In Ulm, um Ulm und um Ulm herum ;)

  • Hat etwas länger gedauert, aber jetzt wurde ich freigeschalten und nun folgt meine Vortellung. Irgendwie habe ich während der Wartezeit den "roten Faden" meiner anfangs angedachten Vorstellung verloren, also fang ich einfach ganz neu an.


    Um die vergangene Weihnachtszeit herum mussten saisonbedingt meine ganzen (Heim-)Baustellen ruhen und so fand sich etwas Zeit, um mir neue Flausen in den Kopf zu setzten.
    Doch erst ein paar Grundsätzlichkeiten zu mir. Eigentlich habe ich so gar keinen vernünftigen Bezug zu Fahrzeugen, außer daß ich den Transportvorzug äußerst schätze. In meinem Alltag muß ich immer wieder - zum Teil sperrige Materialien - von A nach B bewegen. Wer jemals in die Verlegenheit kam, Baumarkteinkäufe zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu transportieren, erkennt sehr schnell, was ich mit "Transportvorzug" umschreibe.


    In den - aus heutiger Sicht - goldenen 90er Jahren, ergab es sich, daß ich mir einen neuen Mitsubishi L200 geleistet habe. So ein Pickup ist einfach ein mehr als brauchbares Handwerkerfahrzeug, auf das man so ziemlich jeden "Kruscht" aufladen und mitnehmen kann. Für den Mitsubishi habe ich mich entschieden, weil der vergleichbare Toyota damals um einiges teurer und ansonsten die Pickup-Auswahl sehr begrenzt war. Weil ich ungeduldig war, ließ ich mir den L200 in silber metallic "andrehen", eine andere oder gar Wunschfarbe hätte die Auslieferung auf fast ein halbes Jahr verlängert, so viel Geduld hätte ich niemals aufgebracht.


    Für einen Neuwagen gab es recht schnell ärger mit der Lackierung, vor allem was die Ladefläche betraf. Auch weil ich kein Sonntagsauto zu Spazierfahrten nutzte, sondern eben sperriges Zeug von A nach B transportiert habe, Spanplatten, Kanthölzer, Werkzeuge, Maschinen, Möbel, Öfen, sogar ein Moped und was man halt so immer zum umhertransportieren hat.


    Irgendwann waren die Lackschäden nicht weiter ignorierbar. Metallic-Lackierungen vorm Haus in Eigenleistung auszubessern, versprach wenig Freude und wäre sicher nicht als werterhaltende Maßnahme durchgegangen und eine professionelle Neulackierung erschien mir den finanziellen Aufwand nicht wert. Im Freundes- und Bekanntenkreis waren auch keine Lackierer, die das hätten schmackhaft machen können, also suchte ich nach Alternativen. Und so wollte es der Zufall, daß ein Kumpel von mir irgendwie noch eine Dose Gelboliv im Keller stehen hatte und ein paar aufmunternde Worte gab's dazu: "kannst das auf Rost oder gar Dreck einfach draufpinseln, hält trotzdem!" ;)


    Zuerst habe ich nur stellenweise die Lackschäden in gelboliv ausgebessert und ich war zufrieden, weil sich der Aufwand in Grenzen hielt und das Ergebnis stimmte. Auf Dauer sah das aber irgendwie gewöhnungsbedüftig aus, silber metallic mit gelboliven Stellen!


    Damals konnte man nicht einfach in ein Gelboliv-Kaufgeschäft an der Ecke gehen und die angebrochene 1-Liter-Dose hätte nicht für's ganze Auto gereicht, vermutlich nichtmal nur für die komplette Ladefläche, also machte ich mich auf die Suche nach Militärlacken. Das war noch vor dem Internet und das Angebot, bezw. die Zugänglichkeit dazu, war mehr als beschränkt. Dennoch konnte ich irgendwo ein paar Spraydosen Olive Drab auftreiben. Damit habe ich dann erstmal nur die Ladefläche eingenebelt, weil ich nicht mehr Dosen ergattern konnte. Über die Herstellerangaben auf den Dosen habe ich noch versucht, an mehr Lack - direkt aus USA - ran zu kommen. Das war aber sehr mühselig und im endefekt nicht erfolgreich - Bezahlung, Porto, Einfuhrgenehmigung usw.


