Eine Hobbywerkstatt entsteht...

  • Hallo Kameraden!


    Nachdem am 24.11.2014 meine damalige Werkstatt fast abgebrannte (der Späneofen der nachbarlichen Holzwerkstatt hatte das Dach in Brand gesetzt), entschied ich mich mit meiner Frau uns nach etwas eigenem umzusehen. Für die Sanierung der bisherigen Halle musste ich ausziehen, und die Werkstattmiete in Dresdner Zentrumsnähe war zwischenzeitlich in eine Höhe gestiegen, welche für reine Hobbyzwecke eigentlich deutlich zu hoch war, und würde wohl auch weiter steigen. Wenn man also schon mal auszog, dann lieber nicht wieder ein.
    Der erste Gedanke war, eine eigene Gewerbehalle zu erwerben, diese abzuteilen und teilweise zu vermieten, und den Rest selbst zu nutzen. Mit dieser Idee kam ich aber locker 10 Jahre zu spät, wenn ich nicht weit außerhalb von Dresden kaufen und schrauben wollte. Meine Erfahrung sagte aber, muss ich weiter als 15-30 Minuten von Zuhause aus fahren, werde ich keine kurzen Abstecher zum Schrauben machen, sondern nur noch los fahren, wenn ich mindestens einen halben Tag Zeit hätte...
    Also sahen wir uns nach einer Immobilie um, welche sich zum wohnen und schrauben eignen würde. Zuerst wurden aber zwei 20ft Container erworben, in welche jegliches Werkstattinventar zwischengelagert und bis zur Entleerung für Geld bewacht zwischengelagert wurden (und es bis Heute sind).
    Mit Glück fanden wir dann relativ schnell einen Bauernhof mit ausreichend großer Scheune, welcher in Stadtnähe veräußert werden sollte und sowohl vom Zustand, als auch von der Lage her zu unseren Vorstellungen passte.
    Im April 2015 erwarben wir den Hof, sanierten dessen Wohnhaus innerlich gründlich und zogen am 1.10.2015 ein.


    Nach unterschiedlichen weitern, notwendigen Baumaßnahmen konnte ich nun in diesem Jahr beginnen, mich um die Herrichtung der Scheune zu meiner zukünftigen Werkstatt zu kümmern.
    In diesem Thread möchte ich Euch also daran teilhaben lassen.


    Ihr seit herzlich willkommen, Eure Tips dazu zu äußern, manches werde ich umsetzten, anderes einfach so machen, wie ich es will :P


    kristian b

  • Fangen wir an...


    Nach dem missglückten Versuch eine Unterflurhebebühne in die Scheune zu bauen (zu viel Schichtenwasser und Schwemmsand) wurde eine Schicht Unterbeton in die Scheune gebracht. Vorher wurden ~ 25m3 Untergrund ausgebaggert und abgefahren, der Boden bestand bis her aus Sand, gestampften Lehm und ein paar qm Ziegelboden.



    Ursprünglich hätte ich nun vor, einfach mit Faserbeton eine Bodenplatte gießen zu lassen, da mir Andreas (TDV) davon aber dringend abriet und zu einer klassischen Armierung riet, ließ ich mir ein paar Tonnen Eisen liefern und machte mich mit der Flechtkunst vertraut :P


    Viele Stunden und ein krummer Rücken später sind nun zwei Schichten Stahlmatten in der zukünftigen Werkstatt und warten auf die Betonpumpe. Da ich schon immer einen eigenen Bremsenprüfstand haben wollte, wurde die Fläche im Eingangsbereich schon beim Herstellen des Unterbetons deutlich tiefer ausgebaggert, so dass hier nun der Prüfstand seinen ausreichenden Untergrund vorfinden wird.


    Das graue Rohr wird der Kabelkanäle für den Prüfstand, der fehlende Meter kommt noch rechtzeitig dran ;)






  • Hallo,


    bitte entlang der Ecken vom Prüfstand noch je ein 8er Eisen, ca. 1 lfdm. lang, unter 45° einbauen.
    Das verhindert Schwindrisse.


    Jetzt könnte man anfangen, Tego-Metall aus alter Ladeneinrichtung zu sammeln.
    Erfahrungsgemäß hat man nie genug.
    Aber als universelles Regalsystem in einer Werkstatt gut zu gebrauchen.


    ...

  • @TDV
    meinst Du so, wie ich die Schwarzen Striche eingezeichnet habe? Soll ich die Eisen an den Rahmen verschweißen?



    Ich konnte vor ein paar Monaten bei einer Auktion im Narva-Werk ca. 20m Palettenregale 4m Hoch ersteigern. Diese werden entlang der Wände des rechten Teils der Wände aufgestellt und so kombiniert, dass ein 15m langes, mehretagiges Regal entsteht. Neben dem riesigen Scheunenboden über der Werkstatt sollte mir dieses Regal hoffentlich genug Platz verschaffen...

  • Hallo,


    nein, die schwarzen Striche sind die zu erwartenden Risse.


    Genau 90° drehen.


    Nichts Schweißen - es ist Betonbau, kein Stahlbau.


