Der Re-Import - MAN 630 L2AE

  • Hast Du schonmal nachgeforscht, wie das Takt. Zeichen 3./420 auf die Stossstange kam? Hat ja so gar nix mit der Luftwaffe zu tun... hmmm


    Das scheint der Fantasie eines der Vorbesitzer entsprungen zu sein...


    Aber er wie gesagt - ich weiß leider fast nichts über die Vergangenheit des Wagens, was ich gerne ändern würde.

  • So, hier mal ein kleines Lebenszeichen meinerseits...


    Der Wagen lebt noch und befindet sich aktuell in Arbeit.


    Zeitlich bedingt gibt es keine riesen Fortschritte, doch ich schaue nach und nach alles durch, arbeite mich in die Technik rein, tausche Betriebsflüssigkeiten, ersetze verbrauchte oder defekte Teile, vervollständige Fehlteile, rüste Umbauten zurück und versuche mich dem Originalzustand weiter anzunähern.


    Parallel dazu bin ich dabei die Teile für einen Rückbau der Pritsche zu beschaffen.


  • Servus Moritz,


    gut Ding braucht Weile......


    Hast du Dir mal Gedanken gemacht, was du mit diesem Aufbau machst,
    wenn du irgendwann die original Pritsche hast :saint: ??


    Grüße Markus

    Grüße Markus



    Meine Pünktlichkeit drückt aus, daß mir deine Zeit so wertvoll ist wie meine eigene...

  • Hast du Dir mal Gedanken gemacht, was du mit diesem Aufbau machst,
    wenn du irgendwann die original Pritsche hast ??


    Gute Frage - der Boden ist ja der originale... Allles oben drauf müsste also abgetrennt werden. Könnte man als Grillhütte irgendwo aufstehen :idee:


    Aktuell dient er noch als "Sozialraum" den man in die Sonne ins Grüne fahren kann, wenn man sich am Wochenende zum Schrauben trifft :D

  • Solltest du es nicht anderweitig verplant haben.....


    Würde Ich mal mein Interesse bekunden..... :saint:


    Grüße Markus


    Ich behalte Dich mal im Hinterkopf, wäre schön wenn der Aufbau nicht verschrottet werden müsste - ist handwerklich wirklich gut gearbeitet :thumbup:


    Bis auf weiteres bleibt es aber erst einmal alles zusammen, der Rückbau startet frühestens wenn sich auch das letzte Teil angefunden hat...

  • Das ist doch ein Wort!


    Ich würde es so wie es ist behalten..... mir gefällt es sehr gut, auch wenns nicht annähernd Original ist...


    Wie gesagt, mach Dir kein Streß! Werde wenn mir was von / für die Emma unterkommt - an Dich denken...


    Grüße Markus

    Grüße Markus



    Meine Pünktlichkeit drückt aus, daß mir deine Zeit so wertvoll ist wie meine eigene...

  • So, nach inzwischen fast einem Jahr ein kleines Lebenszeichen meinerseits.


    Das Projekt ist nicht eingeschlafen (im Gegenteil), wurde jedoch durch ein anderes ausgebremst, so dass es dieses Jahr noch nichts mit Zulassung und Treffen wurde.


    In der zweiten Jahreshäfte hat die Nummer jedoch wieder Fahrt aufgenommen und ich konnte einige Punkte auf meiner To-do-Liste abhaken. Die Liste der Fehlteile wird auch kürzer und ich konnte über die Monate einige schöne Zubehör- und Ersatzteile zusammen tragen.


    Für kommendes Jahr hoffe ich dann wieder eine Emma mehr auf Deutschlands Straßen zu bringen...




  • Ups.... das letzte Lebenszeichen ist ja schon über zwei Jahre her.


    Den Wagen gibt es weiterhin, er ist inzwischen zugelassen und hat deutsche Papiere.


    Große, auf den ersten Blick zu sehende Fortschritte gibt es leider kaum zu vermelden. Irgendwie kamen immer andere Baustellen dazwischen... Dafür bin ich in Sachen Teilebeschaffung für die Originalpritsche ein ganzes Stückchen weiter und bis auf letzte Kleinigkeiten theoretisch komplett.