    Auf der Gelboliv-Dose stand BASF als Hersteller drauf, also hab ich irgendwann dort angerufen, die haben mich an einen Vertreter verwiesen, der mir keinen Lack verkaufen wollte, auch weil: "die Farbe Radar schluckt und daher nicht zivil verwendet werden darf." Das hat der ernsthaft erzählt! Ich hab dann versucht passende Farbe "zivil" zu beschaffen, aber stumpfmatt war einfach nicht zu bekommen und mein Versuch mit mir vom Lackfachhändler empfohlenen "Mattierungszeugs" beizumischen war nicht zufriedenstellend.
    Nach langer Recherche und viel Herumtelefoniererei kam ich irgendwie an eine Firma in Weingarten, die aber nicht mehr das Gelboliv herstellte, sondern schon das "neue" Bronzegrün. Aber die hatten keine Farbe auf Lager und herstellen wäre erst ab 300 Liter machbar, aber man versprach mir, wenn wieder ein "Großauftrag" reinkäme, ich etwaigen Überschuß bei ihnen kaufen könnte. Und nach ein paar Wochen bekam ich wirklich ein Angebot, einen 10-Liter-Eimer haben zu können, dazu noch jeweils ein 5-Liter-Eimer braun und schwarz für etwas über 300 D-Mark (wenn ich's recht erinnere).


    Nach viel hin und her und noch etwas gebastele an der Ladefläche, sah mein Pickup irgendwann mal so aus:



    Die Ladefläche mußte ich irgendwann erneuern, das sah beladen dann so aus:



    Schweren Herzens mußte ich den Pickup vor ein paar Jahren (2013) verschrotten. Das Getriebe war hin und trotz teuer eingebautem Feinstaubfilter hatte ich nur eine gelbe Plakette bekommen. Nachdem man in meiner Stadt nur noch mit grünem "Bäpperle" fahren darf, hatte der L200 keine Zukunft mehr.


    Um letztes Weihnachten herum kam dann doch wieder etwas Wehmut auf und nach etwas googeln, bin ich hier im Forum gelandet.
    Mal sehen was sich daraus ergibt ;)


    (Ich muß jetzt die Vorstellung abbrechen, da mir - auch am Sonntag - die Zeit gerade davon läuft und ich nicht noch länger schreiben kann - also Fortsetzung folgt!)

  • Danke Daniel!


    (Fortsetzung)


    Hatte vorher den thematischen Bogen nicht mehr schlagen können, aber jetzt geht's weiter ;)


    Mein selbsbemalter und umgebastelter L200 war natürlich nie ein echtes Militärfahrzeug, sondern eher so was wie ein etwas großgeratener Kindheitstraum, der auf Umwegen und auf Grund von praktischen Erwägungen ein Stück weit ausgleichen konnte, was die friedensbewegten Siebzigerjahre in meinem Kinderzimmer angerichtet hatten, nachdem "Kriegsspielzeug" daraus verbannt oder erst gar nicht angeschaft wurde ;)


    Ich erinnere mich noch gut daran, daß ich für meine damaligen "Action Team" Figuren (das war der Name unter denen die GI Joes hierzulande verkauft wurden) immer so einen Army Jeep haben wollte, aber aus vorgenannten Gründen nie bekam. Stattdessen musste ich mit einem zivilen Safari Jeep, mit Tiger-Muster-Lackierung, vorlieb nehmen. Hab den später dann doch noch oliv angemalt und eben viel später in groß durch einen oliv angepinselten Pickup "ersetzt" ;)


    Kaum zu glauben, aber bei ebay wurde vor nicht all zu langer Zeit genau so ein Spielzeug-Safari-Jeep angeboten ;)



    (Sorry - aber so lange Texte ohne Bebilderung sind laaaaaaangweilig ;) )


    Ja mein L200 war schon auch sowas wie praktisch nutzbares Spielzeug.