    Die Hochregale kann man prima brauchen, um Getriebe, und anderes schweres Zeugs abzulegen.
    Man braucht aber auch etwas für das Kleindedöns und das Werkzeug.
    Tego-Metall hat sooooo schöne Lochbleche als Rückwand.


    Ich sammele Tego-Metall jetzt seit 20 Jahren.
    Immer, wenn in der Nähe etwas Gebrauchtes zu bekommen ist, hole ich es ab.


    Es sind inzwischen etwa 100 m² (Rückwandfläche) in 4 Gondeln mit 3 bis 5 Bodenlagen.


    ...

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  • Hallo,



    ja, natürlich.


    Aber (fast) zum Neupreis, und in reichlich Entfernung.


    Für den Privatmann sind Preise von über 3,- EUR für gelochte Rückwände oder Böden uninteressant.
    Es gibt Händler, die versuchen sogar die Haken einzeln zu verkaufen.


    ...

  • vllt nen ölabscheider direkt in erwägung ziehen oder zumindest, bevor der beton drin ist, so einen vorbereiten, daß ma im zweifelsfall oder wenn man sich nach jahren doch für einen entscheidet, seine abflußrohre schon im boden hat.


    auch der ein oder andere potentielle kabelkanal wäre jetzt genau zum richtigen zeitpunkt besser zuviel als zuwenig


    ...auch da wo du ne drehmaschine oder ähnliches hinstellen willst, böte sich jetzt mit wenig mehraufwand ne prima chance, daß fundament direkt ebenerdig und nach unten passend ausdimensioniert, auszuweiten.

  • vllt nen ölabscheider direkt in erwägung ziehen oder zumindest, bevor der beton drin ist, so einen vorbereiten, daß ma im zweifelsfall oder wenn man sich nach jahren doch für einen entscheidet, seine abflußrohre schon im boden hat.


    auch der ein oder andere potentielle kabelkanal wäre jetzt genau zum richtigen zeitpunkt besser zuviel als zuwenig


    ...auch da wo du ne drehmaschine oder ähnliches hinstellen willst, böte sich jetzt mit wenig mehraufwand ne prima chance, daß fundament direkt ebenerdig und nach unten passend ausdimensioniert, auszuweiten.


    Abflussrohre hätten schon vor dem Unterbeton rein gemusst. Und eine 25cm Bodenplatte, mit dieser Armierung wird wohl meine max. 850kg Zerspanungsmaschinen locker aushalten...




    Moin,


    ich würde Dir als Kabelkanäle auch zu DN100 raten, da geht was ;)


    Alles was Kabel und Druckluft ist, kommt an die Wand. Ein großer, umlaufender Kabelkanal an der Wand wird genügen.

  • @TDV


    Ich habe jetzt die Mattenstöße auf ganzer Länge jeweils am Ende der Matten mit der darüber/darunter liegenden Matte verdrillt. Zusätzlich, wo möglich, habe ich an den Stößen entlang und an den Wänden die oberen Matten mit den Abstands-Schlangen verdrillt (unten sind die sowieso befestigt, genauso wie die Plastikschienen).



    Die von Dir empfohlenen Dreiecke habe ich ebenfalls mit den oberen und unteren Matten mehrfach verdrillt.




    Sollte ich die oberen Matten darüberhinaus auch auf der Fläche mit den Abstands-Schlangen verdrillen, oder ist das unnötig?




    Ich fühle mich in der Scheune gerade wie auf ner überdimensionalen Federkernmatratze :D

  • Moin,


    schönes Ambiente strahlt die Werkstatt schon jetzt.
    Die alten Feldbrandsteine (vor 1920) werden nebenan im Königreich der Niederlande mit 1,20€/Stück und mehr gehandelt.
    Ich möchte dort keine Kabelkanäle oder Druckluftverrohrungen drannageln müssen 8o .


    Die Eckmonierstäbe - wenn´s geht - unter die Matten rödeln - siehe Betonüberdeckung ( TDV ).


    apropos "Rödeln", "Rödeldraht", "Rödelzange" alles einwandfreie militärische Begriffe - folglich "kein OT" :):) ,


    Den "Einlegekasten" für den Plattenbremsprüfstand muss´te aber untenrum abdichten, sonst läuft der Beton - wegen diesen plöden "kommunizierenden Röhren" - wie er will.


    Frohes Schaffen
    Benedikt

    Anamnese: Den LKW-Schein auf der Emma gemacht als die ersten MAN KAT 8x8 in Dienst gingen. Damals lies mich ein Kamerad mit seinem flammneuen KAT 8x8 fahren.
    In der Grundausbildung wurde ich mit dem Detroit Diesel Virus in der Wanne der Haubitze M109G infiziert.
    Der 1192 seitige Inhalt des "Kraftfahrtechnischen Taschenbuch" ist - wie AndyE erwähnte - gerised auf 135x Seiten, die Füsik und Mammatik hat sich nicht geändert - alles geht mit einem Rechenschieber.

