkten fixiert, durch die Gegend zu rollen...

    gefühlt 6 Pfund Spachtelmasse und diversen in meinen Sicherheitssandalen verlorenen Drähten die sich von meiner Topfbürste gelöst haben später musste ich erkennen welch Unheil der armen Karosse angetan wurde :no:
    Ich meine ... Ernsthaft ?!... Bleche die Ungefähr passen an die Außenhaut halten und diese dann anbraten!? :T
    als wäre das nicht Schlimm genug meinte man es wäre in Ordnung einen Munga mit Spachtelmaße zu formen... rostet dann zumindest nicht.
    Generell hat man sich nicht all zu viel mühe gegeben beim entfernen Rostiger Blechpartien, auch hier half überall ein Blech aufzusetzen... ich könnte Heulen ;(
    Hier hat man fachmännisch ein Rostiges Blech entfernt und ein ganz fürchterlich angepasstes Blech angeschweißt, welches ich mühelos mit einem Schraubendreher entfernt habe... noch fragen?
    den Zwischenraum hatte man mit Silikon ausgefüllt :pinch: .
    Hier enstand auch ein Siedlungsgebiet für Spachtel, das Loch war damit vollständig Gefüllt und im Radkasten sah man nur einen Knubbel
    Eine Lochzange ist eine feine Sache und erleichtert das Schweißen, ich habe allerdings nicht Verstanden warum man sich den Aufwand macht, wenn man die Löcher nicht einschweißt...
    Und wo man gerade kein Schweißgerät hat, da nimmt man einfach wieder Silikon (Nein, kein Karosseriekleber) Vielleicht war der Schweißdraht leer oder so, ich weiß es wirklich nicht :frust:


    Genug traurige Geschichten....
    Die Kurbelwelle ist zumindest schon Überhohlt worden und der Block dürfte auch wieder frisch sein.
    Ich werde jetzt erstmal die Karosse wieder brauchbar machen und Parallel das Fahrgestell prüfen, auch die Kabelbäume wollte ich neu Anfertigen, wer auch immer vor mir daran gearbeitet hat, hat es sogar geschafft den Kabelbaum durchzuschweißen, wow ich glaube ich brauch gleich noch ein Wochenende nach all diesen Erkenntnissen :thumbdown:


    Aber es geht voran!
    Bis dahin, bleibt gespannt.


    Beste Grüße

  • Uiiiii....sieht dann doch was schlimmer aus als angenommen X/

    Aber in der Tat...die "Ich-brat-ne-Platte-drüber" Technik war seinerzeit beim Munga gang und gebe...mir graut es schon davor die Zusatzpanzerung an meinem 4er zu demontieren.
    Lass dir davon nicht den Eifer rauben...Augen zu und durch :schweißen:


    Gruss
    Tim

    Suche Ford GPW Teile - Dachgestänge - Kupplungsglocke


    Suche meinen alten Munga Bj. 67 -Fahrgestellnummer 3039006327- wer weiss weiter???



  • Aber in der Tat...die "Ich-brat-ne-Platte-drüber" Technik war seinerzeit beim Munga gang und gebe...mir graut es schon davor die Zusatzpanzerung an meinem 4er zu demontieren.
    Lass dir davon nicht den Eifer rauben...Augen zu und durch .....


    Bei mir war darunter nur noch braun zu finden, allerdings so schlimm das wir die Teile komplett ersetzen mussten bzw müssen ;,(


    Kann nur bestätigen: "Augen zu und durch", die anderen Mungas sind meistens nicht besser oder sogar noch schlimmer :schweißen:


    Gruß
    Seba

  • Moin!
    Da ist es wirklich schon 2 Monate her das ich was geschrieben habe =O Asche über mein Haupt...
    Ich hoffe es geht demnächst wieder etwas regelmäßiger, mache aber keine Versprechungen.
    Ich habe ein Wenig Spiel im Differential festgestellt also das ganze mal eben schnell ausgebaut. Die Karosse war schon runter, das macht es doch einfacher. Gelenkwelle und Handbremszug waren schon gelöst also nur noch die Bremsleitungen, Stoßdämpfer, Spurstangen und Antriebswellenmanschetten lösen, Fangschrauben und Federgabelschrauben entfernen und siehe da, noch drei Schrauben am Differential lösen und es Springt mir freiwillig entgegen.

    Es sieht furchtbar aus... etwas lackieren ist in Ordnung, das mach ich ständig bei Aggregaten die gerade instandgesetzt wurden... aber wenigsten vorher sauber machen, ich kann doch nicht Dreck überlackieren! :wacko:
    da fiel mir ein kleines Schild auf (Natürlich auch lackiert) nach der Freilegung wusste ich, das das Diff erst kürzlich überholt wurde :lol:


    Nach dem ablassen des Öls (das was noch drinne war) haben mich zwei gründe dazu bewegt es vollständig zu zerlegen:
    1. Das was raus kam

    2. Das was raus kam


    Keiner weiß wo sich das ganze noch abgesetzt hat, keine Risiko eingehen!


    Den Bremsschild abmontiert und den Großen Deckel abgenommen.

    Und noch mehr vom Übeltäter


    Ups, da hat mich doch glatt die Schrauberwut gepackt und ich habe keine Fotos der Arbeitsschritte gemacht :whistling:  


    Die Antriebswelle ist natürlich auch schon ausgebaut und das Ganze habe ich auf der Arbeit vernünftig gereinigt, dazu aber später mehr.


    Demnächst der Regenbogenmunga:

    ein Fahrgestell in Hammerschlag-Grün hat auch so seinen Reiz :lol:


    Beste Grüße und Bleibt gespannt