Restoration eines Iltis

  • Hallo Gemeinde,
    heute wieder alles gegeben wie Ihr auf den Bildern sehend könnt. Habe aber doch so meine Zweifel, ob das alles so richtig ist wie ich es mache. Das Schweißen der Bleche geht schon sehr gut von der Hand, aber wie viel schleifen? Müssen die Nähte zusehen sein, oder sollte man sie nach Spachteln. Was sagt Ihr den zu dem Thema.

    Gruß Olaf






  • Versteh mich jetzt nicht Falsch aber
    das Letzte Bild von dir von fertig geschliffenen Blech schaut grausam
    aus hast du kein Gas mehr in der Falsche ??. Ich will ja nicht sagen
    das ich nun ein Meister Schweißer bin aber habe das ein wenig
    gelernt in meiner Ausbildung KFZ-Mech.


    Und so durfte es und sollte es nicht aussehen ich rate dir das alles zu Verzinnen um vorzubeugen


    Aber ich geh mal davon aus das einer im Forum ist der dir da bessere Tipps geben kann.

    John F. Kennedy:


    Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende.

  • Hallo, Olaf!


    Also, es kommt darauf an. Zufällig habe ich heute einen Teilersatz gemacht, der sich gut zum Erklären eignet. Ich versuche mich mal.



    Wenn am Auto serienmäßig Nähte sichtbar sind, sollte man sie hinterher auch sehen. Nummer eins sind überlappt geschweißte Bleche, die Kante bleibt aber zu sehen. Bei Nummer 2 sind die Bleche rückseitig am Bördel zusammengepunktet. Die Naht wird abgedichtet und bleibt sichtbar. Im Kringel habe ich auf Stoß geschweißt und dann verschliffen. Die kleinen Unebenheiten bleiben so. Das wird verspachtelt. Oder verzinnt, wenn ich in der Stimmung zum Angeben bin. Ist aber gleich. Leider etwas unscharf, das Bild. Liegt aber nicht (nur) daran, daß ich mit dem Multispot angeben will, sondern daß ich zu blöde bin den Focus vom iPad einzustellen. Tschuldigung.



    Wenn du Bleche einschweißt, egal ob per Lochpunktschweißung oder auf Stoß, müssen die Löcher zu sein. Die kleinen Fehlstellen, wie auf dem Bild sorgen ansonsten für Ärger. Willst Du es verzinnen, hält die Zinnpaste da nicht, wenn es gespachtelt wird zieht der Spachtel da Wasser (Luftfeuchtigkeit reicht!) und es rostet dir früher oder später hoch. Je nachdem wie dich die Spachtelschicht ist, merkst Du es unter Umständen erst wenn Du schon wieder die Hand durchstecken kannst.


    Und bei den blau geschliffenen Stellen würde ich mit einer Reißnadel mal stochern. wenn das Blech schon so dünn ist daß Du damit durchpieken kannst: Nachschweißen. Und beim Abschleifen darauf achten, das keine Stelle höher als das umgebende Blech ist sonst bekommst Du bei der Lackvorbereitung Schwierigkeiten eine glatte Fläche herzustellen. Ist bei mattem Lack allerdings nicht ganz so problematisch wie bei glänzendem.


    Hoffentlich habe ich mich klar genug ausgedrückt, ansonsten nachfragen.

    Viele Grüße aus Calenberg!

    Lars.

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  • Verzinnen birgt einige Fallstricke. Wenn Du es noch nicht gemacht hast, frag jemand, der es kann und dir zeigt. Oder lies den Bericht, der letztens in der Oldtimer Markt oder Praxis war, der war gut. Ich weiß leider nicht mehr wann das war. Im Zweifel würde ich es lassen. Aber egal ob Zinn oder Spachtel, die Geschweißten Stellen müssen sauber sein. Alles an Zunder und so mußt Du vorher mit der Drahtbürste (Bohrmaschine) blank machen. Auch die blauen Hitzflecke mit wegputzen. Ich nehme für viele Stellen mittlerweile Zinnersatzspachtel, der funktioniert sehr gut. Spachtel ist nicht mehr so scheiße wie früher. Aber für exponierte Stellen wie Radläufe oder Schwellerkanten würde ich auch Zinn nehmen.

    Viele Grüße aus Calenberg!

    Lars.

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  • Stellen die im Steinschlagbereich liegen nie Spachteln.
    Verinnte Bereiche gut abwaschen, denn benötigte Verzinningspaste enthält Säuren.
    Überlappte Bleche besser nicht verzinnen.
    Alles andere ist gesagt.
    Verweise hier noch auf meinen Restaurationsthread vom Iltis. Musste mal ein bißchen suchen, ist schon älter.
    Vielleicht findest du ja noch den ein oder anderen Tip.






  • Moing Olaf,


    Ich schließe mich da BrunoHH an, die Schweißnähte sind nicht der Hit... Schlimmer noch, die sind schlicht weg Scheiße! Bitte nicht falsch verstehen, daß ist nur gut gemeinte Kritik!
    So wie auf den Bildern zu sehen, klebst du die Bleche nur zusammen. Schleifst du das dann auch noch Plan ab, hält das garnix.
    Geschweige denn die Punktschweißungen bei den Blechüberlappungen, ich wette das kann man mit Meißel und großem Hammer einfach wieder runter reißen.... Sollte so definitiv nicht sein!
    Generell hat der Iltis zwar keine selbsttragende Karosse, doch gewissen Kräften sind die Bleche schon ausgesetzt... Wenn sich da später mal was verspannt, reißen solche Nähte garantiert! Da wäre doch die ganze Arbeit umsonst...