    Anbei noch ein Foto von der letzten Bewegungsfahrt:


  • Tach,


    weil einige Teile auch nach langem Suchen leider nicht mehr aufzutreiben waren hat die Magirus-Abteilung kurzerhand bei der Restauration unterstützt und die fehlenden Teile angefertigt.


    Gruß

    Patrick


    Als der liebe Gott die Welt erfand, dachte er an Siedlinghausen/Hochsauerland!



    PERSTET ET AETERNA PACE FRUATUR !


    Möge es weiter bestehen und sich ewigen Friedens erfreuen !

  • So, nachdem dieser Beitrag hier ziemlich verwaist ist, am Fahrzeug selber bedingt durch diverse andere Baustellen auch eher wenig passiert ist, hat das Projekt dieses Jahr mal wieder Fahrt aufgenommen.


    Inzwischen ist einiges passiert, ich werde aber mal versuchen der Reihe nach zu berichten.


    Ich habe ja über die Jahre diverse Teile zusammengetragen, um den Rückbau der Pritsche realisieren zu kommen. Einiges gab es nach teils längerer Suche zu kaufen, anderes musste originalgetreu nachgebaut werden. An eine komplette, originale Einheitspritsche war jedoch nie zu denken.


    Bis ich auf einmal - nachdem eigentlich alle Teile besammen waren - über ein Angebot stolperte.


    Sie entpuppte sich zwar als ehemals Jupiter Pritsche, ist jedoch die sogenannte "Einheitspritsche". Bis auf kleine Details und den Zwischenrahmen komplett baugleich.


    Ich zögerte nicht lange (Patrick bot direkt Unterstützung bei der Logistik an) und kaufte sie. Der Zustand ist auf den Bildern zwar sehr verstaubt, die Substanz ist jedoch als extrem gut zu bezeichnen (stand immer unter Dach)


    Hier erst mal ein paar Bilder:










    Angedacht als Backup für den Umbau, und als Vorbild um Maße nehmen zu können, werde ich sie - Stand heute - wohl nicht als ganzes verweden.

    Spriegel und Bordwanderhöhungen sind in besserem Zustand als die Exemplare die ich über die Jahre zusammentragen konnte. Diese werde ich übernehmen, die restliche Pritsche soll aber als Einheit zusammenbleiben und komplettiert hoffentlich mal ein anderes Fahrzeug.


    Bis auf weiteres steht sie wieder trocken unter Dach eingelagert.

  • Wir bedinden uns jetzt noch immer in der Zeitblase.


    Der nächste Schritt war die Demontage des Aufbaus. Dieser erwies sich als sehr stabil und wirklich hochwertig verarbeitet. Es tat schon ein bisschen weh ihn zerschneiden zu müssen...



    Der Ausgangszustand.







    Gefühlte 5000 Schrauben und diverse Trennscheiben später war dann alles runter.


    Der Boden der Pritsche ist original. Dieser soll auch, als fast einziges am gesamten Umbau, erhalten bleiben.

    Die sich darunter befindlichen Querhölzer hat der Vorbesitzer schon mit großem Aufwand ersetzt. Da die Löcher in den Aufnahmen am Rahmen jedoch nicht in ihrer originalen Position sind, müssen sie ersetzt werden, um aus der Konstruktion keinen schweizer Käse werden zu lassen...

  • Weiter mit der Demontage.


    Bemerkenswert ist, dass das Fahrzeug in seinem Leben bereits so einige Male zerlegt wurde. Was zu Zeiten der Bundeswehr passierte, entzieht sich meiner Kenntnis. Interessant wäre, ob es sofort mit dem Aufbau des Großbasisfunkpeilgerätes ausgeliefert wurde, oder ursprünglich als normale Pritsche vom Band lief.


    Nach der Ausmusterung wurde jedenfalls der Rüstsatz demontiert, die gesamte Pritsche vom Fahrzeug genommen, samtliche Unterbauten wie Staukästen, Reservereifenschlitten und weitete Anbauteile entfernt, die Rahmenhalter um ca 20cm in der Höhe eingekürzt, neue Aufnahmen aufgeschweißt und wieder alles mit Pritsche zusammengebaut. Hier war noch die vordere Bordwand und die beiden seitlichen vorhanden. Das Heck wurde massiv verstärkt. damit Rampen aufgelegt werden konnten.

