Undichte Wellendichtringe U1300L

  • Hallo, ich habe folgendes Problem, vielleicht weiß jemand Rat...
    Bei meiner letzten Geländefahrt (Schmidtenhöhe) habe ich mir beide Simmerringe an den Vorgelegen der Hinterachse zerstört, also sie wurde undicht.
    Allrad und Sperren waren ca. 10min an. Wattanlage schließe ich aus, da Druckminderer erst neu und auf 0,2bar eingestellt. Am Anschluss der Wattanlage an der Hinterachse messe ich auch nach meinem Zwischenfall nur die 0,2bar, auch bei eingeschalteten Sperren. Da die Simmerringe auch erst 1Jahr alt waren und beide gleichzeitig undicht wurden schließe ich Materialdefekt auch aus. Ich habe bereits neue Dichtringe besorgt zum Tausch, jedoch ist damit die Ursache ja nicht beseitigt. Vielleicht hatte ja jemand hier ähnliche Probleme... Bin um jeden Tipp dankbar. Gruß aus der Eifel!

  • Hallo Y435,


    wir reden von dem großen Simmerring an der Radnabe?
    Die Scheibe auf welcher die Radnabe sitzt nennt sich auch Verschleissring. In der Tdv als Teil Nr. 11/11B bezeichnet. Wenn Dein alter Simmerring bereits entsprechend hart war, so hat er auf diesem Verschleissring Rillen hinterlassen, welche eventuell die neue Dichtung gekillt haben.
    Hatte auch mal einen undichten Sicherungsring. Mein Unimoghändler hat mir empfohlen Simmerring und Verschleissring zu tauschen.
    Ich gehe davon aus, das Du das entsprechende Sonderwerkzeug benutzt hast und den Ring in der korrekten Tiefe eingepresst wurde.


    Gruß Lars

  • Hallo,
    Ja von den großen an der Radnabe, dort läuft momentan auch im Stand Öl raus, diese Verschleißringe hab ich mir noch nicht genauer angesehen, könnte aber eine Ursache sein. Wenn ich den mal endlich Zeit finde werde ich das mal überprüfen, auseinanderbauen muss ich die Vorgelege sowieso... Danke schon mal.

  • Nur noch als Vorwarnung, falls es die Verschleissringe sind. Erschrecke nicht bei dem Preis die für einen aufgerufen werden.


    Und noch einen kleinen Tipp, mach Dir die Mühe und stelle Dich in einem Beitrag vor. Wir gerne gesehen!

  • Hallo,
    manchmal hilft es die Verschleißringe mit Ackupatz oder ganz feinem Schmirgelleinen abzuziehen und dann anders herrum zu montieren damit der Simmering an einer anderen Stelle läuft.
    Haben wir früher im Winterdienst wenn es eilig war am u 406 baugleiche Achse öfter gemacht .
    die Verschleißrinnge sind wirklich nicht preiswert
    Grus Klaus

  • Hallo Klaus,


    ist das sicher mit den Baugleichen Achsen? Schließlich sitzt die Mutter des Verschleissrings in einer Vertiefung. Dadurch müsste doch entweder der Ring zu tief sitzen oder die Wölbung zu weit hervorstehen, so dass man die Mutter nicht mehr aufsetzen kann.
    Ist bei mir schon 4 Jahre her das ich getauscht habe, weshalb ich mir nicht 100% sicher bin.


    Gruß Lars

  • So, nun endlich dazu gekommen, die Vorgelege zu zerlegen, dabei musste ich feststellen, daß besagte Verschleißringe glatt sind, also ohne Rillen o.ä. Jedoch war der Wellendichtring so sehr nach aussen gedrückt, das dieser an der Bremsscheibe vorbei schleifte. Ich tippe also weiter auf ein Überdruck in der Achse, zumal ja beide Seiten gleichzeitig undicht wurden. Ist es vielleicht möglich das ein Defekt in der Differentialsperre erst bei Fahrt, also nicht im Stand mit laufendem Motor zu einem Überdruck führen kann? Weiter konnte ich feststellen, daß aus der Zentralentlüftung hinterm Fahrerhaus einiges an Öl "ausgespuckt" wurde, was jedoch meinen Recherchen zufolge bei Geländefahrt normal wäre...
    Hatte jemand hier ähnliche Probleme?


    Gruß Christopher

  • Hallo Christopher,


    natürlich kann es auch sein das irgendwo ein Schaltzylinder undicht ist. Du tippst auf die Differenzialsperre. Dazu muss diese aber auch eingelegt werden, da der Zylinder durch eine Feder zurückgestellt wird (drucklos). Dieser Schaltzylinder ist einfach ausgedrückt ein Stahlbollen mit einer Gummidichtung drauf. Wenn die Dichtung dann eine ganze Zeit nicht bewegt wird, dürfte diese eventuell in der Laufbuchse kleben, was wiederum zur Beschädigung dieser führen kann.
    Bei dem Öl, welches bei Dir aus dem Zentralentlüfter kommt, kann es sich eventuell auch um Getriebeöl handeln. Ich habe bei einem Unimog eventuell das Problem das der Zylinder des Verteilergetriebes undicht ist. Da gleichzeitig die Dichtung zur Tachowelle undicht war, hat es mir das Öl aus dem Schaltgetriebe bis ins Führerhaus durch die Tachowelle hochgedrückt. Bei mir ist nach abnehmen der Tachowelle, nur der Welle nicht die Befestigungschraube mit der Dichtung, und einlegen des Allrads eine ca. 10cm hohe Fontaine aus dem Anschlussstück für die Tachowelle gekommen. Nachdem ich die Tachowelle abgedichtet habe, habe ich auch Öl am Zentralentlüfter.
    Einfacher Test wäre in diesem Fall den Schlauch für die Watanlage an entsprechendem Diff. bzw. Getriebe abzuziehen. Kommt dann Luft bzw. Ölluftgemisch raus ist der Schaltzylinder undicht.


    Vielleicht hilft es ja weiter.


    Gruß Lars

  • Hallo Lars, danke für die Infos, ja das Problem "Tachowelle" kenne ich, deswegen war mein Tacho schon mal versifft und musste in eine teure Reparatur, dieser Abgang ist seither abgedichtet.
    Könnte es denn sein, daß dieser Schaltzylinder erst schaltet, wenn das Fahrzeug bewegt wird? Im Stand habe ich Allrad und Sperren getestet, dann ist kein Überdruck vorhanden.
    Gruß