    Was hast du an Erfahrung in Sachen schweißen?? Rein vom schätzen würde ich mal sagen, Schweißgerät mindestens noch eine, wenn nicht zwei Stufen hochschalten. Bei den Punktschweißungen noch mehr... Oder ist dein Gas wirklich alle? Oder das falsche?



    Was man dir aber lassen muss, die Vorbereitung und Blecharbeiten sind soweit in Ordnung! Daran liegts nicht.



    183 Grüße, Alex

    Iltis schrauben ist ein dreckiger und undankbarer Job, aber irgendjemand muss es ja machen! :schweißen:

  • Moin!


    Ja, bei den Schweißungen ist noch Luft nach oben. Ich gehe jetzt mal davon aus, daß Du noch nicht so viel geschweißt hast. Üblicherweise wird das nach und nach besser.


    Ich würde an Deiner Stelle aber auch mal Probebleche schweißen, um die richtige Einstellung am Gerät rauszufinden. An diesen Bildern kannst Du Dich orientieren:



    Wobei sie sich da schon ein wenig selbst wiedersprechen, wenn sie davon reden die Überlappnaht zu verzinnen. Das würde ich auf gar keinen Fall machen.


    Und ich habe Dir noch mal ein wenig Lesestoff abfotografiert. Ist zwar 20 Jahre alt, aber da hat sich nichts geändert. Hier schreiben sie auch, warum man davon absehen sollte Überlappnähte zu verzinnen. Ich kenne aber keine Langzeitversuche dazu, vielleicht ist es ja doch nicht so schlimm. Aber ich würde mich da auch nicht als Versuchskaninchen anbieten.






    Weiterhin viel Spaß und Erfolg!

    Viele Grüße aus Calenberg!

    Lars.

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  • Moin!
    Danke Leute für die Tipps, hätte nie gedacht das man beim Karoserie schweißen soviel falsch machen kann. Meine Erfahrung liegen beim E- Schweißen, Karoserie schweißen habt Ihr ja gesehen ;(
    Werde mir als erstes mal das Schweißgerät vornehmen, das Gas überprüfen und die Einstellungen austesten. Mache dann mal ein paar Probe Bleche.
    Später kann man sich dann mal Gedanken über weitere Schritte machen( Verzinnen, Verspachteln)

  • Das sieht doch schon gleich besser aus! Zumindest was man den Bildern nach mal beurteilen kann. Ich sag aber mal, eine Stufe höher geht schon noch... Ich persönlich dreh lieber immer etwas stärker auf, und halte lieber nicht so lange drauf. Das musst du aber selbst rausfinden, liegt jedem etwas anders...
    Mach ruhig noch ein paar Probestücke, vor allem auch verschiedene Positionen, Zwangslagen und unterschiedliche Materialstärken.


    Beim Schweißen ist das immer so, egal welches Verfahren. Man lernt nur durch üben. Ruhig mal was trauen und neues probieren, man wird dann schon sehen ob's dadurch besser klappt oder doch nicht... Stichwort: aus den eigenen Fehlern lernen ;-)


    Da ist noch keiner vom Himmel gefallen, irgendwie hat jeder mal klein angefangen. Meine erste Prüfung am Rohr hat z.B. 6 Wochen am Stück gedauert, 30 Tage nur schweißen, Tag ein Tag aus. Davon träumst du irgendwann nachts.



    Weiter so!!


    183 Grüße, Alex

    Iltis schrauben ist ein dreckiger und undankbarer Job, aber irgendjemand muss es ja machen! :schweißen:

  • Hallo Alex,
    ja man muss vieles Ausprobieren um zu einem Ergebnis zu kommen, habe leider gedacht es geht einfacher, habe ja schon einiges Ausprobiert, und wollte die Sache schon beenden. :^:
    Aber jetzt wo Ihr mir ein paar Ratschläge gegeben habt sieht die Sache schon anders aus, werde wie du sagst noch einige Stücke ausprobieren, und auf jeden Fall weiter machen.



    Gruß Olaf

  • Wollte mich mal aus dem Urlaub melden!
    Konnte noch ein paar Bleche vor dem Urlaub neu einschweißen, jetzt habe ich gelesen das man zum Schleifen der Schweißnähte einen Pistolen- Schleifer(elektrisch oder Luft angetrieben) der Drehzahl geregelt ist verwenden soll. Das Schleifen mit der Flex ist wohl für das Blech nicht so gut. ?(
    Was wird denn so von Euch benutzt?, möchte nicht wieder von Vorne anfangen. :heul:
    Gruß Olaf

  • Wie genau die Rotationsbewegung erzeugt wird, sollte dem Blech doch herzlich egal sein, oder? Starker Anpressdruck und hohe Drehzahl erzeugen beim Schleifvorgang viel Reibungswärme, welche ggf. das Materialgefüge des Bleches negativ beeinflussen kann. Da erscheint neben einer gefühlvollen Hand auch ein Schleifer mit veränderbarer Drehzahl vorteilhaft.


    Es gibt übrigens auch in ihrer Drehzahl veränderliche Winkelschleifer.