    Beim zweiten zivilen Besitzer in DK wurde die vordere Bordwand entfernt (und entsorgt), der gedamte Holzaufbau zum Personentransport aufgebaut und so zugelassen. Später wieder alles demontiert und die maroden Querhölzer demontiert und neu angefertigt.


    Immer wieder beachtlich ist, wieviele unzählige Schrauben bei der jetzigen Demontage aus dem Fahrzeug entfernt werden mussten. Ob nun durch herausschrauben, absägen oder an von unten unzugänglichen Stellen durch Ausbohren.


    Zum Abheben der Pritsche musste ich auch ca 200 Edelstahlschrauben aus dem Boden herausoperieren. Mit diesen hatte der Vorbesitzer nach dem letzten Zerlegen den Aufbau mit den Querhölzern verbunden (und leider auch zusätzlich an den unmöglichsten Stellen verschweißt...).


    Nachdem alle Kotflügel und sonstigen Unterbauten demontiert waren, konnte der Pritschenboden mit einem eigens gebauten Hebegeschirr abgenommen werden.




    Sollte jemand Verwendung für die einschiebbare Leiter haben, gerne melden!








    Auf dem letzten Bild sieht man gut die verstümmelten Rahmenhalter im Vergleich zur originalen Höhe.

  • Bei den Teilen bin ich, wie zuvor ja schon erwähnt, weitesgehend komplett.


    Die Querhölzer habe ich nach original Vorbild neu gefertigt, Kleinteile wie Schrauben kann man zum Glück einfach nach den original Teilelisten zusammensuchen. Alles andere hat sich über die Jahre angefunden.


    Da ich ein Fan von optisch unrestauriert aussehenden Fahrzeugen bin, ist dieser Neuaufbau eine Gradwanderung. Das Fahrzeug besaß/besitzt eine sehr schöne Patina, die ich gerne so weit wie möglich erhalten möchte.

    Dass die Grundfarbe nach der letzten Überholung bei der Bundeswehr RAL6031 ist, gehört zur Geschichte des Fahrzeuges. Lieber wäre mir RAL6014neu, aber das würde eine Komplettlackierung bedeuten - was ich bis auf weiteres vermeiden möchte.


    Aus diesem Grund habe ich Teile, die bei einer in der Zukunft liegenden Lackierung schwer zugänglich wären, aber auch nicht direkt ins Auge fallen, bereits in RAL6014 lackiert (z.B. die Rahmenhalter und Querhölzer).


    Kleinere Teile, wie die neuen Kotflügel, habe ich in RAL6031 umlackiert und soweit wie möglich patiniert, dass sie ins Gesamtbild passen (da sie sich auch im direkt sichtbaren Bereich befinden).


    Wie ich die neuen Bordwände ins Gesamtbild einfüge, das muss ich noch gucken. Alle Planenteile die bereits als Neuteile bereitliegen sind jedenfalls noch in RAL6014







  • Mittlerweile hat der Wiederaufbau begonnen. Bildlich gab es hier nicht viel festzuhalten, es war hauptsächlich viel messen, Rückbau vorheriger Umbauten und Anpassenvorbereiten für die "Hochzeit". Die Pritsche liegt aktuell nur auf, die Unterkonstruktion ist teils noch nicht final befestigt und der Boden braucht noch den letzten Feinschliff.


    Alle Bordwände und Rungen sind jedoch schon angepasst und gängig. Die vordere Bordwand ausgerichtet und verschweißt. Am Heck sind alle nachträglichen Verstärkungen wieder entfernt und nachgebaute Bordwandscharniere angebracht.








    An dieser Stelle auch nochmals vielen Dank an Patrick, der bei diesem Projekt immer wieder tatkräftig mithilft!


    Nach all den Bildern ist der Beitrag hier nun auf einem recht aktuellen Stand.

    Ich werde bei Zeiten wieder berichten, wenn es vorzeigbare Fortschritte gibt.

    Bilder vom gesamten Fahrzeug gibt es, sobald es wieder etwas vollständiger ausschaut.

  • diese fahrzeuge sind,wie auch der KAT,immermal im bundeswehr-reperaturwerk

    in salzgitter-watenstedt zerlegt und völlig überholt worden.

    vieleicht sind einige änderungen/verstärkungen in der frühzeit schon dort im

    MAN-werk vorgenommen worden.

  • Am Wochenende ging es wieder einen Schritt weiter.