  • Feldbrandsteine wären schön... Es handelt sich um Bruchsteine.
    Trotzdem lege ich keine Rohre für Kabel in den Boden, die sind mir zu unflexibel, im Vergleich zu Kabelkanälen, die man immer wieder öffnen kann...
    Ich werde mir einfach ein Bolzenschussgerät leihen, und die Kanäle annageln ;)


    Ich guck mal, ob ich die Eckstäbe noch drunter bekomme.


    Die Schalung des Rollen-Bremsenprüfstand werde ich am Boden mit Silikon abdichten.


    Danke und Gruß,
    Kristian

  • Hallo,


    es muß die Verschiebung der Matten untereinander verhindert werden.


    Ein Verrödeln der oberen Mattenlage mit den Abstandsschlangen ist nicht erforderlich.


    Bis jetzt war alles einfach.


    Schwierig wird es, wenn der Beton beim Auffüllen die obere Mattenlage erreicht.
    Sinnvollerweise besorgt man sich einen Rotationslaser, um die Höhen auf einen cm genau herstellen zu können.
    Man kann auch ein optisches Nivelliergerät benutzen.
    Dazu muß man wissen, wie man es benutzt, und wie man die Justierung VOR der Benutzung KONTROLLIERT.


    ...

  • Hallo,


    und dann bitte die Innenrüttler nicht vergessen.


    Es gibt da zwei Systeme.
    Bosch mit 200 Volt, 400 Hz und Wacker mit 48 Volt, 400 Hz.


    Ich habe beide in Benutzung.


    In Deutschland gängig ist das Wacker-System.


    Mindestens eine 48er Flasche besser eine 56er.


    Betoneinbau ist immer mit Manpower verbunden.
    Man braucht 1 Mann am Ende vom Pumpenschlauch, 1 Mann am Rüttler und 2 Mann zum Verteilen und Einebnen.
    Am besten noch einen in Reserve.
    Der kann dann einspringen, wenn einer der anderen gerade seine Gulaschsuppe löffelt,
    die Höhen vorgeben, und die Aufsicht führen.


    Naja, und nach 6 bis 8 Stunden braucht man einen, der den Flügelglätter bedienen kann.


    Bei der Fläche mindestens einen m³ Beton mehr bestellen, als theoretisch in die Schalung passt.
    Notfalls geht der zurück, und geht in den Brecher. Das kostet dann ein paar Euros Entsorgung.


    Ich würde einen langsam erhärtenden Zement bestellen. Z.B. einen Hochofenzement.
    Dann dauert zwar das Ansteifen länger, aber man hat mehr Zeit für eine korrekte Oberfläche.
    Blos keinen Portlandzement, und erst recht keinen Kalksteinzement.
    Der Hochofenzement hat noch eine schicke Nacherhärtung (nach 28 Tagen).
    Es ist doch keine Terminbaustelle, wo am Freitag (Bundesbetoniertag) der Deckenbeton kommt,
    und am Montag die Maurer für das nächste Geschoß.
    Also besser an einem der anderen Wochentage Betonieren. Das freut auch das Mischwerk.


    Ca. eine Woche beim Mischwerk den Beton (auf 20 % genau) vorbestellen,
    damit die dort das Zeitfenster einplanen können.
    Am Tag vor dem Betonieren dann die Bestellung rechtswirksam machen.


    Ich würde zwei Sorten Beton bestellen.
    Für das Volumen von unten bis zur oberen Bewehrung den preiswerteren 0-32er,
    und für die Betondeckung oben einen 0-16er - der lässt sich leichter einebnen und glätten.


    Nach dem Glätten mit dem Flügelglätter eine Folie drauf, und 14 Tage ruhen lassen.
    Das dankt einem der Beton, der dann keine Schwindrisse hat.


    ...

    Mitglied der Jupiterhilfe e.V.i.G

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  • Hallo,

    Hm....


    Und da denkt man immer,
    Mischer bestellen die Pampe da rein kippen, glattziehen und fertig...!


    Eben - so einfach ist es eben nicht, ein vernünftiges Ergebnis herzustellen.


    Es gibt den Beruf des Beton- und Stahlbetonbauers.
    Die Ausbildung dauert 3 Jahre.


    Es gibt Ingenieure als Bacelor-, Master-, und Diplomingenieure, da dauert die Ausbildung bis zu 7 Jahren.


    Und alles nur, um Beton vernünftig zu umsorgen.


    Von den Pfuschbaustellen lebe ich.
    Ich kümmere mich mit meinen Mannen dann um die Instandsetzung.


    Eine hat es bis nach Wikipedia geschafft.


    Im angehängten Bild kann man einen Teil vom Rückbau sehen.


    ...

  • TDV ... hast es aber schon toll erklärt. Viele Dinge schleichen sich halt über die Jahre als Betriebsblindheit ein. Alternativ zum Laser (wo soll der eigentlich stehen) alle 2m eine Höhenmarkierung an die Wand. Eine auf OK (sieht man wegen vollgespritzt meist später nicht) und noch eine höher (zB OK +10).

    ...wer für alles offen ist - kann nicht ganz dicht sein.