unbekannter Rucksack

  • Hallo zusammen,


    ich habe hier einen Rucksack erhalten, den ich der Bundeswehr nicht zuordnen kann. Hinten ist er gestempelt: A.Kind Hunstig 1962. Wo wurde dieser Rucksack eingesetzt ? Er ist sehr stabil gearbeitet, mit viel Leder und vor allem starke Trageriemen aus Leder.


    Was meint ihr ?


    VG Marcus

  • Für mich sieht er wie ein traditioneller Rucksack für Jäger aus.
    Warum nimmst Du an, dass er was mit der Bundeswehr zu tun hat?

    Grüße von der Küste! Til


    Suche ständig Daten über BGS-Fahrzeuge für die Bestandslisten.
    Besonders Hercules K125 und BMW-Boxer!

  • Nein, definitiv nicht BW. Aber auch sicher nicht zivil. Die diversen Jäger- und Wandererrucksäcke die ich aus der Zeit kenne sehen auch anders aus, nicht so an den WH Rucksäcken orientiert. Dafür habe Ich solche Rucksäcke im Zusammenhang mt Landespolizeien gesehen...


    Jens

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl) :D


    Wir sind nicht gestört...wir sind verhaltensoriginell!

    26830070ux.jpg,:) 26830071zt.jpg


    "Band III in Vorbereitung - Von Eisenschweinen und Erdferkeln"
    Hier gehts zum Verlag

  • ... ich sehe das genu so.
    BUNDESWEHR scheidet definitiv aus :!:


    Die Verwendung bei einer Bereitschaftspolizei könnte sein.
    BGS und Polizei Schleswig-Holstein fallen aber auch raus, da die grüne Modelle mit einem anderen Schnitt verwendeten.


    Der Hersteller A. KIND HUNSTIG dürfte die bekannte Fa. AKAH sein:

    Zitat

    Geschichte der Firma Albrecht Kind
    Die Firma Albrecht Kind GmbH ist wohl das älteste europäische Großhandelshaus der Waffenbranche. Gegründet wurde das Unternehmen am 24.9.1853 von Herrn Albrecht Kind in dem kleinen Dorf Hunstig, ca. 50 km östlich von Köln. Er begann ganz klein im elterlichen Haus. Das gesamte Personal bestand aus einem Lehrling, der mit im Haus wohnte und beköstigt wurde.


    Der Großhandel begann mit dem Verkauf von Waffen der belgischen Firma Dewander, Pere & Fils, Lüttich, sowie Nickfängern, Hirschfängern und anderen Stahlwaren. Die nächste Poststation lag zwei Stunden entfernt in Gummersbach. Als Spediteur bot sich ein Mann aus der Nähe an, der jeden Tag mit seinem Eselkarren die Postpakete nach Gummersbach brachte. Von dort wurden sie dann mit der Pferdepost nach Hagen/Westfalen oder nach Dortmund befördert, um dann endlich mit der Eisenbahn weitertransportiert zu werden. Trotz dieser Schwierigkeiten lief das Geschäft gut an. Im Jahr 1854 konnte der erste Exportauftrag nach New York abgewickelt und im Folgejahr schon ein kleines Lager unterhalten werden. Die Fertigung erstreckte sich auf Zielfernrohrgestecke und Lederwaren. Die Lederwarenfabrikation wurde bereits 1865 aufgenommen. Sie rettete die Firma Kind über die schweren Zeiten nach dem zweiten Weltkrieg, da deutsche Staatsangehörige bis 1951 die Jagd nicht ausüben durften. Man stellte u.a. Pferdegeschirre in größeren Mengen her. In der Lederwarenabteilung wird praktisch alles gefertigt, was für die Hundehaltung und die Jagd benötigt wird: Hundeleinen, Hundehalsbänder, Hundemaulkörbe, Gewehrriemen, Futterale, Patronengürtel, Jagdtaschen, Mündungsschoner, Rucksäcke etc. Der Büchsenmacherbetrieb wurde 1891 aufgenommen. Ein wesentlicher Arbeitszweig ist die Fertigung von Zielfernrohrmontagen. Zudem werden hier Wartungs- und Reparaturarbeiten an Waffen durchgeführt. Im Verkaufsprogramm der Firma Albrecht Kind GmbH befinden sich heute rund 10.000 Artikel, von denen 1.000 aus der eigenen Fertigung stammen.


    AKAH hat dabei auch an Behörden geliefert.


    Gruß - Kai

  • BGS und BePo liegen vom Schnitt her immer sehr "dicht beienander", aber im Normalfall haben BGS Stücke einen entsprechenden Stempel. Und der Farbton ist mir definitiv schon mal bei BePo Stücken begegnet. Ein Feld, das leider so schlecht dokumentiert ist, dass man Realstücke kaum mal einm Land richtig zuordnen kann - außer vieleicht die Berliner Stücke, die ja blau-grau sind. Oder die HElme, wenn sie Landeswappen haben... :D


    Jens

    Das mach ich übern Winter (altes Schraubermotto, generell ohne Nennung einer Jahreszahl) :D


    Wir sind nicht gestört...wir sind verhaltensoriginell!

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  • Hallo zusammen,


    Die Stücke der Bereitschaftspolizei Schleswig Holstein waren in aller Regel entsprechend markiert oder gestempelt. Ich hatte mal eine Zeltbahn, auf der man das gut sehen konnte.


    Kannst du noch ein Bild einstellen, auf dem man den gesamten Rucksack sieht?Hat der Kunststoff im Bereich des Bodens?


    Rucksäcke in solcher Farbe hat man im Behörden-Selbstschutz verwendet. Darin hatte man - ähnlich wie beim LSHD und beim THW - die Bergungsausstattung untergebracht. Innen am Deckel war ein Blechschild, auf dem der Inhalt notiert war.


    Meines Wissens nach hatte auch die Bundeswehr solche Rucksäcke für den Standort-internen Selbstschutz.


    Viele Grüße
    Simon

  • Hallo zusammen,


    das sind alles sehr interessante Hinweise. Das mit der Polizei kommt sicherlich schon sehr nahe. Ich recherchiere nochmals, woher der Rucksack stammt. Innen ist er ohne Leder, habe den mit einem normalen BW Rucksack verglichen und die beiden sind doch sehr ähnlich aufgebaut.


    VG Marcus

  • ... welcher ist denn für Dich "ein normaler BW Rucksack" :?:
    Hier kannst Du Dich zu dem Thema orientieren: Rucksack - Thread


    Ich bleibe bei meiner Aussage, dass der Rucksack mit der BUNDESWEHR nichts zu tun hat ...
    ... und tendiere wegen fehlender Stempel/Markierungen sogar zu einem rein zivilen Modell für die Jagd o.Ä..


    Gruß - Kai


  • Die Stücke der Bereitschaftspolizei Schleswig Holstein waren in aller Regel entsprechend markiert oder gestempelt. Ich hatte mal eine Zeltbahn, auf der man das gut sehen konnte.


    hat zwar nichts direkt mit dem Rucksack zu tun,
    aber ich kann bestätigen dass zumindest die Polizei in Schleswig Holstein im Jahr 1962 entsprechend gestempelt hat.



    war zumindest auf meinem letzten Flohmarktfund so. :thumbsup:

    Gruß
    der
    Benzschrauber



    Quod licet Jovi, non licet bovi