• Schwarzeradler90


    Hallo Sven, mir fiel gestern am Zeitschriftenstand das neueste Heft der Reihe "Fahrzeug Profile" (Nr. 97) in die Hände. Kein Soldat keiner Armee vergisst jemals seine Grundausbildung. Und so geht es mir auch, weshalb ich auf das Verbandabzeichen der ehemaligen Wetzlarer Panzergrenadierbrigade 13 geradezu magisch reagiert habe und an meine Grundausbildung 1978 im dortigen Panzerartilleriebataillon 135.



    Ich erwähne das deshalb, weil ich zwar in dem Heft immer noch kein Bild eines MUNGA F 91/4 San mit RKL gefunden habe, aber zumindest ist er in der Gliederung der Stabskompanie ausdrücklich so aufgeführt und zwar als Auto des Brigadearztes. Du findest das in der unten folgenden Grafik rechts unter "Arztgruppe". Und es ist ja auch mehr als sinnvoll: Der Arzt einer Brigade (ca. 3500 - 3900 Mann, sorry keine Frau) in der Heeresstruktur 4 (oder davor) war mit eigenem Klein-Kfz beweglich gemacht. Dies hatte in jedem Falle auch Funk und damit keinen RS "Sanitätstransport".



    Also, ein Bild ist es nicht, aber ich denke schon ein verdammt starkes Indiz dafür, dass es zumindest für die Truppenärzte ab Brigade aufwärts (also auch bei Division und Korps) ein geländegängiges Führungsfahrzeug mit RKL gab, hier eben ein Munga 4, aber ganz sicher keinen VW 181, sonst wäre der in der Grafik abgebildet. Ich denke, Du kannst Deine RKL ruhigen Gewissens wieder montieren.


    Schönen Sonntagabend wünsche!


    Gruß, Wolf

  • Nun ja, dkwpit ,


    diese Abbildung zeigt - vermutlich vollkommen ungewollt - unsere katastrophale Mischausstattung der Friedens-Bundeswehr der achtziger und neunziger Jahre. Der oft zitierte Vergleich vom "Rückzug 1945" hinkt sicher an mehreren Stellen, doch davon hat es etwas. Viele bewährte Fahrzeuge, die man problemlos hätte modernisieren können (Lkw 0,25t gl "Munga", Lkw 0,75t gl Borgward, usw.) gab es nicht mehr und von den Nachfolgern viel zu wenige. Das Drama eines Brigadegefechtsstandes (H + R) besteht ja nicht nur in dem einzigen Lkw 1,5t gl geschl (weil es für den bereits seit 10 Jahren eingeführten Lkw 2t gl einfach keine Koffer-/Shelter-/Kabinenlösung gab). Alleine einen Pkw 8-Sitze zusammen mit einem M 577 abzubilden spottet ja jeder Realität. Um das Armutszeugnis dann noch komplett zu machen "vergewaltigt" man die "Gemüselaster", in dem man ihnen auch noch einen Anhänger dran hängt, wahrscheinlich um zu verhindern, dass sie der Marschkolonne vorne weg fahren, weil zu schnell wären. Je länger ich dieses Bild betrachte, desto mehr Bitterniss kommt einem hoch, weil wir ja so in den "kleinen vaterländischen Krieg" geschickt worden wären.


    Gruß, Wolf

  • [user='12457']S

    Also, ein Bild ist es nicht, aber ich denke schon ein verdammt starkes Indiz dafür, dass es zumindest für die Truppenärzte ab Brigade aufwärts (also auch bei Division und Korps) ein geländegängiges Führungsfahrzeug mit RKL gab, hier eben ein Munga 4, aber ganz sicher keinen VW 181,

    Um vielleicht die Diskussion um das Fahrzeug des Brigadearztes noch mit ein paar Fakten zu untermauern:

    Die StAN, die uns hier am sichersten Auskunft geben könnte, haben wir leider nicht.

    Ich kann aber einen Auszug aus der „Muster-Stabsdienstordnung Brigade“ mit Stand 1988 anbieten, die an der SFJgStDst bei den einschlägigen Lehrgängen der Stabsdienstsoldaten, an der OSH und an der FüAk verwendet wurde und damit fast Vorschriftencharakter genoss. Darin gibt es eine Übersicht zum Gefechtsstandwechsel (Staffeleinteilung usw.), in der alle Fahrzeuge der Gefechtsstände aufgeführt sind. Hier haben wir für den Brigadearzt ein geländegängiges Kleinfahrzeug mit Funkgerät SEM 25. Siehe im Anhang bei GefStd Rück, gelb markiert.

    Ich bezweifle allerdings, das in den 1980er Jahren hier noch der 0,25 t fuhr, es dürfte sich eher um einen 0,5t gehandelt habe.

  • Ich bezweifle allerdings, das in den 1980er Jahren hier noch der 0,25 t fuhr, es dürfte sich eher um einen 0,5t gehandelt habe.

    In der Schill-Kaserne/Wesel stand während meiner Dienstzeit 1981/82 noch ein DKW Munga...mit Y-Kennzeichen...fahrbereit...

    offiziell gab es den aber nicht mehr...sog. "Schwarzbestand"...:-)C:

    Da gabe es wohl einen Feldwebel, der sich nicht von ihm trennen konnte.

    Hauptkfz. 0,4t Kübel; Ilsen kamen vereinzelt, für den Batteriechef etc..

    Ich habe 12 Monate Kübel gefahren...das reicht fürs Leben...^^

    Gruss Pit

  • In der Schill-Kaserne/Wesel stand während meiner Dienstzeit 1981/82 noch ein DKW Munga...mit Y-Kennzeichen...fahrbereit...

    offiziell gab es den aber nicht mehr...sog. "Schwarzbestand"...

    Zur Präzisierung: Ich habe meine Zweifel, ob in den 1980er Jahre ein Brigadearzt noch mit einem 0,25t fuhr. Natürlich waren damals noch 0,25t vorhanden, z.B. in so mancher Geräteeinheit. Die Panzerabwehrzüge der Heimatschutzregimenter hatten noch bis in die 1980er Jahre hinein den 0,25t mit dem Leichtgeschütz 106mm, bevor diese dann durch Kanonenjagdpanzer ersetzt wurden. Und auch bei so mancher Heimatschutzkompanie lief als Fahrzeug des Kompaniechefs noch der Munga, in den meisten Fällen sogar noch mit VRC-Funkgerät.

    Grüße
    Jörg