    (Fertig beladen zur Fahrt ins Manöver - ich war knappe 10 Jahre als "württembergischer Pionier-Offizier um 1910" in der "Living History" unterwegs und da war so ein Auto auch immer sehr praktisch ;) )



    Die letzten Jahre konnte ich autotechnisch noch nicht so recht punkten, ein paar lebensverändernde Schicksalsschläge haben das bisher verhindert. Doch nun, nachdem langsam eine Konsolidierung meiner Verhältnisse absehbar scheint, kann auch wieder etwas geträumt werden, auch wenn sich meine finanzielle Lage noch nicht wirklich wieder erholt hat. So kann es doch nicht schaden, sich ein wenig in der Szene umzuschauen, zu lernen und Kontakte aufzubauen, weil dann, sollte ein erhoffter Geldregen irgendwann einsetzen, sofort ans vernünftige Ausgeben gedacht werden kann - so der Plan. Der Papa (der inzwischen längst Opa ist ;) ) braucht irgendwann wieder ein großes olivbemaltes Spielzeug-Fahrzeug!

  • Ein Servus in die Nachbarschaft :-)

    Si vis pacem para bellum! - oder für Tolkien-Fans:
    "Es braucht nur einen Feind, um einen Krieg herbeizuführen, nicht deren zwei.
    Und jene, die keine Schwerter haben, können doch durch sie sterben" (Éowyn)


    I am not going to let some clowns tell me what guns I can have! (Joe Foss, President NRA 1988-1990)



  • Willkommen hier!


    Ja, jeder sollte ein 1:1-Modell haben, das ist gut für das innere Gleichgewicht :) . Die Lackgeschichte kommt mir übrigens bekannt vor. Ich habe zwar nicht bei BASF angerufen, aber in vor-Internet-Zeiten an vernünftigen matten Lack zu kommen war nicht ganz einfach, wenn man nicht vom Fach war. Ich bin damit damals jedenfalls auch auf den Bauch gefallen.

  • Wilkommen, schön dass mal wieder "schwäbische Verstärkung" eingetroffen ist.
    Viel Spaß hier und viel Erfolg bei der Suche nach dem passenden Fahrzeug.


    Gruß, Uwe

    Eve was here... :daumenhoch:


    Schreibfehler sind unbeabsichtigt, dürfen aber gerne zur Erheiterung genossen werden... :yes:

    Abwarten und Tee trinken. Wenn das nicht hilft, mit der Kanne werfen !:verrueckt:

    Stammtisch Süd, Nov. 20: :bier::feuer:

    Stammtisch Süd der 9te :D

  • Herzlich willkommen im Forum, auch von mir.
    Das mit der Farbbesorgung,war nur ein Problem ,wenn man niemanden
    kannte.Mein erstes Fahrrad hat mir mein Vater schon Oliv verschönert,
    dabei war der ein ungedienter ,aber halt jemand den man kannte.

    Ich heisse Thomas,bin aber an die Anrede Tc gewöhnt und möchte das so weiterführen

  • Vielen Dank in die Runde!


    Was für nen Baujahr ist der eigendlich,gabs den regulär oder nur als Grauimport?


    Den L200 habe ich regulär beim Mitsubishi-Kaufgeschäft um die Ecke gekauft, 1996. Wenn ich mich recht entsinne, waren diese Pickups (auch der von Toyota - also die Doppelkabinen) damals als Marktneuheit in D angepriesen worden.

  • Auch von mir ein herzliches Willkommen in den Süden! :thumbsup:


    1996. Wenn ich mich recht entsinne, waren diese Pickups (auch der von Toyota - also die Doppelkabinen) damals als Marktneuheit in D angepriesen worden.