    Bisher war die Pritsche nur immer probeweise für Anpassungen aufgelegt. Dies ermöglichte auch, dass man viele Positionen für Bohrlöcher gut ermitteln und anzeichnen konnte. Im danach wieder abgehobenen Zustand ließ es sich jedoch wieder viel besser weiterarbeiten. bzw einige Stellen erreicht man im zusammengesetzten Zustand erst gar nicht mit Maschienen.


    Jetzt, nachdem alles vorbereitet war, kam es zur Hochzeit.





    Nachdem ich über die Jahre die Fehlteile Stück für Stück wieder zusammengetragen habe, kam nun die spannende Phase ob alles zueinader passt.


    Mit jeder weiteren Schraube wurde die anfänglich recht labil wirkende Holzkonstruktion zu einen ziemlich stabilen Bauwerk. Auch die Passgenauigkeit der ganzen Einzelteile war beeindruckend, wenn man bedenkt dass ich eigentlich nur den reinen Pritschenboden übernommen habe.


    Stockwindenhalter, 3x Staukasten, Reserveradschlitten, 4x Unterlegkeil, Abschleppstangenhalter und diverse andere Kleinigkeiten wanderten an Ihren Platz. Einiges weiteres, wie auch die Feuerlöschkästen liegt zwar noch in Warteposition, doch nachdem auch die Kotflügel an Ort und Stelle waren, der hintere Prellbock und und Rückleuchten gedreht waren, ergibt sich langsam schon ein recht stimmiges Bild.


    Es fehlen zwar noch diverse Arbeitsschritte - nicht zuletzt noch einige Lackarbeiten - doch nun ist sichergestellt, dass alles zueinader passt. Die Bordwände waren auch schon alle zur jeweiligen Anpassung drin, doch bis sie final eingesetzt werden, muss noch einiges geschehen.


    Abschließend noch ein paar Bilder vom Zwischenstand.





  • Zwischenzeitlich ging es natürlich weiter. Allerdings folgten nun wieder viele eher weniger fotogene Arbeitsschritte.

    So zum Beispiel auch das Instandsetzen, Entrosten, Schleifen, Grundieren und Lackieren des Pritschenrahmen, der Bordwanderhöhungen und des Spriegelgestells. Alles eher undankbare und zeitintensive Arbeiten.


    Hier sind nun Teile der Zweitpritsche eingeflossen aber auch einiges was ich bereits zuvor gesammelt habe.






  • Nach dem ganzen Dreck und Lack kamen dann zur Abwechslung auch mal wieder ein paar kleinere Baustellen die mehr Spaß machten.


    Bei den Feuerlöscher Unterbaukästen muss ich noch mal gucken wie ich den Lack etwas besser ins Gesamtbild einfüge, aber bei Neuteilen scheut man sich teils doch etwas sie direkt über zu lackieren...


    Das alte Verdeck war zwar noch in Ordnung, wurde jedoch bei der Bundeswehr schon in RAL6031 überlackiert. Da dies nicht mit der bereitliegenden neuen Pritschenplane harmonieren wird, habe ich es schon mal getauscht. In dem Zuge kam auch gleich ein neues Verdeckgestell und Abdichtgummi zum Einsatz, da bei dem alten das vordere Holzstück nicht mehr das frischeste war.







  • Im Zuge des Verdeckwechsels bot sich die wohl eher seltene Gelegenheit, die Emma mal als Vollcabrio abzulichten:







    Die Pritsche sowie alles was unter und an ihr hängt ist nun zu 98% komplett und original. Ich habe mich streng an die Explosionszeichnungen der Ersatzteilliste gehalten und auch sämtliche Schrauben nach den original Herstellerangaben besorgt.


    Es gibt noch diverse kleinere Rest- und Verschönerungarbeiten, das gröbste ist jedoch geschafft und mit jedem weiteren Schritt kann man sich am Gesamtbild erfreuen.


    Als letztes größeres Fehlteil sei das hintere Seilwindenfenster genannt. Hier wird es schwer bis unmöglich das komplette Bauteil zu bekommen, da es sich nach Ersateilliste aus sehr vielen Kleinteilen zusammensetzt und nie als komplette Einheit zu beziehen war.



    Hiermit ist dieser Restaurationsbericht mal wieder auf einem aktuellen Stand, ich werde bei weiteren Fortschritten natürlich berichten.