    Nach Wikipedia würde der L200 in Deutschland schon 1993 angeboten.
    Das deckt sich auch mit meiner Erinnerung.
    Mit den Wagen ging es mit den Pickups allerdings bei uns so langsam los.
    1996 war diese Fahrzeugform schon etabliert, wenn man das bei so einem Nischenprdukt in Deutschland überhaupt so sagen kann.
    Ich habe mir Ende 1996 meinen ersten Pickup bestellt, einen Nissan KingKab MD21 mit 2,4 l Benziner!
    Alternativen waren zu der Zeit noch der Opel Campo (Isuzu) und der Toyota HiLux zu haben
    Allerdings kamen die für mich wegen der schlappen Diesel-Motoren oder des fehlenden Allrads nicht in Betracht. Und der L200 fiel für mich raus, weil es den nur als Doppelkabiner gab.

    Grüße von der Küste! Til 68999-kradmelder-gif


    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

    :BGS-F:

  • Hahaha - dann haben die mir damals ein Auslaufmodell (laut Wiki [eben nachgelesen]: 2. Generation L200) als "brandneu" aufgeschwatzt ;)


    Wobei wenn ich genau nachdenke, erinnere ich schon auch, daß recht zeitnah zu meiner Anschaffung damals in meiner Gegend jemand den Nachfolger (3. Gen.) herum fuhr. Der war mir aber optisch eh zu rund (und zu bunt - das falsche bunt ;) ).


    Ich wollte bewußt den Doppelkabiner, hatte ja zwischendurch Frau und Kind (später noch ein zweites) herumzukutschieren. Und ja, auch der L200 Diesel war nicht so das Wahre, hat trotzdem irgendwie für mich gereicht. 145 km/h bei Rückenwind auf der Autobahn war dann schon gefühlt kurz vor'm abheben ;)

  • Scheint mir irgendwie gerade keine gute Zeit zu sein, sich ein anständiges Fahrzeug zulegen zu wollen. Die modernen Pickups sind alle irgendwie zu rund für meinen Geschmack, alle irgendwie mit dem Smart verwandt. Nach grobem Überfliegen des Marktes (bin absolut kein "Auto-Checker") gibt es neben dem Hummer (4-Sitzer mit Ladefläche) oder dem Wolf (mit SAN-Kabine) eigentlich nichts, was mir optisch spontan zusagen wollen würde. Da will ja doch ordentlich Geld in die Hand genommen und dazu noch, als Nichtschrauber, die ein oder andere Sparbüchse zusätzlich angelegt werden. Und um nur in die Nähe einer grünen Plakette zu gelangen, muß man wohl eine halbe Leber oder eine ganze Niere obendrauf legen. Ich wohne ja in der "großen Stadt", überall Umweltzone. Habe das noch nicht so ganz durchdacht.


    Sollte ich innerhalb meiner aktuellen Informations- und Umschau-Phase doch widererwartend Vernunft annehmen, dann wird mir wohl nicht viel übrig bleiben, als nur meinen uralten Audi 80 bronzegrün anzupinseln, damit wenigstens die Farbe stimmt ;)


    Ich kann Euch gar nicht sagen, wie sehr mir stumpfmatt im Alltag fehlt :D

  • Hallo.


    Herzlich Wilkommen im Forum.
    Hört sich an wie Diabetes Typ Oliv. Musst dein Lebensstil ändern damit es dir wieder gut geht.
    In die Umweltzone kommst mit einer H-Zulassung rein. Hummer und Wolf sind sehr wohl teure Fahrzeuge.
    Alternativ:
    https://www.google.de/search?q…igB#imgrc=wuOGJU5ZO5QwCM:


    4- Sitzer plus Ladefläche brauchst das wirklich? Ist denn nicht wenigstens ein Kind schon aus dem Haus?
    Vorne eine 3 Sitzbank und hinten Ladefläche da gibt es mehr möglichkeiten.


    https://www.google.de/search?q…YCQ#imgrc=Gr4l7zu7ULxVVM:


    Dein Sparschwein musst bestimmt "etwas" anzapfen.
    Rechne einfach was du ausgeben willst und multipliziere es mit dem Faktor 1,5 (bis 2 :( ) - das ist dann realistischer :wacko: .